Juli 2010

02.07.10    Hecker: Finanzielle Hilfe für die Jugend

Aktion „100 Jahre – 1000 Freunde“ des Fußball-Drittligisten TuS Koblenz ist Teil der Agenda 2020

Koblenz. Die Schockstarre nach dem Abstieg hat sich gelöst, bei TuS Koblenz denkt man wieder an die Zukunft. In einer Agenda 2020 formuliert der Drittligist das, was in den nächsten zehn Jahren zu tun ist; kurzfristig ruft er unter dem Motto „100 Jahre – 1000 Freunde“ zu materieller Unterstützung auf. Wir sprachen mit TuS-Präsident Dr. Werner Hecker über dieses Projekt.

Herr Dr. Hecker, was ist unter dem Projekt „100 Jahre – 1000 Freunde“ der TuS Koblenz zu verstehen?
Es ist ein Bestandteil der Agenda 2020. Wir wollen damit Leute für die TuS gewinnen und an den Verein binden. Wir bitten um eine Spende von 1000 Euro für die Jugendarbeit, denn TuS Koblenz e.V. kann die 15 Jugendmannschaften nicht allein finanzieren und benötigt immer wieder Hilfe von der ausgegliederten GmbH. Außerdem dient es natürlich der Mitgliederwerbung.

Wie ist da der aktuelle Stand?
Als ich am 17. Juni 2009 den Vorsitz übernahm, waren es 1340, neun Monaten später, im März 2010, hatte sich die Mitgliederzahl auf 1714 gesteigert.

Seit wann gibt es das Projekt „100 Jahre – 1000 Freunde“?
Das wurde bei einem Treffen der Führungsgremien im Mai geboren, in die Öffentlichkeit gegangen sind wir damit bei der Eröffnung der Rudi-Gutendorf-Ausstellung am 10. Juni.

Wie weit sind Sie mit dem Projekt?
Das läuft derzeit eher noch auf der Schiene Freunde und Bekannte. Aber ich habe selbst 55 Briefe am Computer geschrieben, die vor einer Woche rausgegangen sind. Mal sehen, wie die Resonanz ist.

Sehen Sie das auch als Test, der zeigt, wie die TuS in der Öffentlichkeit dasteht?
Es gibt Aufschluss darüber, ob es in der Region Koblenz und Umgebung gelingt, einen Verein wie die TuS in einer oberen Spielklasse zu halten. Am Ergebnis des Projektes „100 Jahre – 1000 Freunde“ müssen sich alle Seiten, Verein, Fans und die Stadt, messen lassen.

Der Verein bittet um Spenden, was kann der Spender erwarten?
Es ist richtige gute Erziehungsarbeit, die bei TuS Koblenz im Jugendbereich geleistet wird, ganz im Sinne des sozialen Auftrages, den ein solcher Verein in der Gesellschaft zu erfüllen hat. Um diese Arbeit zu intensivieren, benötigen wir finanzielle Hilfe. Wir wollen, im Rahmen der Hundert-Jahr-Feier der TuS nächstes Jahr an prominenter Stelle in der Stadt eine Jahrhundertsäule aufstellen, auf der jeder Spender verewigt wird.

Wie soll diese Säule aussehen?
Vorbild ist die Jahrhundertsäule von Eintracht Braunschweig. Es gibt in Koblenz den einen oder anderen Künstler, der für die Ausführung in Frage kommt. Die Planungen sind aber erst im Kopf weiter gediehen.

Gibt es noch weitere Jubiläums-Aktivitäten?
Zum einen wollen wir die Bundesgartenschau 2011 auch zur Darstellung des Vereines nutzen. Es wird aber auch ein Buch über die TuS erscheinen, Umfang circa 250 Seiten, an Karneval soll ein TuS-Wagen im Zug mitfahren, wir planen einen Ball in der Rhein-Mosel-Halle und zur Eröffnung der Saison 2011/12 soll es ein richtig großes Familien- und Fanfest im Stadion geben.

Der Wiederaufstieg würde gut ins Jubiläumsjahr der TuS passen...
Das ist unrealistisch, aber das hat man ja beim ersten Zweitliga-Aufstieg auch schon geglaubt.

Das Gespräch führte Thomas Wächtler

Quelle Rhein-Zeitung 02.07.2010  http://rhein-zeitung.de


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05.07.2010    Peter Auer leitet Test der TuS gegen Baku

aktuell_2011_06Schiedsrichter kommen nicht – Koblenzer Torwarttrainer springt ein

300 Zuschauer, zwei Profimannschaften, aber kein Schiedsrichter in Bad Bertrich: Torwarttrainer Peter Auer sprang in die Bresche und rettete den Test zwischen TuS Koblenz und dem FK Baku.

TuS Koblenz - FK Baku 2:2 (1:1)

Bad Bertrich. Mit 2:2 (1:1) hat sich Fußball-Drittligist TuS Koblenz in einem Testspiel vom FK Baku getrennt. Der Meister Aserbaidschans wird vom ehemaligen Karlsruher Coach und gebürtigen Mayener Winfried Schäfer trainiert. Seine Kaukasus-Kicker führten vor 300 Zuschauern auf dem Rasenplatz in Bad Bertrich zweimal gegen die TuS.

Bei hochsommerlichen Temperaturen entwickelte sich schnell eine temporeiche Partie, in der die Gäste, die in Bitburg im Trainingslager sind, etwas mehr vom Spiel hatten. Dennoch fiel der Treffer zum 1:0 für die Schäfer-Truppe auf kuriose Art (8.). Aus 40 Metern drosch Siluingo Jaba einen Freistoß auf das Tor von TuS-Torwart Dieter Pauken. Offensichtlich kannte dieser den auch bei der WM in Südafrika von den Torleuten oft kritisierten WM-Ball noch nicht richtig. Die Kugel rutschte ihm unglücklich über die Hände hinweg ins Netz.

