22.07.2010       Kittner: Jeder ist gefordert

aktuell_2011_15Der Neuzugang von TuS Koblenz bekommt es gleich mit seinem Ex-Klub Ahlen zu tun

Noch zwei Tage, dann wird es ernst für TuS Koblenz. Zum Auftakt der Drittliga-Saison geht es am Samstag um 14 Uhr gegen Mitabsteiger Rot Weiss Ahlen. Eine Mannschaft, die vor allem TuS-Neuzugang Ole Kittner bestens kennt.

Koblenz. Der Mann ist quasi der Prototyp der neuen TuS. Ole Kittner ist jung, talentiert, will in Koblenz etwas erreichen und hat vor allem das Format, um sich in der Dritten Liga zu behaupten. Dass er obendrein noch Deutscher ist, muss im Vorfeld der neuen Saison eigentlich fast schon nicht mehr erwähnt werden, im Rahmen des Umbruchs war auch dieser Aspekt ein wesentlicher Faktor bei der Zusammenstellung des Kaders. Klar, die gemeinsame Sprache macht auf dem Weg, möglichst schnell ein funktionierendes Team zu werden, vieles einfacher.

„Mir ist es wirklich leichtgefallen, mich hier zu integrieren“, sagt denn auch Kittner, dem im Koblenzer Ensemble eine wichtige Rolle zugedacht ist. Der 22-Jährige ist im Abwehrzentrum gesetzt und soll entweder mit Stefan Haben oder Dennis Brinkmann für Ordnung sorgen. „Ich will hier gern Verantworung übernehmen und traue mir diese Rolle auch zu“, sagt Kittner selbstbewusst.

Und deutlich sichtbar: In den vier Wochen Vorbereitung („eine sehr intensive Zeit“) hat sich der Mann mit der Nummer 5 auf dem Rücken denn auch schon als Führungspersönlichkeit bei der TuS etabliert.

Es war wohl in erster Linie diese Perspektive, die ihn dazu veranlasst hat, den Arbeitsplatz zu wechseln. Nach dem Abstieg mit Rot Weiss Ahlen war für ihn der Zeitpunkt gekommen, sich andernorts zu beweisen. „Ich wollte mich einfach mal verändern“, so Kittner, der längst nicht nur den Klub gewechselt hat. Mit dem Gang zur TuS verlässt er gleichzeitig auch das heimatliche Münster, um in der Fremde flügge zu werden. „Ich hatte wirklich sehr gute Gespräche mit dem Trainer und dem Geschäftsführer“, sieht er sich in seiner Entscheidung bestätigt.

Bleibt die Frage, wie viel von den guten Vorsätzen und Zielen im Liga-Alltag übrig bleibt. Kittner ist jedenfalls guter Dinge, dass es der Mannschaft gelingen kann, eine halbwegs sorgenfreie Saison zu absolvieren. „Wir haben hier viel Potenzial und Qualität in der Mannschaft“, so der 1,89-Meter-Mann, „wir müssen jetzt einfach sehen, dass wir es auch kontinuierlich auf den Platz bringen.“

Verletzungen, das haben die letzten beiden Wochen der Vorbereitung gezeigt, kann die TuS dabei wahrlich nicht gebrauchen. Marcus Steegmann musste zwischenzeitlich aufgrund von Oberschenkelproblemen aussetzen, auch die Kniebeschwerden von Lukas Nottbeck haben Trainer Petrik Sander nicht in den Kram gepasst. Nicht zuletzt musste Kittner selbst im abschließenden Test gegen Sittard wegen eines Blutergusses in der Wade pausieren. Inzwischen gab's aber Entwarnung, alle Akteure sind wieder fit. Die dünne Personaldecke scheint derzeit das wesentliche Manko bei der TuS zu sein, aber Kittner sieht es positiv: „In dieser Situation kommt es auf jeden Spieler an, hier werden alle gebraucht.“

Der Zufall will es, dass es der neue Koblenzer Abräumer gleich in seinem ersten Drittliga-Spiel mit seinem Ex-Klub zu tun bekommt. Und es hat den Anschein, dass die Dinge be den Westfalen ähnlich wie in Koblenz liegen. Praktisch der gesamte Kader ist ausgetauscht worden, entsprechend schwierig ist das Leistungsvermögen einzuschätzen.

„Die haben dort eine sehr junge Mannschaft, die sich wie wir zunächst einmal stabilisieren will“, so Kittner. Ein guter Start in die Saison würde auf beiden Seiten vieles leichter machen. Für Selbstvertrauen und fürs Punktekonto. Da muss dann auch für 90 Minuten manch alte Freundschaft ruhen.

Sven Sabock


Kein Park- und Ride-Service

Koblenz. Im ersten Drittliga-Heimspiel der TuS Koblenz am Samstag (14 Uhr) gegen Mitabsteiger Rot Weiss Ahlen wird es aller Voraussicht nach keinen Park- und Ride-Service geben. Nach Angaben des Vereins sind die Gespräche mit der Kevag bislang ergebnislos verlaufen. Laut TuS wird aber angestrebt, den Bus-Transfer unter anderem von den Parkplätzen auf der Karthause sowie in Moselweiß zum Stadion Oberwerth wie in den Vorjahren in den kommenden Wochen wieder aufzunehmen.

Quelle Rhein-Zeitung 22.07.2010  http://rhein-zeitung.de