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17.08.2010 Profis zum Nulltarif gesucht
TuS richtet nach dem Pokal-Triumph den Blick nach vorn – Kommt erneut Marvin Pourie?
Nach dem Pokal-Triumph gegen Fortuna Düsseldorf kehrt bei TuS Koblenz wieder der Alltag ein. Trotz der angespannten Finanzlage sucht Geschäftsführer Wolfgang Loos nach Mitteln und Wegen, um doch noch den einen oder anderen Akteur an Land zu ziehen.
Koblenz. Es ist noch sehr früh in der Saison, aber ein wesentliches Ziel haben Spieler und Verantwortliche von TuS Koblenz bereits erreicht. Das völlig neu formierte Team von Trainer Petrik Sander kommt beim Publikum an. Das 1:0 im DFB-Pokal gegen Fortuna Düsseldorf war ein beeindruckender Beleg dafür, dass da eine Elf auf dem Platz steht, in der kein Platz für persönliche Eitelkeiten ist und in der die Moral stimmt. Eine Mannschaft eben, die trotz mancher Defizite im Passspiel munter den Weg nach vorn sucht.
„Wir können sehr stolz sein“, sparte denn auch Sander nicht mit Lob, „es freut mich, dass die Jungs sich endlich auch einmal für ihren Aufwand belohnt haben.“ Mit nicht weniger als sechs Akteuren unter 23 Jahren hatte die TuS den klassenhöheren Gegner niedergerungen, die Vorlage zum entscheidenden 1:0 kam von Oliver Laux – ein Eigengewächs, das im Vorjahr noch in der Bezirksliga aktiv gewesen ist. „Die Unterstützung der Fans zeigt, dass unsere Philosophie greift und angenommen wird“, freut sich Geschäftsführer Wolfgang Loos. In der Tat: Trotz der sintflutartigen Regenfälle feierten die Zuschauer noch lange nach dem Abpfiff mit den Spielern. Loos: „Diejenigen, die nicht dabei waren, werden sich ärgern“. Dennoch: 9035 Zuschauer, das kann sich sehen lassen.
Ungeachtet des erfreulichen Trends weiß Sander, dass die TuS erst am Anfang eines langen Weges und einer noch längeren Saison steht. „Es wird Rückschläge geben“, lässt sich der Coach nicht blenden und wiederholt: „In der Breite sind wir nicht drittligatauglich.“
Geschäftsführer Loos weiß um die Sorgen des Trainers wegen Verletzungen und Sperren, steckt aber in der Zwickmühle. Das Mini-Budget ist ausgereizt, selbst der warme Geldregen nach dem Pokal-Erfolg lindert allenfalls die Nöte. Trotz der Einnahmen von rund 300 000 Euro bleibt laut Loos nichts für mögliche Neuzugänge übrig.
Und doch lässt der Geschäftsführer nichts unversucht, um bis zum Ablauf der Transferfrist am 31. August noch den einen oder anderen Spieler zur TuS zu locken. „Wenn die Konstellation passt, werden wir natürlich prüfen, ob noch etwas möglich ist“, sagt der Manager verklausuliert. Im Klartext heißt das wohl: Die Koblenzer spekulieren in erster Linie auf eine Ausleihe von Profis, die in der Ersten oder Zweiten Liga durchs Raster gefallen sind. Oder auf solche Akteure, die andernorts Spielpraxis sammeln sollen.
Eine Variante, die sich die Koblenzer bereits im vergangenen Winter zunutze machten, als Edmond Kapllani, Andreas Glockner, Anel Dzaka oder auch Marvin Pourie ausgeliehen wurden. „Auch damals hatten wir eigentlich kein Geld“, so Loos.
Dem Vernehmen nach wird wohl hinter den Kulissen erneut versucht, einen „Leiharbeiter“ zu holen, Pourie könnte ein Kandidat sein. Der talentierte Angreifer hat bei Schalke 04 noch einen Vertrag bis 2013, derzeit aber keine Perspektive auf Einsätze in der Bundesliga-Elf. Loos hält sich dazu bedeckt und sagt nur: „Wir haben gute Kontakte zu Schalke 04.“ Möglichen Freiraum im Etat würde auch ein Wechsel von Lucas Musculus schaffen, doch für den nicht mehr berücksichtigten Angreifer gibt es bislang keine Interessenten.
