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02.01.10 TuS: Abwechslung unterm Hallendach
Trainer Sander lobt eifrige Profis
KOBLENZ. Nach fünf Trainingseinheiten unter der Regie von Petrik Sander kann sich der Kader von TuS Koblenz erstmals unter Wettkampfbedingungen dem neuen Cheftrainer präsentieren. Der Fußball-Zweitligist nimmt am Sonntag am Hallenturnier in Frankfurt (15 Uhr, DSF) teil, die Vorrunden-Gegner beim "Licher Hessen Cup" sind der FC St. Pauli und der FSV Frankfurt. Weitere Teilnehmer des Sechser-Turniers sind Kickers Offenbach, Arminia Bielefeld und Eintracht Frankfurt.
"Wir wollen uns dort ordentlich aus der Affäre ziehen", sagt Sander, der die Gelegenheit nutzen will, um auch einige Akteure aus der zweiten Garde in Augenschein zu nehmen. Das Ganze soll letztlich eine willkommene Abwechslung zu den Übungseinheiten zu Beginn der Vorbereitung sein, in denen die TuS-Spieler derzeit praktisch jeden Tag auf dem Trainingsplatz ran müssen. Selbst am Silvester-Tag setzte Sander zwei Einheiten an, nach einem freien Neujahrstag geht"s am heutigen Samstag weiter. "Wir haben bislang unser Programm wie geplant durchgezogen", will sich der Trainer gar nicht erst mit den widrigen Bedingungen auf dem Südplatz aufhalten. Sanders wichtigste Erkenntnis der ersten Tage auf dem Oberwerth: "Ich bin mit Einsatz und Wille zufrieden."
Mit dem Turnier in Frankfurt endet in der kurzen Zeit bis hin zum ersten Rückrundenspiel gegen 1860 München am Sonntag, 17. Januar, die erste Vorbereitungs-Phase. In zwei Testspielen gegen den 1. FC Köln (Dienstag, 16.30 Uhr, in Hennef) und beim belgischen Erstligisten RC Genk am 10. Januar dürfte sich demnach schon eine mögliche Formation herauskristallisieren.
Weiter offen ist, ob der Kader bis dahin eine Blutauffrischung erfährt. Als möglicher Neuzugang wird nach wie vor Daniel Gunkel von Mainz 05 gehandelt. Der Mittelfeldspieler hat beim Bundesligisten bereits seinen Abschied angekündigt, ist aber mit den 05ern erst einmal ins Trainingslager nach Spanien gereist. (sab)
Quelle Rhein-Zeitung 02.01.2010 http://rhein-zeitung.de
04.01.2010 TuS: Hängepartie um Shefki Kuqi
In Koblenz sucht man nach Alternativen für den abwanderungswilligen Kapitän - Test gegen 1. FC Köln fällt aus
Knapp zwei Wochen vor Beginn der Rückrunde arbeitet Fußball-Zweitligist TuS Koblenz daran, dem Kader eine Blutauffrischung zukommen zu lassen. Was angesichts einer knappen Kasse und der Hängepartie um Kapitän Shefki Kuqi ein schwieriges Unterfangen ist.
KOBLENZ. Auch am Wochenende musste Wolfgang Loos viel telefonieren. Die fußballlose Zeit ist nun mal die Zeit der Personalwechsel und der Gerüchte, da macht TuS Koblenz keine Ausnahme. Fest steht, dass auch der 17. der Zweiten Liga in diesem Winter an seinem Kader einige kosmetische Korrekturen durchführen will, um in der Rückrunde besseren und erfolgreicheren Fußball zu spielen. Welchen Umfang die Renovierungsarbeiten letztlich haben werden, ist aber noch offen. Eine Schlüsselfigur dürfte dabei der abwanderungswillige Shefki Kuqi sein.
"Es liegt kein Angebot eines anderen Vereins vor, er trainiert mit der Mannschaft mit, von daher ist ein Wechsel derzeit kein Thema", sagt Loos über Kuqi. Was sich allerdings täglich ändern kann, weshalb die TuS gerade für die Offensive nach möglichen Alternativen Ausschau hält. Eine knifflige Angelegenheit, denn treffsichere - und noch dazu bezahlbare - Stürmer sind im Winter rar. Sollte sich ein Abnehmer für den Finnen finden, würde sich der finanzielle Spielraum fraglos erweitern. "Wenn ein Verein kommt, werden wir uns zusammensetzen und nach einer Lösung suchen", so Loos. Der englische Zweitligist Swansea City soll Kuqi auf der Liste haben.
Auch nach einem Außenbahnspieler wird derzeit gefahndet. Zum einen, weil sich Linksfuß Zoltan Stieber nach wie vor mit Problemen an der Bauchmuskulatur herumplagt, die im Moment kein Training zulassen - zum anderen aber auch, weil von den Flügeln zu wenig Impulse ausgingen. Manager Loos und Trainer Petrik Sander werden dabei wohl auch bei dem ein oder anderen Bundesligisten vorstellig werden und eine Ausleihe anstreben. Klar ist: Der neue Mann muss sofort helfen können. Und: In diesen Tagen, so Loos weiter, ist nicht der Zeitpunkt, um Konzeptionen auf den Weg zu bringen, "sondern für uns geht es jetzt darum, alles dafür zu tun, um in 17 oder 19 Spielen die Klasse zu halten."
Parallel zu den anvisierten Verstärkungen werden die Verantwortlichen auch diversen Akteuren einen Wechsel nahelegen, um den ohnehin schon üppigen Koblenzer Kader nicht noch weiter aufzublähen. Neben den bislang kaum zum Zug gekommenen Offensivkräften Renaldo Rama und Aljmir Murati gilt auch der Bosnier Darko Maletic vermutlich als ein Kandidat, dem die TuS bei einem Angebot wohl keine Steine in den Weg legen würde.
Gar nicht in den Kram passt Sander, dass der für Dienstag angesetzte Test gegen den 1. FC Köln ausfällt. Angesichts des Wintereinbruchs hat sich der Bundesligist kurzfristig entschieden, das Trainingslager in die Türkei zu verlegen, die TuS muss nun improvisieren. Aber das ist man in Koblenz ja gewohnt. Sven Sabock
Frühes Aus für TuS Koblenz bei Hallenturnier in Frankfurt - Auch FCK scheitert
Mit zwei Niederlagen endete für TuS Koblenz der erste Auftritt im neuen Jahr. Der Fußball-Zweitligist kassierte beim Hallenturnier in Frankfurt gegen die Liga-Konkurrenten FC St. Pauli ein 0:2 und FSV Frankfurt ein 1:4 und schied damit bereits in der Vorrunde aus. Der neue Trainer Petrik Sander nahm dabei etliche Akteure aus der zweiten Reihe in Augenschein, den einzigen Treffer der TuS erzielte Shqipran Skeraj. Tags zuvor musste der 1. FC Kaiserslautern beim Turnier in Mannheim ebenfalls früh die Segel streichen. Die Pfälzer schieden nach einem 2:3 gegen den späteren Turniersieger Waldhof Mannheim und einem 3:3 gegen den SC Freiburg aus.
Sander: Für einige wird es unangenehm
TuS Koblenz scheidet beim Hallenturnier in Frankfurt bereits in der Vorrunde aus - Trainer bemängelt "Wohlfühlgesellschaft" im Kader
Wie das alte Jahr endete, so begann auch das neue für die Fußballer der TuS Koblenz: mit zwei Niederlagen. Beim Hallenturnier in Frankfurt saß der neue Koblenzer Trainer Petrik Sander bewusst auf der Tribüne und überließ seinem Assistenten Uwe Koschinat das Coaching an der Bande.
FRANKFURT. Das Positive für TuS Koblenz vorweg: Punkte waren nicht zu vergeben unter dem Frankfurter Hallendach. Wodurch der gestrige Auftritt des Koblenzer Kaders in der Höchster Ballsporthalle die Lage im Abstiegskampf der Zweiten Bundesliga nicht weiter verschlechtert hat. Mit den beiden Niederlagen gegen den FC St. Pauli (0:2) und den FSV Frankfurt (1:4) verabschiedeten sich die Koblenzer nach zweimal 20 Minuten Hallenfußball schon nach der Vorrunde sang- und klanglos aus dem Turnier um den Licher Hessen Cup.
Neu-Trainer Petrik Sander nahm auf der Tribüne Platz und sammelte von dort wichtige Erkenntnisse. "Der Auftritt heute ist ein Spiegelbild dessen, was sich in der Meisterschaftsrunde abgezeichnet hat und in der Tabelle sichtbar ist", zog der Ex-Cottbuser Trainer ein kurzes Fazit. Und kündigte Reaktionen an: "Es wird Signale geben. Für viele ist das hier offenbar eine Wohlfühlgesellschaft. In unserer Situation muss jeder einzelne Spieler einfach mehr machen. Für einige wird es unangenehm werden."
Ein Signal ganz anderer Art hat Koschinat derweil erhalten. "Es ist ein sehr angenehmes Arbeiten mit dem neuen Trainer. Er hört sich die Meinungen aller an. Jeder kann seine Gedanken einbringen", freut sich das Koblenzer Urgestein über die Wertschätzung seines Chefs.
Diese äußerte sich auch unmittelbar nach dem mit 1:4 verlorenen zweiten Turnierspiel der TuS im Kabinengang. Mit einem Schulterklopfer empfing Sander seinen Assistenten, um anschließend in einem Vier-Augen-Gespräch die Eindrücke auszutauschen. Danach ging es gemeinsam in die Kabine zur Mannschaft.
Zuvor hatte Frankfurts Sebastian Göbig die TuS beim 4:1 mit drei Treffern fast im Alleingang besiegt. Jener Göbig, der im letzten Spiel des Jahres 2009 am Oberwerth den entscheidenden Elfmeter zum Frankfurter 1:0 herausgeholt hatte. Schon im Auftaktspiel gegen den FC St. Pauli agierten die Koblenzer Spieler viel zu passiv, viel zu wenig aggressiv und auch zu wenig engagiert, um mehr zu erreichen.
"Nach so einem Auftritt kann man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen", sagte Koschinat. "Man kann heute von einer Überforderung unserer Spieler sprechen. Vom Tempo her, von der Körperspannung und vom Bewegungsverhalten."
Die Zeit bis zum Rückrundenstart ist knapp bemessen. Bereits in knapp zwei Wochen wartet der TSV 1860 München zum Auftakt in die zweite Halbserie auf die TuS. Welchen Spielern Sander und Koschinat dann ihr Vertrauen schenken werden, ist noch unklar. Sander: "Unser Problem ist nicht die Größe des Kaders. Das Problem ist die Einstellung innerhalb des Kaders." Der war mit 40 Köpfen in der Bankenmetropole riesengroß - die TuS wollte damit den Gemeinschaftssinn demonstrieren.
"Petrik Sander macht einen super Eindruck bei seiner Arbeit", lobte Manuel Hartmann den neuen Cheftrainer. Um gleich eine Forderung an einige seiner Kollegen hinterherzuschieben: "Ich konnte auch mit Uwe Rapolder als Trainer gut leben. Jetzt müssen sich vor allem die Spieler zeigen, die unter ihm angeblich nicht mehr spielen konnten." Christoph Hansen
FC Metternich ist Stadtmeister
Hallenfußball: Tor von Christian Braun entscheidet Finale gegen Horchheim
KOBLENZ. Der FC Metternich ist Koblenzer Stadtmeister im Hallenfußball: Der Bezirksligist besiegte im Finale des Fuchs-Personal-City-Cups in der Sporthalle Oberwerth den FC Horchheim mit 1:0. Das entscheidende Tor erzielte Christian Braun.
"Wir werden den Erfolg sicher nicht überbewerten, aber er gibt uns Selbstvertrauen für die anstehenden Aufgaben", nahm Metternichs Trainer Jürgen Brendgen den Erfolg recht gelassen. Vor 1500 Zuschauern war das erste Hallenspektakel nach den geruhsamen Feiertagen so recht nach dem Geschmack der Fans. "Die Spiele liefen alle in einem fairen Rahmen ab, weil sämtliche Akteure darum bemüht waren", lobte Kreissachbearbeiter Winfried Höfer Mannschaften und Spieler. Aber Höfer erhielt auch selbst ein Lob von Josef Hens, dem Vizepräsidenten des Fußballverbandes Rheinland: "Die 14. Auflage des Turniers zeigt deutlich, dass das Turnier eine Zukunft hat. Dies sieht man nicht nur auf dem Hallenparkett, sondern die gesamte Organisation des Turniers durch Winfried Höfer, Tom Theisen und Volker Herb zeigt, dass hier einfach gute Arbeit geleistet wird. Vor allem aber das Konzept, das Turnier an einem Tag auszutragen, hat sich bewährt."
In den Gruppenspielen setzen sich die Favoriten durch, nur Titelverteidiger SV Anadolu Spor Koblenz konnte nicht an die Vorjahresleistungen anknüpfen und belegte in seiner Gruppe den letzten Platz. "Wir hätten sicher nichts gegen eine bessere Platzierung gehabt, aber unsere Ziele sind andere", erklärte Trainer Fuat Pek.
In den Viertelfinals setzten sich mit Horchheim, Metternich und Rot-Weiß Koblenz zunächst die Favoriten durch. Im vierten Duell gab es jedoch eine faustdicke Überraschung: Die Zweitligareserve der TuS Koblenz verlor gegen Rübenach nach Penaltyschießen. Die TuS II führte zwar mit 3:1, doch sie hatte die Rechnung ohne Rübenachs überragenden Akteur Nico Dudek gemacht. Dudek schaffte mit seinem zweiten Tor nicht nur den Anschlusstreffer, sondern er war auch maßgeblich am Ausgleich unmittelbar vor dem Schlusspfiff beteiligt. Nach dem Penaltyschießen hieß es 6:5 für Rübenach. Nach der Überraschung des Turniers gab es den einzigen Misston der Veranstaltung. Was nach dem Ausscheiden an Häme über die TuS-Youngster hereinbrach, hat die Mannschaft, die ansonsten ein ordentliches Turnier spielte, nicht verdient.
Im Halbfinale gegen Metternich fehlte Dudek verletzt, und die Rübenacher waren beim 0:2 gegen Metternich chancenlos. Das zweite Halbfinale sah mit Horchheim einen Überraschungssieger, als die Mannen um Spielertrainer Michael Roll sich mit 3:1 gegen Rot-Weiß Koblenz behaupteten. Im Finale zwischen Metternich und Horchheim zeigte die Germania, warum die Mannschaft im gesamten Turnier nur einen einzigen Treffer kassiert hat. Auch im letzten Spiel stand die Defensive, und der einzige Treffer im Endspiel von Christian Braun genügte zum Titelgewinn. Wilfried Zils
Quelle Rhein-Zeitung 04.01.2010 http://rhein-zeitung.de
05.01.2010 TuS trotzt Winter
Test gegen SV Wehen
KOBLENZ. Der Wintereinbruch macht Fußball-Zweitligist TuS Koblenz zu schaffen, aber Chefcoach Petrik Sander will sich von den gefrorenen Trainingsplätzen nicht aus dem Konzept bringen lassen. "Die Stadt tut alles, um uns im Rahmen der Möglichkeiten zu unterstützen", freut sich Sander, dass trotz der widrigen Bedingungen zumindest der Rasen im Stadion Oberwerth gut bespielbar ist. Und, so der Trainer weiter: "Viele Defizite lassen sich auch auf schlechten Böden aufarbeiten."
Neben der Verbesserung der Grundlagen-Ausdauer will der 49-Jährige in den anstehenden Einheiten mit der Mannschaft eine taktische Grundordnung erarbeiten. Vorrangiges Ziel ist, die Defensivarbeit effektiver zu gestalten. Um sich einen Überblick vom aktuellen Personal zu verschaffen, hatte der neue Trainer zwischenzeitlich etliche Akteure aus der U23 in den Übungsbetrieb integriert. In den kommenden Tagen wird die 30-köpfige Gruppe erheblich reduziert, auch einige Profis dürften dabei durchs Sieb fallen.
