01.01.2010     TuS: Ein Sieg fürs Selbstwertgefühl

Aktuell-2009_142Koblenzer verinnerlichen das Wesen des Abstiegskampfes und erzwingen den Dreier gegen Fortuna Düsseldorf

Auf zu neuen Ufern. Mit dem 1:0-Erfolg gegen Fortuna Düsseldorf haben die Spieler nicht nur einen wichtigen Dreier im Kampf um den Klassenverbleib erzielt, sondern auch viel für ihr Selbstwertgefühl getan.

KOBLENZ. Das neue Wir-Gefühl rund um den Oberwerth, diese lange nicht mehr ge- und erlebte Zuversicht verführte die Protagonisten auf der Siegerseite dazu, starken Taten ebensolche Worte folgen zu lassen. Das hart erkämpfte und eben wegen dieser fußballerischen Grundtugenden verdiente 1:0 gegen die hoch eingeschätzte Fortuna aus Düsseldorf war mehr als nur die Rückkehr des Erfolgs. Auch das Selbstbewusstsein und der Glaube, den Verbleib in Liga zwei schaffen zu können, sind zurück bei den Spielern der TuS Koblenz. "Vielleicht schaffen wir es ja, die Klasse zu halten, ohne in die Relegation zu müssen", frohlockte Siegtorschütze Matej Mavric.

Sogar der ansonsten eher nüchtern-analytisch daherkommende TuS-Trainer Petrik Sander sah sich durch den ersten Erfolg an neuer Wirkungsstätte ermutigt, Tacheles zu reden. "Wir haben heute alles in die Waagschale geworfen und uns diesen Sieg erkämpft. Genau das ist der Weg, wie die TuS da unten rauskommen kann", resümierte der Coach die Energieleistung seiner Mannen.

Das ist es in der Hauptsache, was den neuen Mann auf der Koblenzer Trainerbank von seinem Vorgänger unterscheidet. Sander spricht nicht von "One-touch"-Fußball, von Vertikalspiel oder spielerischen Lösungen. Bei Sander muss Fußball in dieser Situation, in der die TuS steckt, gearbeitet werden, wenn er nachhaltig zum Erfolg führen soll. Seine Trainervita, die zuvorderst von langjähriger, fruchtbarer Arbeit beim einstigen Erstliga-Underdog Energie Cottbus geprägt ist, hat auch die Einstellung des Fuballlehrers Petrik Sander zum Fußball in diesen Tabellenregionen geprägt. "Ich weiß, wie Abstiegskampf geht", sagt Sander. Und es klingt beileibe nicht wie eine Erhöhung seiner selbst.

Dass nun auch die Mannschaft verinnerlicht zu haben scheint, was das Wesen des Kampfes um Klasse und Existenz ausmacht, ist nicht zuletzt das Verdienst Sanders. Seine sachliche Art, die Spieler von dem zu überzeugen, was in dieser Lebenslage wichtig ist, kommt an. Und wird im Sinne des Trainers umgesetzt, wie das Düsseldorf-Spiel gezeigt hat.

Jetzt will Sander diesen Weg weitergehen. Dem Ziel Klassenverbleib soll und muss alles andere untergeordnet werden. "Wer in der Situation meint, Hacke-Spitze-ein-zwei-drei spielen zu müssen, der wird keinen Platz mehr in dieser Mannschaft haben", sagt der Coach den "Schöngeistern" im Kader den Kampf an. Wenn jetzt sogar ein Emmanuel Krontiris, wie gegen Düsseldorf geschehen, die langen Wege in der Rückwärtsbewegung nicht scheut und an der Außenlinie in Höhe des eigenen Strafraumes beherzt grätscht, signalisieren die Spieler ihrem Trainer: Wir haben verstanden.

Dass gegen die Fortuna spielerisch in der Vorwärtsbewegung noch längst nicht alles Gold war, was da schwach glänzte, kann Sander verschmerzen. Der Trainer nahm es in Kauf, dass Edmond Kapllani als einzige Spitze zumeist gegen zwei, drei Düsseldorfer anzukämpfen hatte. "Ich musste Daniel Gunkel weiter nach hinten beordern, um dort die Lücken zu schließen. Zudem sollte Johannes Rahn sich mehr fallen lassen." All das zum Wohle von mehr Stabilität beim Spiel gegen den Ball. Sanders Credo: "Wichtig war und ist, dass die Null steht. Wenn wir keinen Treffer kassieren, gewinnen wir dieses Spiel, habe ich den Jungs in der Halbzeit gesagt." Gesagt, getan. Sogar in seinen Prophezeiungen können die TuS-Akteure auf ihren Trainer bauen. Wenn das nicht zuversichtlich stimmt...
Klaus Reimann


Kehrt Dzaka zur TuS zurück?

Ex-Kapitän der Koblenzer könnte bis Saisonende ausgeliehen werden

KOBLENZ. Landet TuS Koblenz kurz vor Ende der Wechselfrist (heute, 24 Uhr) noch einen Transfercoup? Wie aus für gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen verlautete, liebäugeln die Koblenzer mit einer Kurz-Ausleihe von Anel Dzaka. Der einstige TuS-Kapitän fristet derzeit beim 1. FC Kaiserslautern ein für ihn und den Klub unbefriedigendes Dasein. Bei Trainer Marco Kurz findet der Mittelfeldspieler keine Berücksichtigung mehr - den Koblenzern könnte der Bosnier mit seiner Erfahrung womöglich helfen, den Klassenverbleib zu schaffen. Dzaka soll - so der Wechsel finanziell darstellbar ist - bis Saisonende ausgeliehen werden.
(rei)


Oberwerth soll zur Festung werden

Aktuell-2009_144Nach dem 1:0 gegen Fortuna Düsseldorf sehen sich die Profis von Zweitligist TuS Koblenz auf dem richtigen Weg

Die Fußballer von TuS Koblenz haben es geschafft, den gefühlten Aufschwung der vergangenen Wochen auch mit Fakten zu bestätigen. Nach dem hart erarbeiteten 1:0 gegen Fortuna Düsseldorf sehen sich alle Beteiligten auf dem richtigen Weg - es bleibt sogar wieder Zeit für einen kleinen Spaß.

KOBLENZ. Man muss die Feste feiern, wie sie fallen. Und wenn es denn schon mal einem Fußballer gelingt, den Geburtstag mit dem entscheidenden Tor zu krönen, darf natürlich auch eine Kerze nicht fehlen. Das dachte sich wohl auch TuS-Angreifer Edmond Kapllani, der neben seinen fußballerischen Qualitäten als Angreifer offensichtlich auch eine kreative Ader hat. "Er hat beim Essen gesagt, dass Matej Mavric ein Tor schießt und wir dann zum Jubeln eine Kerze ausblasen", plauderte Daniel Gunkel später ein bisschen aus dem Nähkästchen, "dass es dann alles auch so geklappt hat - umso besser."

Gesagt, getan. Mavric stand da, wo er stehen musste und nickte in der 71. Minute nach Ecke und Kopfball-Verlängerung von Gunkel ("Das war so einstudiert") den Ball zum 1:0 ins Netz, ehe das Geburtstagskind mit den Kollegen gemeinsam die virtuellen Kerzen auspustete. Selbstredend, dass die 5000 durchnässten TuS-Fans unter den 8309 Zuschauern ebenfalls nicht mehr zu halten waren.

Die kleine Schmonzette passte ins Bild eines Abends, an dem sich die Koblenzer gegen Fortuna Düsseldorf das Glück förmlich erarbeiteten und erzwangen. Vor zwei Wochen, nach dem 2:2 gegen 1860 München, wurde der ausgerufene Neuanfang lediglich mit einem Punkt belohnt, beim anschließenden 2:4 in Bielefeld blieb den Beteiligten nichts anderes übrig, als die beiden selbst erzielten Treffer hervorzuheben. Und jetzt, nach dem ersten "Dreier" seit sechs Runden, ist der Glaube endgültig wieder da, das Schicksal selbst bestimmen zu können. Die TuS ist wieder da, auch wenn der Weg bis zum Klassenverbleib ein weiter bleibt.

"Du brauchst eben auch ein bisschen Glück, um gegen eine Mannschaft wie Fortuna Düsseldorf zu gewinnen", wusste Gunkel, dass auf dem schwer bespielbaren Untergrund wohl nur eine Standard-Situation die Entscheidung herbeiführen konnte. Die Gäste waren zwar technisch überlegen und brachten die ausgereiftere Spielanlage auf den Platz, die TuS hielt aber wacker dagegen - und wurde letztlich für ihren nimmermüden Einsatz belohnt. "Von der ersten Sekunde an war jeder gewillt, sich in die Schüsse zu werfen", lobte Innenverteidiger Benjamin Lense die Kollegen. "Ohne Kampf geht es eben nicht", ergänzte der Routinier, der in der ersten Halbzeit sogar einen Platzverweis riskierte, als er gegen Düsseldorfs Christian Weber mit gestrecktem Bein einstieg. Der insgesamt unsicher agierende Schiedsrichter Leicher aus Weihmichl beließ es bei Gelb, und Lense freute sich später, "dass es einfach Spaß macht, weil einer für den anderen da ist". Es scheint, als ist die TuS anno 2010 auch von einem neuen Teamgeist beseelt.

Auf dem Weg zum Klassenverbleib soll das 1:0 gegen die Fortuna erst der Anfang gewesen sein, da sind sich alle Beteiligten einig. "Wir haben jetzt vier Punkte aus den ersten beiden Heimspielen geholt, das ist ein guten Anfang", meinte Gunkel und sprach anschließend den Koblenzer Anhängern aus der Seele: "Es muss für jeden Gegner eklig sein, hier zu spielen, das Stadion hier soll eine kleine Festung werden." Bei nur noch sechs ausstehenden Heim- und acht Auswärtsspielen wird das auch nötig sein, möchte man hinzufügen.

Aber weil es auch in der Fremde drei Punkte zu holen gibt, gab Mavric gleich schon mal das Motto für die nächsten Wochen aus: "Wir müssen jetzt versuchen, eine kleine Serie zu starten." Dumm nur, dass er am kommenden Samstag beim anstehenden Spiel bei Energie Cottbus nicht mithelfen darf, nach seiner fünften Gelben Karte ist der Slowene gegen die Lausitzer gesperrt. Ärgerlich auch für Mavric, dass ausgerechnet Ideengeber Kapllani beim gemeinsamen Torjubel nicht mehr zur Stelle war. Trainer Sander hatte den Albaner vier Minuten vor der entscheidenden Szene ausgewechselt. Der Freude über die drei Punkte tat das freilich keinen Abbruch, zumal sich Mavric spendabel zeigte: "Ein Essen werde ich sicher bezahlen können."
Sven Sabock


Pourie sticht Kuqi aus

Aktuell-2009_143Neuzugang freut sich über Debüt im TuS-Trikot

KOBLENZ. Das nennt man wohl einen gelungenen Einstand. Gerade mal einen Tag, nachdem er seinen Vertrag bei TuS Koblenz unterschrieben hatte, feierte Marvin Pourie sein Debüt im Trikot des Zweitligisten - und durfte gleich nach dem Abpfiff mit den Fans das 1:0 gegen Fortuna Düsseldorf bejubeln. "Zufriedener kann man nicht sein", hielt Pourie am Ende des Abends fest.

23 Minuten war Pourie im Einsatz gewesen und deutete dabei an, dass er durchaus ein Gewinn für die Mannschaft sein kann. Der 19-Jährige scheut keinen Zweikampf und geht selbstbewusst an die Aufgabe in Koblenz heran: "Ich glaube schon, dass ich eine gewisse Qualität mitbringe, um dem Team zu helfen." In seiner knapp dreiwöchigen Probezeit hatte er davon wohl auch TuS-Trainer Petrik Sander überzeugt, der aber vor überzogenen Erwartungen an den Mann mit der Nummer 36 warnt. "Man darf nicht vergessen, dass der Junge noch bei den A-Junioren spielen könnte", sagt Sander über den von Schalke 04 ausgeliehenen Angreifer, "er ist nicht zuletzt ein motivierendes Beispiel für unseren Nachwuchs, dass man den Sprung zum Profi schaffen kann." Bei aller Zurückhaltung: Dass Pourie für Njazi Kuqi in den 18er-Kader rutschte, zeigt, dass der TuS-Coach dem Junioren-Nationalspieler bereits einiges zutraut. Und der Junge aus dem Ruhrgebiet scheint sich an Rhein und Mosel wohlzufühlen: "Ich kann hier den nächsten Schritt in meiner Entwicklung machen."
 (sab)

Quelle Rhein-Zeitung 01.01.2010  http://rhein-zeitung.de


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02.02.10    Dzaka freut sich auf die TuS

Aktuell-2009_145Koblenzer Zweitligist leiht einstigen Publikumsliebling vom 1. FC Kaiserslautern aus

Ein guter alter Bekannter kehrt zurück: Unmittelbar vor dem Ende der Transferfrist hat Fußball-Zweitligist TuS Koblenz den ehemaligen Mannschaftskapitän Anel Dzaka vom 1. FC Kaiserslautern ausgeliehen.

KOBLENZ. Die Verpflichtung des gewünschten Innenverteidigers ist buchstäblich in letzter Sekunde gescheitert, dafür dürfen sich die Anhänger des Zweitligisten TuS Koblenz auf die Rückkehr des einstigen Publikumslieblings freuen. Anel Dzaka trägt bis zum Saisonende wieder das TuS-Trikot. "Der Vertrag ist unter Dach und Fach", verkündete Geschäftsführer Wolfgang Loos am Mittag, wenige Minuten nach Ende der Wechselfrist um 12 Uhr. Am Ende sei es noch einmal "etwas hektisch" zugegangen, berichtete Loos. Erst um 11.56 Uhr hatte der 1. FC Kaiserslautern den Bosnier auf die Transferliste gesetzt. Ja, und dann war auch der FSV Frankfurt, Mitkonkurrent der Koblenzer im Kampf um den Klassenverbleib, auf einmal noch mit im Rennen und buhlte ebenfalls um die Gunst des beim FCK ausgemusterten Profis - erfolglos.

"Anel Dzaka war bei uns im Wort. Und dazu hat er auch gestanden", freute sich Loos über den Transfer. Und der TuS-Manager kann sicher sein, einen Mann geholt zu haben, der vor Tatendrang sprüht. "Der Wechsel nach Koblenz ist für mich eine Herzensangelegenheit, schön, dass es geklappt hat", sagt der 29-Jährige, der sich beim FCK zuletzt im U23-Team fitgehalten hatte. Dzaka erhält bei der TuS die Rückennummer 21 und ist fest davon überzeugt, seinem alten und neuen Verein helfen zu können.

Weniger erfolgreich verlief das Werben der TuS um einen anderen Rückkehrer. Die Koblenzer hätten Branimir Bajic gern wieder an den Oberwerth zurückgeholt. Der Innenverteidiger steht derzeit beim türkischen Erstligisten Denizlispor unter Vertrag. Mit dem Spieler sei man sich so weit auch einig gewesen, erklärte der TuS-Geschäftsführer. Am Morgen kam aber dann die ernüchternde Nachricht aus der Türkei: Denizlispor verweigerte dem Defensivspieler die Freigabe.

Wie dem auch sei, abschließend legte Loos noch einmal großen Wert auf die Feststellung, dass sämtliche Wintertransfers, also die Verpflichtung von Andreas Glockner, von Edmond Kapllani, von Nachwuchsstürmer Marvin Pourie und eben auch die Ausleihe Dzakas finanziell "absolut stemmbar" gewesen seien. Dass sie auch sportlich von Wert sind, haben bereits die ersten drei Spiele der Rückrunde gezeigt.

Für TuS-Trainer Petrik Sander gilt es nun, weiter an der Feinabstimmung im Mannschaftsgefüge und an der Hierarchie innerhalb des Kaders zu arbeiten. Vor dem Hintergrund dürfte es spannend sein zu beobachten, wie sich beispielsweise die vom Spielertyp ähnlichen zentralen Mittelfeldspieler Ervin Skela und Anel Dzaka arrangieren werden. Skela, von Sander-Vorgänger Uwe Rapolder zur TuS gelotst, hatte bei Sander in den ersten beiden Rückrundenpartien nicht in der Anfangsformation gestanden. Für das Düsseldorf-Spiel hatte sich Skela wegen einer fiebrigen Erkältung abgemeldet. Nun könnte Rückkehrer Dzaka dem Albaner endgültig den Rang ablaufen. "Wir werden sehen, welche Vorstellungen der Coach hat", sagt der einstige Publikumsliebling, der heute ins Training einsteigt.
(rei/sab)

  Quelle Rhein-Zeitung 02.02.2010  http://rhein-zeitung.de


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03.02.2010     TuS präsentiert sich mannschaftlich geschlossen

Neues Teamfoto des Koblenzer Zweitligisten mit Trainer Sander und fünf Winterzugängen - Auch Schmidt mischt wieder mit - Musculus nur noch im zweiten Glied

Aller guten Dinge sind drei: Nachdem sich Fußball-Zweitligist TuS Koblenz schon zweimal in dieser Saison mannschaftlich geschlossen hat ablichten lassen, folgte jetzt aus aktuellem Anlass der dritte Teamfoto-Termin der laufenden Spielzeit.