TuS-Kapitän Massimo Cannizzaro vergab die Chance zum Ausgleich, als er mutterseelenallein den Ball am Baku-Tor vorbeischob (22.). Besser machte er mit dem Kopf. Nach einer Flanke von Johannes Rahn nickte Cannizzaro sicher zum 1:1 ein (35.). Fabio Ramin erzielte mit einem satten Fernschuss das 2:1 (55.). Doch die TuS schlug zurück: Lars Bender markierte den Treffer zum 2:2-Endstand (68.). Sander war mit seiner Elf zufrieden: „Wir sind mit einem unerhört hohen Aufwand nach den Rückständen wieder ins Spiel zurückgekommen – und das bei diesen hohen Temperaturen. Dafür gebührt meiner Elf ein großes Kompliment.“

Kein Kompliment machte Sander dem Fußballverband Rheinland, weil die Partie – obwohl angefordert – ohne offizielles Schiedsrichtergespann stattfand. „Das ist für mich ein Skandal und eine Frechheit. Vor allem zeigt es wenig Respekt vor den Gästen. So etwas darf nicht sein.“

Um überhaupt spielen zu können, musste der Koblenzer Torwarttrainer Peter Auer die Pfeife in den Mund nehmen. Bakus Trainer Winnie Schäfer war mit dessen Entscheidungen aber nicht immer einverstanden, gestand aber ein, dass dies keinen Einfluss auf den Ausgang der Partie hatte.
Alfons Benz

Im nächsten Testspiel trifft die TuS am Mittwoch um 17 Uhr in Mülheim-Kärlich (Rasenplatz am Schulsportzentrum) auf Racing Straßburg.

Rhein-Zeitung 05.07.2010  http://rhein-zeitung.de

Schiedsrichter:  Uwe Koschinat,
Linienrichter:     Peter Auer (Thomas Klimmeck),  Markus Mannebach


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08.07.2010       TuS Koblenz fehlt beim 1:2 gegen Racing Straßburg die körperliche Frische

aktuell_2011_07Der Koblenzer Ole Kittner (links) springt dem Ball entgegen, die gegnerischen Spieler von Racing Straßburg (dunkle Trikots) können nicht aktiv eingreifen – ebenso geschickt stellte sich Kittner in der 82. Minute an, als er den einzigen Treffer des Fußball-Drittligisten TuS Koblenz erzielte. Den Test gewann allerdings der französische Drittligist, der in der 48. und in der 53. Minute nach zwei Abwehrfehlern der TuS mit 2:0 in Führung gegangen war. Für die 600 Zuschauer am Rasenplatz in Mülheim-Kärlich war's trotz der Koblenzer 1:2-Niederlage der Beginn eines spannenden Fußballabends und der richtige Einstieg vor dem WM-Halbfinale zwischen Deutschland und Spanien. Zwar fehlte den TuS-Spielern nach etlichen Trainingseinheiten die Spritzigkeit, aber in der Endphase hatten die Koblenzer mehrere gute Ausgleichmöglichkeiten. Die größte Chance: der Pfostentreffer von Tobias Bauer (75.). „Die körperliche Frische hat noch gefehlt, aber daran werden wir jetzt arbeiten“, sagte TuS-Trainer Petrik Sander, der Marcus Steegmann, Michael Stahl und Massimo Cannizzaro wegen Muskelverhärtungen schonte. Weiter geht es für die TuS am Samstag, wenn um 15 Uhr das Testspiel bei Wormatia Worms angepfiffen wird.
(sab, sle)

 


  TuS: Rahn setzt auf den Wohlfühl-Faktor

aktuell_2011_08Stürmer des Koblenzer Drittligisten lehnt andere Angebote ab

Vier Stürmer für zwei Plätze: Während es im Kader von TuS Koblenz noch die ein oder andere Baustelle gibt, tobt in vorderster Linie bereits der Kampf um die beste Ausgangsposition zum Saisonstart. Mittendrin ein alter Bekannter: Johannes Rahn.

Koblenz. Nach einer Woche in Bad Bertrich geht es Johannes Rahn nicht viel besser als seinen Kollegen: Die Beine sind schwer. Das stramme Programm von Trainer Petrik Sander im Trainingslager in der Eifel ist nicht spurlos an den Profis des Fußball-Drittligisten TuS Koblenz vorbeigegangen, die zwischenzeitlich tropischen Temperaturen haben ein Übrigens getan. Aber die Strapazen sind dem 24-Jährigen nicht aufs Gemüt geschlagen, wie alle Beteiligten berichtet auch der 1,90-Meter-Mann von „einer guten Stimmung, alles klappt prima“.

Mit „prima“ meint Rahn nicht zuletzt seinen Gesundheitszustand. Bis auf eine leichte Achillessehnen-Reizung ist die Vorbereitung bislang ohne größere Blessuren verlaufen. Und vor allem: Das Knie hält. Nach einer Meniskusverletzung im April war der Angreifer in den abschließenden vier Runden zum Zuschauen verurteilt. Die Wochen und Monate zuvor haben ihm indes offenbar Mut für die Zukunft gemacht. Nachdem er zu Beginn der Vorsaison nur zu sporadischen Einsätzen gekommen war, gelang ihm unter Trainer Petrik Sander in der Rückrunde der Sprung in die Startformation. Zwar musste er zwischenzeitlich seinen Platz für Leihspieler Marvin Pourie räumen, das Intermezzo als Stammkraft zeigt allerdings die Wertschätzung, die er bei Sander genießt.

Ob das reicht, um auch in der anstehenden Saison zur ersten Elf zu gehören, wird sich weisen. Als einer der wenig verbliebenen aus dem Zweitliga-Kader muss er sich gleich mit drei Konkurrenten auseinandersetzen. Neben Rahn bewerben sich Massimo Cannizzaro, Marcus Steegmann und Thomas Klasen für zwei Plätze. Geht man davon aus, dass Cannizzaro gesetzt ist, wird die Aufgabe noch ein bisschen schwieriger. Kein Problem für Rahn, der sich selbstbewusst der Herausforderung stellt: „Ich denke, dass jeder die gleichen Chancen hat.“ Und, so fügt er an: „Ich glaube schon, dass ich hier einen ganz guten Stellenwert habe und der Mannschaft helfen kann.“

Das war wohl auch der Grund, warum er in diesem Jahr nicht ein zweites Mal der TuS den Rücken gekehrt und sich fürs Bleiben entschieden hat. Nachdem sich Rahn von 2007 bis 2009 im Talentschuppen des VfB Stuttgart II zu einem etablierten Drittliga-Stürmer entwickelt hat, will er diesen Anspruch nun bei der TuS untermauern. Zwischenzeitlich soll wohl auch ein Angebot des künftigen Liga-Konkurrenten Wacker Burghausen auf dem Tisch gelegen haben – aber Rahn gab seinem Heimatverein den Vorzug und unterschrieb einen Vertrag bis 2011. „Ich hätte anderswo sicher mehr verdienen können“, gibt Rahn offen zu. Aber letztlich gab wohl der Wohlfühl-Faktor den Ausschlag, auch die Nähe zum Elternhaus im Westerwald dürfte eine Rolle gespielt haben. Übrigens: Auch bei den SF Nistertal wird man sich über die Entscheidung gefreut haben, beim Tischtennis-Verbandsligisten hilft Rahn immer dann aus, wenn es der Spielplan der TuS zulässt.