Nachdem Bundesligist 1. FC Köln den geplanten Test abgesagt hat, ist die TuS auf der Suche nach Ersatz kurzfristig fündig geworden. Die Koblenzer spielen nun heute um 14 Uhr im Stadion Oberwerth gegen Drittligist Wehen Wiesbaden. (sab)
Quelle Rhein-Zeitung 05.01.2010 http://rhein-zeitung.de
06.01.2010 TuS: Null Tore im ersten Test
Koblenz offenbart altbekannte Leiden gegen Drittligisten Wehen
TuS Koblenz - SV Wehen Wiesbaden 0:0
KOBLENZ. Petrik Sanders Erkenntniszuwachs nach dem ersten Testspiel unter seiner Regie musste nun wirklich niemanden überraschen. "Es bleibt nach wie vor viel Arbeit", meinte der Trainer von TuS Koblenz nach dem mageren 0:0 des Zweitligisten gegen Drittligavertreter SV Wehen Wiesbaden.
Die Nullnunmmer bei klirrender Kälte offenbarte das altbekannte Problem der TuS in dieser Spielzeit. "Im Spiel nach vorn entwickeln wir zu wenig Durchschlagskraft, wir erarbeiten uns kaum Chancen", analysierte Sander das Offensivdilemma.
Vielleicht bringt neues Personal ja neuen Schwung. "Wir arbeiten dran", ließ der Trainer verlauten, nachdem er zu- vor drei Akteuren - Aljmir Murati, Renaldo Rama und Darko Maletic - bedeutet hatte, nicht mehr mit ihnen zu planen.
Zumindest stand hinten diesmal die Null - dank des Keepers. Bezeichnend für die Leistung des Zweitligisten, dass sich Torsteher Dieter Paucken das Prädikat "bester TuS-Spieler" verdiente.
Klaus Reimann
Quelle Rhein-Zeitung 06.01.2010 http://rhein-zeitung.de
07.01.2010 Petrik Sander fängt hinten an
Trainer von TuS Koblenz arbeitet am Defensiv-Konstrukt - Hudec meldet sich zurück
Zehn Tage vor dem Start in die Rückrunde gibt"s bei Fußball-Zweitligist TuS Koblenz nach wie vor zahlreiche offene Baustellen. Mit dem Prinzip der kleinen Schritte will der neue Trainer Petrik Sander den Tabellen-17. nach und nach auf Vordermann bringen. Ein steiniger Weg.
KOBLENZ. Man nehme einen neuen Trainer, und plötzlich geht alles wie von selbst. Diese Formel greift im Fußball nur in den seltensten Fällen - auch bei Zweitligist TuS Koblenz ist man nicht so naiv zu glauben, dass unter der Regie von Petrik Sander von heute auf morgen die Leichtigkeit Einzug hält. Vielmehr macht sich der 49-Jährige unerschrocken daran, die Mannschaft auf einen zähen Abstiegskampf einzustellen. Das wurde auch im bescheidenen 0:0 im Test gegen Wehen Wiesbaden untermauert.
"Gut ist zunächst einmal, dass wir hinten zu null gespielt haben", sagt Sander, der angesichts der diversen Mängel in der Offensive zunächst einmal damit beginnt, nach hinten die Reihen zu schließen. "Wir müssen sehen, dass wir das Zentrum zukriegen und Tore verhindern", nennt der Coach seine vordringliche Aufgabe im Hinblick auf den Rückrundenauftakt in zehn Tagen gegen 1860 München. Der Ansatz des neuen Hoffnungsträgers ist nachvollziehbar, zumal die Mannschaft im hinteren Bereich vergleichsweise gut aufgestellt ist.
Zum Beispiel konnte der designierte Abwehrchef Martin Hudec nach einem komplizierten Knöchelbruch und sechs Monaten Zwangspause über 70 Minuten schmerzfrei mitmischen und ist damit quasi der erste Winter-Neuzugang für Sander. "Man hat gesehen, dass ihm noch ein bisschen die Spielpraxis gefehlt hat", waren dem Coach einige Ungenauigkeiten im Pass- und Stellungsspiel von Hudec nicht entgangen - was aber nicht weiter verwundert. Auch der Tscheche weiß, dass er noch nicht bei hundert Prozent ist: "Ich werde sicher noch ein paar Wochen brauchen." Aber: Hudec ist bereits eine Option, auch Benjamin Lense wird nach seiner Leistenverletzung in den nächsten Tagen im Kreis der Mannschaft zurückerwartet.
Davor bevorzugt der TuS-Trainer offenbar eine Variante mit zwei "Sechsern", wobei sich Frank Wiblishauser neben dem nach wie vor gesetzten Manuel Hartmann berechtigte Hoffnungen auf den freien Platz machen darf. Wichtigster Grundsatz für alle Beteiligten: "Die Spieler müssen Vertrauen finden und ein Bewusstsein entwickeln, dass sie auch mal einen Fehler machen können", weiß Sander um die Verunsicherung in seinen Reihen. Gegen Wehen mündete das Ganze mehrfach in weiten Schlägen nach vorn, während der 90 Minuten kam die TuS nur zu einer zwingenden Torchance.
"Natürlich ist das nicht das Gelbe vom Ei", ist sich Sander der Defizite bewusst, "aber uns bleibt nichts anderes übrig, als nach und nach die Dinge anzugehen." Sein Plan: Über die geordnete Defensive soll dann auch auf dem Weg nach vorn mehr Kreativität entstehen. Ärgerlich allerdings, dass aufgrund der Verletzungen von Zoltan Stieber und Christian Müller derzeit praktisch kein Personal für die Außenbahnen vorhanden ist. Auf der rechten Seite wechselten sich bei dem unter Uwe Rapolder kaum berücksichtigten Tom Geißler Licht und Schatten ab, die Versetzung von Ervin Skela und später von Melinho auf die linke Seite darf als Notlösung betrachtet werden. Gerade auf der linken Seite ist die Ungewissheit groß, wann das Improvisieren dort ein Ende hat. Die Bauchmuskelverletzung von Stieber hat sich als Schambeinentzündung herauskristallisiert. Eine unangenehme Verletzung, deren Heilungsverlauf schwer vorherzusagen ist. Sicher scheint, dass der Ungar gegen München kein Thema ist.
So weit denkt Sander zumindest öffentlich noch nicht. Der Coach will die kommenden Tage weiter dazu nutzen, um an Formation und Taktik zu feilen. Der nächste Test am Sonntag beim belgischen Erstligisten KRC Genk dürfte dabei in jeder Hinsicht als wichtiger Gradmessser dienen. Sven Sabock
Kapitän Shefki Kuqi wird zum Bankdrücker
KOBLENZ. Gegen den SV Wehen Wiesbaden durfte praktisch der gesamte Kader von TuS Koblenz sein Können zeigen, nur einer musste während der gesamten 90 Minuten draußen bleiben: Shefki Kuqi. Und an diesem Zustand dürfte sich vorerst wohl auch nichts ändern. "Ich kann ja nicht mit einem Spieler planen, der den Verein verlassen will", sagt Trainer Petrik Sander zu Recht und fügt an: "So lange von ihm kein klares Bekenntnis zur TuS kommt, wird er auch nicht spielen." Laut Geschäftsführer Wolfgang Loos hat sich nach wie vor kein Verein gemeldet, der den Finnen verpflichten will. Statt Shefki Kuqi stürmte dessen Bruder Njazi an der Seite von Emmanuel Krontiris, der in der zweiten Halbzeit von Johannes Rahn abgelöst wurde. Die Kapitänsbinde trug Manuel Hartmann. (sab)
Quelle Rhein-Zeitung 07.01.2010 http://rhein-zeitung.de
08.01.2010 Kapllani und Glockner verstärken die TuS
Zweitligist leiht zwei Offensivspieler aus
KOBLENZ. Zwei neue Offensivkräfte sollen TuS Koblenz zum Klassenverbleib in der Zweiten Fußball-Bundesliga verhelfen. Der Verein leiht Angreifer Edmond Kapllani von Liga-Konkurrent FC Augsburg bis zum Saisonende aus, vom Bundesligisten SC Freiburg kommt Außenspieler Andreas Glockner. Der 21-Jährige wird ebenfalls bis zum 30. Juni ausgeliehen.
"Beide werden uns verstärken", ist TuS-Geschäftsführer Wolfgang Loos sicher und freut sich, dass die Koblenzer den Zuschlag vor diversen Mitbewerbern erhalten haben. "Uns war wichtig, dass wir deutschsprachige Spieler bekommen, die wir schnell integrieren können", sagt Loos weiter, "denn bis zur Rückrunde bleibt uns ja nicht viel Zeit." Mit den Transfers sind laut Loos die Aktivitäten der TuS beendet. "Wir werden allenfalls noch einmal tätig werden, wenn es uns gelingt, noch Spieler abzugeben." Damit dürfte wohl auch eine mögliche Ausleihe des Mainzers Daniel Gunkel (vorerst) kein Thema sein, auch der zum VfB Stuttgart II gewechselte Tobias Rathgeb geisterte in Koblenz durch die Internet-Foren.
Kapllani und Glockner sollen die Probleme der TuS im Angriff beheben. Loos hofft darauf, dass der Albaner Kapllani an seine erfolgreiche Zeit beim Karlsruher SC anknüpfen kann, wo ihm in der Aufstiegs-Saison 2007 17 Treffer geglückt waren. Vor der laufenden Spielzeit wechselte der 27-Jährige zum FC Augsburg, wo er sich jedoch nicht durchsetzen konnte und angesichts der starken Konkurrenz im Angriff nur auf zwei Einsätze kam.
Glockner gilt als technisch versierter und schneller Außenspieler. Das Eigengewächs des SC Freiburg kam in der Vorsaison auf 16 Einsätze und will nun bei der TuS verstärkt Spielpraxis sammeln. Die erste Gelegenheit dazu gibt"s vermutlich bereits am Sonntag. Im Test beim belgischen Erstligisten KRC Genk können sich Kapllani und Glockner an ihre neuen Kollegen gewöhnen. (sab)
Paucken belohnt sich für seinen Fleiß
Ein "Schängel" wird beim Zweitligisten TuS Koblenz zur Nummer eins auf Zeit - Wechselhafte Karriere des 27-Jährigen
Das gibt es in Zeiten des globalisierten Fußballs nicht allzu oft. Bei Zweitligist TuS Koblenz ist in Dieter Paucken derzeit ein waschechter "Schängel" die Nummer eins.
KOBLENZ. Manchmal muss man eben auch einen Umweg gehen, um ans Ziel zu kommen. So oder so ähnlich könnte man die Karriere von Dieter Paucken zusammenfassen, der einst aus Koblenz auszog, um die Fußball-Welt zu erobern. Genauer gesagt aus Neuendorf, wo die Wiege von Zweitligist TuS Koblenz steht. Nun, rund acht Jahre später, erfüllt sich für den 27-Jährigen ein kleiner Traum: Wenn nichts dazwischenkommt, wird Paucken zum Rückrundenstart gegen 1860 München zum zweiten Mal in dieser Saison bei seinem Heimatverein von Beginn an zwischen den Pfosten stehen.
Was zum einen daran liegt, dass Stammtorwart David Yelldell nach wie vor an einem Innenbandriss im Knie laboriert und wohl noch bis Ende Januar pausieren muss. Was zum anderen aber am Fleiß des 1,93-Meter-Mannes liegt, der vor der Saison eigentlich nur als Nummer drei verpflichtet worden war. "Ich habe lange darauf hingearbeitet, endlich zu spielen", freut sich Paucken.
Das war etliche Jahre nur sehr sporadisch der Fall. Bis zur A-Jugend hütete der Neuendorfer bei der TuS das Tor, versuchte sich dann ohne Erfolg bei Mainz 05 - um dem Fußball anschließend zwischenzeitlich ganz den Rücken zu kehren. Erst mit dem Engagement beim FV Engers ging es für Paucken wieder bergauf.
Über den damaligen Oberligisten ging es sogar zum 1. FC Köln, wo ihm der Durchbruch aber verwehrt blieb. Immerhin: Im Trikot der U 23 erzielte er im September 2006 das "Tor des Monats", als ihm in der Schlussminute des Oberliga-Spiels gegen Velbert per Fallrückzieher (!) das 1:1 glückte.
Vielleicht wäre Paucken ja sogar ein Mann für den schwächelnden Angriff der Koblenzer - aber in erster Linie ist er natürlich dazu da, um Tore zu verhindern. Und wenn man so will, ist der Schlussmann einer der wenigen Gewinner beim Zweitligisten. Im Vorfeld der Hinrunden-Partie beim 1. FC Kaiserslautern bekam er den Vorzug vor Marcus Rickert, um nach der Verletzung von Yelldell vor 35 000 Zuschauern auf dem Betzenberg seine Feuertaufe in der Zweiten Liga zu bestehen. "Ich war anfangs schon ein bisschen nervös", gibt er heute zu, "aber als ich den ersten Ball gefangen habe, ging es dann."
In Kaiserslautern bewahrte er die TuS in den abschließenden 30 Minuten vor einem Debakel, auch beim 0:1 gegen den FSV Frankfurt hielt er die Koblenzer mit einer Glanztat lange im Spiel. Mit einer starken Leistung bei dem Hallenturnier in Frankfurt sowie beim 0:0 gegen Wehen hat er auch in der Rückrunden-Vorbereitung seinen Platz als Nummer eins auf Zeit gefestigt. Sehr zur Freude von Trainer Petrik Sander, der damit zumindest eine Baustelle weniger hat: "Im Tor müssen wir uns schon mal keine Gedanken machen." Sven Sabock
Quelle Rhein-Zeitung 08.01.2010 http://rhein-zeitung.de
11.01.2010 TuS-Profis sind Sander zu brav
Koblenzer Zweitligist verliert Test beim belgischen Pokalsieger KRC Genk - Stürmer Marvin Pourie wird getestet
Im abschließenden Test vor der Rückrunde erwies sich der belgische Erstligist KRC Genk als eine Nummer zu groß für TuS Koblenz. Als Testspieler durfte dabei der 19-jährige Marvin Pourie sein Können unter Beweis stellen.
KRC Genk - TuS Koblenz 3:0 (2:0)
GENK. Die Rasenheizung macht"s möglich: Obwohl Tief "Daisy" halb Europa mit Schnee bedeckt hat, konnte Fußball-Zweitligist TuS Koblenz den abschließenden Test vor der Winterpause auf einem satten Grün absolvieren. Die guten äußeren Bedingungen waren einer der wenigen positiven Aspekte, die Trainer Petrik Sander dem 0:3 beim KRC Genk abgewinnen konnte: "Mir fehlt noch die gesunde sportliche Aggressivität. Wenn wir das nicht verbessern, wird es schwer werden."
Beim belgischen Pokalsieger geriet die TuS früh in Rückstand. Nach einer Ecke in der neunten Minute verschätzte sich der zuletzt stark agierende Torwart Dieter Paucken und begünstigte damit das 0:1. Zehn Minuten später stand der 27-Jährige erneut im Mittelpunkt, als er nach einem heftigen Zusammenprall mit einem Stürmer der Gastgeber kurzzeitig bewusstlos war - dann aber doch bis zur Halbzeit weiterspielen konnte.
Mehr Pech hatte da Innenverteidiger Martin Hudec, der bereits nach 21 Minuten wegen Schmerzen an seinem gerade erst ausgeheilten Knöchel vom Feld musste. Kurz darauf erwischte es auch Emmanuel Krontiris: Der Angreifer schied mit Wadenproblemen aus. Ob beide ernsthaft verletzt sind und möglicherweise zum Rückrunden-Auftakt am Sonntag (13.30 Uhr) gegen 1860 München passen müssen, wird sich nach einer genaueren Untersuchung zeigen. Für Krontiris kam der 19-jährige Marvin Pourie in die Partie. Der bei den Münchner "Löwen" aussortierte Angreifer stellt sich derzeit bei der TuS vor und hofft auf ein Engagement. Daneben feierten wie erwartet die beiden Leihspieler Edmond Kapllani und Andreas Glockner ihr Debüt in der TuS-Startelf. Kapllani vergab in der 35. Minute eine der wenigen Chancen der TuS, zudem hatte der wiedergenesene Benjamin Lense kurz vor der Pause das zwischenzeitliche 1:2 auf dem Fuß.
Stattdessen kassierten die Koblenzer nach dem 0:2 (39.) in der 88. Minute auch noch das 0:3, wobei sich die mitten im Spielbetrieb stehenden Belgier den Luxus erlaubten, zwei Elfmeter zu verschießen - einen parierte Marcus Rickert glänzend, einer flog in Richtung Tribüne.