So bleibt die Suche nach Verstärkungen praktisch zum Nulltarif eine zähe Angelegenheit. Erst das Erreichen des Achtelfinales würde die Lage wohl entspannen. Aber das ist noch Träumerei, Loos wartet gelassen die Auslosung am Samstag ab: „Wir nehmen es, wie es kommt.“ Sven Sabock
TuS gegen Fortuna: Trockene Plätze waren attraktiv
Düsseldorfer Fans drängten bei Regen unberechtigt in überdachte Südkurve – Aufgeheizte Stimmung auch nach dem Spiel
Koblenz. Die TuS Koblenz hatte sich beim DFB-Pokalspiel den „Vornamen“ der Gäste vom Niederrhein ausgeliehen: Mit ein wenig Fortune gelang dem Heimteam wenige Minuten vor Ende der regulären Spielzeit das alles entscheidende Tor. Es kam schon vor Spielbeginn zu Rangeleien, die sich nach dem Schlusspfiff fortsetzten.
Tatsächlich war der Düsseldorfer Anhang fast genauso zahlreich erschienen wie der Koblenzer. Dieser Umstand, vom Dauerregen noch verstärkt, führte schon vor Spielbeginn zu einer aufgeheizten Stimmung, teilt die Polizei mit. Denn mehrere 100 Düsseldorfer Fans mit Karten für die nicht überdachte Stehplatzkurve schafften es, sich Plätze in der überdachten Südkurve zu erschleichen. Als die rechtmäßigen Platzinhaber erschienen, konnte dies auch unter massivem Einsatz der Ordnungskräfte nicht pünktlich rückgängig gemacht werden. Um Eskalationen zu vermeiden, entschloss sich der Veranstalter, die unberechtigte Platzwahl wohl oder übel hinzunehmen – sehr zum Verdruss der rechtmäßigen Karteninhaber. Während der Partie selbst registrierte die Polizei nur wenige kleinere Handgemenge zwischen Einzelpersonen.
Bereits eine gute Stunde vor Anpfiff ging in einem Pendelbus eine Scheibe zu Bruch. Zudem gerieten im Schartwiesenweg rund 30 Fortuna-Anhänger mit einem einheimischen Autofahrer aneinander. Auslöser war vermutlich nicht der Fußball, sondern das Fahrverhalten und anschließende Auftreten des Pkw-Fahrers. Ablauf und Hintergründe werden in den nächsten Tagen Gegenstand von Vernehmungen der Beteiligten sein. Einsatzkräfte der Polizei stellten dort schnell wieder Ruhe her.
Nach Ende der Partie spürte man vielen Fortuna-Anhängern die Enttäuschung an, die immer wieder zu vereinzelten hitzigen Situationen führte. Aufgrund der sichtbar starken Polizeipräsenz konnten ernstere Konfrontationen verhindert werden. Alles in allem ist Einsatzleiter und Polizeidirektor Thomas Fischbach mit dem Einsatzverlauf zwar zufrieden, die unkontrollierte Platzeinnahme dürfe sich allerdings nicht wiederholen und müsse mit dem Veranstalter jetzt intensiv aufgearbeitet werden.
TuS Koblenz II empfängt den SV Dörbach
Eigentlich hatte Colin Bell, Trainer von TuS Koblenz II, am ersten Spieltag der Fußball-Rheinlandliga wenig Grund zu emotionalen Gesten. Schließlich war der 4:1-Erfolg beim FC Karbach ein erstes Ausrufezeichen – auch wenn der eine oder andere Drittliga-Profi mit dabei gewesen war. Am morgigen Mittwoch (Anstoß: 20 Uhr) empfängt die TuS II den SV Dörbach auf dem Kunstrasenplatz auf dem Oberwerth. Das erste Spiel verlor Dörbach gegen den FSV Salmrohr (2:4).
Quelle Rhein-Zeitung 17.08.2010 http://rhein-zeitung.de
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