Zunächst gilt seine volle Konzentration freilich der Vorbereitung auf die Drittliga-Saison, „die allein schon durch die vier zusätzlichen Spiele sehr intensiv wird“. Und nicht zuletzt will Rahn seinen Beitrag dazu leisten, dass den Koblenzern eine halbwegs sorgenfreie Runde gelingt: „Ich habe hier nach dem Abstieg noch was gutzumachen.“
Sven Sabock

Quelle Rhein-Zeitung 08.07.2010  http://rhein-zeitung.de


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10.07.2010   Kein Geld für Verstärkungen

aktuell_2011_09TuS kann sich vorerst keinen weiteren Abwehrspieler leisten – Saisoneröffnung am Sonntag

Zwei Wochen vor dem Saisonauftakt gegen Rot Weiss Ahlen hat bei Fußball-Drittligist TuS Koblenz der Feinschliff begonnen. Vermutlich wird sich Trainer Petrik Sander mit dem aktuellen Kader begnügen müssen, die avisierten Verstärkungen sind nicht in Sicht.

Koblenz. Noch 14 Tage, dann wird's ernst für TuS Koblenz. Bis dahin gibt's noch jede Menge Arbeit für Trainer Petrik Sander und seine Akteure, aber die ersten Testspiele haben bereits wichtige Erkenntnisse geliefert, wie es auf dem Rasen um den Fußball-Drittligisten bestellt ist. Am heutigen Samstag um 15 Uhr steht bei Regionalligist Wormatia Worms die nächste Vorbereitungspartie an, am Sonntag wird sich der Kader ab 11 Uhr im Rahmen der offiziellen Saisoneröffnung den Fans präsentieren.

Zu sehen bekommen die Besucher dann eine willige TuS-Mannschaft, bei der der Faktor Teamgeist ganz oben angesiedelt ist. Und, so wurde beim 1:2 gegen Straßburg deutlich: Konditionell sind die Koblenzer schon ganz gut dabei. Trotz der hohen Temperaturen war die Mannschaft in der Lage, in den abschließenden 20 Minuten das Tempo noch einmal anzuziehen – fast wäre der Eifer sogar noch mit dem 2:2 belohnt worden. „Man hat gesehen, dass die Mannschaft marschieren kann“, darf sich Sander in seiner bisherigen Arbeit bestätigt fühlen. Die körperliche Fitness ist die Grundlage für alle 20 Teams in der Liga, bei der TuS kommt ihr wohl noch ein bisschen mehr Bedeutung zu. Die „Boy Group“ von Sander wird damit etliche Mängel kompensieren müssen, die ebenfalls unübersehbar sind. Vor allem die fehlende Breite im Kader könnte zum Manko werden. Gegen Straßburg mussten Marcus Steegmann, Massimo Cannizzaro und Michael Stahl aufgrund von leichten muskulären Problemen passen – und schon stieß die Mannschaft personell an ihre Grenzen. Am Ende standen fünf TuS-Spieler auf dem Platz, die im Vorjahr noch in der Bezirksliga aktiv waren.

Dass obendrein die beiden Tore aus individuellen Fehlern resultierten, wird Sander in seiner Absicht bestärkt haben, zumindest noch einen erfahrenen Akteur für die Defensive zu verpflichten. Doch daraus wird vermutlich vorerst nichts. „Wir müssen dieses Thema leider erst einmal hinten anstellen“, sagt TuS-Geschäftsführer Wolfgang Loos.

Der Manager würde den Wunsch des Trainers liebend gern erfüllen, die knappe Kassenlage lässt dies offenbar nicht zu. „Wir stehen mit etlichen Spielern in Kontakt“, so Loos, „aber nach derzeitigem Stand werden wir mit dem aktuellen Kader in die Saison gehen.“
Sven Sabock

Quelle Rhein-Zeitung 10.07.2009  http://rhein-zeitung.de


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12.07.2010     TuS besiegt Wormatia und Schweinehund

aktuell_2011_10Koblenzer gewinnen Test mit 2:1 – Zukunft von Musculus offen

Die extreme Hitze setzt auch TuS Koblenz zu. Das 2:1 (2:0) im Test bei Wormatia Worms wurde für den Fußball-Drittligisten vor allem zu einer Charakter-Probe.

Koblenz. Zwischendurch gewährte der Schiedsrichter sogar eine außerplanmäßige Pause, um die verschwitzten Trikots zu wechseln. Bei tropischer Hitze mit fast 40 Grad auf dem Rasen musste sich Fußball-Drittligist TuS Koblenz nicht nur mit Regionalligist Wormatia Worms, sondern auch mit den äußeren Bedingungen auseinandersetzen. Immerhin: Mit dem 2:1 verbuchte die Mannschaft von Trainer Petrik Sander einen Erfolg und untermauerte, dass sie körperlich auf der Höhe ist.

„Wir mussten den inneren Schweinehund überwinden“, gestand Neuzugang Thomas Klasen ein, „insofern war der Sieg schon wichtig fürs Selbstvertrauen.“ Vor rund 300 Zuschauern ging die TuS in der 22. Minute durch Lukas Nottbeck in Führung, Johannes Rahn erhöhte noch vor der Pause auf 2:0. Weil die Koblenzer in der zweiten Halbzeit trotz Überlegenheit etliche Großchancen ungenutzt ließen, mussten sie sich am Ende mit einem 2:1 begnügen, Andreas Feller traf in der 82. Minute zum Endstand.

Nicht zum Einsatz kam Angreifer Marcus Steegmann, dem nach wie vor Oberschenkelprobleme zu schaffen machen, auch Michael Stahl musste passen. Dem Mittelfeldmann wurden die Weisheitszähne gezogen. Eine weitere Personalie: In der Schlussviertelstunde durfte Angreifer Lucas Musculus noch einmal Werbung in eigener Sache machen, obwohl seine Zukunft in Koblenz nach wie vor offen ist. Der 19-Jährige hat zwar noch einen Vertrag bis 2012, spielt aber in den Planungen nur eine untergeordnete Rolle. „Wenn er einen Verein findet, würden wir ihn abgeben“, sagte TuS-Geschäftsführer Wolfgang Loos am Rande der Saisoneröffnung. Musculus hat zwischenzeitlich bei Borussia Mönchengladbach II und Borussia Dortmund II ein Probetraining absolviert.