Nach der Pause gewährte Sander allen mitgereisten Akteuren Spielzeit, insgesamt war er mit dem Auftritt nicht wirklich zufrieden: "Vieles wirkt einfach zu brav." (sab)
Koblenz: Paucken (46. Rickert), Lense (46. Rahn), Mavric, Hudec (26. Forkel), Langen (46. Skela), Hartmann (62. Ndjeng), Geißler (46. Everson), Skeraj (62. Morack), Glockner (62. Bender), Kapllani (46. N. Kuqi), Krontiris (33. Pourie).
TuS auch in Genk ohne Treffer
KRC Genk - TuS Koblenz 3:0 (2:0)
GENK. Fußball-Zweitligist TuS Koblenz hat die Generalprobe vor dem Rückrunden-Auftakt am kommenden Sonntag verloren. Die Mannschaft von Trainer Petrik Sander blieb beim 0:3 (0:2) gegen den belgischen Erstligisten KRC Genk wie schon zuvor im Test gegen Wehen Wiesbaden ohne Treffer. Aufseiten der TuS standen die beiden Neuverpflichtungen Edmond Kapllani und Andreas Glockner in der Startelf, zudem wurde für 60 Minuten der bei Liga-Konkurrent 1860 München unter Vertrag stehende Angreifer Marvin Pourie getestet. "Die Belgier haben unsere Schwächen schonungslos aufgedeckt", war Sander nur mit Abstrichen zufrieden. (sab)
Adenau bezwingt TuS Koblenz II im Neunmeterschießen
Bezirksligaturnier in Mülheim-Kärlich endet mit einer Überraschung - Tobias Bauer bester Schütze, Sven Metzen bester Keeper
MÜLHEIM-KÄRLICH. Die SG Adenau/Leimbach/Reifferscheid hat sich den Titel beim prestigeträchtigen Bezirksliga-Hallenfußballturnier um den Sesterhenn-Cup in der Philipp-Heift-Sporthalle in Mülheim-Kärlich gesichert und nebenbei auch noch 250 Euro in die Mannschaftskasse eingespielt.
Im Endspiel setzte sich das Team aus der Hocheifel mit 4:3 im Neunmeterschießen gegen den Favoriten TuS Koblenz II durch. Nach Ende der regulären Spielzeit hieß es 1:1. Pascal Nowak glich die Koblenzer Führung durch Tobias Bauer - mit zehn Treffern der torhungrigste Akteur - vor 300 Zuschauern noch aus. Im Neunmeterschießen lief Adenaus Schlussmann Sven Metzen, der auch zum besten Schlussmann der Veranstaltung gewählt wurde, zur Höchstform auf. In der Vorrunde war die SG gegen Koblenz II noch mit 0:5 untergegangen. "Da hatten wir die Hosen noch voll. Danach lief es besser, aber mit dem Turniersieg hatte bei uns nun wirklich niemand geliebäugelt", sagte SG-Kapitän Christian Hecken. Dabei stand hinter dem Auftritt der Adenauer lange Zeit ein Fragezeichen. Die Anfahrt vom Nürburgring glich eher einer Polarexpedition.
Die SG Unzenberg hatte aufgrund der Schneedecke im Hunsrück ihren Start abgesagt. So stellte die SG Mülheim-Kärlich II gleich zwei Mannschaften, um einen geordneten Turnierablauf zu garantieren. Den dritten Platz und ein Preisgeld von 100 Euro schoss sich Rot-Weiß Koblenz im Neunmeterschießen gegen den TuS Asbach heraus. Titelverteidiger SV Roßbach/Verscheid II strich nach dem 3:4 gegen Rot-Weiß bereits im Viertelfinale die Segel wie auch der TuS Immendorf gegen Koblenz II.
Auch für die Reserve des TuS Mayen kam nach einer Vorrunde ohne Niederlage in der Runde der letzten acht überraschend das Aus gegen den späteren Turniersieger. Zehn Sekunden vor Spielende versetzte Christian Hecken dem TuS II mit dem 2:1 den entscheidenden Niederschlag. "Erst kommen wir souverän weiter, dann dieses ärgerliche Aus. Die Stimmung in der Halle war aber dennoch am gesamten Tag fantastisch", so Mayens Manager Andy Kohlhaas.
Noch schlimmer erwischte es die SG Eich/Nickenich/ Kell: Personell arg gebeutelt kam nach drei Niederlage das Aus in der Vorrunde. Dabei musste SG-Trainer Ralph Seul selbst die Schuhe schnüren: "Mit 44 Jahren war ich sicherlich der älteste Feldspieler. Für zwei Minuten hat die Luft noch gereicht, für mehr aber nicht." Auch der D-Ligist FC Andernach schied nach einer ansprechenden Leistung trotz vier Punkte in der Vorrunde aus. (dag)
Quelle Rhein-Zeitung 11.01.2010 http://rhein-zeitung.de
12.01.2010 TuS trainiert auf Kunstrasen - Pourie wird beobachtet
KOBLENZ. Fußball-Zweitligist TuS Koblenz muss im Vorfeld des Rückrunden-Auftakts gegen 1860 München erneut umziehen: Aufgrund der anhaltenden frostigen Temperaturen absolviert das Team von Trainer Petrik Sander die Einheiten auf dem Kunstrasenplatz im Höhen-Stadtteil Immendorf. Mithilfe der Fans soll dort heute und am Mittwoch ab 9 Uhr das künstliche Grün vom Schnee befreit werden. Für Sander beginnt damit auch die Suche nach der Startformation gegen die "Löwen". "Ich werde ganz genau hinschauen, wer für einen Platz infrage kommt", fordert der Coach mehr Aggressivität von seinen Schützlingen. Entwarnung gab es von Innenverteidiger Martin Hudec, der nach seiner Knöchelprellung wohl bis zum Sonntag fit wird. Im Verlauf der Woche dürfte sich wohl auch entscheiden, ob Probespieler Marvin Pourie unter Vertrag genommen wird. Geschäftsführer Wolfgang Loos: "Wir behalten ihn im Auge." (sab)
Hans Dill ist zurückgetreten
KOBLENZ. Hans Dill, Vorstandsmitglied der TuS Koblenz, ist zurückgetreten. Dill war Sportlicher Leiter des Vereins und vor allem Ansprechpartner für die zweite Mannschaft, die an der Tabellenspitze der Fußball-Bezirksliga Mitte steht. TuS-Präsident Werner Hecker dankte Hans Dill für seine geleistete Arbeit und wird in der kommenden Woche anlässlich einer Vorstandssitzung die Aufgaben des Vorstandes der TuS Koblenz neu verteilen.
Quelle Rhein-Zeitung 12.01.2010 http://rhein-zeitung.de
14.01.2010 Gunkel freut sich auf Sander und die TuS
Mittelfeldspieler wechselt von Mainz 05 nach Koblenz - Was wird aus Melinho?
KOBLENZ/MAINZ. Rechtzeitig vor dem Rückrundenauftakt hat Fußball-Zweitligist TuS Koblenz die erhoffte Verstärkung für das defensive Mittelfeld an Land gezogen. Von Mainz 05 kommt Daniel Gunkel, der schon seit einigen Wochen als möglicher Neuzugang gehandelt wurde. Der 29-Jährige unterschrieb vorerst einen Vertrag bis zum Saisonende und könnte somit bereits am Sonntag in der Partie gegen 1860 München auflaufen.
"Natürlich ist das zunächst kein Schritt nach vorn für mich", sagt Gunkel, der sich aber auf die Herausforderung freut, seinen Anteil daran zu leisten, dass die TuS in der Klasse bleibt. "Ich glaube, mit Petrik Sander können wir das schaffen", war für ihn nicht zuletzt der gute Draht zum Trainer ein Argument dafür, auf dem Oberwerth anzuheuern. Sander und Gunkel kennen sich aus gemeinsamen (und erfolgreichen) Zeiten bei Energie Cottbus. Nach dreieinhalb Jahren in Mainz spielte er in den Planungen von Trainer Thomas Tuchel zuletzt keine Rolle mehr. Insgesamt stehen für den schussgewaltigen Mittelfeldmann 31 Bundesliga- und 84 Zweitligaspiele zu Buche.
Nach den beiden Leihspielern Edmond Kapllani und Andreas Glockner ist Gunkel der dritte Winter-Zugang der TuS, bei der aber nach wie vor die finanzielle Vernunft wichtigstes Kriterium bleibt. "Wir haben eine Lösung gefunden, die für uns wirtschaftlich darstellbar ist", sagt Geschäftsführer Wolfgang Loos, der auf der anderen Seite eifrig dabei ist, Gehaltsposten streichen zu können. Nach der Vertragsauflösung mit Renaldo Rama steht offenbar auch der Abschied der Offensivkräfte Darko Maletic und Aljmir Murati bevor.
Auch eine vorzeitige Rückkehr des von Sigma Olmütz ausgeliehenen Melinho dürfte nun ein Thema werden - zumal der Brasilianer auf derselben Position wie Gunkel agiert. "Wir sind mit seinen Leistungen nicht zufrieden. Und er hat sich das wohl auch anders vorgestellt", sagt Loos über Melinho und ist zwischenzeitlich bei den Offiziellen des tschechischen Erstligisten vorstellig geworden. (phe/sab)
Quelle Rhein-Zeitung 14.01.2010 http://rhein-zeitung.de
15.01.2010 Sander und Büskens im Fokus
Zweitliga-Auftakt mit zwei neuen Trainern an der Seitenlinie
KOBLENZ. Neue Trainer, neue Hoffnung: Zum Rückrunden-Auftakt der Zweiten Bundesliga rücken Petrik Sander und Mike Büskens in den Mittelpunkt des Interesses. Die bei TuS Koblenz und der SpVgg Greuther Fürth verpflichteten Fußballlehrer sollen dafür sorgen, dass die ins Schlingern geratenen Klubs wieder in die Spur kommen.
Vor allem in Koblenz wartet jede Menge Arbeit auf Sander - was den 49-Jährigen aber nicht schreckt. "Wir müssen den Weg der kleinen Schritte gehen und dabei auch Rückschläge einbeziehen", gibt der Trainer die Richtung vor und betont: "Das Spielen kommt erst ganz am Ende, denn wir sind im Abstiegskampf und nicht im Abstiegsspiel." Die ausgeliehenen Edmond Kapllani und Andreas Glockner sowie der von Mainz 05 verpflichtete Daniel Gunkel sollen helfen, zumindest Platz 16 zu erreichen. "Es wäre aber unfair, ihnen die komplette Last aufzubürden", fordert Sander von allen Akteuren mehr Verantwortung.
Nicht viel besser ergeht es den ambitioniert in die Saison gestarteten Fürthern, wo sich Büskens vorgenommen hat, "so schnell wie möglich in die Regionen zu kommen, in die der Verein gehört". Am Samstag bekommen es die Franken gleich mit Liga-Primus 1. FC Kaiserslautern zu tun - und in der Pfalz lebt nach dreieinhalb Jahren im Unterhaus der Traum von der Bundesliga wie lange nicht mehr. Immerhin gehen die Lauterer mit neun Punkten Vorsprung auf einen Nichtaufstiegsplatz in die Rückserie. "Wir werden uns nicht aus dem Konzept bringen lassen", verspricht Torwart Tobias Sippel.
Petrik Sander: Wir müssen zeigen, dass wir wollen
Wie der neue Trainer von TuS Koblenz den Klassenverbleib schaffen will - 49-Jähriger warnt vor überzogenen Erwartungen und setzt im Abstiegskampf auf die einfachen Tugenden
Für TuS Koblenz geht es auch im vierten Jahr der Zweitliga-Zugehörigkeit lediglich darum, den Klassenverbleib zu schaffen. Vor dem Rückrunden-Auftakt am Sonntag gegen den TSV 1860 München gilt dabei der neue Trainer Petrik Sander als der Hoffnungsträger auf dem Oberwerth. Der 49-Jährige warnt aber vor überzogenen Erwartungen und stellt sich auf ein nervenaufreibendes Halbjahr ein.
KOBLENZ. Petrik Sander ist niemand, der sich lange mit Widrigkeiten aufhält. Den 49-Jährigen interessiert nicht, was nicht geht, stattdessen schreitet er bei TuS Koblenz unerschrocken voran. Seit dem 29. Dezember ist Sander neuer Cheftrainer des Fußball-Zweitligisten, und das Ziel seiner Mission lässt sich mit einem Wort zusammenfassen: Klassenverbleib. Der neue Mann an der Seitenlinie geht die Herausforderung bescheiden und bodenständig an - gleichwohl hat er klare Vorstellungen, wie die Herkules-Aufgabe zu meistern ist. Im Interview mit unserer Zeitung macht Sander deutlich, dass er mit der TuS am Anfang eines steinigen Weges steht.
Sie sind jetzt zwei Wochen im Amt. Mit welchen Eindrücken gehen Sie in die Rückrunde? Grundsätzlich bin ich immer ein optimistischer Mensch - und so gehe ich die ganze Sache in Koblenz auch an. Wenn man Vorbehalte hätte, dann wäre das ganz sicher der falsche Weg. Wir wissen genau, in welcher Situation wir uns befinden. Wir wissen genau, wo wir den Hebel anzusetzen haben. Nur leider fehlt uns die notwendige Zeit, um alles aufzuarbeiten und auch alles in den Köpfen der Spieler so zu bereinigen, dass die Mannschaft bestimmte Dinge so macht, wie ich mir das vorstelle. Wer sich also dem Trugschluss hingibt und glaubt, dass die TuS jetzt jedes Spiel gewinnt und attraktiven Fußball zeigt, nur weil ein Petrik Sander an der Linie steht - das wird nicht funktionieren.
Sondern? Wir müssen stattdessen den Weg der kleinen und vielleicht auch der ganz kleinen Schritte gehen und dabei auch Rückschläge einbeziehen. Wir dürfen nicht erwarten, dass das alles ein Selbstläufer wird. Die Veränderungen, die notwendig sind, um wieder erfolgreichen Fußball zu spielen, sind schon gravierend und erfordern ganz einfach Zeit. Leider Gottes haben wir die nicht.
Wie könnte der Weg der kleinen Schritte aussehen? Die Ansetzungen deuten darauf hin, dass zu Beginn der Rückrunde ziemliche Brocken auf uns zukommen. Das sind Mannschaften, die schon oben stehen, beziehungsweise große Ambitionen haben, zum Beispiel Cottbus oder auch 1860 München. Wir wissen also, auf was wir gefasst sein müssen. Da muss man sehen, dass man nicht vor Angst erstarrt, sondern selbstbewusst ins Spiel geht und dokumentiert: Wir wollen uns auch steigern. Und deshalb bin ich auch optimistisch, weil ich sehe, dass die Mannschaft im Training gut mitzieht. Aber man merkt ihr eben auch an, dass hier eine jahrelange Handschrift spürbar ist.
Haben Sie sich eine bestimmte Punktzahl für die Rückrunde zum Ziel gesetzt? Nein. Ich glaube nicht, dass es Sinn macht, sich irgendwelche Punkte zurechtzulegen. Nein, unser Ziel muss einfach sein, von Spiel zu Spiel zu schauen und zu versuchen, jede Woche das Maximum herauszuholen. Auch das gehört zum Prinzip der kleinen Schritte.
Wie wichtig ist es für Sie, dass der Kader jetzt noch durch drei Neuzugänge verstärkt worden ist? Es ist nicht einmal entscheidend, wie viele Leute hinzukommen. Sondern wie die Mannschaft und jeder Einzelne diese neue Herausforderung annimmt. Wie er mit der Situation umgeht und auch bereit ist, mehr Verantwortung zu tragen. Dabei werden Fehler passieren, die auch angesprochen werden. Nur wiederholen dürfen sie sich nicht.
Aber die Neuen sind natürlich gekommen, um beim Klassenverbleib zu helfen. Ja, aber mir liegt es fern, sämtliche Hoffnungen den drei Spielern aufzubürden, das wäre ihnen gegenüber ungerecht. Es sind ja auch Spieler, die in ihren Vereinen zuletzt nicht so zum Zug gekommen sind. Auch sie müssen sich erst ihren Rhythmus erarbeiten und müssen sehen, dass sie ihren Platz in der Mannschaft finden. Wir haben eine gewisse fußballerische Qualität hinzugewonnen. Aber das muss sich in das Gebilde einfügen, damit es funktioniert.