KOBLENZ. Nach dem obligatorischen Auftaktbild im Juli folgte rund drei Monate später nach dem Wechsel des Trikotsponsors ein zweites Stell-Dich-Ein der Profi-Kicker von TuS Koblenz. Der Termin am gestrigen Dienstag war speziell dem in der Winterpause doch stark veränderten Kader geschuldet.

Dem Trainerwechsel Ende Dezember folgten im Januar bis unmittelbar vor Ablauf der Transferperiode am Montag insgesamt acht Spielerwechsel. Die Verträge von Shefki Kuqi, Aljmir Murati und Renaldo Rama wurden aufgelöst, dafür schlossen sich im Gegenzug Edmond Kapllani, Andreas Glockner, Daniel Gunkel, Marvin Pourie und Anel Dzaka der TuS an. Patrick Schmidt rückte zudem aus dem zweiten Glied wieder in den erlesenen Kader.

Der vor der Saison von den A-Junioren des 1. FC Köln gekommene Angreifer Lucas Musculus muss sich vorerst mit einer Statistenrolle begnügen. Das gilt im Prinzip wohl auch für den Bosnier Darko Maletic, dessen geplanter Transfer erst kurz vor dem Ende der Wechselperiode gescheitert war.

Im 21. Punktspiel am Samstag um 13 Uhr bei Energie Cottbus will sich die TuS mit neuformierter Mannschaft tendenziell nun weiter nach oben orientieren, Rot-Weiß Oberhausen auf dem rettenden 15. Tabellenplatz ist fünf Punkte entfernt. "Wobei oben für uns relativ weit unten ist", gab Trainer Sander aber unlängst während eines Interviews eindeutig zu verstehen, dass die Bäume noch längst nicht in den Koblenzer Himmel wachsen.
(bhm)
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Das Zweitliga-Team der TuS Koblenz im Februar 2010 mit
(hintere Reihe von links) Matej Mavric, Njazi Kuqi, Dominique Ndjeng, Edmond Kapllani, Johannes Rahn, Benjamin Lense, Manuel Hartmann, Rico Morack, Melinho,
(mittlere Reihe von links) Konditionstrainer Thomas Klimmeck, Co-Trainer Uwe Koschinat, Co-Trainer Igor Lazic, Chef-Trainer Petrik Sander, Lars Bender, Darko Maletic, Michael Stahl, Andreas Glockner, Daniel Gunkel, Shqipran Skeraj, Phi-lipp Langen, Patrick Schmidt, Everson, Anel Dzaka, Marvin Pourie, Martin Hudec, Physiotherapeut Rainer Kowalsky, Zeugwart Gerd Rörig, Betreuer Peter Weiler, Co-Trainer Peter Auer,
(vordere Reihe von links) Ervin Skela, Tom Geißler, Christian Müller, Dieter Paucken, David Yelldell, Marcus Rickert, Martin Forkel, Frank Wiblishauser und Zoltan Stieber. Emmanuel Krontiris fehlte krankheitsbedingt.

 


Eine Reise zwischen Tradition und Zukunft

Schon ein Jahr vor dem 100. Geburtstag zelebriert TuS Koblenz einige Geschichtsstunden

KOBLENZ. Ein Abend der Erinnerungen sollte es werden. Ein paar Stunden, in denen sich alte Weggefährten wiedersehen und über ehemalige Zeiten plaudern. Und das Ziel wurde wahrlich erfüllt. Unter dem Titel "Reise zwischen Tradition und Zukunft" hatte der Beirat der TuS Koblenz gemeinsam mit Lotto Rheinland-Pfalz in die Sporthochschule Oberwerth eingeladen, um schon ein Jahr vor dem 100. Geburtstag der Blau-Schwarzen einige Geschichtsstunden der besonderen Art zu zelebrieren.

Wenn auch das ein oder andere Gesicht fehlte, waren immerhin rund 80 prägende Akteure der TuS-Vergangenheit und -Gegenwart der Einladung gefolgt. Gleich zu Beginn hob Walter Desch, Präsident des Fußball-Verbands Rheinland, den Grund des Zusammentreffens hervor: "Die TuS hat eine enorme Wichtigkeit für die Stadt Koblenz und eine große Tradition, auf die es sich rückzublicken lohnt."

Unvergessene Partien

Dabei war das anfangs so eine Sache. Spitzenfußball in Koblenz. Irgendwie wusste damit keiner so recht etwas anzufangen, wie sich Norbert Weise bis heute genau erinnert. "Als ich 1960 mit meiner Familie nach Koblenz zog", blickte der TuS-Beiratsvorsitzende zurück, "habe ich meinen Vater gefragt, was wir denn in Koblenz wollen. Da gäbe es doch noch nicht mal Fußball." Als sein Vater ihm dann etwas von der TuS Neuendorf erzählt habe, sei er besänftigt gewesen. Bis zur Umbenennung im Jahr 1982 trug der Verein zur Unwissenheit vieler diesen Namen - und erlebte einige unvergessene Partien.

Thomas Theisen, Trainer des Rheinlandligisten SG Mülheim-Kärlich, führte durch den Abend und versetzte die Gäste mit einer Lesung aus dem Buch "60 Jahre Fußball in Rheinland-Pfalz" zurück in erfolgreiche Tage. Zunächst ins Jahr 1948, in dem die TuS erst im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft mit 1:5 gegen Kaiserslautern verlor. Bis heute unvergessen die Viertelfinalpartie gegen den großen Favoriten Hamburger SV, die Neuendorf in Dortmund trotz eines Rückstandes noch mit 2:1 gewann. "Wir hatten damals eine technisch sehr gute Mannschaft und haben eigentlich fast alles gewonnen" erinnert sich Augenzeuge Franz Mohrs an die durchweg erfolgreichen Nachkriegsjahre.

Doch auch das ständige Auf und Ab der 60er Jahre war den Gästen noch äußerst präsent. Neben den sportlichen Eckdaten eines knapp verhinderten Regionalliga-Abstiegs 66/67 und der zweimaligen Teilnahme an der Bundesliga-Aufstiegsrunde 67/68 und 68/69 dachte der ehemalige TuS-Spieler Günther Funke auch an kuriose Momente zurück. "Als wir einmal nach einer Niederlage in die Kabine kamen, war dort ein kaltes Büffet aufgebaut. Und dann holten sich doch tatsächlich einige Spieler eine Frikadelle vom Teller", ärgert er sich noch heute über die in seinen Augen falsche Einstellung einzelner Akteure.

Furiose Jahre folgten

Ob es nur an der Einstellung oder doch vielmehr an der Qualität der Spieler lag, dass die TuS in der Folgezeit mit großen sportlichen Problemen zu kämpfen hatte, wurde in der Runde nicht näher thematisiert. Die verpasste Qualifikation für die Zweite Bundesliga in der Saison 73/74 und gar der Oberligaabstieg 1981 dienten vielmehr als Hinleitung zu den furiosen Jahren der TuS im hiesigen Jahrtausend. Noch einmal las Theisen aus dem Geschichtsbuch vor und stieß mit den Erzählungen vom doppelten Aufstieg der TuS aus der Oberliga bis in die Zweite Bundesliga auf viel Gegenliebe im Auditorium.

Und doch konnte die sportliche Gegenwart bei aller schöner Erinnerung auch an einem solchen Abend nicht ganz unangetastet bleiben. So bescheinigte TuS-Geschäftsführer Wolfgang Loos seinem Klub in der Tat eine äußerst schwierige Situation. Aber mit neuem Schwung "könne man den Klassenerhalt noch schaffen".

Immerhin wurde durch eine Tombola und eine Spende von Lotto schon einmal ein Scheck im vierstelligen Euro-Bereich für die TuS-Jugend ermöglicht. So muss allen Schängel-Fans eigentlich nicht Angst um die Zukunft ihres Vereins sein. Und viele werden auch beim nächsten runden Geburtstag mit weitgehend positiven Erinnerungen an die moderne Geschichte der TuS zurückdenken können.
Tobias Küpper
  

 Quelle Rhein-Zeitung 03.02.2010  http://rhein-zeitung.de


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05.02.2010     TuS-Profis müssen heute früh raus

Aktuell-2009_146Koblenzer treten am Samstag bei Energie Cottbus an - Anel Dzaka hofft auf Einsatz, Skela meldet sich nach Grippe zurück

Die TuS Koblenz startet heute zur zweitlängsten Auswärtsreise der Saison. Morgen gastiert der Zweitligist im 610 Kilometer entfernten Cottbus. Dort gibt es nicht nur für TuS-Coach Petrik Sander ein Wiedersehen mit alten Bekannten.

KOBLENZ. Auch Wolfgang Loos muss heute wie der gesamte Tross der TuS Koblenz früh raus aus den Federn. "Um sieben Uhr aufstehen, das ist für einen alten Mann wie mich nichts", witzelte der TuS-Geschäftsführer ob der Tourplanung für das Auswärtsspiel am morgigen Samstag (13 Uhr) bei Energie Cottbus.

Loos wird noch kleine Äuglein haben, wenn sich die TuS um halb acht vom Oberwerth aus gen Lausitz in Bewegung setzt. Um 10 Uhr geht dann der Flieger von Köln nach Berlin. Dort wartet der TuS-Mannschaftsbus, der sich bereits gestern Abend mit allen Utensilien auf den Weg gemacht hat, und fährt die Koblenzer nach Cottbus. "Unser Plan ist es, dass wir dort um 13 Uhr das Abschlusstraining beginnen, damit wir den Rhythmus für Samstag aufnehmen", sagt TuS-Assistent Uwe Koschinat.

Training auf Kunstrasen

Coach Petrik Sander hat die Kontakte in seine alte Heimat spielen lassen und den Platz des Niederlausitzer Kreisligisten TSV Cottbus gemietet. Sander stürmte zehn Jahre für Energie Cottbus und war von 2004 bis 2007 Chefcoach des morgigen Gegners. Da in der Lausitz reichlich Schnee liegt, hat Sander aber keinen Naturrasen buchen können. "Wir machen die Abschlusseinheit in Cottbus auf Kunstrasen, das ist sicherlich keine Ideallösung", sagt Co-Trainer Uwe Koschinat, der über die derzeitigen Verhältnisse aber nicht groß jammert: "Andere Vereine hat der Winter doch viel härter erwischt als uns. Wir können dank der Hilfe der Stadt Koblenz und der umliegenden Klubs immerhin auf Kunstrasen trainieren."

Der Naturrasen im Stadion Oberwerth wurde nur gestern benutzt. "Der Oberwerth ist die einzige Ressource an Rasen, die wir haben", sagt Koschinat. "Deswegen müssen wir verantwortlich damit umgehen. Wenn wir die zwei Schnellkrafteinheiten am Mittwoch im Stadion gemacht hätten, wäre der Rasen hinüber." Mittendrin im Trainingsbetrieb ist wieder Rückkehrer Anel Dzaka, den die TuS am letzten Tag der Wechselperiode aus Kaiserslautern zurückgeholt hat. "Ich bin super aufgenommen worden, aber Koblenz ist ja auch mein Zuhause", strahlt Dzaka, der nach einem halben Jahr ohne Spielpraxis glaubt, dass er bei 100 Prozent ist. "Ich bin fit und stehe zur Verfügung. Der Trainer hat mir allerdings noch kein Signal gegeben, ob ich spiele." Das gab es gestern von Sander. Er sagt über Dzaka: "Anel benötigt keine Zeit der Anpassung, weil er bei der TuS alles kennt. Aber für mich zählen die Meriten der Vergangenheit nicht mehr." Dzaka wird wohl nicht von Beginn an spielen, gehört aber zum 18er-Kader.

In dem steht auch der zuletzt grippekranke Ervin Skela. "Ich bin wieder im Vollbesitz meiner Kräfte." Auf die Frage, wie er die Verpflichtung von Dzaka aufgenommen hat, reagiert Skela gereizt: "Was hat das mit meiner Person zu tun?" Nun ja, immerhin ist Dzaka ein vergleichbarer Typ Spielmacher wie Skela - und ausgerechnet diese Position ist im Sander-System momentan nicht vorgesehen. Doch Skela bleibt cool bei dem Thema: "Gute Spieler wie Dzaka können wir im Abstiegskampf immer gut gebrauchen."

Skela noch unaufgeregt

Seine Situation schätzt der 33-Jährige, der unter Sander kein einziges Mal in der Startelf stand, (noch) unaufgeregt ein: "Ich war bei meinen alten Klubs immer Stammspieler und Leistungsträger. Ich habe kein Problem mit dem Trainer. Ich will natürlich wieder spielen, am besten bereits in Cottbus." Immerhin ist das nicht nur Sanders, sondern auch Skelas Ex-Klub. "Ich habe mit meinen Toren und Vorlagen dazu beigetragen, dass Energie drei Jahre in Folge Bundesliga gespielt hat. Das ist für mich ein besonderes Spiel."

Die Rückkehr nach Cottbus wird Skela zuerst nur von der Bank erleben. Daniel Gunkel läuft bei seinem Ex-Verein dagegen auf. Der Mittelfeldmann spielte zwischen 2004 und 2007 unter Sanders Regie bei Energie. Der vierte Ex-Cottbuser bei der TuS ist Christian Müller. Der Flügelspieler fällt aber wegen einer Wadenverletzung aus. Müller kann heute also ausschlafen - im Gegensatz zu Wolfgang Loos und dem Rest des TuS-Kaders.
Michael Bongard


Zwei Stellen sind offen

TuS: Mavric gesperrt, Infekt stoppt Krontiris

KOBLENZ. Vor der Partie in Cottbus sind bei TuS Koblenz vor allem zwei Personalien offen. Neben Matej Mavric, der nach seiner fünften Gelben Karte gesperrt ist und sich die Dienstreise in die Lausitz sparen kann, steht der Einsatz von Emmanuel Krontiris auf der Kippe. Der Offensivmann musste unter der Woche aufgrund einer Magen-Darm-Grippe passen.

Offen ist auch, wie Trainer Petrik Sander die Lücken schließen will, zumindest hielt sich der Coach weitgehend mit Namen bedeckt. "Es ist alles noch spekulativ", so Sander und verkündete lediglich, dass Ervin Skela nach auskurierter Grippe und Rückkehrer Anel Dzaka zum 18er-Kader gehören werden.

Mögliche Variante: In der Abwehr könnte Martin Hudec den Platz von Mavric einnehmen, auch Dominique Ndjeng wäre ein Thema. Wie schon mehrfach in dieser Saison wäre auch Manuel Hartmann ein Kandidat für die Viererkette - wobei dann auch die zuletzt stabile "Doppel-Sechs" mit Daniel Gunkel neu formiert werden müsste.

Sollte Krontiris nicht rechtzeitig fit werden, gilt Zoltan Stieber als möglicher Nachrücker, Andreas Glockner könnte dann auf die rechte Seite ausweichen. "Er hat sehr gute Anlagen, um uns zu helfen, aber er muss richtig gesund sein", lobt Sander den Ungarn, der sich nach einer Schambeinentzündung an die Mannschaft heranarbeitet.
(sab)


Wollitz kann die "größte Aufholjagd Europas" abblasen

Aktuell-2009_147Der Cottbuser Trainer hat sich mit seinem Spruch mächtig verhoben - In der Lausitz geht der Blick nur noch nach unten

KOBLENZ. Dass Claus-Dieter Wollitz gern einen Spruch raushaut, ist gemeinhin bekannt. Vor Beginn der Rückrunde hat Wollitz, den alle nur "Pele" nennen, seinem Image als Sprücheklopfer erneut alle Ehre gemacht. Der Trainer blies mit seinem Klub FC Energie Cottbus zur "größten Aufholjagd Europas". Dumm nur, dass die Lausitzer alle drei Partien nach der Winterpause verloren haben. Geht es auch morgen gegen TuS Koblenz schief, kann die saloppe Aussage "Pele" Wollitz den Job kosten.

Vor Beginn der Rückrunde schnupperte Cottbus noch an den Aufstiegsplätzen. Sieben Zähler betrug der Rückstand auf Rang drei, der zur Relegation berechtigt. Jetzt - nach den Niederlagen gegen Augsburg, Duisburg und Fürth - ist der Zug gen Bundesliga bei 14 Zählern Rückstand auf den Tabellendritten Augsburg abgefahren. Viel schlimmer für Cottbus: Der Vorsprung auf den Abstiegs-Relegationsrang 16, den Gast Koblenz belegt, ist im Januar auf sieben Zähler geschmolzen. Verliert Cottbus zum vierten Mal in Serie, befindet sich Energie mitten im Abstiegskampf.