Unterdessen hat der DFB die Anstoßzeiten der ersten vier Spieltage in der Dritten Liga festgelegt. Demnach startet die TuS am Samstag, 24. Juli, 14 Uhr, im Stadion Oberwerth gegen Rot Weiss Ahlen in die Saison, eine Woche später geht's ebenfalls samstags um 14 Uhr zum Aufsteiger VfR Aalen. Das nächste Testspiel bestreitet die TuS am Mittwoch um 18 Uhr bei Bezirksligist Spfr Herdorf.
 (sab)


Fans feiern Saisonstart

aktuell_2011_11TuS Koblenz hatte aufs Oberwerth eingeladen

Treue Fans: Davon hat die TuS Koblenz reichlich. Trotz Abstiegs in die Dritte Liga kamen die Anhänger des Vereins am Sonntag in Massen zum Fan-Fest und zur Saisoneröffnung aufs Oberwerth.

Koblenz. Aufbruchstimmung trotz Abstieg: Auch wenn die TuS Koblenz in der kommenden Saison „nur“ in der Dritten Liga spielt, bleiben die Fans dem Verein treu. Dies wurde gestern deutlich, als mehr als 1000 TuS-Anhänger zum Fan-Fest und zur Saisoneröffnung aufs Oberwerth strömten.

Bei einem Familienfest kamen hier alte und junge Fußballbegeisterte auf ihre Kosten und konnten ihre Stars hautnah erleben. Denn nach der offiziellen Vorstellung der Mannschaft baten die Spieler zur Autogrammstunde. Zuvor hatte auch TuS-Geschäftsführer Wolfgang Loos die euphorische Stimmung unter den Fans dankbar zur Kenntnis genommen: „Die Atmosphäre ist gut, trotz des Abstiegs“, freute sich Loos – und versprach: „Wir werden eine gute Saison spielen.“ Ziele wollte Loos derweil nicht formulieren. „Es geht zunächst darum, dass wir uns stabilisieren. Beim ersten Heimspiel sollen allerdings drei Punkte eingefahren werden“, fügte Loos hinzu.aktuell_2011_12

Bei der Vorstellung der Mannschaft präsentierte Moderator Mike Fuhrmann dann viele neue Gesichter. Der größte Applaus brandete allerdings auf, als Trainer Petrik Sander die Bühne erklomm, der offenbar bei den Fans die allergrößten Sympathien genießt.

„Der macht seine Sache gut“, bekundete etwa Dario (11) aus Dernbach im Kreis Dierdorf. Zusammen mit einer Gruppe des Fanclubs Lahntal Indians war der Junge aufs Oberwerth gekommen. Sich wegen des Abstiegs von seinem Lieblingsverein zu trennen, kommt für den jungen Fan nicht infrage: „Ich stehe weiter zur TuS Koblenz!“, bekundete Darius, ebenso wie Ingo Jacobi, ebenfalls von den Lahntal Indians und aus Maxsain (Westerwald) aufs Oberwerth gekommen. „Klar hätten wir es lieber gesehen, die TuS hätte die Liga gehalten. Aber der Abstieg ist kein Grund, dem Verein die Freundschaft zu kündigen“, so Jacobi. Eine Haltung, die sich übrigens auch in der Mitgliederzahl des Fanclubs niederschlägt. „Die ist nämlich in den vergangenen Monaten sogar noch gestiegen“, freute sich Jacobi. Während die jungen Familienfestbesucher vor allem die Hüpfburgen und Spielangebote nutzten – die Rhein-Zeitung etwa lockte zum Torwandschießen, mit einem Tischkicker und einer Buttonmaschine – wurde bei den älteren Besuchern natürlich auch über die Zukunft der TuS gefachsimpelt. Direkter Wiederaufstieg? Für viele Fans muss das gar nicht sein. Paul Benz, langjähriger Stadionsprecher und Ehrenmitglied des Vereins etwa meinte: „Besser ist, die Mannschaft festigt sich jetzt erst einmal. Erst konsolidieren und dann angreifen sollte die Devise lauten.“ Horst Schorn sieht das ähnlich: „Der Aufstieg sollte erst 2011/12 wieder angepeilt werden“, meinte der Fan aus Kettig unisono mit Werner Nallin aus Mülheim-Kärlich.

Annette Hoppen

Quelle Rhein-Zeitung 12.07.2010  http://rhein-zeitung.de


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15.07.2010      Klasen startet neuen Anlauf

aktuell_2011_13TuS-Neuzugang will in Koblenz an bessere Zeiten anknüpfen – Stammplatz in Reichweite

Zurück zu den Wurzeln: Nachdem Thomas Klasen in Koblenz die Schulbank gedrückt und von Mayen aus die Republik in Sachen Fußball bereist hat, zieht es den 26-Jährigen wieder in heimatliche Gefilde. Bei TuS Koblenz will er seiner Profi-Karriere neuen Schwung verleihen.

Koblenz. Klasen – da war doch mal was? Richtig. Bei dem Namen fällt den etwas älteren unter den TuS-Fans sofort der Name Erich Klasen ein, der zu Oberliga-Zeiten im blau-schwarzen Trikot für die Koblenzer aktiv war. In der anstehenden Drittliga-Saison macht sich nun Thomas Klasen daran, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten, an Ehrgeiz mangelt es dem 26-Jährigen jedenfalls nicht.

„Ich möchte in Koblenz wieder dahinkommen, wo ich einmal war“, umreißt der Mann mit der Nummer elf auf dem Rücken sein vordergründiges Ziel. Anders ausgedrückt: Für Klasen geht es bei der TuS darum, den Karriereknick hinter sich zu lassen und sich neu zu beweisen. Immerhin 33 Zweitliga-Spiele hat er für Eintracht Trier absolviert, auch in der U23 des 1. FC Kaiserslautern sowie anschließend bei Regionalligist Kickers Emden gehörte er zum Stammpersonal, ehe es zuletzt nicht mehr rund lief.

„Im Nachhinein war mein Wechsel nach Elversberg sicher ein Fehler“, sagt Klasen rückblickend, nachdem es ihn aus Ostfriesland ins Saarland verschlagen hatte. Allein, über mehr als eine Reservistenrolle kam er an der „Kaiserlinde“ nicht hinaus, zuletzt wurde er in Elversberg sogar ins Oberliga-Team abgeschoben.

Das soll sich nun bei der TuS gründlich ändern. Und die Chancen stehen gar nicht so schlecht, dass Klasen in zehn Tagen zum Drittliga-Auftakt gegen Rot Weiss Ahlen zur Startelf zählt. Im System von Trainer Petrik Sander soll Klasen die rechte Außenbahn beleben und als Vorlagengeber fungieren.