Stichwort Fehler und deren Beseitigung: Wird der Abstiegskampf in erster Linie zur Nervensache? Definitiv. Mein relativ bescheidenes Anspruchsniveau besteht hier im Moment eigentlich darin, nach außen hin zu signalisieren, dass wir wollen! Dass also die Mannschaft bereit ist, alles zu geben. Und dabei auch Rückschläge verkraften muss. Es ist aber wichtig, mit dem Gefühl vom Platz zu gehen, dass man alles gegeben hat. Wenn der Gegner dann besser war, dann ist das eben so. Im Prinzip ist das eine Selbstverständlichkeit, aber wenn jeder Einzelne das auch umsetzen kann, dann wird man sehen, was herauskommt. Wir müssen einfach sehen, dass wir über Kampf und Ordnung zum Spiel finden. Aber das Spielen kommt erst ganz am Ende - wir befinden uns ja auch nicht im Abstiegsspiel, sondern im Abstiegskampf.
Wie sieht das taktisch im Idealfall aus? Ich versuche mich nicht zu sehr am Gegner zu orientieren, sondern an meiner Mannschaft. Und deswegen sage ich auch nicht: Dies ist mein System. Sondern ich muss sehen, welche Spieler ich habe und wie sie das System umsetzen können. Das heißt, ich passe das System den Spielertypen an. Ich presse die Spieler nicht in etwas hinein, was sie nicht können. Ich werde zum Beispiel einen Ervin Skela nicht an der Außenbahn aufstellen und ihm sagen: Du musst jetzt die Linie rauf und runter laufen - weil ich weiß, dass das nicht funktioniert.
Wie weit sind Sie hier mit Ihren Gedankengängen? Es gibt eben bestimmte Spieler, die in ein bestimmtes System passen und wir müssen sehen, wie dieses gesamte Konstrukt irgendwie funktioniert. Und da sind wir noch dabei. Auch dafür benötigt man Zeit, die wir eigentlich nicht haben. Ich kann jetzt noch nicht sagen, ob wir mit einem, gar keinem oder vier Stürmern spielen.
Welche Spieler haben Sie bislang überzeugt, von wem muss noch mehr kommen? Jeder einzelne Spieler muss viel mehr Verantwortung übernehmen und sich dessen bewusst sein, dass es einfach nicht reicht, nur so dabei zu sein und mitzuschwimmen. Man hat hier nicht nur sich selbst gegenüber eine Verantwortung, sondern auch dem Verein und den Angestellten, denn es geht ja auch um Arbeitsplätze. Es geht um Verantwortung gegenüber den Fans und den Sponsoren. Einem Dieter Paucken zum Beispiel muss ich nicht sagen, wo er sich reinzuschmeißen hat. Der geht ohne Rücksicht auf Verluste mit dem Kopf durch die Wand. Oder Martin Forkel. Dem ist es egal, wie viele Beine sich ihm in den Weg stellen. Das sieht zwar fußballerisch nicht filigran aus, aber das ist in unserer Situation gefragt. Ob sie das berechtigt mitzuspielen, ist eine andere Geschichte. Aber vom Engagement und der Körpersprache sind das zwei, an denen man sich orientieren kann. Und das erwarte ich auch von jenen, die eine Führungsrolle beanspruchen. Die müssen aus dem Schneckenhaus raus. Vieles ist mir zu ruhig und zu brav.
Kommt dem Rückrunden-Auftakt gegen 1860 München gleich eine besondere Bedeutung zu - schon allein aus psychologischer Sicht? Zunächst muss man es so angehen, als hätte man 17 Endspiele. Und deswegen wollen wir wirklich von Spiel zu Spiel gehen und jede einzelne Partie losgelöst als Pokalspiel betrachten, in dem man sagt: Vor uns liegen 90 Minuten, in denen wir uns mit dem Gegner messen und versuchen, das Spiel zu gewinnen. Dass das erste Spiel für die Psychologie eine etwas größere Bedeutung hat, ist doch klar. Aber man ist weder gerettet, wenn man das Spiel gewinnt, noch ist man abgestiegen, wenn man verliert.
Wie groß ist Ihre persönliche Vorfreude darauf, am Sonntag an der Linie zu stehen? Es ist doch logisch, dass sich bei mir eine gewisse Vorfreude breitmacht und dass man am Abend vorher ein gewisses Vorstartfieber verspürt. Aber ich muss ja zum Glück nicht spielen.
Das Gespräch führte Sven Sabock
60er dürfen wieder (ein bisschen) träumen
Münchner "Löwen" wollen nach durchwachsener Hinrunde durchstarten - Lauth und Cooper verletzt
MÜNCHEN. Da blüht es wieder, das zarte Pflänzchen der Hoffnung. Bei 1860 München, jenem Kult-Klub, der am Sonntag im Stadion Oberwerth gastiert, reicht schon eine kleine Serie, um wieder an das große Ziel zu glauben - die Rückkehr in die Bundesliga. In den letzten fünf Partien vor der kurzen Winterpause haben die "Löwen" von 15 möglichen Punkten immerhin elf geholt und damit eindrucksvoll unter Beweis gestellt, was in ihnen steckt.
Dumm nur, dass die Elf von Trainer Ewald Lienen zuvor bis auf den 15. Platz abgerutscht war und trotz des Zwischenspurts nun erst 22 Zähler beisammen hat. Das Halbjahres-Zeugnis fällt somit ebenso durchwachsen aus wie die Leistungen des Teams.
Dabei wollte 1860-Manager Miroslav Stevic mit der Abkehr vom Jugend-Stil schon zu Beginn der Saison durchstarten und das nun schon fünf Jahre währende karge Dasein im Unterhaus beenden. Was beim 2:0 zum Auftakt gegen die harmlose TuS auch gelang. Ein Ergebnis, mit dem die Koblenzer im August noch gut bedient waren und die Münchner in ihrem Glauben bestärkte, auf dem richtigen Weg zu sein. Doch der Umbau der Mannschaft dauerte dann länger als erhofft, Verletzungsnöte wie der Kreuzbandriss des Mittelfeld-Denkers Florin Lovin gesellten sich hinzu. Die Elf verharrte im Niemandsland der Tabelle, als die Abstiegsplätze in Sichtweite gerieten, soll sogar der Coach auf der Kippe gestanden haben.
Doch das ist Schnee von gestern, in der Grünwalder Straße hat das Wehklagen ein Ende. "Wenn wir weiter so auftreten wie vor der Winterpause, können wir es vielleicht noch schaffen", glaubt Stevic, fügt aber auch an: "Es wäre nach dieser Hinrunde arrogant, den Aufstieg als Ziel auszugeben." In der Tat, denn dafür müssten in den verbleibenden 17 Spielen rund 40 Punkte her - da bräuchte es schon ein Fußball-Wunder.
Weil es Wunder bekanntlich eher selten gibt, arbeitet Lienen mit seinen Kickern zuvorderst daran, mehr Stabilität ins Team zu bringen und die Formschwankungen zu minimieren. Eine wertvolle Hilfe im Mittelfeld soll dabei Eke Uzoma sein, der vom SC Freiburg bis zum Saisonende ausgeliehen wurde. Und möglicherweise kehrt demnächst sogar Löwen-Urgestein Daniel Bierofka zurück, der zuletzt zehn Monate pausieren und schon 17 Operationen über sich ergehen lassen musste.
Zudem sind die 60er wohl auch noch auf der Suche nach einem Innenverteidiger, nachdem der Tunesier Radhouane Felhi derzeit beim Afrika Cup weilt. Ein Kandidat soll der Ex-Gladbacher Steve Gohouri sein.
"Aber wir können nur jemanden holen, wenn wir noch Spieler abgeben", deutet Stevic an, dass die chronisch klammen "Löwen" nach wie vor auf den Euro schauen müssen. Mit dem Ex-Koblenzer Ardijan Djokaj wurde bereits an Weihnachten die Trennung vollzogen, der verletzungsanfällige Angreifer war in München nicht über eine Reservisten-Rolle hinausgekommen.
Von dem filigranen Montenegriner hat die TuS also nichts zu befürchten, was im Übrigen auch für die Torschützen aus dem Hinspiel gilt: Sowohl Cooper (Innenbandanriss im Knie) als auch Lauth (Ödem am Knie) sind derzeit verletzt und werden am Sonntag auf dem Oberwerth passen müssen. (sab)
Spiel nicht gefährdet
Rasenheizung läuft
KOBLENZ. Trotz des anhaltenden Winterwetters gibt es bislang keine Hinweise darauf, dass die Partie der TuS gegen 1860 München gefährdet ist. Im Stadion Oberwerth läuft die Rasenheizung auf Hochtouren, zudem ist ein Großteil der Ränge bereits vom Schnee befreit. Obendrein sollen sich die Temperaturen am Wochenende im Plus-Bereich bewegen.
Wenig Hinweise gibt es bislang darauf, welchem Personal TuS Trainer Petrik Sander zunächst vertraut. Rückkehrer Martin Hudec kränkelte unter der Woche leicht, möglicherweise wird der Innenverteidiger zunächst auf der Bank Platz nehmen. Durch die Verpflichtung von Daniel Gunkel hat auch Ervin Skela Konkurrenz bekommen, zusammen mit dem Brasilianer Everson rangeln drei Akteure um den Platz im zentralen Mittelfeld. Links hinten dürfte Philipp Langen beginnen, zumal Frank Wiblishauser mit einem Muskelfaserriss ausfällt. (sab)
Quelle Rhein-Zeitung 15.01.2010 http://rhein-zeitung.de
16.01.2010 Neuformierte TuS will ein Zeichen setzen
Koblenz gegen 1860: Sander fordert"einfachen Fußball" - Neue in Startelf
Der Auftrag von Petrik Sander ist klar formuliert: Der Trainer von TuS Koblenz will mit seiner Mannschaft zum Rückrundenauftakt gegen 1860 München gleich ein Zeichen setzen und dokumentieren, dass alle Beteiligten gewillt sind, den Abstiegskampf anzunehmen.
KOBLENZ. Die Neugier ist in diesen Tagen groß. Bei allen, die mit TuS Koblenz fiebern oder sich von Berufs wegen mit dem Zweitligisten beschäftigen. Bei den Fans lässt sich nach Wochen, ja fast schon Monaten der Depression wieder so etwas wie Aufbruchstimmung erkennen. Und auch das vergleichsweise enorme mediale Interesse, das in der Pressekonferenz vor der Partie gegen 1860 München sichtbar wurde, lässt erkennen, dass die TuS wieder ein Thema geworden ist. Was natürlich an dem neuen Trainer Petrik Sander, aber auch an den Winter-Zugängen Daniel Gunkel, Edmond Kapllani und Andreas Glockner liegt. In Koblenz ist rund um den Jahreswechsel kräftig durchgelüftet worden, der frische Wind soll dem Verein zum erneuten Klassenverbleib verhelfen.
Nicht zuletzt ist der Trainer selbst neugierig auf das, was da am Sonntag ab 13.30 Uhr auf dem Rasen des Oberwerth-Stadions passieren wird. Denn, so macht Sander einmal mehr deutlich, nach zwei Wochen Vorbereitung steht er erst am Anfang seiner Bemühungen. Immerhin, und das stimmt den Coach durchaus positiv: "In der Mannschaft entwickelt sich ein Prozess und die Erkenntnis, dass es so nicht weitergehen kann und sich die Mannschaft selbst aus ihrer Lage befreien will."
Nicht zuletzt die drei Neuen sollen dabei in vielfältiger Weise helfen. "Damit soll ein Impuls gesetzt werden", sagt Sander, "es geht einfach da-rum, das Team dadurch auch zu beleben." Fußballerisch und auch charakterlich bescheinigt er dem Trio die nötige Qualität, um sofort helfen zu können, "und deswegen werden alle drei wohl auch von Beginn an spielen."
Suche nach der Mischung
Viel mehr lässt sich der Coach in Sachen Personal nicht entlocken, vielleicht auch deshalb, weil er die letzten Eindrücke aus den abschließenden Trainingseinheiten abwarten will. Hinzu kommt, dass einige Akteure aus Verletzungen herauskommen und sich noch mit diversen Zipperlein herumärgern. Zum Beispiel Innenverteidiger Martin Hudec oder auch Defensiv-Allrounder Benjamin Lense. "Ich müsste sie eigentlich langsam aufbauen, aber ich kann auch nicht jedem eine ewig lange Pause zugestehen", sagt Sander, der auch in Mittelfeld und Angriff die richtige Mischung finden muss. Zum Beispiel, wie Gunkel im Zentrum eingefügt wird - oder auch, wer neben Glockner eine Außenbahn beackert.
Wobei ackern schon ein gutes Stichwort ist, denn Sander will zunächst einmal nichts anderes als ehrliche Arbeit auf dem Platz sehen. Mit einer klaren Aufgabenverteilung will er jedem Einzelnen das Leben ein bisschen leichter machen. Kurzum: "ganz einfacher Fußball" wird gefordert. Und wenn er anfügt, "dass uns Hurra-Fußball nicht weiterbringt", heißt das nichts anderes, als dass ein funktionierendes Defensivverhalten im Vordergrund stehen soll. "Es ist zwar eine Floskel, aber wir müssen einfach sehen, über das kämpferische Element ins Spiel zu finden", fügt der Coach an.
Wenn das gelingen sollte, wäre die TuS schon mal ein gutes Stück weiter. Und ganz sicher hätte sie dann auch die Fans auf ihrer Seite, die inzwischen reichlich Kummer gewohnt sind. "Ich glaube, die Zuschauer haben ein gutes Gespür dafür, was die Mannschaft braucht", müht sich der der Trainer um den Schulterschluss mit den Anhängern, weiß aber auch, "dass wir dabei in Vorleistung treten müssen". Sanders Wunsch: "Ich hoffe, dass die Fans unvoreingenommen an den Neuanfang herangehen."
Im Vorfeld wurde jedenfalls alles getan, um den ersten kleinen Schritt auf dem Weg zum großen Ziel zu setzen. Co-Trainer Uwe Koschinat und Pressesprecher Julian Turek haben sogar zusammen mit den Fans Schnee geschippt, um auf dem Kunstrasen in Immendorf halbwegs gute Trainingsbedingungen zu schaffen. "Anderen Verinen geht"s auch nicht viel besser", will Sander gar nicht erst hadern. Auch das macht deutlich: Bei TuS Kolbenz gibt es ab sofort keine Ausreden mehr. Sven Sabock
Shefki Kuqi nicht im Kader - Stieber geht"s besser
KOBLENZ. Es bleibt dabei: Shefki Kuqi spielt auch im Vorfeld des Spiels gegen 1860 München keine Rolle in den Planungen von Petrik Sander. "Er ist nicht dabei", sagt der Trainer knapp, der den abwanderungswilligen Kapitän ins zweite Glied versetzt hat - zumindest so lange, bis sich dessen Zukunft geklärt hat. Neben den nach wie vor verletzten David Yelldell und Christian Müller ist auch Linksfuß Zoltan Stieber weiterhin zum Zuschauen verurteilt - obwohl der Ungar nach einer Schambeinentzündung wohl auf dem Weg der Besserung ist. "Es gibt Signale, die hoffnungsfroh stimmen", so Sander, "aber das Ganze muss eben vollständig ausheilen." Fehlen wird auch der angeschlagene Brasilianer Melinho, wobei sich dessen Situation nach der Verpflichtung von Daniel Gunkel ohnehin um einiges verschlechtert hat. (sab)
Fast alle Achtelfinalspiele stehen fest
KOBLENZ. Die Achtelfinalspiele im Fußball-Rheinlandpokal sind terminiert. Einzig die Partie der TuS Koblenz II gegen SV Roßbach/Verscheid liegt noch auf dem ursprünglichen Termin am Karnevalssonntag, 14. Februar. Da die Koblenzer Zweitligamannschaft an diesem Tag im Stadion Oberwerth jedoch gegen Hansa Rostock spielt, wird das Pokalspiel zeitlich oder örtlich verlegt werden müssen. Die weiteren Paarungen stehen fest: TuS Schweich - Spvgg Wirges II (7. Februar, 15 Uhr), TuS Asbach - SG Betzdorf (10. Februar, 19.30 Uhr), TuS Mayen II - Spvgg Wirges (13. Februar, 14.30 Uhr), SV Konz - Spvgg Burgbrohl (10. Februar, 15 Uhr), FSV Salmrohr - Eintracht Trier, SG Nievern - SG Zell (beide 14. Februar, 15 Uhr), SG Ehrbachtal Ney - TuS Mayen (20. Februar, 14.30 Uhr). Das Viertelfinale ist für den 23./24. März terminiert, das Halbfinale für den 20./21. April. Das Endspiel wird am 1. oder 2. Juni ausgetragen.