Auch wenn Cottbus-Präsident Ulrich Lepsch nach dem Last-Minute-0:1 in Fürth dem Trainer den Rücken gestärkt hat - der Druck auf Wollitz ist spürbar gewachsen. Der frühere Spielmacher, der als Trainer zuvor fünf Jahre in Osnabrück arbeitete, weiß nur zu gut, dass die selbst ernannte "Ergebniskrise" gegen Koblenz ein Ende haben muss: "Wir müssen die Kurve kriegen, um wieder in ruhige Fahrwasser zu kommen. Jetzt muss sich zeigen, dass wir nicht nur mit dem Mund zusammenhalten." Klappt"s nicht, kann das Kapitel Cottbus für Wollitz nach nur 21 Spielen beendet sein.

Wollitz hatte den Klub nach dem Bundesliga-Abstieg im Sommer übernommen und verzichtete fortan auf etablierte Größen wie den langjährigen Kapitän Timo Rost. Wollitz verjüngte Energie, setzte auf die eigenen Nachwuchskräfte wie Adam Straith, Alexander Bittroff oder Clemens Fandrich und holte die ehemaligen deutschen Juniorennationalspieler Markus Brzenska, Sascha Dum und Marc-Andre Kruska, die sich in der Ersten Liga nicht durchsetzen konnten, mit ins Boot. Ein Umbruch, der seine Wirkung bisher verfehlt hat. Vor allem im heimischen Stadion der Freundschaft hat Cottbus viele Punkte liegen gelassen. Vier Niederlagen gönnte sich Energie bisher in neun Heimspielen.

Doch nicht nur die sportliche Misere sorgt in der Lausitz für Unruhe. Das Theater um Torwart Gerhard Tremmel hat am vergangenen Montag Schlagzeilen gemacht. Tremmel ließ sich am letzten Tag der Wechselperiode auf die Transferliste setzen, um zu Erstligist Hannover 96 wechseln zu können. Doch Cottbus fand auf die Schnelle keinen Ersatz, nach einem Gespräch mit Wollitz lenkte Tremmel ein, weiterhin sein "volles Engagement" für den FC Energie zu zeigen.

Und wenn"s nicht läuft, dann richtig: Der Schnee hat auch Cottbus und vor allem das Stadion vereinnahmt. Seit Mittwoch bittet Energie händeringend seine Fans, das Spielfeld und die Tribünen freizuschaufeln. Wer hilft, bekommt Glühwein und freien Eintritt gegen die TuS. Das Koblenz-Spiel steht nicht auf der Kippe, dafür aber Wollitz" Job bei einer Niederlage. Die "größte Aufholjagd Europas" könnte für ihn zum großen Absturz werden.
Michael Bongard


David Yelldell fliegt bald wieder

KOBLENZ. TuS Koblenz kann ab nächster Woche wieder auf seinen Stammtorwart David Yelldell bauen. Der 28-Jährige kehrt vor dem Heimspiel gegen Hansa Rostock ins Mannschaftstraining zurück. Yelldell hatte sich am 16. Spieltag beim 0:3 in Kaiserslautern einen Innenbandriss im Knie zugezogen. Torwart-Trainer Peter Auer hat bereits mit Yelldell einige Torwart-spezifische Einheiten absolviert: "David kann die Bälle wieder flach attackieren, mal schauen, wie er sich im Mannschaftstraining schlägt." Ein Einsatz gegen Rostock käme zu früh, zumal Yelldells Ersatz Dieter Paucken bis auf das 2:4 in Bielefeld tadellos hielt. Auer wagt keine Prognose: "David war die Nummer eins, Dieter hat sich gut geschlagen. Wenn es so weit ist, werden wir sehen, wer spielt."
(mbo)


TuS testet gegen die SG Betzdorf

KOBLENZ. 31 Spieler beherbergt Petrik Sander derzeit im Kader der TuS Koblenz - 14 Akteure können maximal am Samstag bei Energie Cottbus spielen. Der große Rest bekommt am Wochenende dennoch Wettkampfpraxis. Die TuS testet am Sonntag (12 Uhr) auf dem Kunstrasenplatz am Oberwerth den Oberligisten SG Betzdorf. Unterdessen hat Almjir Murati einen neuen Klub gefunden. Der Stürmer wechselt zum italienischen Drittligisten SC Potenza. Murati kam zu Saisonbeginn vom FC La Chaux-de-Fonds (Schweiz) nach Koblenz, trug aber nur siebenmal das Trikot der TuS.
(mbo)

Quelle Rhein-Zeitung 05.02.2010  http://rhein-zeitung.de


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06.02.2010     Sander reist in die Vergangenheit

Aktuell-2009_148Vor dem Duell bei seinem Ex-Klub Energie Cottbus will der Koblenzer Trainer nicht im Mittelpunkt stehen

Wenn TuS Koblenz am Samstag um 13 Uhr zum Zweitliga-Spiel bei Energie Cottbus aufläuft, werden die Kameras vor allem auf Petrik Sander gerichtet sein. Der TuS-Trainer rückt vor der Partie gegen seinen Ex-Klub unfreiwillig in den Mittelpunkt.

KOBLENZ. Es ist nicht so, dass Petrik Sander in dieser Woche sein Handy ausgeschaltet hätte. Aber sprechen wollte der Trainer von TuS Koblenz nicht mit jedem. Vor allem nicht mit Journalisten aus seiner alten Heimat. Annähernd 20 Jahre war der Chefcoach bei Energie Cottbus als Spieler und Trainer aktiv und führte den Klub 2006 sogar in die Bundesliga. "Eine sehr erfolgreiche Zeit", merkt Sander zu Recht an, der bei den Lausitzern ein Stück Geschichte geschrieben hat, ehe er dort im September 2007 gehen musste. Und natürlich räumt der 49-Jährige ein, dass das Duell im Stadion der Freundschaft für ihn kein Spiel wie jedes andere ist. Aber damit soll es dann auch gut sein, es entspricht nicht dem Naturell des Fußballlehrers, seine Person in den Vordergrund zu rücken.

"Egal was ich dort wie in den Zeitungen gesagt hätte, es wäre sicher kontraproduktiv gewesen", erklärt der sonst stets den Medien gegenüber aufgeschlossene Sander seine Haltung, "vieles würde man so oder so falsch interpretieren." Nein, vor der Reise an seine ehemalige Wirkungsstätte will er lieber den Fokus von seiner Person auf den Rasen richten. Wobei, ganz nebenbei, auch die TuS-Akteure Daniel Gunkel und Ervin Skela einst erfolgreich in Cottbus gewirkt haben.

In der Tat birgt die Partie auch abseits der Personalie Sander jede Menge Brisanz. Wie es der Zufall will, bietet sich der TuS die Chance, das Dilemma bei Sanders Ex-Arbeitgeber zu verschärfen. Nach drei Niederlagen zum Rückrunden-Auftakt ist die von Trainer Claus-Dieter Wollitz ausgerufene Aufholjagd zum Rohrkrepierer geworden. Vielmehr würden die Lausitzer bei einer weiteren Pleite mitten im Abstiegskampf stecken. "Es gibt dort eine kleine Krisenstimmung", drückt sich Petrik Sander bewusst diplomatisch aus.

Ein Umstand, den die Koblenzer für sich nutzen wollen. In die Rolle des Spielverderbers zu schlüpfen, soll zum Erfolgsrezept in der Ferne werden. "Wir müssen sehen, dass wir die Anfangsphase überstehen, dann dürfte es dort sicher anfangen zu brodeln", gibt er einen Einblick in seinen Plan, um gleich anzufügen: "Wenn wir uns anstellen wie gegen Bielefeld, wird es natürlich nicht klappen." Zur Erinnerung: Beim letzten Auswärtsspiel fiel das 1:0 gegen die TuS in der 23. Minute, am Ende hieß es 4:2.

Um im fernen Cottbus ein Unentschieden als Minimalziel zu erreichen, fordert der Coach, die guten Ansätze aus den vergangenen drei Partien jetzt zu einem geschlossenen Auftritt über 90 Minuten zusammenzufassen. "Wir müssen davon überzeugt sein, dass wir auch auswärts unsere Linie durchdrücken können", weiß Sander, dass seine Elf auch in der Fremde punkten muss, um die Saison zu einem guten Ende zu führen.

Das hart erarbeitete 1:0 in der Vorwoche gegen Fortuna Düsseldorf hat Trainer und Mannschaft in ihrem Glauben bestärkt, auf dem richtigen Weg zu sein. Die Bereitschaft, sich in die Zweikämpfe zu stürzen, ist vorhanden, auch die Leidenschaft, um individuelle Fehler über das Kollektiv ausgleichen zu können. "Wir werden sicher Durststrecken erleben und auch Misserfolge verarbeiten müssen", skizziert Sander ein mögliches Szenario der noch ausstehenden Partien. Der Fußballlehrer vergleicht das TuS-Gebilde in diesen Tagen ein Stück weit mit einem Kartenhaus, "das auch mal umfallen kann. Wichtig ist, dass die Grundmauern stehen bleiben."

Das Fundament ist zweifellos gelegt, nicht zuletzt durch die wertvollen Impulse der fünf Winterzugänge. Wobei Sander in der sich gerade findenden Mannschaft möglichst wenig Umbaumaßnahmen durchführen will. Insofern passt es ihm nicht in den Kram, dass Verteidiger Matej Mavric (Gelb-Sperre) und auch Emmanuel Krontiris ausfallen. Der Offensivmann liegt noch mit einem Magen-Darm- Infekt flach. Als möglicher Krontiris-Ersatz bewirbt sich TuS-Rückkehrer Anel Dzaka, aber auch Ervin Skela oder Zoltan Stieber wären eine Option. Die Kernfrage lautet: Ändert Sander das System oder müssen sich die Nachrücker ins bestehende Gefüge einpassen? "Wir sind noch ein bisschen am Basteln", gibt sich der Coach im Vorfeld ein Stück weit geheimnisvoll. Schließlich müssen die alten Bekannten in Cottbus nicht alles erfahren.
Sven Sabock

Quelle Rhein-Zeitung 06.02.2010  http://rhein-zeitung.de


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08.02.2010     Sander zwischen Frust und Zufriedenheit

TuS Koblenz hat in Cottbus einen Auswärtssieg vor Augen und ist am Ende mit einem Punkt gut bedient - Torwart Dieter Paucken mit Glanzleistung

TuS Koblenz ist von der weiten Dienstreise nach Cottbus nicht mit leeren Händen zurückgekehrt. Die Mannschaft von Trainer Petrik Sander verdiente sich in einer am Ende turbulenten Partie redlich ein Unentschieden und untermauerte den jüngsten Aufwärtstrend.

FC Energie Cottbus - TuS Koblenz 1:1 (0:1)

COTTBUS. Petrik Sander wirkte in der alten Heimat fast ein bisschen verlegen. Da wurde er in Cottbus schon vor dem Anpfiff von den Energie-Fans gefeiert, das gibt"s wahrlich nicht alle Tage. Aber schließlich hat er den Klub aus der Lausitz einst in die Bundesliga geführt und konnte sich bei der Rückkehr ins Stadion der Freundschaft da- rüber freuen, "dass es schön ist, wenn man nicht ganz in Vergessenheit geraten ist". Eine charmante Untertreibung. Wobei das mit den Emotionen nach dem Spiel seines jetzigen Klubs TuS Koblenz gegen seinen Ex-Arbeitgeber ohnehin so eine Sache war. 1:1 hatte es geheißen; und wie das häufig bei Unentschieden ist, war auch Sander hin- und hergerissen, was er von der Sache halten sollte.

Sander: Bisschen verärgert

"Ich bin ein bisschen verärgert", merkte er zunächst zu Recht an, dass für die TuS wahrlich mehr möglich war als ein Unentschieden. Die Koblenzer hatten das Glück, auf einen komplett verunsicherten Gegner zu treffen. Und sie trugen ihren Teil dazu bei, dass sich auf den Rängen bereits nach einer halben Stunde schon so etwas schon wie Endzeitstimmung breitmachte. Sanders Intim-Kenntnisse der Cottbuser Befindlichkeiten gepaart mit der eigenen Strategie bildeten eine Erfolg versprechende Mischung. Annähernd 70 Minuten nahmen seine Schützlingen den Energie-Profis jede Kraft und zogen stattdessen ihren Plan durch. Der da lautete: hinten sicher zu stehen, schnörkellos zu spielen - um dann vorn eiskalt zuzuschlagen.

Das frühe 0:1 spielte der TuS dabei prima in die Karten. Nach einem Freistoß von Tom Geißler nutzte Edmond Kapllani den Stellungsfehler von FCE-Stopper Markus Brzenska und schob aus zehn Metern ein. Was dann folgte, war phasenweise eine Demonstration der Stärke, wohlgemerkt vom 16. der Tabelle. Im Mittelfeld wurden nahezu alle Räume und Passwege zugestellt, neben dem zurück ins Team gekehrten Ervin Skela avancierte Daniel Gunkel zum unerbittlichen Zweikämpfer.

Der Ex-Mainzer zog die Bälle wie ein Magnet an und fand hinterher, "dass es in der ersten Halbzeit einen Riesenspaß gemacht hat". Im gleichen Maße wuchs am Ufer der Spree der Unmut der Zuschauer, vereinzelt wurden die ersten "Wollitz-Raus-Rufe" laut. Der Bundesliga-Absteiger schien auf dem besten Weg, eine Etage tiefer in den Abstiegsstrudel zu geraten.

Aber es schien eben nur so, weil es die TuS nicht schaffte, sich für ihr Tun vollends zu belohnen. Gleich zweimal marschierte Johannes Rahn in der zweiten Halbzeit allein aufs Cottbuser Tor zu, um beide Chancen zum 0:2 liegenzulassen. Zwei Szenen, die die Erklärung für Sanders Ärger lieferten. Die ihm aber auch darin Recht gaben, "dass wir einfach noch nicht das Niveau haben, um so ein Ding dann auch mal runterzuspielen".

Wucht in der Schlussphase

Stattdessen kam es, wie es so häufig kommt. Die lange Zeit völlig konzeptlosen Gastgeber schafften es dann doch noch irgendwie, in der Schlussphase die nötige Wucht aufzubauen und in Person von Nils Petersen in der 83. Minute das 1:1 zu erzielen.

Und wenn es ganz dumm gelaufen wäre und TuS-Torwart Dieter Paucken in den finalen Turbulenzen nicht zu großer Form aufgelaufen wäre, ja dann wäre Sanders leiser Ärger wohl in ziemlichen Frust ausgeartet. Aber die (Noch?-)Nummer zwei parierte zwei Bälle, die man nicht unbedingt halten muss und schwang sich zum besten Akteur auf Koblenzer Seite auf. Dafür gab"s zu Recht ein Sonderlob vom Trainer: "Er hat gezeigt, was für ein hervorragender Torwart er ist."

Letztlich lieferte die Reise zurück zu Sanders Wurzeln dem TuS-Coach einen weiteren Beleg für seine Prognose, dass der Abstiegskampf in Liga zwei eine zähe Angelegenheit bleibt. "Es war gut, aber eben nicht optimal. Oft ist es ja so, dass man so ein Spiel noch verliert", fasste er den Auftritt zusammen. Nach nunmehr vier Zählern aus zwei Spielen ist die Eichhörnchen-Methode das Motto der Zeit. "Wir müssen einfach sehen, dass wir Punkt um Punkt einfahren", fordert Sander. Und was für ihn fast noch wichtiger als das Ergebnis war: "Man hat gesehen, dass eine Mannschaft auf dem Platz steht."
Sven Sabock

 


Sieben Minuten fehlen zum "Dreier"

Nach dem Unentschieden in Cottbus wissen die Profis von TuS Koblenz nicht, ob sie sich freuen oder ärgern sollen

Die Leistung stimmte, die Bewertung des Ergebnisses glich dem wechselvollen Spielverlauf. Festzuhalten bleibt: Der verdiente Punktgewinn bei Energie Cottbus kann für die Profis von Fußball-Zweitligist TuS Koblenz noch ein wertvoller werden.

FC Energie Cottbus - TuS Koblenz 1:1 (0:1)

COTTBUS. Was soll man nur von so einem Spiel halten? Da steht die Mannschaft von TuS Koblenz ganz dicht vor dem zweiten Auswärtssieg der Saison, da greifen vor allem in der ersten Halbzeit fast alle Mechanismen - um dann fast noch froh zu sein, einen Punkt über die Zeit gerettet zu haben. So in etwa verlief die Partie des Fußball-Zweitligisten bei Energie Cottbus, der sich mit dem 1:1 aber immerhin einen Punkt in der Fremde stibitzt hat.

"Es ist schwer, das Ganze einzuordnen", wusste auch TuS-Verteidiger Martin Forkel nicht so recht, ob er sich nun freuen oder ärgern sollte. Und seine Analyse brachte die Ereignisse im Stadion der Freundschaft ziemlich genau auf den Punkt: "Wir haben 75 Minuten eigentlich alles richtig gemacht, aber leider verpasst, das zweite Tor zu machen."