„Ich glaube schon, dass wir eine ganz gute Rolle spielen können“, ist Klasen guter Dinge, die Abstiegsplätze aus sicherer Entfernung betrachten zu können. Dass dies ein schwieriges Unterfangen wird, ist ihm freilich bewusst, „denn in dieser Liga gibt es ja praktisch kein Mittelfeld.“

Zweifellos eine Herausforderung für Klasen & Co., ohnehin hat sich der Offensivmann einiges aufgebürdet. Parallel zum Kampf um einen Stammplatz hat er an der Uni Koblenz ein Lehramts-Studium aufgenommen. „Ich denke, das lässt sich gut miteinander verbinden“, so Klasen.

Und natürlich ist es für ihn auch kein Problem, als Mayener das Koblenzer Trikot zu tragen. Die herzliche Abneigung der beiden Vereine aus vergangenen Tagen ist für ihn kein Thema, zumal er ohnehin als einstiger Schüler des Gymnasiums auf der Karthause quasi ein halber Koblenzer ist. „Die Rivalität hat sich doch längst überholt, weil die TuS sich ja inzwischen auf einer ganz anderen Ebene bewegt.“ Thomas Klasen kann nun dafür sorgen, dass das auch so bleibt.
Sven Sabock


TuS gewinnt mit 10:0 in Herdorf

Herdorf. Souveräner Erfolg für die TuS: Beim 10:0 (5:0) gegen den Bezirksligisten Herdorf haben die Koblenzer die Gelegenheit genutzt, etwas für das Selbstvertrauen zu tun. Vor 300 Zuschauern gab Trainer Petrik Sander etlichen Akteuren aus der zweiten Reihe die Chance, Spielpraxis zu sammeln. Lucas Musculus und Stefan Haben trafen je zweimal für die TuS, die am Samstag (16 Uhr, in Daufenbach) gegen den holländischen Zweitligisten Sittard ihre Generalprobe vor dem Saisonauftakt bestreitet.
(sab)

  Quelle Rhein-Zeitung 15.07.2010  http://rhein-zeitung.de


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17.07.2010     TuS posiert in gelben Trikots

Drittligist improvisiert bei Team-Foto

Mannschaftsfoto-TuS-Koblenz_16_07_10_319 Feldspieler, zwei Torleute und der dazugehörige Betreuerstab: Bei TuS Koblenz ist das obligatorische Mannschaftsfoto im Kasten, am heutigen Samstag steht die Generalprobe in Daufenbach auf dem Programm.

Koblenz. Nein, TuS Koblenz hat nicht die Vereinsfarben gewechselt. Dass der Fußball-Drittligist wie schon in den Vorbereitungs-Partien auch gestern auf dem offiziellen Mannschaftsfoto in gelben Trikots daherkam, hat einen ganz simplen Grund: Die neuen Shirts, die natürlich nach wie vor in Blau-Schwarz gehalten sind, sind derzeit noch in der Mache und werden wohl erst unmittelbar vor dem ersten Heimspiel am kommenden Samstag gegen Rot Weiss Ahlen fertig werden.

Der guten Laune beim obligatorischen Termin vor einer jeden Saison tat das freilich keinen Abbruch. Der komplette Kader strahlte im Stadion Oberwerth um die Wette. Wobei die Zahl der Akteure mit 19 Feldspielern und zwei Torleuten durchaus überschaubar ist – weil aber sämtliche Funktionsträger gleich mit abgelichtet wurden, sah das Ganze dann doch aus wie in einem richtigen Profi-Verein.

Den heutigen Samstag wird Trainer Petrik Sander dazu nutzen, seine Mannschaft einem letzten Härtetest zu unterziehen, ehe es am kommenden Wochenende bereits um Punkte geht. Ob gegen den holländischen Zweitligisten Fortuna Sittard (16 Uhr, in Daufenbach) bereits Sanders Wunsch-Elf aufläuft, ist aber eher fraglich.

In Marcus Steegmann, Ole Kittner und Lukas Nottbeck sind gleich drei potenzielle Stammkräfte angeschlagen, der TuS-Coach wird bei allen kein Risiko eingehen. Während Kittner (Bluterguss in der Wade) möglicherweise mitmischen kann, sieht es bei Nottbeck etwas schlechter aus.

Der Mittelfeldmann hat im Test gegen Wormatia Worms einen Schlag abbekommen und Wasser im Knie. Immerhin: Nach überstandener Zahn-Operation ist Michael Stahl wieder im Einsatz. Sander: „Für uns geht es jetzt darum, die nötige Frische zu bekommen.“
Sven Sabock

Quelle Rhein-Zeitung 17.07.2010  http://rhein-zeitung.de


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19.07.2010     TuS-Defensive steht sicher

aktuell_2011_14Zweitligist Fortuna Sittard hilft den Koblenzern beim Toreschießen – Kittner muss passen

Der Auftakt in der Dritten Liga rückt näher. Beruhigend aus Sicht von TuS Koblenz: Die Defensive macht einen stabilen Eindruck. In der Offensive hat Trainer Petrik Sander indes noch einiges zu tun.

TuS Koblenz - Fortuna Sittard 2:1 (1:0)

Daufenbach. Wo steht Fußball-Drittligist TuS Koblenz vor dem Start in die neue Saison am kommenden Wochenende gegen Rot Weiss Ahlen? Diese Frage kann auch nach einem letzten Härtetest am Samstagnachmittag in Daufenbach gegen den Zweitligisten Fortuna Sittard aus den Niederlanden nicht endgültig beantwortet werden. Erfreulich aus Koblenzer Sicht ist, dass die Generalprobe mit einem hochverdienten 2:1 (1:0)-Sieg vor 500 Zuschauern endete.

Trotz des Erfolgs äußerte sich der Koblenzer Trainer Patrick Sander sehr verhalten, ob die Anfangsformation von Daufenbach identisch sei mit der Wunschelf für den Meisterschaftsauftakt gegen Ahlen. „Aufgrund unserer personellen Möglichkeiten kann es nicht mehr viele Änderungen geben. Eigentlich hatte ich noch fest mit einem Einsatz von Ole Kittner geplant. Doch er musste kurzfristig passen. Viele solcher Ausfälle können wir uns nicht leisten. Dann wird es eng“, so Sander.

Dabei konnte die TuS zu Beginn überraschend auf den zuletzt verletzten Marcus Steegmann zurückgreifen, der in den ersten 45 Minuten zusammen mit Christian Pospischil und Massimo Cannizzaro zu den Aktivposten zählte. Steegmann war es auch, der nach einem Foul an Cannizzaro (12.) im Strafraum den fälligen Elfmeter sicher zur 1:0-Führung verwandelte.