Quelle Rhein-Zeitung 16.01.2010 http://rhein-zeitung.de
18.01.2010 TuS mit neuem Mut im Abstiegskampf
Koblenz zeigt bei Remis gegen 1860 München deutlichen Aufwärtstrend
TuS Koblenz lebt. Zum Rückrundenauftakt mussten der neue Trainer Petrik Sander und die umformierte Mannschaft zwar mit einem Unentschieden gegen 1860 München leben, ein Aufwärtstrend ist aber unverkennbar.
TuS Koblenz - TSV 1860 München 2:2 (1:1)
KOBLENZ. Das hat"s im Stadion Oberwerth schon lange nicht mehr gegeben: eine Mannschaft, bei der zu erkennen war, dass sie sich auch als solche versteht - und die nach 90 Minuten mit Applaus verabschiedet wird. Nach einer Hinrunde voller Frust und weniger Höhepunkte macht sich bei TuS Koblenz wieder die Hoffnung breit, die Saison zu einem guten Ende zu führen. Im Jahr 2010 soll und muss bei dem Zweitligisten vieles besser werden, der Anfang wurde mit einem 2:2 gegen 1860 München gemacht. Wobei weniger das Ergebnis als vielmehr die Art und Weise, wie sich die TuS präsentiert hat, Mut für die nächsten Wochen und Monate macht.
"Wir haben ein erstes Signal gesetzt", konnte Trainer Petrik Sander zufrieden festhalten, dass sein Team offenbar die Lektion aus der Vorbereitung verstanden hat. Die da lautet: zu laufen und zu kämpfen. Zudem wurde deutlich sichtbar, dass die Blutauffrischung der zuletzt verunsicherten Mannschaft enorm hilft: Daniel Gunkel, Edmond Kapllani und Andreas Glockner setzten fußballerisch deutliche Impulse, Glockner gelang sogar ein Tor. Und was für eins: In der 54. schnappte sich die Leihgabe des SC Freiburg kurz hinter der Mittellinie das Leder, zog auf und davon, um aus 25 Metern genau in den Winkel zu treffen. Ein Treffer eben, der nur dann fällt, wenn der Schütze mit dem nötigen Selbstvertrauen ausgestattet ist.
Dass der Kunstschuss des 21-Jährigen zum zwischenzeitlichen 2:1 nicht zum Sieg reichte, lag nicht zuletzt an einer umstrittenen Szene in der 71. Minute. Rechtsverteidiger Martin Forkel bekam im Strafraum den Ball an den Arm, Schiedsrichter Felix Zwayer zeigte auf den Elfmeterpunkt. Ein Strafstoß der Marke "kann man geben, muss man aber nicht". Alexander Ludwig waren die Diskussionen egal, der Mittelfeldmann setzte den Ball zum 2:2 ins Netz. "Ich werde aus einem Meter angeschossen, was soll ich da machen?", fragte Forkel verärgert.
Natürlich war im ersten Spiel noch längst nicht alles gut bei der TuS, aber der von Sander geforderte Wille war deutlich sichtbar. Und: Die Koblenzer Elf scheint mental wieder gefestigt zu sein. Wie schon mehrfach in dieser Saison waren die Koblenzer früh in Führung gegangen, beim brachialen 1:0 durch den neuen Kapitän Manuel Hartmann (6.) drohte schier das Tornetz zu reißen. Als dann wenig später Münchens Stefan Aigner einen Stellungsfehler von TuS-Verteidiger Shqipran Skeraj zum 1:1 nutzte, verfiel das Team nicht in das Phlegma vergangener Tage, sondern stemmte sich mit Macht gegen sein Schicksal. Zum Beispiel mit Präsenz in den Zweikämpfen oder der nötigen Laufbereitschaft.
Glockners Hammer zum 2:1 hätte da eigentlich prima ins Drehbuch gepasst, um den Koblenzer Neuanfang mit einem Happy End zu krönen, aber der Zweitliga-Abstiegskampf ist eben kein Heimatfilm. "Wir haben am Sieg geschnuppert, aber es ist eben schon oft vorgekommen, dass man solche Spiele noch komplett abgibt", waren Sander zwei Großchancen der "Löwen" in der Schlussphase nicht verborgen geblieben. In der 86. Minute strich ein Schuss von Manuel Schäffler nur um Zentimeter am Koblenzer Tor vorbei, letztlich ging das Unentschieden in Ordnung. "Wir nehmen den Punkt jetzt mal mit, und am Ende wird sich zeigen, was das Ganze wert ist", sprach Sander. Für den Moment ist der Zähler jedenfalls schon mal ziemlich bedeutsam, in der Tabelle wird die TuS nach der Frankfurter Klatsche in Duisburg wieder auf Platz 16 geführt. Sven Sabock
Gunkel macht es richtig Spaß
Koblenzer Neuzugänge haben entscheidenden Anteil am Unentschieden der TuS gegen 1860 München
Es scheint, als habe TuS Koblenz mit den drei Winter-Verpflichtungen einen guten Griff getan. Beim Unentschieden gegen 1860 München wussten Andreas Glockner, Edmond Kapllani und der erst am vergangenen Donnerstag hinzugekommene Daniel Gunkel durchaus zu gefallen.
TuS Koblenz - TSV 1860 München 2:2 (1:1)
KOBLENZ. Drei Worte genügen bekanntlich, um eine tiefe Zuneigung auszudrücken. "Kämpfen und siegen" - drei Worte reichen auch im Fußball, um Fans und Mannschaft in Harmonie leben zu lassen. Zum Rückrundenauftakt gegen die Münchner Löwen waren sowohl die Koblenzer TuS als auch ihre Anhänger entschlossen, den "Liebeskummer" der Hinrunde zu überwinden. Und das 2:2 entschuldigte die 6128 Zuschauer bereits für manche Entbehrung der Hinrunde.
"Während der Woche haben die Fans den Schnee weggeschippt, wir sind heute als Mannschaft aufgetreten. Daran sieht man doch, dass es nur zusammen geht", unterstrich Andreas Glockner, nachdem er mit großem Engagement und einem herrlichen Tor seinen Teil zum neuen Schulterschluss zwischen Rasen und Rängen geleistet hatte.
Einen wahren "Sonntagsschuss" nannte Münchens Trainer Ewald Lienen Glockners Treffer zum 2:1 aus gut 25 Metern genau in den Winkel und mahnte an, "dass man normalerweise so einen Angriff unterbrechen muss". 18 Minuten lang durften die TuS-Fans ein zweites Mal vom Sieg träumen, dann sprang Martin Forkel der Ball an den Arm, Schiedsrichter Felix Zwayer zeigte auf den Punkt, und Alexander Ludwig drosch den Ball - für TuS-Keeper Dieter Paucken unerreichbar - in die Maschen zum 2:2-Ausgleich.
Der erste Traum vom Sieg hatte nur fünf Minuten gewährt, nachdem Manuel Hartmann - lag es wirklich am Sonntag? - den Ball aus vergleichbarer Distanz exakt getroffen und 60-Torwart Gabor Kiraly das Nachsehen gehabt hatte. "Endlich waren die Köpfe wieder einmal frei, dann passt plötzlich so ein Schuss", verkündete der Torschütze wiedergewonnenes Selbstvertrauen. Und bestätigte als zweikampfstarker "erster Sechser", was Mitspieler und Fans von einem neuen Mannschaftskapitän erwarten dürfen. Als "zweiter Sechser" neben Hartmann feierte Daniel Gunkel einen gelungenen Einstand im blau-schwarzen Trikot. "Es hat Spaß gemacht", stimmte der Ex-Mainzer in den Chor der Zufriedenen ein, zumal er "seit über einem Jahr das erste Spiel über fast 90 Minuten" absolviert hatte. Dass seine Mannschaft nach zweimaliger Führung und trotz zweimaligen Ausgleichs bis zum Schluss auf einen dritten Treffer gespielt habe, zeugte für Gunkel von der Moral, die ins Koblenzer Team zurückgekehrt sei. "Wir waren noch nicht gierig genug nach dem dritten Tor", schränkte indes Trainer Petrik Sander ein, "deshalb haben wir zweimal nur am Sieg geschnuppert."
Dass sich auf dem 2:2 etwas aufbauen lässt, stand dennoch für Mannschaft wie Trainer fest. Zumal die in der Winterpause verpflichteten Neuen auf dem Platz demonstrierten, wie hoch sie das Ziel Klassenerhalt ansetzen. 71 Ballkontakte für Daniel Gunkel, ebenfalls 71 für Andreas Glockner, fünf Schüsse aufs Tor (Glockner), drei Torschussvorlagen (Gunkel) - in der Spielstatistik lagen zwei neue Namen vorn. "Wir sind aber vor allem als Mannschaft aufgetreten", stellte Andreas Glockner seine Leistung allerdings bescheiden zurück. Dem ehemaligen Freiburger war jedenfalls kein Weg zu weit. Was auch für Daniel Gunkel gilt, der trotz allen Einsatzes bemängelte, "dass wir künftig abgezockter spielen und ruhig mal den einen oder anderen Freistoß herausholen müssen".
Und Edmond Kapllani, der Dritte im Bunde der Neuen? "Mehr war für den Anfang nicht drin, ich bin froh, dass ich überhaupt spielen konnte", haderte der ehemalige Augsburger und vormalige Karlsruher Torjäger mit einem "Zwicken in der Wade", das ihn nach 64 Minuten zur Auswechslung zwang.
Als eine von zwei Spitzen suchte er zwar ebenso wie Johannes Rahn vergeblich nach Lücken in der Münchner Abwehr, gab sich aber optimistisch. "Der Trainer hat ein 4-4-2 vorgegeben, ich denke, wir haben es ganz gut umgesetzt", ordnete Kapllani seinen Auftritt taktischen Erfordernissen unter. Außerdem seien zwei Tore ja auch keine Selbstverständlichkeit in Koblenz nach einer unbefriedigenden Hinrunde. Das kann man wohl sagen.
"Wir müssen halt nachlegen und uns weiter steigern", stand für Kapllani fest. Und die positive Stimmung des Neuanfangs in die nächsten 16 Spiele mitnehmen, sei hinzugefügt. Um am Ende wenigstens den Relegationsplatz zu belegen, den der Punkt gegen 1860 immerhin bescherte. "Jetzt geht's in Bielefeld um drei Punkte", blickte Glockner selbstbewusst nach vorn. Edgar Benz
Sander lobt Rahn
Überraschung in der Koblenzer Startelf
KOBLENZ. Mit dieser Personalie war nicht unbedingt zu rechnen: Zum ersten Mal seit dem dritten Spieltag rückte Johannes Rahn in die Koblenzer Startelf und zeigte auf, dass er durchaus eine Alternative im Angriff der TuS darstellt. "Ich habe ihn aufgrund seiner starken Trainingseindrücke aufgestellt", berichtete Trainer Petrik Sander später und bekräftigte seine Leitlinie: "Es zählen eben keine Meriten, die sich vielleicht der ein oder andere Spieler in der Vergangenheit erworben hat."
Für Rahn dürfte es am Tag nach seinem 24. Geburtstag ein verspätetes Geschenk gewesen sein, auch wenn ihm kein Treffer vergönnt war. In der Rangfolge der Koblenzer Angreifer dürfte er vorerst Njazi Kuqi überholt haben, Sander hielt zufrieden fest, dass es "mehr als in Ordnung war", was Rahn abgeliefert hat. Dem Lob folgte allerdings gleich der Hinweis, "dass er jetzt weiter Gas geben und sich zeigen muss".
Auf der anderen Seite stand Philipp Langen gar nicht erst im 18er-Kader, obwohl der Linksverteidiger in den beiden Vorbereitungsspielen noch in der Startelf aufgelaufen war. "Er ist im Moment verunsichert, ich hätte ihm mit einem Einsatz wohl keinen Gefallen getan", begründete der Coach seine Entscheidung. Für Langen - wie für die übrigen Reservisten - gilt aber laut Sander: "Die Tür in die Mannschaft ist offen." (sab)
Quelle Rhein-Zeitung 18.01.2010 http://rhein-zeitung.de
19.01.2010 TuS schwitzt und feilt an der Taktik
Koblenzer Profis vor arbeitsreicher Woche - Pourie will kommen
Der erste Schritt ist getan, viele weitere müssen folgen: Bei Fußball-Zweitligist TuS Koblenz darf das 2:2 gegen den TSV 1860 München in erster Linie als psychologische Aufbauhilfe gewertet werden.
KOBLENZ. Vielleicht war es Petrik Sander ja sogar ganz recht, dass sein Zweitliga-Debüt in Diensten von TuS Koblenz nicht mit einem triumphalen Erfolg endete. Zwei Traumtore, dazu eine Elf, die engagiert wie selten zuvor in dieser Saison auftrat - zwischendurch hatte es am Sonntag gegen 1860 München fast den Anschein, als wäre plötzlich alles wieder gut. Aber eben nur fast, denn streng genommen untermauert das 2:2 die Sander"sche These, dass viele kleine Schritte zum Erfolg führen.
"Wir haben noch viel Arbeit vor uns", stimmte der neue Hoffnungsträger an der Seitenlinie denn auch seine Schützlinge auf eine arbeitsreiche Woche ein, ehe es am Sonntag bei Bundesliga-Absteiger Arminia Bielefeld darum geht, die erfreulichen Eindrücke zu bestätigen. Als da wären: eine positive Körpersprache, der Wille, die Zweikämpfe zu suchen und auch energisch den Abschluss zu suchen - siehe bei den fulminanten Toren von Manuel Hartmann und Andreas Glockner. Erstaunlich auch, dass das in Mittelfeld und Angriff nahezu komplett umformierte Team erstaunlich gut harmonierte.
Dennoch wird Sander nicht entgangen sein, dass die Elf vor allem in der Rückwärtsbewegung noch längst nicht da ist, wo er sie sehen will. Immer dann, wenn es die "Löwen" schafften, den Ball schnell zu machen, kamen die Koblenzer in Probleme. Mitunter reichte ein Steilpass, um eine gefährliche Situation herbeizuführen. Was den aufmerksamen Innenverteidiger Matej Mavric und Benjamin Lense etliche brenzlige Szenen bescherte, die vor allem Lense entschärfte.
Nach seiner Leisten-OP und Trainingsrückstand war bei dem 30-Jährigen aber nach 70 Minuten der Akku leer. "Wir haben insgesamt noch physische Defizite", hatte Sander erkannt. In den anstehenden Einheiten steht er nun vor der Herausforderung, die richtige Dosierung zu finden, um einerseits die Fitness zu erhöhen, aber andererseits die nötige Frische beizubehalten. "Wir müssen das parallel zu der taktischen Arbeit hinbekommen", so der Coach.
A propos Taktik. Der war am Sonntag auch Ervin Skela zum Opfer gefallen, weil Sander im defensiven Mittelfeld Neuzugang Daniel Gunkel den Vorzug gab und im Angriff auf zwei Spitzen setzte. "Ich habe mit Ervin gesprochen und erwarte, dass er das akzeptiert", sagte der Trainer später und deutete an, dass sich dieses Szenario durchaus wiederholen könnte. Skelas Chancen dürften indes dann steigen, wenn die TuS im 4-2-3-1 agiert und ein zentraler offensiver Mittelfeldspieler gesucht wird. Und: Ganz im Sinne des Neuanfangs stellte der Albaner seine Interessen hintan und zählte nach Hartmanns Tor zum 1:0 zu den ersten Gratulanten.