Wohl wahr. Mit "wir" war vor allem Johannes Rahn gemeint, der auf der siebenstündigen Heimfahrt im Bus wohl noch lange darüber nachgedacht hat, was ihm da passiert war. Der Angreifer, der sich unter Sander dank seines nimmermüden Einsatzes den Platz als zweite Spitze neben Edmond Kapllani erkämpft hat, vergab in der zweiten Hälfte gleich zwei Hochkaräter. Es wäre der Treffer zum 0:2 gewesen, der den ohnehin komplett neben sich stehenden Gastgebern den Rest gegeben hätte. Vorwürfe von den Kollegen gab es deswegen selbstverständlich nicht, auch wenn sich die Aussagen aller Beteiligten unterschwellig um die vermeintlich entscheidenden Szenen in der 58. und 60. Minute drehten. Rahns Pechs: Vor der hundertprozentigen Möglichkeit tickte der Ball kurz auf, statt ins Tor segelte das Leder in Richtung polnische Grenze.

Dafür traf Kapllani schon früh im Spiel und lieferte damit einen weiteren Beweis dafür, dass die Winter-Zugänge die TuS maßgeblich befruchten. "Dieses Tor wird ihm sicher noch mehr Selbstvertrauen geben", meinte Daniel Gunkel, ebenfalls einer der Neuen. Der 29-Jährige selbst hat sich binnen kürzester Zeit zum Chef im Mittelfeld aufgeschwungen und hielt fest, "dass wir in den ersten 45 Minuten eine sensationelle Leistung gezeigt haben." Das war vielleicht ein bisschen übertrieben, aber viel besser geht"s in der Fremde tatsächlich nicht. Die TuS brachte immer einen Fuß dazwischen und gefiel sich in der Rolle des Spielverderbers - zumal die heimischen Energie-Kicker schon früh den Unmut der aufgebrachten Fans zu spüren bekamen.

Als Glücksgriff erwiesen sich dabei die aus der Not geborenen Umstellungen von Trainer Petrik Sander. Weil Emmanuel Krontiris (Magen-Darm-Infekt) und Matej Mavric (Gelb-Sperre) zu Hause geblieben waren, zog er Manuel Hartmann in die hintere Viererkette, den freien Platz im Mittelfeld nahm Ervin Skela ein, links rückte der wiedergenesene Zoltan Stieber in die Startelf. Während Hartmann einen souveränen Auftritt hinlegte, zeigte der Albaner, dass er gewillt ist, seinen Platz im Team zurückzuerobern. Skela lief und verteilte im Verbund mit Gunkel geschickt die Bälle - im Mittelfeld ist die TuS in diesen Tagen zweifellos gut aufgestellt. Vor allem, was die Rückwärtsbewegung anbetrifft. Als die Cottbuser allerdings sämtliche Offensivkräfte auf den Rasen brachten, schaffte es die TuS nicht mehr, für Entlastung zu sorgen - das 1:1 durch Nils Petersen (83.) fiel da fast zwangsläufig.

Angesichts dieser Umstände wurde das Unentschieden letztlich dann auch als Erfolg gewertet. "Der Punkt hilft uns in jedem Fall weiter", resümierte Gunkel, "wir haben auch auswärts einen Schritt nach vorn gemacht." Und für Torschütze Kapllani ist es noch längst nicht beschlossene Sache, dass die Koblenzer bis zum Saisonende auf dem 16. Tabellenplatz verharren müssen: "Wenn wir so weitermachen, ist noch einiges möglich."
Sven Sabock


TuS-Reserve 1:1 gegen Betzdorf

KOBLENZ. Die zweite Garde der TuS konnte sich nur bedingt für höhere Aufgaben empfehlen. In einem Testspiel gegen Oberligist SG Betzdorf mussten sich die Reservisten des Koblenzer Zweitliga-Kaders mit einem 1:1 begnügen. Auf dem Kunstrasenplatz vor dem Stadion Oberwerth erzielte Marvin Pourie in der 36. Minute den Treffer zum 1:1-Ausgleich.

Zum Einsatz kamen unter anderem Anel Dzaka und Martin Hudec, zudem konnte Frank Wiblishauser nach seiner Wadenblessur erstmals wieder Wettkampf-Praxis sammeln. TuS-Trainer Petrik Sander verfolgte die Partie als Zuschauer und war nur bedingt zufrieden: "Diese Spiele sollen eigentlich dazu dienen, Selbstvertrauen zu tanken. Aber so geht das natürlich nicht."
(sab)

Quelle Rhein-Zeitung 08.02.2010  http://rhein-zeitung.de


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09.02.2010     TuS-Profis am Ende zu klein

Aktuell-2009_149Trainer Petrik Sander arbeitet in Koblenz daran, die positiven Phasen im Spiel auszudehnen

Bei Fußball-Zweitligist TuS Koblenz beginnen die Umbaumaßnahmen von Trainer Petrik Sander zu greifen. Die neu formierte Elf präsentiert sich gefestigt, zuletzt gab"s vier Punkte aus zwei Spielen.

KOBLENZ. Im Abstiegskampf bleibt wenig Zeit, um die Füße hochzulegen. Erst recht nicht, wenn der Trainer Petrik Sander heißt. Nach einem freien Tag nimmt er die Spieler von Zweitligist TuS Koblenz heute gleich zweimal ran, auch der Rest der Woche scheint arbeitsreich zu werden. "Wir werden kürzere, aber intensive Einheiten haben, es gibt auch im Kraftbereich noch einiges zu tun."

Sander, der sanfte Schleifer. Beim 1:1 bei Energie Cottbus hat er festgestellt, dass das Auftreten als Auswärtsmannschaft "für eine Stunde nahe am Optimum war". Das Bearbeiten des Gegners, die Rückwärtsbewegung, die Laufbereitschaft oder auch die klare Aufgabenverteilung auf dem Platz - all das konnte sich sehen lassen. Allein, am Ende ging der TuS der Sprit aus, auch die Wechsel in der Schlussphase konnten nicht verhindern, dass die lange souverän gestaltete Partie beinahe noch komplett gekippt wäre. "Wir hatten zum Schluss einfach begrenzte Verteidigungsmöglichkeiten", spielte der TuS-Coach vor allem auf die Längen-Vorteile der Cottbuser an, die in ihrer Verzweiflung gleich drei 1,90-Meter-Angreifer einwechselten. Eine Offensivwucht, der die TuS ohne den kantigen Stopper Matej Mavric wenig entgegenzusetzen hatte. Und: Die Koblenzer mussten ihrem enormen Aufwand Tribut zollen.

So gesehen darf der Punkt letztlich als ein gewonnener gewertet werden. Und Sander kann als Quintessenz festhalten, "dass alle Spieler gesehen haben, was möglich ist, wenn sie an ihre Grenzen und vielleicht sogar noch ein bisschen drüber gehen".

Mit Blick auf die entscheidenden Wochen der Saison arbeitet der Coach nun daran, eine über 90 Minuten präsente Elf auf den Platz zu bringen. Wobei die Koblenzer Mannschaft inzwischen nur noch wenig mit der aus der Hinrunde gemein hat. Nimmt man die fehlenden Stammkräfte David Yelldell und Mavric aus, standen in Cottbus mit Martin Forkel, Manuel Hartmann und Ervin Skela lediglich drei Akteure auf dem Platz, die bei Uwe Rapolders finalem Auftritt in Kaiserslautern zum Stammpersonal gezählt hatten.

Zu den Profiteuren des Trainerwechsels zählen neben den Winterzugängen zweifellos Johannes Rahn und Tom Geißler. Beide pendelten in der Hinrunde zwischen Ersatzbank und Tribüne, die Einsätze waren kaum messbar. Rahn hat die neue Wertschätzung vor allem seinem Trainingseifer zu verdanken, auch die beiden verpassten Hochkaräter in Cottbus ändern daran nichts. "Er wird weiter seine Chancen bekommen", stärkt Sander dem Koblenzer Eigengewächs den Rücken. In gleichem Maße sind offenbar die Aktien von Njazi Kuqi gefallen, der zuletzt nicht einmal mehr für den 18er-Kader berücksichtigt wurde.

Und Geißler hat es geschafft, die Nische auf der linken Abwehrseite mit Leben zu füllen. Nach frustrierenden Monaten ("Ich habe mich immer professionell verhalten") gelang ihm in Cottbus die zweite Torvorlage. Der 26-Jährige nimmt im Sinne der Mannschaft auch in Kauf, nicht unbedingt auf seiner Lieblingsposition agieren zu müssen. Geißler: "Hauptsache wir haben Erfolg." Und Erfolg, so lassen alle Beteiligten durchblicken, ist längst nicht mehr nur das Konservieren von Platz 16.
Sven Sabock

Quelle Rhein-Zeitung 09.02.2010  http://rhein-zeitung.de


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12.02.2010     Lense will nicht über Rostock reden

Aktuell-2009_150Koblenzer Innenverteidiger trifft am Sonntag auf seinen Ex-Verein - Erneuter Schneefall zwingt TuS zum Improvisieren

Seit Petrik Sander die TuS Koblenz übernommen hat, sind Tom Geißler und Benjamin Lense aus der Abwehr nicht wegzudenken. Auch gegen Rostock soll das Duo der TuS Stabilität verleihen.

KOBLENZ. Der Schnee hat Koblenz wieder. "Was ein Wetter", schüttelt TuS-Rückkehrer Anel Dzaka nach der gestrigen Vormittagseinheit den Kopf. Coach Petrik Sander, dick eingepackt, sieht sich vor dem wichtigen Heimspiel gegen den Tabellennachbarn Hansa Rostock (So., 13.30 Uhr) mehr denn je als Improvisationskünstler: "Ich hoffe, wir können vor der Partie einmal im Stadion trainieren." Eine vage Hoffnung, denn der Oberwerth erstrahlt komplett im weißen Gewand.

Die Rasenheizung soll das Stadion ergrünen lassen, auf dem Nebenplatz ist noch der Mensch gefragt. Eine der ersten Amtshandlungen der Stadt Koblenz war es gestern, den Kunstrasenplatz zu räumen. Zehn Mitarbeiter sorgten für ein freies Geläuf - und entledigten überdies die Tribünen des Schnees.

Der Trainingsbetrieb ruht trotz des x-ten Wintereinbruchs natürlich nicht bei der TuS. Einer musste dennoch notgedrungen pausieren: Innenverteidiger Benjamin Lense zog sich beim 1:1 in Cottbus eine Oberschenkelblessur zu. Erst gestern Nachmittag stieg Lense wieder ins Training ein. "Ich bin guter Hoffnung, dass ich am Sonntag spielen kann", sagt Lense vor dem Duell mit seinem Ex-Klub.

Bei Hansa auf Abstellgleis

Hansa Rostock - über die Zeit möchte der 31-Jährige nicht mehr reden. "Das Thema ist erledigt", gibt sich Lense verschlossen. Zwei Jahre kickte er für Hansa - bis Andreas Zachhuber vor elf Monaten dort das Kommando übernahm. Zachhuber sortierte Lense sofort aus, der Routinier schloss sich im Sommer der TuS Koblenz an.

Trotz mäßigen Saisonstarts (Lense: "Ich kam wegen einer alten Verletzung nicht in Tritt") hat sich der Defensivallrounder mittlerweile zu einer festen Größe in der Abwehr etabliert. Sein Aufschwung ist mit dem der TuS vergleichbar. Lense: "Die Rückrunde macht Hoffnung, wir haben eine Basis geschaffen, um die Saison ordentlich zu beenden." Ordentlich heißt Klassenverbleib - und dafür benötigt die TuS einen Sieg gegen Lenses Ex-Klub. "Die Vorzeichen haben sich geändert, wir sind gegen Rostock bestimmt nicht in der Außenseiterrolle. Ich erwarte Hansa zurückhaltend, die werden mit einem Punkt zufrieden sein", prognostiziert Lense, der "gut darüber informiert" ist, warum es in Rostock derzeit alles andere als rund läuft. Verraten will er aber nichts: "Ich bin froh, dass die Probleme in Rostock nicht mehr meine Probleme sind."

Den Kopf zerbricht sich Lense auch nicht über seinen Nebenmann in der Zentrale der Viererkette. Matej Mavric verteidigte gegen Düsseldorf neben Lense, in Cottbus war es Manuel Hartmann. Einen Favoriten hat Lense nicht: "Da gebe ich keine Tendenz ab, mit wem ich lieber spiele. Zum Glück entscheidet das der Trainer, denn das ist wirklich eine schwere Entscheidung."Aktuell-2009_151

Sander entdeckt Geißler neu

Seinen festen Platz im TuS-Team hat mittlerweile auch Tom Geißler gefunden. Im Sommer aus Osnabrück gekommen, stand er nur in den ersten beiden Saisonspielen in der Gunst von Ex-Coach Uwe Rapolder - und in der Startformation. Danach pendelte Geißler zwischen Bank und Tribüne. Sander hat den 26-Jährigen wiederentdeckt - auf der ungewohnten Position des linken Verteidigers. "So ungewohnt ist die Position für mich nicht, das habe ich auch früher in der Jugend gespielt", sagt der beidfüßige Geißler, den die TuS eigentlich als Mittelfeldmann verpflichtet hat. Doch jetzt schließt Geißler die Lücke, die "links hinten" durch die Verletzungen von Frank Wiblishauser und Philipp Langen entstanden ist. Das Duo trainiert wieder mit, doch Sander vertraut voll und ganz Geißler: "Tom hat seine Sache bisher gut gemacht."

Das Lob hört Geißler gern: "Ich bin froh, dass ich meine Chance als linker Verteidiger nutzen kann. Auf dieser Position will ich weiterspielen, auch wenn bald die Konkurrenz mit Wiblishauser und Langen groß sein wird." Gegen Rostock zählt für Geißler nur ein Sieg: "Wenn wir so spielen wie gegen Düsseldorf oder in Cottbus, bleiben die drei Punkte hier." Dann hat nicht nur der Schnee Koblenz wieder, sondern auch die TuS den Blick auf das rettende Ufer.
Michael Bongard

 



Mavric kehrt zurück

Slowene nach Gelb-Sperre wieder im Einsatz

KOBLENZ. Im Vorfeld der Partie gegen Hansa Rostock kann TuS-Trainer Petrik Sander wieder auf zwei Rückkehrer zählen. Neben Matej Mavric, der seine Gelb-Sperre verbüßt hat, ist auch Emmanuel Krontiris nach seinem Magen-Darm-Infekt wieder in den Trainingsbetrieb eingestiegen. Ebenfalls wieder am Ball: Philipp Langen, den zuletzt Probleme am Oberschenkel plagten, und Frank Wiblishauser, der sich nach seiner Wadenverletzung wieder an die Mannschaft heranarbeiten will.

Vieles deutet darauf hin, dass Mavric nicht zuletzt aufgrund seiner körperlichen Präsenz seinen angestammten Platz in der Innenverteidigung einnimmt und Manuel Hartmann wieder als "Sechser" vor der Abwehr aufläuft. Dann müsste wohl im Vergleich zum 1:1 in Cottbus Ervin Skela weichen. Auch Anel Dzaka muss sich wohl vorerst mit der Reservistenrolle begnügen.

Fest steht: Sander hat die Qual der Wahl. 30 Akteure des 31-Mann-Kaders stehen dem Trainer am Sonntag zur Verfügung. Sander freut"s: "Bei uns ist jetzt sogar schon der Kampf um die Plätze auf der Ersatzbank entbrannt." Nur Christian Müller muss passen. Den Flügelspieler plagen Wadenprobleme - und das nun schon seit Wochen. "Wir haben bei Müller eine tiefere Ursachenforschung betrieben und sind da auch auf etwas gestoßen", sagt Sander. Er verrät nur so viel: "Müller ist auf einem guten Weg. Er wird bald ins Training zurückkehren."
(sab/mbo)


Hansa in Not: An der Ostsee schrillen die Alarmglocken

Rostock trennt nur noch ein Tabellenplatz von der TuS und der Abstiegszone - Coach Andreas Zachhuber greift durch

ROSTOCK. Der Osten und die Zweite Liga - das ist in dieser Saison nur im Fall Union Berlin eine harmonische Konstellation. Bei Energie Cottbus und Hansa Rostock schrillen dagegen die Alarmglocken. Abstiegsängste statt Aufstiegsambitionen beherrschen die ehemaligen Erstligisten. Cottbus war der jüngste Gegner, Rostock ist der nächste Kontrahent der TuS Koblenz.

Die TuS (16. Platz, 17 Zähler) verpasste es beim 1:1 vor sechs Tagen, näher an Cottbus (13., 24 Punkte) zu rücken. Jetzt kommt Rostock auf den Oberwerth. Nur ein Tabellenplatz, aber sechs Punkte trennen die TuS und Hansa. Koblenz hat sich mit dem Klassenkampf seit dem ersten Spieltag arrangiert, bei Rostock ist nach nur einem Punkt in der Rückrunde ein Umdenken angesagt.

Freier Tag gestrichen

Coach Andreas Zachhuber hat bei Hansa unter der Woche alle aufgerüttelt: "Es gibt nichts zu beschönigen, wir sind mittendrin im Abstiegskampf." Nach dem schwachen Auftritt beim 1:2 in Oberhausen hat Zachhuber nicht nur die verbale Keule ausgepackt. Den trainingsfreien Tag in der Woche strich der Trainer seinen Profis. Zachhuber kündigt für Koblenz personelle Konsequenzen an: "Es wird auf keinen Fall die Mannschaft wie in Oberhausen spielen."