Fast fehlerfrei in den ersten 45 Minuten präsentierte sich die TuS-Defensive. Die sehr gut organisierte Koblenzer Abwehr um Kapitän Dennis Brinkmann ließ keine einzige Torchance zu. „Das hat mir schon sehr gut gefallen. Wir waren sehr stabil. Zudem konnte die Mannschaft taktisch einige Änderungen gut umsetzen. Allerdings war es auch nicht einfach, auf diesem holprigen Platz vernünftig zu kombinieren“, zeigte sich Sander mit der Leistung seiner Elf bis zum Pausenpfiff von Schiedsrichter Matthias Vogel aber zufrieden.

Das änderte sich etwas nach Wiederbeginn. Die Gäste verstärkten nun ihre Angriffsbemühungen, doch die TuS zog sich zunächst auch mehr zurück. Dies lag sicherlich auch an der Auswechslung von Steegmann in der Pause, dem Sander noch Schonung gönnen wollte. Dennoch kam Sittard überraschend durch Torjäger Fabio Caracciolo zum Ausgleich (59.). Gegen dessen Seitfallzieher ins rechte obere Eck hatte TuS-Keeper Dieter Paucken – der ansonsten nicht einmal ernsthaft geprüft wurde – nicht den Hauch einer Chance.

Letztlich benötigte die TuS – wie bereits beim 1:0 – die kräftige Mithilfe eines Spielers der Niederländer, um erneut in Führung gehen zu können. Diesmal patzte Fortuna-Torwart Danny Wintjens (81.) bei einem harmlosen Schuss von Lars Bender aus 22 Metern, der Ball kullerte unter Wintjens hindurch über die Torlinie zum 2:1-Endstand.

„Wir sind im Gegensatz zu Koblenz erst seit zehn Tagen in der Vorbereitung. Das war unser erstes echtes Testspiel, das wir durch zwei individuelle Fehler verloren haben“, sagte Sittards Trainer Wim Dusseldorp, der mit größerer Überlegenheit und mehr Druck der Koblenzer gerechnet hatte. Noch hat Sander fast eine Woche Zeit, seine Elf optimal einzustellen: „Wir werden im Training die Angriffsarbeit in den Vordergrund stellen und dafür sorgen, dass die Mannschaft körperlich und geistig ausgeruht an die erste Pflichtaufgabe herangehen kann.“
Ludwig Velten

TuS Koblenz: Paucken – Riemer (85. Bauer), Brinkmann, Haben, Gentner – Laux, Schmidt (61. Bender), Pospischil (85. Mund), Rahn (85. Musculus) – Steegmann (46. Klasen), Cannizzaro (75. Hawel).

Tore: 1:0 Steegmann (12., Foulelfmeter), 1:1 Caracciolo (59.), 2:1 Bender (81.).

Quelle Rhein-Zeitung 19.07.2010  http://rhein-zeitung.de


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22.07.2010       Kittner: Jeder ist gefordert

aktuell_2011_15Der Neuzugang von TuS Koblenz bekommt es gleich mit seinem Ex-Klub Ahlen zu tun

Noch zwei Tage, dann wird es ernst für TuS Koblenz. Zum Auftakt der Drittliga-Saison geht es am Samstag um 14 Uhr gegen Mitabsteiger Rot Weiss Ahlen. Eine Mannschaft, die vor allem TuS-Neuzugang Ole Kittner bestens kennt.

Koblenz. Der Mann ist quasi der Prototyp der neuen TuS. Ole Kittner ist jung, talentiert, will in Koblenz etwas erreichen und hat vor allem das Format, um sich in der Dritten Liga zu behaupten. Dass er obendrein noch Deutscher ist, muss im Vorfeld der neuen Saison eigentlich fast schon nicht mehr erwähnt werden, im Rahmen des Umbruchs war auch dieser Aspekt ein wesentlicher Faktor bei der Zusammenstellung des Kaders. Klar, die gemeinsame Sprache macht auf dem Weg, möglichst schnell ein funktionierendes Team zu werden, vieles einfacher.

„Mir ist es wirklich leichtgefallen, mich hier zu integrieren“, sagt denn auch Kittner, dem im Koblenzer Ensemble eine wichtige Rolle zugedacht ist. Der 22-Jährige ist im Abwehrzentrum gesetzt und soll entweder mit Stefan Haben oder Dennis Brinkmann für Ordnung sorgen. „Ich will hier gern Verantworung übernehmen und traue mir diese Rolle auch zu“, sagt Kittner selbstbewusst.

Und deutlich sichtbar: In den vier Wochen Vorbereitung („eine sehr intensive Zeit“) hat sich der Mann mit der Nummer 5 auf dem Rücken denn auch schon als Führungspersönlichkeit bei der TuS etabliert.

Es war wohl in erster Linie diese Perspektive, die ihn dazu veranlasst hat, den Arbeitsplatz zu wechseln. Nach dem Abstieg mit Rot Weiss Ahlen war für ihn der Zeitpunkt gekommen, sich andernorts zu beweisen. „Ich wollte mich einfach mal verändern“, so Kittner, der längst nicht nur den Klub gewechselt hat. Mit dem Gang zur TuS verlässt er gleichzeitig auch das heimatliche Münster, um in der Fremde flügge zu werden. „Ich hatte wirklich sehr gute Gespräche mit dem Trainer und dem Geschäftsführer“, sieht er sich in seiner Entscheidung bestätigt.

Bleibt die Frage, wie viel von den guten Vorsätzen und Zielen im Liga-Alltag übrig bleibt. Kittner ist jedenfalls guter Dinge, dass es der Mannschaft gelingen kann, eine halbwegs sorgenfreie Saison zu absolvieren. „Wir haben hier viel Potenzial und Qualität in der Mannschaft“, so der 1,89-Meter-Mann, „wir müssen jetzt einfach sehen, dass wir es auch kontinuierlich auf den Platz bringen.“

Verletzungen, das haben die letzten beiden Wochen der Vorbereitung gezeigt, kann die TuS dabei wahrlich nicht gebrauchen. Marcus Steegmann musste zwischenzeitlich aufgrund von Oberschenkelproblemen aussetzen, auch die Kniebeschwerden von Lukas Nottbeck haben Trainer Petrik Sander nicht in den Kram gepasst. Nicht zuletzt musste Kittner selbst im abschließenden Test gegen Sittard wegen eines Blutergusses in der Wade pausieren. Inzwischen gab's aber Entwarnung, alle Akteure sind wieder fit. Die dünne Personaldecke scheint derzeit das wesentliche Manko bei der TuS zu sein, aber Kittner sieht es positiv: „In dieser Situation kommt es auf jeden Spieler an, hier werden alle gebraucht.“

Der Zufall will es, dass es der neue Koblenzer Abräumer gleich in seinem ersten Drittliga-Spiel mit seinem Ex-Klub zu tun bekommt. Und es hat den Anschein, dass die Dinge be den Westfalen ähnlich wie in Koblenz liegen. Praktisch der gesamte Kader ist ausgetauscht worden, entsprechend schwierig ist das Leistungsvermögen einzuschätzen.