Unterdessen verdichten sich die Anzeichen, dass die TuS im Verlauf der Woche eine weitere Verstärkung für die Offensive bekommt. Angreifer Marvin Pourie (19), der im Probetraining einen guten Eindruck hinterlassen hatte, berichtete am Rande der Partie gegen seinen aktuellen Klub 1860 München, dass ein Wechsel nach Koblenz so gut wie sicher sei. Eine Aussage, die TuS-Geschäftsführer Wolfgang Loos noch nicht bestätigen wollte: "Wir werden uns mit Schalke 04 zusammensetzen und dann sehen, ob wir zusammenkommen." Pourie steht dort bis 2013 unter Vertrag, im Raum steht eine Ausleihe bis zum Saisonende. Sven Sabock
Quelle Rhein-Zeitung 19.01.2010 http://rhein-zeitung.de
22.01.2010 Petrik Sander fordert und fördert
Wie sich TuS Koblenz auf das anstehende Spiel bei Arminia Bielefeld vorbereitet - Wechsel von Maletic vorerst geplatzt
Bei TuS Koblenz wird eifrig daran gearbeitet, die umformierte Mannschaft weiter zu stabilisieren. Im Vorfeld der Partie bei Arminia Bielefeld stehen neben der körperlichen Ertüchtigung vor allem die spielerischen Abläufe im Mittelpunkt.
KOBLENZ. Hoch oben über Koblenz weht ein schneidiger Wind. Petrik Sander hat die Kapuze weit über den Kopf gezogen, sein messerscharfer Blick ist ungetrübt. Während sein Assistent Uwe Koschinat dem gesamten Kader eine ziemlich komplexe Übung vorgibt, nimmt der Chefcoach die Rolle des Beobachters ein - um im passenden Moment das Wort zu ergreifen. Sander nimmt hier und da einen Spieler beiseite, erklärt gestenreich und bemüht sich immer wieder um lobende Worte. Training bei TuS Koblenz, das ist in diesen Tagen konzentrierte Arbeit, bei der der Spaß aber auch nicht zu kurz kommt.
Und die Übungsleiter müssen ihre Augen nahezu überall haben, stolze 26 Akteure umfasst die Gruppe, die auch in dieser Woche wieder auf dem Kunstrasenplatz des TuS Immendorf Asyl gewährt bekommt. Was für die Profis zwar nicht der ideale Untergrund, aber angesichts der aktuellen Wetterlage die praktikabelste Lösung ist. Zumal die Trainer gewisse Automatismen im Spiel einstudieren wollen und der Ball deshalb möglichst sauber rollen soll. Spieleröffnung, Pass in die Gasse oder nach außen, anschließend eine ordentliche Flanke und ein konzentrierter Abschluss - so stellt sich Sander das Ganze vor.
Der Haken daran: Obwohl die Übungen ohne Gegner durchgeführt werden, fallen zu wenig Tore. Auch als Sander zum Schluss mit Liegestützen droht, bleibt die Quote überschaubar. Immer wieder steht Torwart Dieter Paucken im Weg und auch Peter Auer zeigt, dass er nichts von seiner einstigen Klasse eingebüßt hat. Nachdem Marcus Rickert wegen einer Schleimbeutelentzündung am Ellbogen passen musste, hilft der Torwart-Trainer gern aus.
Vor allem die Stürmer sind bei den Abschlüssen gefragt, und Edmond Kapllani zeigt zumindest in Ansätzen, dass er weiß, wo das Tor steht. "Ich bin einfach gut aufgenommen worden, das macht es mir einfach, mich schnell in der Mannschaft zurechtzufinden", sagt der Albaner, "ich kenne ja auch Ervin Skela aus der Nationalmannschaft, er hat hat mir hier viel geholfen." Dieses gute Gefühl soll den 27-Jährigen zu möglichst vielen Treffern animieren, nachdem er zuletzt beim FC Augsburg seine Qualitäten nicht unter Beweis stellen konnte. Nur zweimal kam Kapllani beim FCA in der Hinrunde zum Einsatz, das wird sich in Koblenz ändern.
Mit dem Druck, dass er nun die TuS zum Klassenverbleib schießen soll, geht er im Übrigen gelassen um - zumindest lässt er es sich nicht anmerken und lächelt freundlich. "Natürlich sind Stürmer dazu da , Tore zu schießen", kennt er seine Berufsbeschreibung, "aber wichtig wird doch sein, dass wir als Mannschaft Erfolg haben. Und dann ist es letztlich egal, wer die Tore schießt."
Mit seinem Optimismus steht Kapllani ein Stück weit für die gesamte eine Mannschaft, der man wieder ansieht, das sie lebt. "Wir müssen da weitermachen, wo wir gegen 1860 München aufgehört haben", gibt der Neu-Koblenzer das Motto für den Sonntag aus, an dem die TuS bei Bundesliga-Absteiger Arminia Bielefeld antreten muss. Bis dahin wird Trainer Sander seinen 26-Mann-Kader auf die erforderlichen 18 bis 20 reduzieren. Im Vorfeld der Partie wird Shefki Kuqi wieder ins zweite Glied rücken, auch die nicht mehr gefragten Aljmir Murati und Darko Maletic müssen dann gesondert trainieren. Der Bosnier Maletic hatte sich zuletzt bei einem Erstligisten in Zypern zum Probetraining vorgestellt, der ins Auge gefasste Wechsel ist aber geplatzt und soll an den Gehaltsvorstellungen des Außenspielers gescheitert sein.
Weil sowohl Maletic als auch Murati noch von der TuS bezahlt werden müssen, zieht sich möglicherweise die angestrebte Ausleihe mit Marvin Pourie hin. "Das Ganze muss für uns natürlich auch finanziell darstellbar sein", betont Geschäftsführer Wolfgang Loos. Der 19-jährige Pourie trainiert indes weiter fleißig mit und weiß auf der offensiven Außenbahn durchaus zu gefallen. Dafür gibt"s dann auch zwischendurch ein Lob vom Chef - um die 20 Liegestützen kommt der Jungspund aber trotzdem nicht herum. Sven Sabock
Stieber und Müller sind wieder am Ball
Personallage bei der TuS entspannt sich
KOBLENZ. Im Vorfeld der Partie bei Arminia Bielefeld hat sich die personelle Situation bei TuS Koblenz leicht entspannt. Nach ihren Verletzungen sind Christian Müller und Zoltan Stieber wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. Fraglich allerdings, ob beide nach ihren länger andauernden Blessuren bereits ein Thema für den Sonntag werden. Vor allem im Fall von Stieber (Schambeinentzündung) hat Trainer Petrik Sander angekündigt, kein Risiko eingehen zu wollen.
Neben Torwart David Yelldell wird Linksverteidiger Frank Wiblishauser (Wade) nach wie vor passen müssen, auch der Brasilianer Melinho ist nicht mit von der Partie. Den Mittelfeldmann plagt derzeit eine Zerrung an der Hüftmuskulatur, die lediglich Lauftraining zulässt. Wobei sich die Einsatzchancen des 29-Jährigen nach der Verpflichtung von Daniel Gunkel ohnehin verschlechtert haben.
Nach den positiven Eindrücken gegen 1860 München hat Sander eigentlich wenig Grund zum Wechseln, für Ervin Skela bliebe somit gegen seinen Ex-Klub erneut nur ein Platz auf der Bank. Auch Innenverteidiger Martin Hudec muss sich wohl noch in Geduld üben, nachdem das Innenverteidiger-Duo Mavric/Lense gegen die "Löwen" gut harmonierte.
Bei den Gastgebern fehlt Offensivkraft Chris Katongo, der mit der Nationalelf von Sambia beim Afrika Cup weilt. Gut möglich, dass auf der linken Seite der Ivorer Frank Guela für den Ex-Lauterer Daniel Halfar in die Startelf rückt. (sab)
Bielefelder ärgern sich über verschenkte Punkte
TuS Koblenz hat gute Erinnerungen an den kommenden Gegner - Arminia-Trainer Thomas Gerstner streicht freien Tag
BIELEFELD. Manchmal wird einem im Fußball übel mitgespielt. In Bielefeld zum Beispiel können sie ein Lied davon singen. Man denke nur an den 16. August des Vorjahres, als die Arminia auf dem Koblenzer Oberwerth über 80 Minuten unter Beweis stellte, warum der Bundesliga-Abstieg nur ein Betriebsunfall sein soll. Die Bielefelder führten 2:0, ehe sie zehn Minuten später die Welt nicht mehr verstanden. Nach einem Doppelpack von Shefki Kuqi und einem Tor von Benjamin Lense stand es plötzlich 3:2 für die TuS, drei sicher geglaubte Punkte waren dahin.
Ähnlich fiel der Frust in dieser Woche aus, als sich die Ereignisse für die Ostwestfalen in Rostock wiederholten: Es lief bereits die Nachspielzeit, und die Bielefelder wähnten sich mit einem 1:0 im Rücken schon auf Tabellenplatz drei, bevor Hansas Oliver Schröder zum 1:1 traf. Schiedsrichter Wolfgang Stark pfiff erst gar nicht mehr an - wieder sind zwei Punkte futsch. "Wir waren vorn dumm und hinten dumm", ärgerte sich Trainer Thomas Gerstner anschließend mächtig über die Schlafmützigkeit seiner Schützlinge, vor allem Angreifer Pavel Fort bekam sein Fett weg: Kurz vor dem Ausgleich hatte der Tscheche das mögliche 2:0 und damit die Entscheidung verpasst.
So bleibt jene Serie bestehen, die die Bielefelder am Sonntag gegen die TuS beenden wollen - ja müssen. Seit nunmehr sieben Runden wartet die Arminia schon auf einen Dreier und droht damit das große Ziel Wiederaufstieg aus den Augen zu verlieren. Zum Tabellenzweiten FC St. Pauli klafft inzwischen schon eine Lücke von fünf Punkten.
Dabei schien doch alles so prima zu laufen. Mit acht Siegen in Folge katapultierte sich die Elf an die Tabellenspitze, ganz im Sinne von Gerstner, der sogar als Zweitliga-Meister zurück in Liga eins will.
Um vor dem Spiel gegen die TuS die Sinne zu schärfen, wurde der trainingsfreie Tag gestrichen. "Das hat sich die Mannschaft selbst zuzuschreiben", sagt Gerstner, der aber gleichermaßen darum bemüht ist, die positiven Aspekte in den Vordergrund zu stellen: "Bei allen Spielern war von Beginn an die Spannung hoch."
Was wohl vor allem für Dennis Eilhoff galt, der jetzt anmahnt, "dass das Spiel aus den Köpfen muss. Wir müssen uns jetzt auf Koblenz konzentrieren." Für den 27-Jährigen waren die 90 Minuten an der Ostsee auch aus einem ganz besonderen Grund aufwühlend. Die ehemalige Nummer eins der TuS hatte nämlich im Vorfeld der Partie erfahren, dass bei seiner hochschwangeren Ehefrau die Wehen einsetzten. Nach dem Schlusspfiff ließ er sich flugs in die Heimat kutschieren und erlebte die Geburt seiner Tochter Leni Collien noch im Kreißsaal mit, "in Trikot, Hose und Stutzen". (sab)
Quelle Rhein-Zeitung 22.01.2010 http://rhein-zeitung.de
23.01.2010 TuS setzt auf eigene Stärken
Koblenzer Zweitligist will in Bielefeld den positiven Trend aus der Vorwoche bestätigen
Nach dem 2:2 gegen 1860 München will Fußball-Zweitligist TuS Koblenz in der Partie bei Arminia Bielefeld die positiven Eindrücke aus der Vorwoche bestätigen. Ein schwieriges Unterfangen.
KOBLENZ. So schnell geht das im Fußball. Kaum hat TuS Koblenz nach dürren Wochen, ja fast Monaten mal wieder eine ansehnliche Leistung geboten und ein Pünktchen gegen 1860 München ergattert, da muss Petrik Sander schon den Mahner geben. Es gilt, all jenen den Wind aus den Segeln zu nehmen, die glauben, die TuS würde nun quasi im Handstreich das Feld aufrollen. Und zum Glück gibt"s ja auch die Tabelle, die dem Trainer des Fußball-Zweitligisten als Argumentationshilfe dient. Dort wird die TuS nach dem 18. Spieltag zwar immerhin wieder auf dem Relegationsplatz 16 geführt, wirklich beruhigend ist das aber nicht. Und am Sonntag geht"s zur Arminia nach Bielefeld, einer Mannschaft, die mit Macht den Wiederaufstieg anstrebt.
"Wir haben noch nichts erreicht", macht Sander deutlich, dass die Ereignisse vom vergangenen Sonntag nicht mehr als der erste Schritt auf dem Weg zu einer besseren Zukunft waren. Bestätigt sieht sich Sander zudem in der Videoanalyse, die er mit dem versammelten Kader durchführte. "Wir haben ab der 65., 70. Minute aufgehört, die Vorgaben umzusetzen", sieht er wohl vor allem in der Rückwärtsbewegung noch Nachholbedarf.
Das ändert nichts daran, dass der Coach mit dem bisher Erreichten durchaus zufrieden ist. "Ich freue mich zum Beispiel, wenn ein Krontiris auch nach hinten arbeitet, oder auch, wie sich ein Johannes Rahn reinhängt. Das zeigt, dass alle verstehen, worauf es ankommt." Noch dazu ist bislang der Plan aufgegangen, mit den Neuzugängen das Niveau des Teams zu heben. "Klar haben wir an Qualität hinzugewonnen", stellt der Coach fest, "und andere können sich vielleicht an den Neuen aufrichten." Nicht zuletzt hat er in den Trainingseinheiten wieder eine gewisse Lockerheit festgestellt, löst sich manche Bremse im Kopf und in den Beinen. Zusammenfassend hält Sander fest: "Wir haben eine kleine Pflanze gesetzt und müssen sehen, dass sie nicht gleich wieder zertrampelt wird."
In Bielefeld richten sich alle Beteiligten auf ein völlig anderes Szenario als gegen die "Löwen" ein. Durch das 1:1 in Rostock warten dieOstwestfalen nun schon seit sieben Spielen auf einen Sieg, was für den TuS-Coach nichts daran ändert, dass die Rollen vor dem Spiel eindeutig verteilt sind. "Die Arminia ist weiterhin ein Aufstiegskandidat, da erwarten alle gegen eine Mannschaft wie die TuS einen klaren Sieg." Diese Konstellation will sich Sander zunutze machen. "Mal sehen, wie das Publikum reagiert, wenn es nach einer halben Stunde immer noch 0:0 steht", sagt der Coach und fordert von seinem Team neben der konzentrierten Defensivarbeit auch immer wieder Nadelstiche in der Offensive. Sander: "Wir dürfen uns nicht nur nach dem Gegner richten, sondern müssen auch sehen, dass wir unsere eigenen Stärken einbringen."
Personell dürfte es dabei keine allzu großen Veränderungen im Vergleich zur Vorwoche geben, auch wenn sich Sander mit Namen zurückhält. Was er aber deutlich macht: Von den Reservisten erwartet er mehr Druck auf die vermeintliche Startelf: "Die Tür steht allen offen." Das furiose 3:2 der TuS aus dem Hinspiel will der Coach in der abschließenden Mannschaftsbesprechung im Übrigen nicht thematisieren, zumal aus der Startelf vom August nur drei Akteure (Lense, Mavric, Hartmann) erneut von Beginn an auflaufen dürften. Mit einem vergleichbaren Ergebnis könnte er aber prima leben - schließlich soll das TuS-Pflänzchen nicht erst zur Bundesgartenschau 2011 blühen. Sven Sabock
Quelle Rhein-Zeitung 23.01.2010 http://rhein-zeitung.de
25.01.2010 TuS-Tore kommen zu spät
Turbulente Schlussphase bei der Koblenzer Niederlage in Bielefeld - Hartmann und Lense treffen
Eigentlich chancenlos und trotzdem kurz am Remis geschnuppert. Beim 2:4 von TuS Koblenz bei Arminia Bielefeld gab es - wie schon im Hinspiel - einen kuriosen Spielverlauf.
Arminia Bielefeld - TuS Koblenz 4:2 (2:0)
BIELEFELD. Das ist Trainer-Philosophie. Petrik Sander nahm nach dem 2:4 (0:2) der Koblenzer bei Arminia Bielefeld das Positive mit nach Hause. "Man hat gesehen, was möglich gewesen wäre, wenn wir über die gesamte Spielzeit mit dieser Überzeugung zu Werke gegangen wären", rettete sich der TuS-Coach in den Konjunktiv.
Wobei es Sander unerwähnt ließ, dass es vor allem der Bielefelder Sorglosigkeit in der turbulenten Schlussphase zu verdanken war, dass die TuS für Sekunden noch einmal an einem Punkt schnuppern durfte. Bis zur 84. Minute waren die Gäste eindeutig Herr im Hause und führten nahezu unangefochten mit 3:0. Nachlässigkeiten in der Arminen-Abwehr erlaubten den nicht aufsteckenden Koblenzern dann noch das 3:1 durch Benjamin Lense (84) und den Anschlusstreffer durch Manuel Hartmann (90.), bevor der Bielefelder Pavel Fort mit dem 4:2 in der Nachspielzeit alles klar machte.