Eine Pleite in Koblenz - und Rostock muss sich wie in der vergangenen Runde ernsthaft mit dem Thema Drittklassigkeit auseinandersetzen. Im März 2009 übernahm Zachhuber Hansa auf einem Abstiegsplatz. Vier Punkte Rückstand hatte Rostock nach 23 Spieltagen auf das rettende Ufer. Zachhuber legte eine famose Serie hin, verlor bis zum Saisonende keine Partie (vier Siege, sieben Remis) und rettete die Hansa am letzten Spieltag vor dem Untergang. Bereits in seiner ersten Amtszeit (März 1999 bis September 2000) hatte Zachhuber Rostock zweimal vor dem Abstieg bewahrt - damals noch in der Bundesliga.

Rolle rückwärts bei Retov

Dahin zurück sollte der Rostocker Weg eigentlich führen. Doch vom Oberhaus ist Hansa momentan so weit entfernt wie die Ostsee vom Deutschen Eck. "Wir sind in einer bedrohlichen Situation", wiederholt Zachhuber gebetsmühlenartig - und weicht in der Not sogar von seiner klaren Linie ab. Den Kapitän Martin Retov wollte Zachhuber wegen mangelnder Leistung in der Winterpause eigentlich loswerden. Jetzt soll es Hansas Mittelfeldlenker wieder richten. Auch Torjäger Enrico Kern, zuletzt ebenfalls nur Bankdrücker, steht in Koblenz vor einer Rückkehr in die Startformation.
Michael Bongard

Quelle Rhein-Zeitung 12.02.2010  http://rhein-zeitung.de


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13.02.2010     Sander ist nicht nach Schunkeln zumute

Aktuell-2009_152TuS am Sonntag gegen Rostock - Partie nicht gefährdet

Die Gelegenheit ist günstig: Am Sonntag bietet sich Zweitligist TuS Koblenz gegen Rostock die Chance, die Gäste von der Ostsee mit in den Abstiegsstrudel zu ziehen.

KOBLENZ. Karneval? Petrik Sander hat schon mal davon gehört, wirklich zu begeistern ist der Trainer von TuS Koblenz für das bunte Treiben dieser Tage aber nicht. Immerhin, von den Damen in der Geschäftsstelle ist er darüber in Kenntnis gesetzt worden, dass rund ums Deutsche Eck nicht Helau oder Alaaf, sondern Olau zu rufen ist. Das war"s dann aber auch schon, schließlich ist der Abstiegskampf in der Zweiten Liga eine ernste Angelegenheit. Vor allem am Sonntag um 13.30 Uhr. Da geht"s gegen den kriselnden FC Hansa Rostock, Außenstehende sprechen in diesem Fall gern von einem "Sechs-Punkte-Spiel".

Das ist natürlich Unsinn, aber Sander gibt deutlich zu verstehen, "dass uns ein Sieg schon ein ganzes Stück weiterhelfen würde". Fünf Zähler haben die Koblenzer im Jahr 2010 bislang eingefahren und rangieren damit in der Rückrunden-Tabelle auf Rang fünf. Eine solide Bilanz, der Trend bei der TuS ist positiv. Und wenn der Coach nun anfügt, "dass in dieser Zweiten Liga vieles möglich ist", lässt das den Schluss zu, dass er den rettenden 15. Platz durchaus vor Augen hat - auch wenn die offizielle Sprachregelung bei der TuS (noch) eine andere ist.

Daran ändern auch die widrigen Arbeitsbedingungen nichts. Der eigentliche Trainingsplatz ist seit Wochen unbrauchbar, gestern war auch der Kunstrasenplatz nach den erneuten Schneefällen in jungfräuliches Weiß gehüllt. "Es hilft ja nicht, wenn wir jammern, wir müssen uns mit den Umständen arrangieren", sagte Sander in der Pressekonferenz am Nachmittag - und verlegte die abschließenden Einheiten notgedrungen ins Stadion. Dort trotzt die Rasenheizung dem Winter. Weil zudem rechtzeitig die Ränge und Zufahrtswege geräumt sein sollen, ist die Austragung der Partie nicht gefährdet.

Bleibt für den Koblenzer Trainer eigentlich nur zu klären, wie Strategie und Personalplanung aussehen. Fest steht: Bei Gegner Rostock ist nach dem jüngsten 1:2 in Oberhausen mächtig Dampf im Kessel. "Wir müssen sehen, dass wir uns deren Verunsicherung zunutze machen können", legt Sander den übergeordneten Plan fest. Zuletzt beim 1:1 in Cottbus lagen die Dinge ähnlich, als die TuS schlicht und effizient zugleich auftrat.

Dass sich dabei immer wieder Schwächephasen einschleichen, ist für den Coach nachvollziehbar. "Es ist einfach so, dass etlichen Spielern die Wettkampfpraxis fehlt", weiß Sander, dass sowohl die Winter-Zugänge als auch die von ihm zu Stammspielern beförderten Johannes Rahn oder Tom Geißler erst ihren Rhythmus finden müssen. Im Vorfeld der Partie hat er nun fast schon eine Art Luxus-problem, sofern dieser Terminus in der prekären Tabellensituation der TuS überhaupt zulässig ist. Bis auf Christian Müller sind praktisch alle Mann an Bord, vermutlich setzt Sander in weiten Teilen auf jene Elf, die vor zwei Wochen gegen Fortuna Düsseldorf 1:0 gewonnen hat. Was Ervin Skela oder auch Zoltan Stieber wieder einen Bankplatz bescheren könnte. Wobei sich der Coach mehr Druck von den Reservisten wünschen würde. "Ich kann nur das beurteilen, was die Jungs beim Training anbieten, und das ist bei einigen zu wenig", sagt Sander.

Spannend dürfte unter anderem sein, wie er sich im Fall von Torwart Yelldell verhält. Die etatmäßige Nummer eins hat sich nach seinem Innenbandriss zurückgemeldet, sieht sich aber einem erstarkten Dieter Paucken gegenüber. "Wir werden sehen, wie die abschließenden Einheiten verlaufen", hält sich Sander alle Möglichkeiten offen. Der Zusatz, "dass es wenig Grund zum Ändern gibt", deutet darauf hin, dass Paucken auch gegen die Hanseaten zwischen den Pfosten stehen wird.

Im Übrigen wäre der Schlussmann als einer der wenigen TuS-Spieler aus der Region noch am ehesten anfällig für die Narretei. Aber unabhängig vom Ergebnis hat sich Sander bereits festgelegt: Der Rosenmontag wird für die TuS-Profis ein ganz normaler Werktag. Gefeiert werden soll erst im Mai.
Sven Sabock

Quelle Rhein-Zeitung 13.02.2010  http://rhein-zeitung.de


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15.02.2010      Ein Punkt für torlose TuS

Aktuell-2009_153Koblenzer müssen sich mit Remis gegen Rostock begnügen - Sander: Kein Vorwurf ans Team

Der Abstiegskampf bleibt für TuS Koblenz eine zähe Angelegenheit. Durch das torlose Unentschieden gegen Hansa Rostock hat die Elf von Trainer Petrik Sander zwar Platz 16 zurückerobert, es aber nicht geschafft, einen Konkurrenten mit ins Dilemma zu stürzen.

TuS Koblenz - Hansa Rostock 0:0

KOBLENZ. Fußball, das ist in diesen Tagen eigentlich ein Fall für die Olympischen Winterspiele. Zumindest hat das, was sich derzeit auf den Plätzen der Zweiten Liga abspielt, wenig mit dem zu tun, was die Faszination dieses Spiels ausmacht. Temperaturen um den Gefrierpunkt, dazu ein Rasen, der mehr einem Morast gleicht - da fällt es schwer, die Herzen der Zuschauer zu erwärmen. Den leidgeplagten Fans von TuS Koblenz hätte dazu schon ein Tor genügt, aber auch das gab"s gegen Hansa Rostock nicht zu sehen.

Es war eine Mischung aus den äußeren Widrigkeiten und den Unzulänglichkeiten der Koblenzer Elf, die dafür sorgte, dass die Mission Klassenverbleib für die TuS nur langsam vorangeht. Ein Punkt gegen Rostock, das ist zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel. Trainer Petrik Sander, der in der Rückrunde in Koblenz schon einiges zum Guten hin bewegen konnte, entschied sich dafür, die positiven Aspekte des Sonntags in den Vordergrund zu stellen. "Natürlich hätten wir gern gewonnen", hielt der 49-Jährige zu Beginn fest, dass er sich mit dem Ergebnis nur widerwillig anfreunden konnte. Die Art und Weise, wie sich die TuS präsentierte, gefiel ihm aber durchaus: "Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen, sie hat dokumentiert, dass sie dieses Spiel für sich entscheiden wollte."

Was vor allem für die ersten 30 Minuten galt. Da ignorierte die TuS schlicht die winterlichen Platzverhältnisse und zeigte einen klaren Weg auf, wie die drei Punkte möglich gewesen wären. Dank eines enorm zweikampfstarken und stets präsenten Matej Mavric fanden die Gäste in der Offensive praktisch nicht statt, zudem waren die Aktionen der TuS von erfolgversprechender Schlichtheit geprägt. Den Ball nach vorn schlagen, sich die zweiten Bälle schnappen und Freistöße provozieren - dieser Plan griff. Denn so viel war klar: Wie schon vor zwei Wochen gegen Düsseldorf wäre bei diesen Platzverhältnissen wohl etwas über Standards gegangen.

Dumm nur, dass Sanders Schützlinge nichts mit den ruhenden Bällen anzufangen wussten. Daniel Gunkel, dem zu Zeiten bei Mainz 05 der Ruf eines "Freistoß-Monsters" anhaftete, schoss entweder die Akteure in der Mauer ab oder zielte in Richtung Südplatz. Auch die Kollegen wie Emmanuel Krontiris machten es nicht viel besser, die entscheidende Waffe des Winter-Fußballs blieb stumpf. Torgefahr: nicht messbar. "Da ist vieles verpufft", ärgerte sich auch Trainer Sander über die fehlende Konsequenz. Er fügte aber an: "Es gibt für uns jetzt keinen Grund, Trübsal zu blasen."

Warum auch? Schließlich waren die Ansätze seiner Fußball-Idee durchaus zu erkennen und mündeten ja auch in der ein oder anderen Chance. Die beste hatte noch Edmond Kapllani, der in der 71. Minute einen Seitfallzieher neben das Tor setzte. Oder eben Krontiris, der mit einem energischen Antritt samt Fernschuss Hansa-Torwart Alexander Walke zu einer Glanztat zwang (10.). Weil auf der anderen Seite Dieter Paucken gegen Hansa-Kapitän Enrico Kern einen Ball hielt, den man nicht halten muss (36.), blieb"s zwangsläufig beim 0:0.

Ein Ergebnis, das der TuS zunächst nicht wirklich weiterhilft, aber Trainer Sander nicht zu blindem Aktionismus verleitet. So verwarf er in der Schlussphase seine Gedankenspiele, mit Mavric als personifizierter Brechstange im Angriff irgendwie noch einen Treffer und damit drei Punkte zu erzwingen. "So was geht auch schon mal in die Hose", erklärte der Coach, "und um totales Risiko zu gehen, ist es noch viel zu früh in der Saison." Merke: Pragmatisches Denken und Handeln ist das Motto der Zeit bei der TuS. Die Schönheit des Spiels kommt da ohnehin erst an zweiter Stelle.
Sven Sabock



 TuS blickt schon in Richtung Berlin

Aktuell-2009_154Nach dem torlosen Unentschieden gegen Rostock bemüht man sich in Koblenz um eine positive Sicht der Dinge

Das torlose Unentschieden gegen Hansa Rostock hilft Fußball-Zweitligist TuS Koblenz im Abstiegskampf der Zweiten Liga nur bedingt weiter. Immerhin: Der Wille, drei Punkte einfahren zu wollen, war dem Team von TuS-Trainer Petrik Sander deutlich anzumerken.

TuS Koblenz - Hansa Rostock 0:0

KOBLENZ. Der Ball wollte einfach nicht über die Linie - und deshalb kommt TuS Koblenz im Abstiegskampf der Zweiten Liga nur im Schneckentempo voran. "Wir haben zu null gespielt, wieder nicht verloren, aber es versäumt, auf die Mannschaften vor uns Druck aufzubauen", fasste Trainer Petrik Sander ein 0:0 gegen Hansa Rostock zusammen, über dessen Wert sich streiten ließ. Denn einerseits eroberte die TuS durch den Punktgewinn den am Freitag eingebüßten 16. Tabellenrang und damit die Relegationschance zurück, andererseits fehlen sechs Punkte zu den besser platzierten Teams - darunter Rostock.

Hansa-Coach Andreas Zachhuber wertete die Punkteteilung dementsprechend als Erfolg: "Wir sind hierher gekommen, um etwas mitzunehmen, jetzt haben wir einen Punkt mitgenommen." TuS-Abwehrrecke Benjamin Lense sprach es deutlicher aus: "Hansa wollte von Anfang an den einen Punkt, damit der Abstand zu uns nicht kleiner wird." Entsprechend sei die Partie gelaufen, keiner habe zu viel gewagt, weder die auf Spielkontrolle bedachten Gäste noch die auf drei Zähler angewiesene TuS. "Was hätte es gebracht, alles zu riskieren und dann einen Konter zu fangen?", gab sich Lense deshalb mit dem Unentschieden zufrieden. Es sei besser, die positive Basis, die in den jüngsten Spielen gelegt worden sei, nicht zu gefährden.

Die letzte Chance, doch einen Dreier zu setzen, vergab Edmond Kapllani in der Nachspielzeit, zehn Minuten zuvor hatte "Heimkehrer" Anel Dzaka eine der wenigen Tormöglichkeiten nicht nutzen können. "Der Ball war schwer zu nehmen", räumte er ein, der Winkel spitz und der Boden schwer, sei hinzugefügt. Weshalb die Chancenausbeute auf beiden Seiten gering blieb, letztlich waren es ein 18-Meter-Schuss von Emmanuel Krontiris und ein Kopfball von Enrico Kern, die aus einem tristen 0:0 wenigstens ein 1:1 hätten machen können.

Doch Alexander Walke im Rostocker Tor reagierte ebenso gut wie TuS-Keeper Dieter Paucken, der sich erneut als sicherer Rückhalt erwies. "Ich habe den Ball irgendwie an die Latte geboxt", konnte er sich an seinen Reflex kaum erinnern, fand das Zu-Null natürlich erfreulich, aber ebenso "ärgerlich, dass uns kein Tor gelungen ist". Mit weiten Abschlägen hatte Paucken immer wieder versucht, das Spielgeschehen in die Rostocker Hälfte zu verlagern, ein eigentlich probates Mittel, um den widrigen Bodenverhältnissen zu trotzen. Abnehmer fanden die langen Bälle jedoch selten, zumal die TuS-Spitzen in Kopfballsituationen unterlegen waren oder sich - wie vor allem Edmond Kapllani - meist von einem Pulk Rostocker Abwehrrecken umringt sahen.

"Wir haben nach vorn alles versucht, warum sollen wir uns jetzt etwas Negatives einreden", sparte sich Petrik Sander deshalb kritische Worte. Mit einer Ausnahme: "Aus unseren Standards müssen wir einfach mehr machen." Ein Schuh, den sich Emmanuel Krontiris und Daniel Gunkel selbstkritisch anzogen. "Im Training haben wir es ja auf solch einem Boden geübt, aber im Gegensatz zum Spiel gegen Düsseldorf ist heute nichts dabei herausgekommen", gestand Krontiris ein. Dass Ecken oder Freistöße bestenfalls halbhoch in den Rostocker Strafraum segelten, sah auch Gunkel: "Fußballerisch war heute nicht viel drin, bei mir lief es überhaupt nicht richtig", gab er zu, dass er mit dem rutschigen Rasen selbst bei ruhenden Bällen große Probleme gehabt hatte.

Am Freitag geht's für die Koblenzer jetzt zu Aufsteiger Union Berlin. "Da müssen wir weiter punkten", waren sich die TuS-Akteure einig. "Wir müssen einfach von Spiel zu Spiel denken", griff Anel Dzaka auf eine bewährte Formulierung für die nächsten Aufgaben zurück. Oder um mit Daniel Gunkel zu sprechen: "Mund abputzen und weiter geht's."
Edgar Benz


  Zachhuber zufrieden

Aktuell-2009_155Rostocker werten Remis als Punktgewinn

KOBLENZ. Das durften die TuS-Profis durchaus als Kompliment betrachten: Im Lager von Hansa Rostock wurde das Unentschieden in Koblenz von allen Beteiligten als Punktgewinn gewertet. "Wir haben zu null gespielt, das war in unserer Situation das Wichtigste", fasste Hansa-Angreifer Enrico Kern die inzwischen bescheidenen Ziele an der Ostsee zusammen.