„Die haben dort eine sehr junge Mannschaft, die sich wie wir zunächst einmal stabilisieren will“, so Kittner. Ein guter Start in die Saison würde auf beiden Seiten vieles leichter machen. Für Selbstvertrauen und fürs Punktekonto. Da muss dann auch für 90 Minuten manch alte Freundschaft ruhen.

Sven Sabock


Kein Park- und Ride-Service

Koblenz. Im ersten Drittliga-Heimspiel der TuS Koblenz am Samstag (14 Uhr) gegen Mitabsteiger Rot Weiss Ahlen wird es aller Voraussicht nach keinen Park- und Ride-Service geben. Nach Angaben des Vereins sind die Gespräche mit der Kevag bislang ergebnislos verlaufen. Laut TuS wird aber angestrebt, den Bus-Transfer unter anderem von den Parkplätzen auf der Karthause sowie in Moselweiß zum Stadion Oberwerth wie in den Vorjahren in den kommenden Wochen wieder aufzunehmen.

Quelle Rhein-Zeitung 22.07.2010  http://rhein-zeitung.de


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23.07.2010     Sander: Wir wollen die Fans mit ins Boot nehmen

aktuell_2011_16Der Trainer von TuS Koblenz sieht vor der Drittliga-Saison seine Mannschaft auf einem guten Weg – Dünner Kader mit nur 19 Feldspielern bereitet Kopfzerbrechen

Bei TuS Koblenz bleibt es auch nach dem Abstieg in die Dritte Liga spannend. Trainer Petrik Sander schickt eine völlig erneuerte Mannschaft ins Rennen, deren Leistungsstärke schwierig einzuschätzen ist. Am Samstag um 14 Uhr steht zum Saisonauftakt gegen Rot Weiss Ahlen die erste Bewährungsprobe bevor.

Koblenz. Der große Hoffnungsträger steht bei TuS Koblenz nicht auf dem Platz, sondern sitzt auf der Bank. Trainer Petrik Sander soll dafür sorgen, dass sich der Verein nach dem Abstieg aus der Zweiten Liga eine Etage tiefer etabliert und nach Möglichkeit eine neue Euphorie in der Region entfacht. Keine leichte Aufgabe für den 49-Jährigen, der dieses Vorhaben mit einem Mini-Budget und einem Mini-Kader bewältigen muss. Entsprechend vorsichtig äußßert sich Sander vor dem ersten Saisonspiel am Samstag um 14 Uhr gegen Rot-Weiss Ahlen: „Ich kann nur arbeiten und nicht zaubern.“

Herr Sander, ist die TuS für die Dritte Liga gerüstet?
Wir haben eine sehr gute Vorbereitung absolviert. Wir haben darauf geachtet, die Belastung gleichmäßig zu verteilen und deshalb in den Testspielen auch viel durchgewechselt. Wir haben auch großen Wert darauf gelegt, dass sich bestimmte Mechanismen herauskristallisieren und dass wir hin zu einer Pärchenbildung kommen. Vom körperlichen Zustand her ist die Mannschaft auf einem ganz guten Weg.

Wird die Fitness einer der wesentlichen Schlüssel zum Erfolg werden?
Es geht nur über die mannschaftliche Geschlossenheit. Anders hat man mit einem so kleinen Kader gar keine Chance. Man muss jeden mitnehmen, man muss jedem Spieler auch die Wertschätzung zuordnen, die er selbst auch der Mannschaft entgegenbringt. Und jeder muss sein Ego zurückstellen und im Dienste der Mannschaft arbeiten. Und die gestandenen Spieler müssen vorneweg gehen. Ich gehe nicht davon aus, dass alle konstant auf einem Level durch die Saison gehen. Es gibt immer mal Höhen und Tiefen. Diese auszuschalten, bedarf der Führungsqualitäten der erfahrenen Spieler. Das ist aber von der Quantität her nur sehr begrenzt möglich, mit 19 Feldspielern sind wir recht dünn besetzt.

Sie sprechen die Personalstärke an. Reichen 19 Feldspieler und zwei Torleute für eine Saison mit 38 Spielen?
Das wird sich zeigen. Es geht mir nicht einmal nur um die Anzahl. Mir geht’s vor allem darum, dass wir innerhalb dieser 19 Spieler einzelne Akteure haben – ohne denen nahetreten zu wollen – von denen im Vorjahr vier Spieler in der U23 in der Bezirksliga aktiv waren. Wenn man dazu zählt, dass Patrick Schmidt und Michael Stahl ja auch kein Stammpersonal in der Zweitliga-Mannschaft waren, ist man schon bei sechs Spielern. Dazu kommt Lucas Musculus, der die Freigabe des Vereins erhalten hat. Wenn man das alles zusammennimmt, bleiben zwölf Spieler. Das ist sehr sehr eng. Ein oder zwei Ausfälle können wir verkraften, aber was darüber hinaus geht, ist tödlich.

Sind die aus der U23 beförderten Akteure schon ernsthafte Alternativen?
Man kann ja nicht erwarten, dass der ein oder andere einfach mal vier Klassen überspringt. Das ist auch den Jungs gegenüber nicht abwertend. Es ist einfach eine Tatsache, dass man nicht von heute auf morgen den Schalter umlegen kann. Für sie geht es einfach darum, Erfahrungen zu sammeln. Dass sie lernen, dass sie jede Einheit aufsaugen. Jan Hawel hat zum Beispiel gute Fortschritte gemacht, auch Oliver Laux ist auf einem sehr guten Weg. Ich kann allen, die mittrainieren, nichts vorwerfen. Wenn die Konstellation so ist, müssen wir uns auch auf die Spieler verlassen, die in der letzten Saison Bezirksliga gespielt haben.

Die Mannschaft ist quasi komplett neu zusammengestellt. Hat sich schon eine Hierarchie gebildet?
Dieser Prozess ist einfacher, als wenn man viele Neuzugänge in ein vorhandenes System integrieren muss. Hier gab es kein System, jeder hat um seinen Platz kämpfen müssen. Und da ist es doch klar, dass die Spieler mit größeren Erfahrungen eine Vorreiter-Rolle einnehmen müssen. Und ich habe die Mannschaft dahingehend auch in die Pflicht genommen, einen Mannschaftsrat zu wählen. Aus diesem Mannschaftsrat werde ich dann den Kapitän bestimmen. Klar, dass die erfahrenen Spieler da einen Pluspunkt auf ihrer Seite haben.