Für Sander kein Grund, Trübsal zu blasen. "Normalerweise bekommst du bei einem solchen Spielverlauf dann auch noch das vierte und fünfte Tor. Wir haben uns aber nie aufgegeben und auswärts noch zwei Tore erzielt", wertete Sander die Niederlage bei einem Aufstiegsanwärter nicht als Beinbruch. Denn: "Unsere Gegner kommen noch."
Anfänglich gelang es der TuS zumindest, die Platzherren von ihrem Tor fernzuhalten. Die Koblenzer präsentierten sich in der Rückwärtsbewegung gut geordnet, die Arminia war weitgehend ratlos. Bis zur 23 Minute: Da erreichte eine unglückliche Kopfballverlängerung von Hartmann den freistehenden Fort, der aus kurzer Distanz zum 1:0 für Bielefeld einnicken durfte. Ein Treffer wie aus dem Nichts.
Das Tor verfehlte seine Wirkung nicht. Die TuS-Defensive ging fortan ihrer Stabilität verlustig. Und dann patzte auch noch Dieter Paucken, Ersatz für den verletzten David Yeldell im Koblenzer Kasten. Beim 2:0 für die Ostwestfalen durch Oliver Kirch (32.) ließ der Neuendorfer Paucken den zwar harten, aber in der Tormitte einschlagenden Ball passieren. Und schon waren die ersten 45 Minuten vorbei, in denen es die TuS nur zu einer Halbchance durch Edmond Kapllani brachte.
Dieses traurige Offensivbild hellte sich auch nach dem Wechsel zunächst nicht auf. Erst als Michael Delura nach zu kurzer Faust-Abwehr von Paucken das 3:0 für die Gastgeber erzielte (60.), erlaubte die Arminia der TuS das eine oder andere Torraum-Erlebnis. Zweimal hatte allein Johannes Rahn das 1:3 auf dem Fuß. Zuerst reagierte er nicht schnell genug (70.), dann scheiterte er an Arminia-Keeper Dennis Eilhoff (76.). Was die Bielefelder den Gästen dann in der Schlussphase noch erlaubten, brachte deren Coach Thomas Gerstner auf die Palme: "Da haben wir jegliche Ordnung verloren. Darüber müssen wir noch reden." Erinnerungen an den Koblenzer 3:2-Sieg im Hinspiel wurden wach, als die TuS die Partie in den letzten sieben Minuten noch drehte. Doch um diesmal eine neuerliche Spielwende zu schaffen, avancierten die Koblenzer Akteure letztlich zu spät zu Überzeugungstätern. (rei)
TuS kassiert zu einfache Treffer
Warum die Koblenzer in Bielefeld erst am Ende zu zwei Toren kommen - Schlussmann Paucken sucht keine Ausrede
TuS Koblenz hat es nicht geschafft, die guten Ansätze aus dem Rückrunden-Auftakt mit in die Partie nach Bielefeld zu retten. Letztlich war der Aufstiegskandidat eine Nummer zu groß für die Elf von Trainer Petrik Sander.
Arminia Bielefeld - TuS Koblenz 4:2 (2:0)
BIELEFELD. Spiele wie diese hat Manuel Hartmann in dieser Saison schon viele erlebt. Nach einem guten Beginn musste der Kapitän von TuS Koblenz auch bei Arminia Bielefeld den Platz als Verlierer verlassen, wobei sich die Profis des Fußball-Zweitligisten TuS Koblenz damit trösten konnten, sich nicht erneut in ihr Schicksal ergeben zu haben. Unter dem Strich stand ein 4:2 für die Arminia, wobei die TuS am Ende sogar noch kurzzeitig auf ein Pünktchen hoffen durfte.
"Die Tore sind zu leicht gefallen", merkte Hartmann richtigerweise an und meinte damit vor allem die ersten beiden Gegentreffer, die das taktische Konzept komplett durchkreuzten. Nachdem die TuS in den ersten 20 Minuten solide verteidigt und die Arminia erfolgreich am Kombinieren gehindert hatte, verlängerte Hartmann unglücklich eine Flanke genau auf den Kopf von Arminia-Angreifer Pavel Fort, der ungehindert einnicken durfte. Und wenig später hatte Dieter Paucken einen Aussetzer: Nach einem Fernschuss von Oliver Kirch machte der TuS-Keeper einen Schritt in die falsche Ecke und sah beim 2:0 ganz schlecht aus. "Ganz klar, das Tor geht auf meine Kappe", suchte Paucken auch gar nicht erst nach einer Ausrede.
So stand nach 32 Minuten ein 0:2 bei einem Aufstiegskandidaten - ein fast schon aussichtsloses Ergebnis, das die Hoffnungen der Koblenzer auf ein Minimum beschränkte. "Wir haben dann auch zu häufig versucht, die Dinge spielerisch zu lösen", sprach Hartmann ein wesentliches Manko der Elf an. Warum das so war, wird in der Nachbesprechung in dieser Woche zu klären sein.
Spätestens nach dem 3:0 durch Michael Delura in der 60. Minute schien die ganze Sache durch zu sein. Die Arminia ließ den Ball laufen, die TuS fand in der Offensive kaum statt. Auch das 3:1 durch Benjamin Lense, der nach einer Ecke in der 84. Minute zum 3:1 traf, wurde zunächst in die Kategorie "Ehrentreffer" eingestuft. Ehe dann plötzlich sogar ein Zähler in Reichweite war. Eine Minute vor dem Ende erzielte Hartmann aus dem Getümmel heraus das 3:2 - und es wurden zwei Minuten Nachspielzeit angezeigt. Allein, statt des Ausgleichs fiel das 4:2, wieder war Fort zur Stelle. Immerhin, die zwei Tore in der Schlussphase kaschierten, dass die TuS über weite Strecken der Partie auf dem Weg nach vorn zu wenig Überzeugung an den Tag legte. Im Schneetreiben von Bielefeld fehlte mehrfach der richtige Blick für die richtige Entscheidung.
"Wir haben einfach viele kleine Fehler gemacht, die dann auch prompt bestraft wurden", wusste Hartmann, dass die Mannschaft in den kommenden Wochen um Einiges konzentrierter agieren muss, um die nötigen Punkte für den Klassenverbleib einzufahren. Wobei der Kapitän auch anfügte, "dass auch gegen Bielefeld nicht viel gefehlt hat". Unter dem Strich lieferte die Partie aber auch die Erkenntnis, dass der Weg der TuS doch steiniger ist, als es nach dem 2:2 gegen 1860 München den Anschein hatte. "Der Trainer weiß, wo er den Hebel anzusetzen hat", meinte Paucken. Und für Hartmann steht fest: "Vor uns liegt viel Arbeit, aber am Ende wird für uns der Klassenverbleib stehen. Auch wenn wir ohne Punkt nach Hause fahren, haben wir zumindest den Fans gezeigt, dass wir uns nicht aufgeben." Sven Sabock
Gerstner angefressen
Bielefelder Coach freut sich nicht über den Sieg
BIELEFELD. Immerhin, ein zweites Koblenz ist Arminia Bielefeld vor eigener Kulisse erspart geblieben. Wie schon im Hinspiel im August auf dem Oberwerth waren die drei Punkte praktisch schon eingetütet, ehe es am Ende nochmal spannend wurde.
Nach 84 Minuten stand es 3:0, die Fans der Ostwestfalen feierten schon - ehe ihnen dann die Jubelgesänge fast eingefroren wären. Die beiden Treffer von Benjamin Lense und Manuel Hartmann sorgten unvermittelt für kollektives Zittern - und das lag nicht an der Kälte. "Die Mannschaft wird mir erklären müssen, wie das passieren konnte", deutete Bielefelds Trainer Thomas Gerstner an, dass die Analyse der 90 Minuten trotz der drei Punkte vergleichsweise unerfreulich ausfallen dürfte. "Wir haben es geschafft, innerhalb von vier, fünf Minuten alles über den Haufen zu werfen, was wir uns zuvor aufgebaut haben", schimpfte der Coach.
Obwohl die Bielefelder Negativserie von sieben Spielen ohne Sieg gegen die TuS ein Ende gefunden hat, konnte er sich nicht wirklich freuen. Der Hintergrund ist klar: Am kommenden Wochenende müssen die Arminen beim FC Augsburg ran, einem direkten Konkurrenten im Aufstiegskampf. "Wenn wir uns schon zu Hause gegen die TuS ohne Not in Schwierigkeiten bringen, wie soll das erst gegen Augsburg aussehen?", fragte Gerstner. (sab)
TuS testet in Immendorf
KOBLENZ. Um den Aktiven aus der zweiten Reihe Spielpraxis einzuräumen, bestreitet TuS Koblenz heute Abend um 19 Uhr ein Testspiel bei Bezirksligist TuS Immendorf. Am kommenden Samstag, 30. Januar, 14.30 Uhr, findet ein weiterer Test statt, die TuS tritt dann bei Rheinlandligist SG Mülheim-Kärlich an.
Quelle Rhein-Zeitung 25.01.2010 http://rhein-zeitung.de
26.01.2010 TuS schaut auf eigene Tabelle
Beim Koblenzer Zweitligisten bleibt die Sicherung von Relegations-Platz 16 oberstes Ziel
Trainer und Spielern von TuS Koblenz bleiben nur vier Tage Zeit, um aus dem 2:4 bei Arminia Bielefeld die richtigen Schlüsse zu ziehen. Bereits am Freitag geht es für den Fußball-Zweitligisten mit dem Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf weiter.
KOBLENZ. Wenn man im Abstiegskampf eines nicht gebrauchen kann, dann sind es trübe Gedanken. Und so verwundert es auch nicht, dass sich im Lager von TuS Koblenz alle Beteiligten bemühten, das 2:4 bei Arminia Bielefeld als weiteren Lernprozess auf dem Weg hin zum Klassenverbleib zu werten. Zumindest schaffte es Trainer Petrik Sander, die Unzulänglichkeiten in positive Formulierungen zu kleiden.
"Auswärts zwei Tore zu erzielen, ist für TuS Koblenz in dieser Saison ja nicht so schlecht", fand der Coach vor allem das engagierte Auftreten seiner Mannschaft in der Schlussphase erwähnenswert. Als die Bielefelder nach dem 3:0 nur noch die Uhr runterspielen wollten, nutzte die TuS die leise Arroganz des Gegners zu zwei Toren - wohlwissend, dass ein ähnlicher Coup wie beim 3:2 im Hinspiel wohl auch ein bisschen viel des Guten gewesen wäre. Denn dazu investierte die Mannschaft insgesamt zu wenig ins Spiel und beschränkte sich zu sehr auf Schadensbegrenzung. Das klappte lediglich in den ersten 20 Minuten sowie kurzzeitig nach der Pause. "Wenn dann aber Dinge gemacht werden, die so nicht besprochen waren, wird man eben bestraft", ärgerte sich Sander über die gescheiterten Versuche, manche Aktion spielerisch lösen zu wollen.
Wobei sich Sander auch durch die letztlich noch glimpflich ausgefallene Niederlage nicht aus dem Konzept bringen lässt. Der 49-Jährige, so machte er anschließend deutlich, will Partien wie die in Bielefeld auch nutzen, um die Mannschaft für die Schlüssel-Duelle im Abstiegskampf zu rüsten. Der Blick aufs Tableau bleibt dabei vorerst zweitrangig. Obwohl der Trend bei Rot-Weiß Oberhausen deutlich nach unten zeigt, hat der Tabellen-15. noch ein sattes Acht-Punkte-Polster auf die TuS. "Wenn es uns mal gelingen würde, mit einer Serie ein bisschen Druck auszuüben, könnte man die Ziele überdenken", sagt der Coach, für den die Sicherung von Relegations-Platz 16 nach wie vor oberste Priorität genießt: "Ich schaue nur auf eine Tabelle mit drei Mannschaften - und die führen wir an."
Shefki Kuqi vor Wechsel
Unterdessen wurde der Vertrag mit Aljmir Murati aufgelöst, und bei Angreifer Shefki Kuqi zeichnet sich ein baldiger Wechsel auf die britische Insel ab. Der Finne steht seit geraumer Zeit im Fokus von Zweitligist Swansea City. "Ein unzufriedener Spieler, der den Verein verlassen will, ist dem Klima in der Mannschaft nicht zuträglich", deutet TuS-Geschäftsführer Wolfgang Loos an, dass er Kuqi trotz eines Vertrags bis 2011 wohl keine Steine in den Weg legen will. Nicht zuletzt aus finanziellen Gründen, um den Gehalts-Etat zu entlasten, denn, so Loos: "Er ist einer der teuersten Spieler." Dem Vernehmen nach war der Ex-Kapitän über das Wochenende eigenmächtig nach England geflogen, um dort die Verhandlungen voranzutreiben. Swansea meldete gestern bereits Vollzug. Dabei sollte Kuqi mit seinen Toren doch eigentlich die TuS zum Klassenverbleib schießen. Den Job müssen nun andere vollenden. Sven Sabock
TuS gewinnt gegen Immendorf - Kohns tritt zurück
KOBLENZ. Mit 7:1 hat eine zweite Garnitur des Zweitligisten TuS Koblenzgestern Abend ein Freundschaftsspiel gegen den Bezirksligisten TuS Immendorf gewonnen. Auf dem Kunstrasenplatz am Oberwerth erzielten Njazi Kuqi (2), der stark aufspielende Gastspieler Marvin Pourie (2), Zoltan Stieber, Oliver Laux und der A-Jugendliche Albert Buhler die TuS-Tore. Der Bezirksligist war mit 1:0 in Führung gegangen.
Stieber, zuletzt wegen einer Schambeinentzündung länger verletzt, zeigte vor 300 Zuschauern eine gute Leistung, hielt 80 Minuten durch. Das dürfte TuS-Trainer Petrik Sander gefallen haben.
Unterdessen hat Vizepräsident Gerd Kohns mit sofortiger Wirkung sein Amt niedergelegt, "aus persönlichen Gründen", wie es in einer Pressemitteilung des Vereins heißt. Der 60-Jährige tritt damit auch aus dem Aufsichtsrat der TuS Koblenz GmbH zurück. Nachdem zuvor Hans Dill als Vorstand Sport des Vereins zurückgetreten ist, sollen die Nachfolger auf der anstehenden Mitgliederversammlung am 16. März gewählt werden.
Quelle Rhein-Zeitung 26.01.2010 http://rhein-zeitung.de
28.01.2010 TuS hat Marvin Pourie an der Angel
KOBLENZ. Bei Fußball-Zweitligist TuS Koblenz nimmt der seit geraumer Zeit geplante Transfer von Marvin Pourie konkrete Formen an. Der 19-Jährige steht bis 2013 bei Schalke 04 unter Vertrag und war zuletzt an 1860 München ausgeliehen. Nachdem Pourie bei den "Löwen" nicht zum Zuge kam, hat der Bundesligist nun grünes Licht für einen Wechsel zur TuS gegeben. Koblenz will Pourie bis zum Saisonende ausleihen, vermutlich werden heute die letzten Formalitäten geregelt. "Er hat im Probetraining einen guten Eindruck hinterlassen", so TuS-Geschäftsführer Wolfgang Loos, "Pourie ist ein Spieler mit einer guten Perspektive." Der Angreifer wäre der vierte Winter-Zugang der TuS, während Shefki Kuqi, Renaldo Rama und Aljmir Murati den Verein verlassen haben. (sab)
TuS geht mit neuem Optimismus in Abstiegskampf - Spende für Erdbebenopfer
TuS Koblenz zeigt Solidarität: Im Rahmen des traditionellen Neujahrsempfangs ging der Fußball-Zweitligist in Person von Geschäftsführer Wolfgang Loos mit einer Spende für "HELFT UNS LEBEN", die Hilfsaktion unserer Zeitung, voran und warb bei den 350 geladenen Gästen um Unterstützung für die Erdbebenopfer von Haiti. Zu Beginn der Veranstaltung stärkte Aufsichtsrats-Vorsitzender Walterpeter Twer dem neuen Chefcoach Petrik Sander im Abstiegskampf den Rücken: "Es ist eine Struktur zu erkennen, Trainer und Mannschaft werden es richten." Womit er einer Meinung mit Werner Hecker war, wobei der Vereins-Präsident auch die Gelegenheit nutzte, den zahlreichen Freunden und Förderern des Klub zu danken - verbunden mit der Hoffnung, dass die Sponsoren auch im Jahr 2010 dem Klub die Treue halten. Zudem verlieh er Walterpeter Twer und Hans-Peter Schössler, Geschäftsführer von Lotto Rheinland-Pfalz, die Goldene Ehrennadel des Vereins. Den neuen Optimismus im Koblenzer Verein verkörperten nicht zuletzt die drei Winter-Zugänge Edmond Kapllani, Daniel Gunkel und Andreas Glockner, die ihren Anteil zum erneuten Klassenverbleib der TuS Koblenz in der Zweiten Liga beitragen wollen.