Nach dem 1:2 vor Wochenfrist bei Rot-Weiß Oberhausen hatte sich das Klima an der Ostsee nicht nur wegen des harten Winters erheblich verschlechtert, eine weitere Niederlage hätte die in der Rückrunde noch sieglosen Rostocker wohl endgültig in eine Krise gestürzt. "Ganz klar, wir sind längst noch nicht da, wo wir hin wollen", redete Kern Klartext, "aber die 90 Minuten in Koblenz waren schon mal ein Schritt in die richtige Richtung."

Und, so könnte man anfügen, durch das Unentschieden bleibt der Sechs-Punkte-Abstand zu den Abstiegsplätzen bestehen. Nicht eben ein Ruhepolster, aber eine solide Grundlage vor der entscheidenden Saisonphase - zumal die Zachhuber-Elf noch ein Nachholspiel gegen Union Berlin in der Hinterhand hat. Ohnehin hofft der Hansa-Coach, dass das 0:0 in Koblenz ein gutes Omen für die nächsten Wochen ist: "In der vergangenen Saison haben wir hier 1:1 gespielt und danach dreimal in Folge gewonnen. Ich hätte nichts dagegen, wenn es jetzt wieder so kommt."
 (sab)

  Quelle Rhein-Zeitung 15.02.2010  http://rhein-zeitung.de


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16.02.2010     Serie bringt TuS nicht voran

Aktuell-2009_156Koblenz verharrt trotz drei Spielen ohne Niederlage auf Platz 16 - Paucken bleibt im Tor

Nach dem durchwachsenen 0:0 gegen Hansa Rostock bleibt Fußball-Zweitligist TuS Koblenz nichts anderes übrig, als den Blick nach vorn zu richten. Bereits am Freitag geht"s nun zu Union Berlin.

KOBLENZ. Mit den Statistiken ist das ja immer so eine Sache. Das Zahlenwerk lässt sich stets so und so interpretieren, das gilt auch für den Fußball-Zweitligisten TuS Koblenz.

Seit drei Partien ist die Mannschaft von Trainer Petrik Sander nun schon ohne Niederlage und hat dabei fünf Punkte eingefahren. Zudem gab"s in der Rückrunde beim 2:4 in Bielefeld bislang erst eine Niederlage. Zahlen, die belegen, dass die Mannschaft unter dem neuen Coach auf dem Weg zu Konstanz ist - und sich als konkurrenzfähige Einheit präsentiert.

Der Haken an der ganzen Sache: Den positiven Trend in eine Aufholjagd münden zu lassen, ist den Koblenzern bislang noch nicht gelungen. Der sieben Punkte betragende Rückstand zum rettenden Platz 15 ist seit der Winterpause nur um ein Pünktchen geschrumpft, zudem ist es bislang nicht geglückt, sich ein Polster gegenüber dem direkten Nachbarn FSV Frankfurt zuzulegen. Und selbst der Tabellenletzte Rot Weiss Ahlen muss nach einem Zwischenspurt wieder als Kontrahent angesehen werden.

"Unsere Bilanz ist bislang ordentlich", sieht sich Sander auch nach der Nullnummer gegen Hansa Rostock in seinem Plan bestätigt, die Mannschaft über eine stabile Defensivleistung voranzubringen. Wie schon vor Wochenfrist beim 1:1 in Cottbus ist es am Sonntag allerdings nicht geglückt, den Kreis der Abstiegs-Kandidaten zu erweitern. "Um Druck auf die anderen Teams aufzubauen, ist das zu wenig", weiß Sander, dass der TuS ein Dreier gut zu Gesicht gestanden hätte. So bleibt es beim Schneckenrennen im Tabellen-Keller, Ausgang offen.

"Ich lasse mir aber jetzt nichts Negatives einreden", lenkt Sander daher den Blick bereits auf die nächste Partie. Am Freitag steht das Duell bei Aufsteiger Union Berlin an, bei nur noch fünf Heimspielen wird die TuS nicht umhinkommen, auch in der Fremde den ein oder anderen Sieg einzufahren - vor allem in den Schlüsselduellen im März bei Rot-Weiß Oberhausen und Rot Weiss Ahlen.

Auf dem Weg dahin scheint Sander seine Stammformation gefunden zu haben. Dazu wird nach seinen durchweg guten Leistungen auch weiterhin Torwart Dieter Paucken gehören, obwohl sich David Yelldell nach seiner Knieverletzung wieder zurückgemeldet hat. "Wir sind alle froh, dass David wieder gesund ist", freut sich der Coach, sieht aber deswegen noch keinen Grund für einen Wechsel zwischen den Pfosten. "Paucken wird gegen Berlin im Tor stehen", hat sich Sander bereits festgelegt. Hört sich ganz danach an, als müsste sich die etatmäßige Nummer eins noch ein bisschen gedulden.
Sven Sabock

Quelle Rhein-Zeitung 16.02.2010  http://rhein-zeitung.de


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19.02.2010     TuS hat auswärts Nachholbedarf

Koblenzer treten bei Union Berlin mit dem festen Vorsatz an, Zählbares zu ergattern - Sander freut sich auf Flutlicht-Duell

Bei TuS Koblenz bleibt die Auswärtsbilanz trotz des zarten Aufschwungs ausbaufähig. In der heutigen Partie bei Aufsteiger Union Berlin tritt die Mannschaft von Trainer Petrik Sander mit dem festen Vorsatz an, Zählbares zu ergattern.

KOBLENZ. Berlin soll ja bekanntlich immer eine Reise wert sein. Und auch draußen vor der Stadt, in Köpenick, kann man einiges erleben. Zum Beispiel im Stadion an der Alten Försterei, der Heimstatt von Union Berlin. Dort herrscht seit jeher eine ganz spezielle Atmosphäre, vor allem dann, wenn dort das Flutlicht eingeschaltet wird. "Da muss es einfach Spaß machen zu spielen", sagt Petrik Sander und will die Rahmenbedingungen als Motivationshilfe für seine Mannschaft nutzen. Denn für den TuS-Trainer steht fest: "Wir haben hier und da schon ein paar Punkte liegen lassen, die müssen wir uns jetzt eben da zurückholen, wo es nicht unbedingt zu erwarten ist."

Union Berlin, das ist eine Mannschaft, die mit den Fans im Rücken eine enorme Dynamik entwickeln kann. Weniger mit filigranem als vielmehr mit einfach strukturiertem Fußball. Leidenschaft, Zweikampfstärke - auch heute Abend werden dies die entscheidenden Faktoren werden. Der ramponierte Boden in der Wuhlheide dürfte sein Übriges zu einem typischen Flutlichtspiel beitragen.

"Da werden wir uns wehren und die Köpfe herausstrecken müssen", fordert Sander eine positive Körpersprache und die Überzeugung, der "scheinbaren körperlichen Überlegenheit" von Union zu trotzen. Vor allem bei Standards wird Wachsamkeit gefragt sein, wenn der baumlange Stopper Christian Stuff aufrückt, auch der schlaksige Angreifer John Jairo Mosquera weiß sich in der Luft zu behaupten. Auf der anderen Seite steht für den TuS-Trainer fest, dass der Koblenzer Weg zum Erfolg in der Offensive nicht über hohe Bälle führen wird. Flach spielen, hoch gewinnen, könnte man in diesem Zusammenhang kalauern. Spaß beiseite: Im Lager der TuS ist man sich bewusst, dass die bescheidene Ausbeute von bislang fünf Punkten aufpoliert werden muss, "damit am Ende die große Rechnung aufgeht", wie es Sander formuliert. Die Koblenzer sind derzeit das schwächste Auswärtsteam der Liga.

Als Anschauungsunterricht, wie es funktionieren könnte, soll vor allem die erste Halbzeit aus der Partie in Cottbus herhalten. Da ließ die TuS dem Gegner kaum Luft zum Atmen, geschweige denn Räume, um Dominanz aufzubauen. "Vielleicht ist das im Moment für uns sogar etwas einfacher, als zu Hause auf eine Mannschaft zu treffen, die sich hinten reinstellt", sagt Sander, dem die Vorfreude aufs Duell mit "Eisern Union" anzusehen ist: "Es ist doch eine schöne Geschichte, sich dort zu messen, das wird eine spannende Herausforderung."

Damit die Dienstreise in die Hauptstadt von Erfolg gekrönt ist, wird nichts dem Zufall überlassen. Gestern Mittag hob der Flieger von Köln/Bonn in Richtung Berlin ab, allein die unmittelbare Spielvorbereitung gestaltet sich kompliziert. Weil sich im gesamten Stadtgebiet kein Kunstrasen auftreiben ließ, kann heute Vormittag nur ein leichtes Anschwitzen durchgeführt werden - auf dem Gelände des VSG Altglienicke.

Ohnehin ist Sander langsam aber sicher des Winters überdrüssig. Das ständige Pendeln zwischen Kunstrasen und Kraftraum nervt, zudem will der Coach in den Einheiten den Rasen im Stadion nicht über Gebühr beanspruchen. "Ein zielgerichtetes Training war in dieser Woche nur schwer möglich", sehnt der 49-Jährige den Frühling herbei. Damit steht er in diesen Tagen wahrlich nicht allein.
Sven Sabock


Lense auf der Kippe

TuS-Verteidiger hat Grippe - Gerangel um Plätze

KOBLENZ. Die Startelf steht, die Reservisten haben"s derzeit schwer bei TuS Koblenz. Und auch vor der Partie bei Union Berlin gibt es wenig Anzeichen dafür, dass Petrik Sander seine favorisierte Formation ändert. Weil nur Christian Müller (Wade) fehlt, kann der Trainer aus dem Vollen schöpfen, 28 Profis balgen sich um 18 Kaderplätze.

Möglicherweise muss allerdings notgedrungen die Vierer-Abwehrkette umgebaut werden. Innenverteidiger Benjamin Lense plagt in dieser Woche ein grippaler Infekt, "hinter seinem Einsatz steht noch ein dickes Fragezeichen", sagte Sander vor der Abreise. Sollte der bislang zweikampfstärkste TuS-Akteur passen müssen, wird vermutlich Manuel Hartmann wie schon beim 1:1 in Cottbus aus dem Mittelfeld nach hinten rücken. Dann dürften die Chancen von Ervin Skela oder auch Anel Dzaka auf einen Platz in der Anfangsformation steigen.

In Berlin wird es auch ein Wiedersehen mit Kenan Sahin geben, der von 2006 bis Dezember 2007 eineinhalb Jahre in Diensten der TuS gestanden hatte. Der 25-Jährige ist so etwas wie der "Edeljoker" bei Union, angesichts der Verletzungsnöte im Kader dürfte er heute von Beginn auflaufen. Als Antreiber im Mittelfeld gilt Torsten Mattuschka, der obendrein nahezu alle Freistöße tritt. Der 29-Jährige erzielte beim 1:1 im Hinspiel auf dem Oberwerth den Treffer für die Berliner.
 (sab)


Kultklub aus Köpenick hat Knipser-Problem

Union Berlin auf Talfahrt: Nach Traumstart hat der Aufsteiger stark abgebaut - Tolle Anhänger

BERLIN. Die Ost-Tour der TuS Koblenz geht weiter: Nach dem 1:1 in Cottbus und dem 0:0 gegen Rostock gastiert die TuS heute Abend beim FC Union Berlin. Der Aufsteiger aus der Hauptstadt beklagt seit geraumer Zeit personelle und sportliche Probleme.

Mit Björn Brunnemann, Paul Thomik, Bernd Rauw und Shergo Biran fallen Trainer Uwe Neuhaus heute Abend gleich vier Stammkräfte aus. Dazu gesellt sich die aktuelle Formschwäche der Köpenicker. In den vergangenen zehn Partien hat Union nur einen Sieg gefeiert. Zum Vergleich: In den ersten elf Begegnungen der Saison hatte Union satte siebenmal gewonnen.

Doch statt Aufstiegseuphorie herrscht mittlerweile Tristesse - genau wie in der Offensive der Berliner. Der Beleg der momentanen Harmlosigkeit: In den ersten elf Partien schoss Union 21 Tore, in den vergangenen zehn Begegnungen waren es nur noch sechs Treffer.

Coach Neuhaus setzte unter der Woche fast ausschließlich auf Torschüsse im Training - und nahm zusätzlich seine Stürmer wie den Ex-Koblenzer Kenan Sahin (seit neun Spielen ohne Treffer) in Einzelgesprächen ins Gebet. Union hat als Tabellenachter zwar zwölf Zähler Vorsprung auf die Abstiegszone und TuS Koblenz, doch der Ex-Dortmund-Assistent Neuhaus warnt seine Kicker eindringlich vor einem Totalabsturz: "Wir müssen gegen Koblenz eine deutliche Reaktion zeigen. Wir haben die große Chance, schnellstmöglich den Klassenverbleib perfekt zu machen."

Allen aktuellen Sorgen zum Trotz: Der Kultklub aus Köpenick hat sich in den vergangene Jahren gemausert. 2006 spielte Union noch in der Oberliga Nordost und stand finanziell am Abgrund. Jetzt ist man zwar immer noch nicht auf Rosen gebettet, doch die Berliner haben durch den Umbau ihres Stadions "An der Alten Försterei" eine Perspektive im Profifußball.

Das verdankt der Verein hauptsächlich seinen leidenschaftlichen und leidensfähigen Fans. Aufsehen erregten drei Beispiele im vergangenen Jahrzehnt: Mehr als 2000 Helfer leisteten 2009 140 000 Arbeitsstunden, um das Stadion zu modernisieren und senkten damit die Kosten gewaltig. 2005 hatten die Berliner massive finanzielle Probleme, damals drohte - wie so oft - der Lizenzentzug. Doch die Fan-Aktion "Bluten für Union" stopfte das Loch. Mehr als eine Million Euro flossen aus den Adern der Fans in die Vereinskasse. Auch 1999 standen die Köpenicker am Abgrund - und wurden wieder dank Spendenaktionen ("Fünf Mark für Union") von den Fans gerettet. Die bekannteste Anhängerin, Pop-Ikone Nina Hagen, sang zudem die Vereinshymne "Eisern Union".

Michael Bongard


TuS-Reservisten am Samstag gegen Spvgg Wirges

MÜLHEIM-KÄRLICH. Die TuS Koblenz setzt die Serie der Testspiele fort. Nach den Partien gegen die SG Mülheim-Kärlich (5:0) und die SG Betzdorf (1:1) geht es für die Reservisten des Zweitligisten gegen den einstigen Oberliga-Rivalen Spvgg Wirges. Anstoß ist am Samstag um 13 Uhr auf dem Kunstrasenplatz in Mülheim-Kärlich. Aus der zweiten Garde der TuS wird einzig Außenspieler Christian Müller fehlen, der sich nach seinen anhaltenden Wadenproblemen in Berlin behandeln lässt.

Dem Koblenzer Trainer-Team und auch den Akteuren steht damit eine kurze Nacht bevor: Die Mannschaft tritt nach der Partie in Berlin die Heimreise mit dem Bus an und dürfte erst in den frühen Morgenstunden wieder auf dem Oberwerth eintreffen.

Quelle Rhein-Zeitung 19.02.2010  http://rhein-zeitung.de


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20.02.2010     Kein Happy End für die TuS

Aktuell-2009_157Koblenzer gleichen bei Union Berlin zweimal aus und fahren doch mit leeren Händen nach Hause

Eine starke Leistung reichte TuS Koblenz im Spiel bei Union Berlin nicht, um aus der Hauptstadt zumindest einen Punkt zu entführen. Zu allem Überfluss schied Innenverteidiger Matej Mavric verletzt aus.

Union Berlin - TuS Koblenz 3:2 (2:1)

BERLIN. Ganz Berlin schaut in diesen Tagen auf die Berlinale. Wer aber großes Kino sehen will, muss raus aus der Stadt mit der Linie 3 bis nach Köpenick. In der Zweitliga-Partie zwischen Union Berlin und TuS Koblenz war zwar der Promi-Faktor überschaubar, der Unterhaltungswert aber umso höher.

Dumm nur aus Koblenzer Sicht, dass für die Schützlinge von Trainer Petrik Sander beim Spektakel in der Alten Försterei die undankbare Rolle des Verlierers vorgesehen war. Der TuS blieb nach dem 2:3 der schwache Trost, Teil eines packenden Fußballabends gewesen zu sein.

Das Unheil hatte sich schon früh abgezeichnet. Weil Benjamin Lense schon vorher aufgrund eines grippalen Infekts passen und Matej Mavric nach nur zehn Minuten mit schmerzverzerrtem Gesicht und schwerer Bänderverletzung am linken Fuß vom Platz getragen werden musste, war es um die eingespielte Innenverteidigung geschehen. Manuel Hartmann rückte aus dem Mittelfeld neben Lense-Vertreter Dominique Ndjeng nach hinten; die Umbaumaßnahmen sollten dem Team indes nicht gut bekommen.

Im Zentrum taten sich immer wieder Löcher auf, auch das neue Duo in der Abwehr hatte seine liebe Mühe, die in der Anfangsphase wild anrennenden Unioner im Zaum zu halten. Hinzu kamen Abstimmungsprobleme, die vor allem beim 1:0 offenkundig wurden. Nach einer Ecke von Torsten Mattuschka fühlte sich niemand für Hüzeyfe Dogan zuständig, der den Ball mühelos einschob.

Aber die TuS anno 2010, das ist eine Mannschaft, die ungeachtet aller Defizite nicht den Kopf hängen lässt und an ihre Chance glaubt. Nur vier Minuten nach der Berliner Führung stellte Winterzugang Edmond Kapllani unter Beweis, dass er die erhoffte Verstärkung ist. Nach dem Treffer in Cottbus vor zwei Wochen erzielte er in der 14. Minute sein zweites Tor für die TuS - und das im Stile eines Klassestürmers.

Wie schon im jüngsten Auswärtsspiel gingen die Koblenzer auch gegen Union verschwenderisch mit ihren Möglichkeiten um. So erfreut Sander gewesen sein wird, dass seine Elf dagegenhielt und sich Chancen erarbeitete, so sehr wird ihn geärgert haben, dass zum Beispiel Daniel Gunkel den Ball ins Tor zirkeln wollte (26.), statt ihn einfach reinzuschießen. Kurz zuvor war Kapllani am glänzend reagierenden Union-Torwart Carsten Busch gescheitert.

Nicht zum ersten Mal in dieser Saison rächten sich derlei Nachlässigkeiten: Die Quittung gab"s nach knapp einer halben Stunde von Dogan, der TuS-Keeper Dieter Paucken aus 18 Metern keine Chance ließ. Streng genommen waren Sanders Mannen zur Pause damit noch gut bedient, weil Union-Stürmer John Jairo Mosquera aus drei Metern nur die Latte traf (24.).

Szenen, die verdeutlichen, wie intensiv und unterhaltsam zugleich die 90 Minuten waren. Und die TuS wollte sich partout nicht in die Statistenrolle fügen dazu gab"s ja auch gar keinen Grund. Beim munteren Hin und Her brachte TuS-Kapitän Manuel Hartmann kurz nach der Pause die Gäste zurück ins Spiel, als er nach eine Ecke zum 2:2 traf. Ein Tor, das auch verdeutlichte, dass der Glaube, zumindest einen Punkt zu entführen, ungebrochen war.

Doch die passende Pointe war im Drehbuch nicht vorgesehen. Nach einer Stunde verhinderte Union-Verteidiger Christian Stuff mit dem 3:2 das Happy End. Ein drittes Mal zurückzukommen, gelang der TuS nicht mehr, auch weil Daniel Gunkel (77.) und Anel Dzaka (90.) beste Ausgleichschancen nicht nutzten.

"Wenn man auswärts zwei Tore schießt, muss man eigentlich einen Punkt mitnehmen", zeigte sich TuS-Trainer Petrik Sander enttäuscht, "aber ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen."
Sven Sabock


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22.02.2010      Koblenzer mit Moral, aber ohne Punkte

Nach dem 2:3 in Berlin hebt TuS-Trainer Petrik Sander die positiven Aspekte hervor - Seelenmassage vor anstehendem Spiel gegen FC Augsburg

Der Frust ist groß im Lager von TuS Koblenz: Beim 2:3 in Berlin stimmte die Leistung, Punkte gab"s aber keine. Und so bleibt Trainer Petrik Sander nichts anderes übrig, als die gute Moral des Teams hervorzuheben.

BERLIN. Der Aufschwung bei TuS Koblenz bleibt ein gefühlter. Auch in Berlin, wie schon zuvor in den Auswärtsspielen in Cottbus oder auch in Bielefeld, steht da eine Mannschaft auf dem Platz, die mit aller Macht das Schicksal zu ihren Gunsten beeinflussen will. Das Team von Trainer Petrik Sander trotzt den Widrigkeiten und sucht unermüdlich den Weg zum gegnerischen Tor, aber auch am Ende des 23. Spieltags hat die TuS nur fünf Punkte in der Fremde eingefahren. Das ist die schwächste Bilanz der Liga und reicht nicht, um Druck auf den rettenden Platz 15 aufzubauen.

Streng genommen ist das ja auch gar nicht das primäre Ziel von Sander, der sich in seiner realistischen Einschätzung bestätigt sehen dürfte, zuvorderst den Relegationsplatz zu erreichen. "Der Weg ist der richtige, es wird auch der Zeitpunkt kommen, zu dem wir diese Spiele gewinnen", wird der Coach nicht müde, seinem Team den Rücken zu stärken. Elf Runden vor dem Saisonende hört sich das schon ein Stück weit nach Durchhalteparolen an. Nimmt man den Auftritt an der Alten Försterei als Maßstab, ist diese These aber nicht einmal gewagt. Bei den Koblenzern stimmt in der Rückrunde vieles, was zuvor nicht zu erkennen war. Sander hat die einfachen Dinge wie Laufbereitschaft, Teamgeist und Moral wiederbelebt, zudem heben die Winter-Zugänge die Qualität des Kaders.

Nur ein Problem bleibt: die Gegentore. In Bielefeld waren es vier, in Berlin drei, da wird es schwer, Zählbares zu ergattern. "Wir haben uns eigentlich einen Punkt verdient, das hätte uns gutgetan", hielt Sander fest und führte die beiden Großchancen in der Schlussphase an, als Daniel Gunkel (77.) und Edmond Kapllani (90.) in der Tat das 3:3 auf dem Kopf beziehungsweise dem Fuß hatten. Sander: "Der Ball von Gunkel muss einfach rein." Es wäre am Ende eines hochgradig unterhaltsamen Spiels ein gerechtes Ergebnis gewesen, "und alle wären zufrieden nach Hause gegangen", merkte der TuS-Coach an. Aber im Fußball ist"s nun mal wie im richtigen Leben - und da geht"s selten gerecht zu.

Dass die Koblenzer zum wiederholten Mal ihre fußballerischen Grundtugenden unter Beweis stellen mussten, hing freilich auch mit einer ganz erheblichen Schwächung zusammen. Benjamin Lense, statistisch gesehen der beste Zweikämpfer der Mannschaft, hatte sich wenige Stunden vor dem Anpfiff krankgemeldet, das Drama um Matej Mavric tat ein Übriges. Der Slowene zog sich nach elf Minuten eine schwere Bänderverletzung im linken Fuß zu, eine genaue Untersuchung heute soll Aufschluss über die Schwere der Blessur geben. "Wenn die beiden größten Abwehrspieler nicht mehr auf dem Platz sind, ist man eben bei den hohen Bällen im Nachteil", merkte Sander an, "bei den Berlinern sind ja etliche Spieler gefühlte 2,40 Meter groß."

Tatsächlich fielen zwei der drei Gegentore nach Standards, aber ausgerechnet der längste auf dem Platz, Berlins Christian Stuff (1,99 Meter), erzielte das 3:2 mit dem Fuß. Ein kleiner Fehler des ihm zugeteilten Johannes Rahn genügte, zuvor war Hartmann gegen Dominic Peitz schlicht zu klein. Weitere Mängel: Vor den ersten beiden Gegentreffern hatten Daniel Gunkel oder auch Andreas Glockner nicht energisch genug gestört. Und unmittelbar nach Mavrics Aus ging die Zuordnung flöten. "Wenn man schon nicht an die Kopfbälle rankommt, muss man wenigstens die zweiten Bälle erobern", kritisierte Sander die kleinen Fehler mit großer Wirkung.

Was bleibt, ist der Blick nach vorn. "Wir müssen jetzt einfach sehen, dass wir unsere personelle Situation so ordnen, dass sich diese Fehler nicht wiederholen", richtet sich Sander auf ein längeres Fehlen von Mavric ein. Zudem steht vor dem Heimspiel am Samstag gegen den FC Augsburg wieder einmal Seelenmassage an, ehe es so richtig ernst wird: In den dann folgenden Auswärtspartien bei den Konkurrenten in Oberhausen und Ahlen könnte sich schon das Wohl und Wehe entscheiden.
Sven Sabock


TuS belohnt sich nicht für ihren Mut

Koblenzer Profis ärgern sich nach dem 2:3 in Berlin über die ausgelassenen Großchancen - Gute Leistung als schwacher Trost

Die Akteure von TuS Koblenz wollen sich auch von der Auswärtsniederlage in Berlin nicht unterkriegen lassen. Nach dem 2:3 in der Hauptstadt trauerten sie vor allem den ausgelassenen Großchancen nach.

BERLIN. Um 21 Uhr verließ der Koblenzer Mannschaftsbus das herrlich gelegene Gelände von Union Berlin, aber im Lager der TuS stand niemandem der Sinn nach den Schönheiten der Hauptstadt. Vielmehr galt es auf der langen Fahrt in die Nacht wieder einmal, eine Niederlage aufzuarbeiten. Und wieder einmal waren sich zuvor alle Beteiligten einig, dass die Pleite so unnötig wie ein elfter Finger war. Mit 2:3 hatte das Team um Kapitän Manuel Hartmann bei den"Eisernen" das Nachsehen gehabt, auch die Tatsache, dass die Koblenzer ihren Teil zu einem furiosen Fußballabend beigetragen hatten, tröstete nicht wirklich.

Rahn ärgert sich

"Das ist schon schade", fasste Angreifer Johannes Rahn die allgemeine Gefühlslage zusammen, "wir haben uns gewehrt und sind zweimal zurückgekommen." Dass die Belohnung in Form eines Zählers ausgeblieben war, grämte den 24-Jährigen ganz besonders: "Das mein Gegenspieler das dritte Tor macht, ist natürlich sehr ärgerlich. Das tut mir leid für die Mannschaft." Zur Erklärung: In der 59. Minute hatte Berlins Verteidiger Christian Stuff nach einer Hereingabe den Fuß einen Tick schneller am Ball, das 3:2 war letztlich ein Treffer zuviel. Dabei stand der in der Rückrunde zur Stammkraft beförderte Rahn mit seinem Schnitzer nicht allein da. Wie schon mehrfach in dieser Saison warf die TuS hinten über den Haufen, was sie sich vorn aufgebaut hatte. Weil in den Zweikämpfen im eigenen Strafraum die letzte Konsequenz fehlte, musste Dieter Paucken in der ersten Halbzeit mit zwei starken Paraden das Team im Spiel halten, bei den Toren der Berliner war er aber letztlich machtlos. Und gleich dreimal einen Rückstand aufzuholen, gelingt im Fußball eben nur selten.

Wobei: Die Möglichkeiten dazu hatte die TuS durchaus. Allen voran Daniel Gunkel (26., 77.), der gleich zwei Hochkaräter liegen ließ, auch Edmond Kapllani hätte mehr als nur das zwischenzeitliche 1:1 seiner persönlichen Bilanz hinzufügen können. Auch das 2:2 von Manuel Hartmann, der nach einer kollektiven Energieleistung den Ball aus dem Gewühl ins Netz rammte, war am Ende zu wenig. "Es hätte durchaus 4:4 ausgehen können", merkte Anel Dzaka an. Auch ein 5:5 oder 6:6 wäre möglich gewesen, zwischenzeitlich glich das Geschehen einem munteren Gekicke ohne taktische Fesseln - sehr zur Freude der 10 046 Zuschauer.

Dzaka war nach der frühen Verletzung von Matej Mavric bereits nach 11 Minuten ins Spiel gekommen und ließ sich in seinem ersten Langzeit-Einsatz nach seiner Rückkehr aus Kaiserslautern nicht anmerken, dass es ihm an Spielpraxis mangelt. Zusammen mit Daniel Gunkel mühte er sich im zentralen Mittelfeld, die Aktionen der TuS anzukurbeln, im Defensivverhalten lief indes nicht alles rund. Dass Berlins Mittelfeldmann Hüzeyfe Dogan zwei Tore erzielte, wird dem Duo zu denken geben müssen.

Unter dem Strich blieb für die TuS-Profis aber die Erkenntnis, ein gutes Auswärtsspiel abgeliefert zu haben, was in dieser Spielzeit noch nicht häufig der Fall gewesen war. Der Mut, immer wieder den Weg nach vorn zu suchen, war sichtbar, zum Teil war das Ganze auch fußballerisch vorzeigbar. Zum Beispiel vor Gunkels erster Großchance, die Kapllani und Andreas Glockner filigran vorbereiteten. "Wir trauen uns was zu", stellte der Albaner die intakte Moral im Team heraus.

Die wird auch von Nöten sein, um im folgenden Heimspiel am Samstag gegen den FC Augsburg die vertane Chance von Berlin vergessen zu machen. Dann besteht auch die Möglichkeit, nach zuletzt fünf Punkten eine neue Mini-Serie zu starten. "Die Niederlage in Berlin darf uns keinen Knacks geben", fordert Johannes Rahn.
Sven Sabock


Union-Fans spotten über Hertha BSC

Aufsteiger gelingt gegen Koblenz die Wende

BERLIN. In Berlin ist die Welt wieder in Ordnung. Zumindest bei all denen, die mit dem 1. FC Union sympathisieren. Während die große Hertha auf dem besten Weg ist, in der nächsten Spielzeit draußen in Köpenick zum Stadt-Derby antreten zu müssen, haben die "Eisernen" ihre Krise für beendet erklärt. Nach einer furiosen Hinrunde hatte ein Negativ-Lauf den Aufsteiger zurück ins Mittelfeld rutschen lassen, vor allem das 0:3 vor Wochenfrist in Paderborn war Trainer Uwe Neuhaus sauer aufgestoßen. Umso erleichterter hielt er nach dem 3:2 gegen TuS Koblenz fest, dass "die Mannschaft ihr wahres Gesicht gezeigt hat". Endlich mal wieder in Führung zu gehen und druckvoll den Weg nach vorn zu suchen, hatte er als Master-Plan ausgegeben, mit der Unterstützung der Fans entwickelte das Spiel eine faszinierende Eigendynamik. Mit allen Unwägbarkeiten.

"Uns hat in den Aktionen einfach noch die nötige Ruhe gefehlt", bemängelte der Coach und spielte wohl vor allem auf die ausgelassene Großchance von John Jairo Mosquera an, dem in der 24. Minute das Kunststück gelang, aus drei Metern an die Latte zu schießen. Christian Stuffs entscheidender Treffer versöhnte indes Coach und Fans gleichermaßen. Mit nunmehr 33 Punkten können die Berliner unbeschwert die englische Woche mit dem Nachholspiel in Rostock sowie der Partie bei Schlusslicht Rot Weiss Ahlen angehen. "Der erste Schritt ist gemacht", hielt Neuhaus fest, vergaß aber nicht, auch die TuS zu loben: "Die Mannschaft hat eine andere Qualität als in der Hinrunde."

Draußen in der Fan-Kurve mischte sich derweil unter den Jubel auch der Spott über den Stadtrivalen. "Seht ihr Hertha, so wird das gemacht", schallte es von den Rängen. Das Herz des Berliner Fußballs, es schlägt in diesen Tagen in der alten Försterei.
(sab)
Quelle Rhein-Zeitung 20.02.2010  http://rhein-zeitung.de


Erfolg für Koblenzer Reservisten

2:0 gegen Oberligist Wirges - David Yelldell sammelt Spielpraxis

MÜLHEIM-KÄRLICH. Erfolgreicher Test für die zweite Garde von TuS Koblenz: Beim 2:0 (0:0) gegen Oberligist Spvgg Wirges konnten die Reservisten wie Everson, Marvin Pourie oder Philipp Langen Wettkampf-Praxis sammeln. Auch Zoltan Stieber war nach seinem Kurzeinsatz am Abend zuvor für 45 Minuten aktiv. Auf dem Kunstrasenplatz der SG Mülheim-Kärlich erzielten Oliver Laux (60.) und der Brasilianer Melinho (81.) die Tore für die TuS. Vor den Augen von Cheftrainer Petrik Sander stand David Yelldell über 90 Minuten im Tor, dem Schlussmann boten sich aber kaum Möglichkeiten, sich zu zeigen.

Nach dem freien Sonntag beginnt heute um 9 Uhr die neue Trainingswoche.
(sab)

Quelle Rhein-Zeitung 22.02.2010  http://rhein-zeitung.de


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23.02.2010     Matej Mavric hat Glück im Unglück

Aktuell-2009_158 TuS-Profi plagt nur eine Prellung

KOBLENZ. Der 23. Spieltag verlief aus Sicht von TuS Koblenz ziemlich unerfreulich, aber die neue Woche beginnt für den Fußball-Zweitligisten mit einer guten Nachricht: Die Verletzung von Innenverteidiger Matej Mavric, der im Auswärtsspiel bei Union Berlin schon nach zehn Minuten vom Platz musste, verläuft vergleichsweise glimpflich. Statt des befürchteten Bänderrisses im linken Fuß hat sich der Slowene lediglich eine Prellung zugezogen.