Quelle Rhein-Zeitung 28.01.2010 http://rhein-zeitung.de
29.01.2010 Bei der TuS soll die Null stehen
Koblenzer Trainer Petrik Sander setzt im Heimspiel gegen Düsseldorf auf klare Aktionen - Änderungen in der Startelf?
Die Aufgaben werden für TuS Koblenz nicht einfacher: In Fortuna Düsseldorf stellt sich heute Abend der Tabellen-Fünfte im Stadion Oberwerth vor. Trainer Petrik Sander setzt darauf, dass die Mannschaft die positiven Ansätze der vergangenen Tage zu einer geschlossenen Leistung ausbauen kann.
KOBLENZ. Freie Tage? Fehlanzeige. Bei TuS Koblenz bleibt viel zu tun, und das hat noch nicht einmal was mit dem 2:4 in Bielefeld am vergangenen Sonntag zu tun. Und so hat Petrik Sander seinen Kader auch in dieser Woche täglich um sich versammelt, um die Defizite im Team aufzuarbeiten und zudem die erfreulichen Aspekte weiter zu fördern. Ob die TuS dabei einen Schritt weitergekommen ist, wird sich heute Abend weisen, um 18 Uhr geht"s gegen Fortuna Düsseldorf.
"Der Weg stimmt", ist der Trainer sicher und führt als wesentliche Belege an, dass seine Elf in den beiden jüngsten Spielen jeweils zwei Tore geschossen ("Das ist ja für die TuS nicht alltäglich") und sich zudem mental stabil präsentiert hat - was im Abstiegskampf als Grundvoraussetzung gilt. Dass es die Mannschaft nach dem 0:3-Rückstand in Bielefeld letztlich noch geschafft hat, den Schaden in Grenzen zu halten, wertet Sander als Beweis, dass die Mannschaft (wieder) lebt.
Dummerweise war das Ganze zeitlich begrenzt. Und: Wie schon so oft in dieser Saison wurden die Gegentore durch individuelle Schnitzer begünstigt. "Es ist an der Zeit, dass wir jetzt hinten auch mal zu null spielen", nimmt der Coach seine Akteure ins Gebet. In Bielefeld hatte ihm missfallen, dass in der Defensive zu häufig der Versuch unternommen wurde, sich mit spielerischen Mitteln aus der Klemme zu befreien. Das soll und muss sich ändern, um gegen Fortuna das Glück zu erzwingen. "Klarheit in den Aktionen", fordert der Coach und stellt das Team darauf ein, "mit einfachen Strukturen zu spielen". Das klingt nach Hoch- und Weit-Fußball - und ist es auch. "Man muss sich nicht zu schade sein, den Ball auch mal aus dem Stadion zu schießen", sagt Sander, "das praktiziert selbst ein Lucio." Der Coach weiß, dass das nicht schön aussieht, "aber es geht für uns doch vor allem darum, effizient zu spielen". Soll heißen: Fehler-Minimierung steht an oberster Stelle.
Parallel zu der derzeit erhöhten körperlichen Belastung im Training schaut Sander auch genau hin, wer mental dazu in der Lage ist, seinen Plan am ehesten auf den Platz zu bringen. Nachdem die TuS zuletzt zweimal in identischer Formation begonnen hatte, deutete der 49-Jährige durch die Blume an, dass er wohl über die eine oder andere Veränderung nachdenkt. "Vielleicht tue ich dem einen oder anderen im Moment keinen Gefallen, wenn ich ihn bringe", grübelt Sander. Namen nennt er nicht.
Nach nur einem Punkt aus den vergangenen sechs Partien würde der TuS ein Erfolgserlebnis gut zu Gesicht stehen. Fürs allgemeine Wohlbefinden und vor allem für die Tabelle. Großspurige Ankündigungen sind vom Coach aber deshalb nicht zu vernehmen. Sander weiß, dass derlei Parolen vom "Gewinnen-Müssen" schnell verpuffen und gezielt eingesetzt werden müssen. Gegen einen mit breiter Brust anreisenden Aufsteiger stellt er sich vielmehr darauf ein, "dass wir uns auf einiges gefasst machen müssen". Zudem werden 3000 Gäste-Fans aus Düsseldorf erwartet, für eine stimmungsvolle Kulisse ist auf dem Oberwerth in jedem Fall gesorgt. Es liegt an der TuS, auch die Koblenzer Anhänger mal wieder zum Jubeln zu bringen. Sven Sabock
Stadion ist schnee- und eisfrei
TuS-Partie nicht gefährdet - Tribünen geräumt, Rasenheizung läuft
KOBLENZ. Das Winter-Tief "Jennifer" hat es gut gemeint mit TuS Koblenz: Während am Wochenende quer durch die Republik gleich acht Drittliga-Partien aufgrund von Schnee und Eis ausfallen müssen, ist das Spiel auf dem Oberwerth nicht gefährdet. Die Zufahrtswege zum Stadion sind bereits geräumt, auch der Platz wird dank der Rasenheizung schneefrei sein. Nach den zuletzt arktischen Temperaturen lag das Grün noch am Mittwoch unter einer Eis- und Schneeschicht, das einsetzende Tauwetter hat sich nun als nützlicher Helfer erwiesen. Zudem sind die Stadion-Mitarbeiter seit Tagen damit beschäftigt, sämtliche Tribünen in der Arena zum wiederholten Mal zu räumen und zu streuen, nachdem es in der Nacht zum Donnerstag erneut geschneit hatte.
Am heutigen Vormittag findet im Stadion eine abschließende Sicherheitsbesprechung statt, in der vor allem überprüft werden soll, ob die Dächer der Sparkassen- und Lotto-Tribüne ausreichend geräumt sind und somit keine Gefahren für die Zuschauer entstehen können. Die abschließende Platzbegehung führt am Nachmittag der Schiedsrichter durch, für die Begegnung wurde Christian Leicher aus Landshut angesetzt. (sab)
Düsseldorfer lieben Fortuna
Koblenzer Gegner darf vom Durchmarsch in die Bundesliga träumen
DÜSSELDORF. Die Fortuna macht ihre Fans wieder glücklich: Was im Verlauf der Hinrunde still und heimlich begann, ist inzwischen zu einer ausgewachsenen Euphorie geworden. In Düsseldorf ist Fußball "in", die Zuschauer strömen in Scharen in die Arena. Zuletzt, beim 1:0 gegen Union Berlin, waren es über 25 000, im anstehenden Heimspiel gegen den MSV Duisburg hofft der Aufsteiger gar auf 40 000 Besucher. Und auch in Koblenz wird es der Mannschaft von Trainer Norbert Meier nicht an Unterstützung mangeln: Über 3000 Anhänger werden mit nach Koblenz pilgern, und Kapitän Andreas Lambertz witzelt: "Machen wir doch ein Heimspiel draus."
Der flotte Spruch des Mittelfeld-Renners hat durchaus einen ernsten Hintergrund: Dass der Klub inzwischen sogar schon vom Durchmarsch in die Bundesliga träumen darf, liegt vor allem an der famosen Bilanz im eigenen Stadion: Mit 26 von 30 möglichen Punkten sind die Düsseldorfer das beste Heim-Team der Ersten und Zweiten Liga.
Weil die Meier-Elf aber auswärts bei nur acht Zählern noch nicht recht in die Gänge kommt, halten sich die Beteiligten mit kühnen Aufstiegsprognosen zurück: "Lasst uns in drei Wochen noch einmal sprechen. Wenn wir dann noch da stehen, wo wir jetzt sind, ist alles möglich." Um noch anzufügen: "Aber dafür müssen wir erst einmal in Koblenz gewinnen."
Was keine leichte Aufgabe werden wird, wie Meier betont: "Wir sollten nicht den Fehler machen und das Hinspiel zum Maßstab nehmen. Koblenz hat nun eine andere Mannschaft und sich im Winter gut verstärkt", warnt der Coach. Zur Erinnerung: Am dritten Spieltag unterlag die TuS mit 0:1 bei der Fortuna, war damit aber noch gut bedient.
Torschütze war damals Ranisav Jovanovic, der unter der Woche ebenso mit dem Training aussetzen musste wie der von Werder Bremen ausgeliehene Martin Harnik - beide zusammen bringen es immerhin auf stolze 16 Treffer. Beide haben aber bereits signalisiert, dass sie in Koblenz wieder mit dabei sind.
Das Geheimnis des Düsseldorfer Höhenflugs? Nur 19 Gegentreffer zeugen von Stabilität in der Defensive, zudem präsentiert sich das Team ohne Stars insgesamt enorm homogen. Kein Wunder also, dass das Thema Klassenverbleib schon längst keines mehr ist. Vielmehr bekommt es Manager Wolf Werner derzeit bei seinen Vertragsverhandlungen mit einem Luxus-Problem zu tun: "Die Spieler wollen finanziell beteiligt und adäquat bezahlt werden." (sab)
Stieber trainiert
Sander: Kein Risiko
KOBLENZ. Für Torwart David Yelldell kommt die Partie gegen Fortuna Düsseldorf zu früh, auch bei Zoltan Stieber will Petrik Sander kein Risiko eingehen. "Wir wollen nichts überstürzen", gibt der Trainer den beiden Leistungsträgern ausreichend Zeit, um sich wieder an die Mannschaft heranzuarbeiten. Stieber trainiert nach seiner Schambeinentzündung seit einer Woche wieder schmerzfrei mit, Yelldell absolviert nach seiner Innenband-Verletzung mit Torwart-Trainer Peter Auer ein individuelles Aufbauprogramm. Nach der Partie in Bielefeld klagte Daniel Gunkel über Adduktoren-Probleme, der Mittelfeldspieler sollte aber gegen Düsseldorf wieder fit sein.
Nachdem sowohl Philipp Langen (Oberschenkelzerrung) und Frank Wiblishauser (Wade) passen müssen, mangelt es der TuS derzeit an Linksverteidigern. Ebenfalls nicht mit dabei sind der Brasilianer Melinho (Probleme an der Hüftmuskulatur), auch Christian Müller (Wade) kommt im neuen Jahr noch nicht auf Touren. (sab)
Pourie kommt
Angreifer erhält die 36
KOBLENZ. Die abschließenden Formalitäten sind geregelt, TuS-Trainer Petrik Sander hat eine zusätzliche Option für den Angriff: Wie erwartet hat der Koblenzer Zweitligist Marvin Pourie (Foto) von Schalke 04 bis zum Saisonende ausgeliehen. "Das Ganze ging unkompliziert über die Bühne", berichtet TuS-Geschäftsführer Wolfgang Loos nach einem Gespräch mit Schalkes Trainer-Manager Felix Magath. Pourie absolvierte neun Partien für die U18-Auswahl des DFB und war zuletzt für 1860 München aktiv, wo seine Dienste aber nicht mehr gefragt waren. "Ich freue mich, dass jetzt alles geklappt hat", sagt Pourie, der bereits seit zwei Wochen mit dem Team trainiert. Das Angriffs-Talent erhält die Rückennummer 36, rechtzeitig vor der Partie gegen Düsseldorf soll die Spielberechtigung von der Deutschen Fußball-Liga vorliegen. (sab)
Quelle Rhein-Zeitung 29.01.2010 http://rhein-zeitung.de
30.01.2010 Mavric trifft zum Sieg und lässt TuS hoffen
Wichtiger Dreier für Koblenz gegen Düsseldorf - Wille führt zum Erfolg
Der Anfang ist gemacht: Mit dem 1:0 gegen Fortuna Düsseldorf und dem ersten Sieg unter der Ägide von Trainer Petrik Sander hat TuS Koblenz eine lange Durststrecke beendet. Der Klassenverbleib bleibt für Mannschaft und Verein ein machbares Ziel.
TuS Koblenz - Fortuna Düsseldorf 1:0 (0:0)
KOBLENZ. Löst dieser Erfolg jetzt die so herbeigesehnte Aufbruchstimmung aus? Beim 1:0 (0:0) gegen Fortuna Düsseldorf beendete TuS Koblenz eine Serie von sechs sieglosen Partien in Serie und schöpft mit diesem - dank enormen Willen - verdienten Erfolg nun neuen Mut und neue Hoffnung im Kampf um den Klassenverbleib.
Beim 1:0 gegen die Rheinländer stand, wie vom Trainer gefordert, nicht nur hinten endlich einmal die Null. Für die eins im vorderen Teil des Ergebnisses nach 90, von Kampf auf schwer bespielbarem Boden geprägten Minuten, zeichnete derselbe Spieler verantwortlich, der auch schon beim letzten TuS-Sieg am 13. Spieltag gegen Aachen als Siegtorschütze zu Buche schlug: Matej Mavric.
Endgültig Drehbuchreife erlangte der Treffer des Slowenen durch die Tatsache, dass Mavric gestern seinen 31. Geburtstag feierte. Der Abwehrspieler traf in der 70. Minute nach einer Ecke von Emmanuel Krontiris, die Daniel Gunkel noch entscheidend verlängert hatte. "Das war wie im Training, so haben wir das geübt", freute sich Mavric, der jetzt auf den Beginn einer Serie hofft. "Vielleicht schaffen wir den Klassenverbleib ja doch, ohne in die Relegation zu müssen."
Die TuS kann also doch noch gewinnen. Aber auch dieser wichtige Dreier kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Angriff weiterhin das große Sorgenkind im Koblenzer Spiel ist. Das untermauerte die Begegnung gegen die Fortuna noch einmal. Das Spiel der Koblenzer hat unter Coach Sander an Struktur und auch an Sicherheit gewonnen. Die Mannschaft zeigt wieder Biss und Leidenschaft. Den Aktionen nach vorn indes mangelt es nach wie vor an Präzision und Durchschlagskraft. Das dürfte die nächste Baustelle sein, die Sander gemeinsam mit den Spielern angehen wird. Eins nach dem anderen.
Immerhin boten die Platzherren der eingespielten Düsseldorfer Mannschaft ordentlich Paroli. Der Schachzug Sanders, Tom Geißler anstelle von Shqipran Skeraj hinten links aufzubieten, verlieh der Defensive die gewünschte Stabilität. Im Mittelfeld bemühten sich Gunkel und Krontiris um Linie im Aufbau, doch in der Spitze war außer Bemühen bei Edmond Kapllani und dem abfallenden Johannes Rahn wenig zu sehen. Auch, und das sei zur Ehrenrettung der Stürmer gesagt, weil das Mittelfeld nicht energisch genug nachschob, wenn sich denn mal die Chance zum Angriff bot. Für Sicherheit in der Defensive sorgen und gleichzeitig im Angriff gefährlich auftreten, dazu ist diese TuS-Elf noch nicht in der Lage.
Die einzige Torchance in Durchgang eins hatte Rahn, der nach einem Gunkel-Freistoß zum Kopfball kam, den Ball aber neben den Kasten setzte (37.). Die Fortuna kam auf zwei Einschussmöglichkeiten in den ersten 45 Minuten. Einmal parierte Dieter Paucken einen Schuss von Ranisav Jovanovic (9.), kurz darauf verzog Marco Christ.
Nach der Pause dasselbe Bild: Die Partie blieb ausgeglichen, erreichte aber nicht mehr das Niveau von Durchgang eins. Düsseldorf hatte die bessere Spielanlage, machte aber nichts draus. Koblenz hielt dagegen. Und wurde für nimmermüdes Rackern durch Mavric belohnt. Die Geburtstagsfeier hatte den richtigen Rahmen bekommen. Klaus Reimann
Quelle Rhein-Zeitung 30.01.2010 http://rhein-zeitung.de
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