"Wir haben ihn nochmals eingehend untersucht", berichtet TuS-Mannschaftsarzt Gerd Blaumeiser, "neben einem Bluterguss hat er einen minimalen Kapselriss." Der Innenverteidiger soll am Mittwoch wieder die ersten Laufversuche unternehmen. Sollte das betroffene Gelenk nicht reagieren, kann Mavric möglicherweise bereits im kommenden Heimspiel gegen den FC Augsburg (Sa., 13 Uhr) wieder auflaufen. "Das ist eine optimistische Prognose, es ist aber nicht ausgeschlossen", so Blaumeiser weiter.

Gebrauchen könnte ihn die TuS allemal. Nach dem 2:1-Erfolg des FSV Frankfurt gegen den Karlsruher SC sind die Koblenzer wieder auf einen direkten Abstiegsplatz abgerutscht, vor der Partie gegen die Mannschaft der Stunde - der FCA ist seit acht Runden ohne Niederlage - wächst der Druck auf die Elf von Trainer Petrik Sander.

Der Koblenzer Coach will sein Team im Verlauf der Trainingswoche ermuntern, trotz der jüngsten Niederlage an den forschen Auftritt von Berlin anzuknüpfen: "Der Weg ist richtig, es gibt jetzt keinen Grund, etwas infrage zu stellen."
(sab)

Quelle Rhein-Zeitung 23.02.2010  http://rhein-zeitung.de


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26.02.2010    Johannes Rahn verspricht bald Tore

Aktuell-2009_159Angreifer kann Kritik der Koblenzer Fans zum Teil verstehen - Sturmpartner Kapllani weiß, wie es gegen Augsburg klappen kann

Wenn die TuS Koblenz die Abstiegszone verlassen will, benötigt sie vor allem eines - Tore. Das ist der Auftrag des Sturmduos Edmond Kapllani und Johannes Rahn. Während Kapllani vor dem Duell mit seinem Ex-Klub FC Augsburg bisher zweimal getroffen hat, steht bei Rahn noch die Null.

KOBLENZ. So recht glaubt fast niemand daran, dass Kellerkind TuS Koblenz am Samstag (13 Uhr) auf dem Oberwerth Aufstiegsaspirant FC Augsburg ein Bein stellen kann. Edmond Kapllani dagegen schon. Der Stürmer könnte es tatsächlich besser wissen: Bis zur Winterpause hat Kapllani für die bayrischen Schwaben gekickt, bevor ihn die TuS bis zum Saisonende ausgeliehen hat.

Kapllani kam in der Hinrunde nur zweimal für Augsburg zum Einsatz und war Anfang Januar für Trainer Jos Luhukay hinter Michael Thurk, Sandor Torghelle, Imre Szabics, Nando Rafael und Stephan Hain nur die sechste (Stürmer-)Wahl. In Koblenz ist Kapllani dagegen der Hoffnungsträger: Der ehemalige Aufstiegstorjäger vom Karlsruher SC soll die TuS vor dem Abstieg bewahren.

Bisher hat der Albaner in sechs Partien zweimal getroffen - beim 1:1 in Cottbus und beim 2:3 in Berlin. "Für die Möglichkeiten, die ich bisher hatte, ist die Ausbeute okay", ist Kapllani mit sich einigermaßen zufrieden. Doch die Punktausbeute stimmt ihn bedenklich: "Wir müssen jetzt endlich mal wieder als Sieger vom Platz gehen." Aber wie soll das gegen die seit sieben Partien ungeschlagenen Augsburger funktionieren? Kapllani malt sich aus, wie es laufen könnte: "Augsburg ist die Mannschaft der Stunde, aber auch die haben ihre Schwächen. Wenn es lange 0:0 steht, vielleicht macht dann ja ein Augsburger Verteidiger einen Fehler - und dann müssen wir da sein."

Mit "wir" meint Kapllani in erster Linie sich selbst - und dann seinen Sturmpartner Johannes Rahn. Der 24-jährige Westerwälder hat bislang noch keinen Treffer markiert - und steht deswegen bei vielen TuS-Fans in der Kritik. "Ich kann die Kritiker verstehen, Stürmer werden eben an Toren gemessen", kennt Rahn die Mechanismen des Geschäfts. Dass ihm einige aber die Zweitliga-Tauglichkeit absprechen, das hört der 1,90-Meter-Mann gar nicht gern: "Natürlich stehen da null Tore, aber die Leute müssen auch mal sehen, was ich sonst leiste. Ich bin ein Stürmer, der eine besondere Rolle hat, der auf den ,Sechser" des Gegners schieben soll, der viele Wege gehen muss, der Räume schaffen soll. Ich stelle mich in den Dienst der Mannschaft."

Das rechnen ihm seine Teamkollegen wie Kapllani ("Rahn leistet sehr viel Defensivarbeit") und auch Trainer Petrik Sander hoch an: "Er hat seine Sache bislang gut gemacht. Natürlich würde ein Tor bei ihm manche Bremse lösen." Vor allem die beiden Riesenchancen vor drei Wochen in Cottbus, als Rahn zweimal das 2:0 verschenkte, sind dem 24-Jährigen lange nachgegangen. Sander hat ihm deswegen "nicht den Kopf abgerissen", sondern neues Selbstbewusstsein eingeflößt.

Speziell wegen seiner Mannschaftsdienlichkeit schätzt Sander den Stürmer - und setzt auf ihn. Der Beleg: Unter Ex-Trainer Uwe Rapolder spielte Rahn nur 160 Minuten in 17 Hinrundenspielen. Bei Nachfolger Sander hat er in den sechs Begegnungen nach dem Winter nur 6 (von 540) Minuten gefehlt. "Ich bin sehr froh, dass der Trainer mir die Chance gibt. Ich fühle mich im Kopf jetzt viel freier. Das war früher anders", sagt Rahn, der sich sicher ist, dass "ich bald Tore machen werde". Vielleicht schon gegen Augsburg? Rahn: "Wir haben drei Punkte zu wenig, die müssen wir gegen Augsburg wiederholen - egal wie." Allerdings: So recht glaubt daran fast niemand.
Michael Bongard


Sander hofft auf Matej Mavric

Einsatz des Innenverteidigers offen - FCA: Wer stürmt neben Thurk?

KOBLENZ. Die TuS hat in dieser Woche eine ganz neue Erfahrung gemacht: Dank der fast schon frühlingshaften Temperaturen ist erstmals seit Dezember der Südplatz wieder nutzbar, das ständige Improvisieren hat für Trainer Petrik Sander ein Ende. Weniger erfreulich: Noch ist nicht klar, ob Matej Mavric nach seiner Prellung am linken Fuß rechtzeitig bis zum Samstag fit wird. "Wir müssen mal abwarten", sagte der Trainer vor der Übungseinheit am Nachmittag.

Neben dem nach wie vor verletzten Christian Müller werden auch Zoltan Stieber und Martin Hudec definitiv passen müssen. Während Außenspieler Stieber, der gerade erst von einer Schambeinentzündung genesen ist, einen Rückfall erlitten hat, fällt Verteidiger Hudec wegen einer Fußverletzung aus.

Die Tatsache, dass Sander während der Pressekonferenz darauf hinwies, "dass wir körperliche Präsenz benötigen", deutet darauf hin, dass ihm einiges daran liegt, sein etatmäßiges Innenverteidiger-Duo Mavric/Lense auf den Platz zu bringen.

Aufseiten der Gäste plagt Jos Luhukay fast schon ein Luxusproblem. Der FCA-Trainer kann einmal mehr aus dem Vollen schöpfen und weiß, dass er einige "harte Entscheidungen" bei der Nominierung des 18er-Kaders treffen muss. Ähnlich sieht es bei der Auswahl der Startelf aus. Nur ein Beispiel: Als Nebenmann für Top-Torjäger Michael Thurk stehen in Sandor Torghelle, Nando Rafael und Imre Szabics gleich drei hochkarätige Angreifer zur Verfügung.
(sab)


Goran Sukalo: Fußballspielen verlernt man nicht

Ex-Koblenzer kämpft beim FC Augsburg nach zwei schweren Verletzungen um den Anschluss - Bundesliga-Aufstieg als Ziel

AUGSBURG. Der FC Augsburg eilt von Sieg zu Sieg, aber Goran Sukalo bleibt nur die Zuschauerrolle. Nach drei Jahren und 67 Zweitliga-Partien für TuS Koblenz sollte der 28-Jährige an seiner neuen Wirkungsstätte eigentlich zum Taktgeber im Mittelfeld werden, erlebt aber gerade (wieder einmal) eine Saison zum Vergessen. Nach einem Kreuzbandriss im vergangenen August kämpfte er sich an die Mannschaft heran, ehe er sich in der Rückrunden-Vorbereitung einen doppelten Bänderriss zuzog.

Herr Sukalo, wie geht es Ihnen?
Eigentlich ganz gut. Ich kann schon wieder einzelne Übungen mitmachen und hoffe, dass ich in ein paar Wochen wieder voll mit der Mannschaft trainieren kann. Es wird Zeit, dass ich bald mein erstes Spiel für den FC Augsburg mache und der Mannschaft helfen kann.

Wie gehen Sie damit um, dass Sie in dieser Saison erneut zwei schwere Verletzungen verkraften müssen?
Das gehört ein Stück weit zum Leben eines Profis dazu. Niemand ist gern verletzt, aber man muss eben das Beste da-raus machen und versuchen, so schnell wie möglich wieder auf die Beine zu kommen.

Haben Sie dennoch zwischenzeitlich daran gedacht, aufzugeben?
Nein. Ich bin auf einem guten Weg und merke auch, dass man Fußballspielen eben nicht verlernt. Das ging mir ja in Koblenz auch schon so. Ich habe Selbstvertrauen, und ich weiß, was ich kann. Ich muss nur gesund bleiben und Geduld haben, und dann bin ich bald wieder der Alte.

Erklären Sie uns bitte die Gründe für den Aufschwung in Augsburg.
Zunächst einmal macht es Spaß, ein Teil des Ganzen zu sein. Der Verein hat ein super Management und ein professionelles Konzept. Hinzu kommen das neue Stadion und natürlich ein klasse Kader. Ich hatte ja vor der Saison auch Angebote von anderen Vereinen, aber ich war begeistert von dem Plan, den man hier in Augsburg umsetzen will. Mit dem FCA in der Bundesliga zu spielen, reizt mich. Wenn man alles zusammenfasst, ist es sicher auch nicht überraschend, dass wir jetzt da stehen, wo wir stehen.

Wo sehen Sie die wesentlichen Stärken der Mannschaft? Ist es die Qualität der Einzelspieler oder die Ausgeglichenheit?
Der Trainerstab war richtig clever bei der der Kaderzusammenstellung. Alle Spieler passen auch charakterlich gut ins Team. Alle haben nur ein Ziel: in der Bundesliga zu spielen. Und es sind 25, 26 Spieler im Kader, die praktisch alle auf einem Niveau sind. Dieser Konkurrenzkampf macht viel aus. Wenn ein Spieler ausfällt, ist eben ein anderer da. Dadurch sind wir auch schwer auszurechnen.

Augsburg hat nur noch zwei Punkte Rückstand auf St. Pauli. Wird der direkte Aufstieg ein Thema?
Auf jeden Fall. Wir schauen Stück für Stück nach vorn. Als wir Sechster waren, haben wir geschaut, dass wir unsere Spiele gewinnen und Fünfter werden. Jetzt sind wir seit ein paar Wochen Dritter und wissen, dass wir aufsteigen, wenn wir alle Spiele gewinnen. Wir konzentrieren uns auf unsere Dinge und müssen sehen, dass wir zur Stelle sind, wenn andere eine Schwäche zeigen. Wir sollten uns nicht zu viele Gedanken machen.

Inwieweit verfolgen Sie die Entwicklung in Koblenz?
Ich habe in Koblenz noch viele Freunde. In der Mannschaft, im Verein und auch in der Stadt. Und natürlich bewegt mich, was mit der TuS passiert. Ich hatte drei schöne Jahre in Koblenz, und ich hoffe, dass es mit der TuS wieder aufwärts geht.

Werden Sie am Samstag im Stadion sein?
Das weiß ich noch nicht. Ich muss ja auch hier mein Trainingspensum absolvieren.

Das Gespräch führte Sven Sabock

Quelle Rhein-Zeitung 26.02.2010  http://rhein-zeitung.de


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27.02.2010    Koblenzer trotzen den sportlichen Fakten

Aktuell-2009_160 Wie die TuS gegen die Mannschaft der Stunde aus Augsburg bestehen will - Trainer Petrik Sander sucht nach den richtigen Stellschrauben

Das wird richtig schwer für TuS Koblenz: Die Elf von Trainer Petrik bekommt es am heutigen Samstag mit dem FC Augsburg zu tun - der Mannschaft der Stunde in der Zweiten Liga.

KOBLENZ. Der Mensch wächst ja bekanntlich mit seinen Aufgaben. Und das wird für die Zweitliga-Profis von TuS Koblenz am 24. Spieltag auch nötig sein, um einen oder gar drei Punkte zu ergattern. Am Samstag um 13 Uhr geht es gegen den FC Augsburg, der seit Wochen, ja fast schon seit Monaten so ziemlich alles wegputzt, was sich ihm in den Weg stellt. Der gute alte Bekannte aus gemeinsamen Regionalliga-Zeiten bewegt sich derzeit in komplett anderen Sphären der Liga und tritt mit einer beeindruckenden Bilanz im Stadion Oberwerth an: Von 18 möglichen Punkten in der Rückrunde hat die Elf von Trainer Jos Luhukay stolze 16 geholt, ganz nebenbei wurde zwischendurch der klassenhöhere 1. FC Köln aus dem DFB-Pokal gekegelt. Zudem kann der Coach derzeit aus einem 25 Mann starken Kader schöpfen, der zum Besten gehört, was die Liga zu bieten hat. Und: In Michael Thurk steht der absolute Top-Torjäger (20 Treffer) in den Reihen des FCA.

Angesichts dieser Fakten fällt es schwer, schlüssige Argumente zu finden, die für ein erfolgreiches Abschneiden der TuS sprechen. Aber genau darin liegt für den Koblenzer Trainer Petrik Sander der Reiz des Ganzen: "Es ist doch eine tolle Sache, sich mit einem solch starken Gegner zu messen." Und so ganz abwegig ist der Gedanke, dass seine Elf den Platz als Sieger verlässt, nun auch wieder nicht - wie das 1:0 gegen Düsseldorf gezeigt hat. "Da haben wir bewiesen, dass wir es können", betont Sander. Will sagen: Die TuS ist in der Lage, einen scheinbar übermächtigen Kontrahenten in die Schranken zu weisen. Aber eben nur dann, wenn es ihr gelingt, zusätzlich zu Leidenschaft und Willen auch die nötige Effizienz auf den Platz zu bringen.

Und genau darin liegt für Sander das Problem dieser Tage. Die Stimmung bei der TuS ist besser als die sportliche Situation. Zumeist haben in der Rückrunde auch die Leistungen gestimmt - aber die Aufholjagd lässt auf sich warten. Eine Entwicklung, die der Trainer durchaus registriert. "Bei uns stimmt das Verhältnis von Aufwand und Nutzen nicht", weiß der 49-Jährige und sucht nach Möglichkeiten, diese unheilvolle Mischung zu korrigieren. Denn, da sind sich im Lager der TuS alle einig: Zwei, drei Punkte hätten es in der Rückrunde bislang schon mehr sein dürfen. Konsequenz für Sander: "Wir müssen dann eben einen dicken Brocken aus dem Weg räumen, um uns an anderer Stelle die Punkte zurückzuholen."

Vor der Partie gegen Augsburg denkt er daher ernsthaft darüber nach, wie er dem jüngsten Trend entgegenwirken kann. Wie das im Detail aussieht, lässt er sich im Vorfeld nicht entlocken. Es gilt, den schmalen Grat zu meistern, die Mannschaft nicht zu sehr umzukrempeln, aber dennoch an den richtigen Stellschrauben zu drehen. "Ob das jetzt personell oder taktisch ist, werden wir sehen", sagt Sander.

Herauszuhören ist auf jeden Fall, dass er die TuS-Elf nicht in ihr Unglück laufen lassen will. "Wir müssen sehen, dass wir die Außenbahnen zubekommen", betont der Coach mit Blick auf die pfeilschnellen Augsburger Flügelflitzer Ibrahima Traore und Marcel Ndjeng. Selbstredend, dass auch Angreifer Thurk möglichst wenig Freiräume erhalten sollte. Darüber hinaus, so könnte der Koblenzer Plan aussehen, sollen die Gäste durch "überfallartige Konter" praktisch mit ihren eigenen Waffen geschlagen werden. Und nicht zuletzt hat die TuS ja derzeit auch Leiharbeiter Edmond Kapllani in ihren Reihen, der gegen seinen eigentlichen Arbeitgeber noch einen Tick motivierter als sonst zu Werke gehen dürfte. Sander wird egal sein, wer die Tore für die TuS schießt - Hauptsache, am Ende kommt Zählbares heraus. Nötig wär"s allemal.
Sven Sabock

     Quelle Rhein-Zeitung 27.02.2010  http://rhein-zeitung.de


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