Wird der Kapitän Dennis Brinkmann sein?
Ja. Das war keine schwierige Entscheidung. Er verfügt über die entsprechenden Führungsqualitäten.

Für weitere Verpflichtungen fehlt das Geld. Wie gehen Sie mit diesem Umstand um? Ist das nicht frustrierend?
Nein, frustrierend ist das nicht. Es ist nur eine Tatsache, dass man im Vorfeld der Saison bei der Planung von anderen Fakten ausgegangen ist. Ich muss dann auch dem Rechnung tragen, was sich im Nachhinein immer wieder herauskristallisiert. Wolfgang Loos traut sich fast schon gar nicht mehr, mit mir zu sprechen, weil da eine Hiobsbotschaft die nächste jagt. Komischerweise kosten alle Hiobsbotschaften hier Geld. Und viele Dinge basieren auf Altlasten. Das ist natürlich nicht förderlich. Aber ich werde jetzt nicht rumjammern und sagen, dass wir keine Chance haben. Doch, wir haben eine Chance. Wir sind in der Spitze gut besetzt, nur die Breite fehlt.

Das klingt ein bisschen so, als ob die anfängliche Aufbruchstimmung schon der Ernüchterung gewichen ist.
Was heißt Aufbruchstimmung? Was heißt Ernüchterung? Es geht einfach nur darum, dass wir nicht ein bisschen was verändert, sondern einen kompletten Umbruch gewagt haben. Ich glaube, dass wir eine Mannschaft beisammenhaben, die in der Spitze in der Lage ist, diese Ziele in der Dritten Liga zu erreichen. Sprich: den Verein zu stabilisieren. Wir wollen in den Heimspielen Gas geben und die Fans mit ins Boot nehmen. Wir wollen möglichst viele Zuschauer ins Stadion locken und da ist die Mannschaft auf einem guten Weg.

Wird Ihre Herausforderung vor allem darin bestehen, Formschwankungen der Mannschaft zu minimieren?
Man muss sich unterschiedliche Dinge vor Augen halten. Es sind Spieler dabei, die noch nie in der Dritten Liga gespielt haben. Es sind welche mit Drittliga- und vereinzelt Zweitliga-Erfahrung dabei. Das heißt, wir können die Dinge nicht aufgrund eines reichen Erfahrungs-Schatzes lösen. Wir müssen das antrainieren, wir müssen bestimmte Mechanismen so ablaufen lassen, dass sie sich einschleifen und man intuitiv das Richtige macht.

Immerhin, bei einer Umfrage unter den Drittliga-Trainern wird die TuS neunmal zu den Aufstiegskandidaten gezählt. Schmeichelt Ihnen das?
Man muss das ja so betrachten, dass diese Standpunkte aus einer gewissen Distanz geäußert werden. Kein Trainer kennt die Abläufe innerhalb eines anderen Vereins, und deswegen ist das alles Makulatur und für mich auch nicht relevant.

Das heißt, Sie lassen sich ungern auf eine Platzierung festnageln.
Wir wollen eine Mannschaft formen, für die es etwas bedeutet, das TuS-Trikot zu tragen. Wir wollen eine Mannschaft formen, die eine Identifikation mit dem Verein und den Fans schafft. Wir wollen im Rahmen unserer Möglichkeiten das Maximale herausholen.

Das Gespräch führte Sven Sabock


Salmrohr will mit Ex-Profi Dino Toppmöller aufsteigen

Fußball-Rheinlandliga: Titelaspirant holt 128-fachen Zweitligaspieler – Paul Lauer und John Rausch kommen zu TuS Koblenz II

Noch sind es gut drei Wochen hin, bis die Fußball-Rheinlandliga am 13. August ihre Pforten öffnet. Allerdings lohnt sich schon mal ein Blick auf den einen oder anderen Transfer in der höchsten Verbandsklasse.

Den dicksten Fisch hat sich der FSV Salmrohr geangelt. Der ambitionierte Ex-Zweitligist verpflichtete den 29-jährigen Dino Toppmöller. Mit Klaus (ist derzeit Topfavorit auf den Nationaltrainerposten in Kamerun) hat der nicht nur einen berühmten Vater, sondern auch 128 Spiele in der 2. Bundesliga (20 Tore). In der Jugend spielte er schon einmal für den FSV, danach zog es ihn unter anderem zur Frankfurter Eintracht, VfL Bochum, Erzgebirge Aue und Kickers Offenbach.

Nachdem sein Vertrag beim FC Augsburg aufgelöst wurde, spielte er zuletzt beim luxemburgischen Erstligisten F91 Dudelange. Dino Toppmöller soll in Salmrohr mit seinen 1,90 Metern für Offensivwucht sorgen – und ist Co-Trainer von Robert Jung, der in sein zweites Jahr beim FSV geht. Übrigens: Beim Fußballportal transfermarkt.de wird Toppmöllers Marktwert auf 250 000 Euro beziffert. Zum Vergleich, der zwar hinkt, aber die Dimension verdeutlicht: Wechselt ein Rheinlandligaspieler innerhalb der Liga, sind theoretisch 2500 Euro fällig.

Genau das tat übrigens Michael Mayer-Nosbüsch – er wechselte von Salmrohr zurück zu seinem Heimatverein SG Kyllburg/Badem – die Entschädigungssumme, wenn es eine gab, ist nicht bekannt. Sicher ist aber, dass das einer der interessantesten Transfers ist, denn damit haben die Bademer mit Mayer-Nosbüsch, Mike Schwandt und Jerome Kolling wieder die Offensive zur Verfügung, die die Eifeler vor gar nicht langer Zeit in der Spitze mitspielen ließ.

Lahnstein tauscht mit Mayen

Dass die SG Lahnstein den einen oder anderen gestandenen Spieler gehen lassen musste, ist bekannt: So zog es Fatih Cift zum Oberliga-Absteiger TuS Mayen, der im Gegenzug Stürmer Sanel Rahic an Lahnstein abgab. Rahics Teamkollege Nahsen Kesikci spielt künftig bei Aufsteiger VfB Linz, der sich auch die Dienste von Ersin Cavlan sicherte. Abwehrrecke Cavlan spielte einst in der Oberliga für den SV Roßbach, bevor es ihn beruflich zum SC Renault Brühl zog.

Der TuS Mayen um Neu-Coach Nikolai Foroutan wollte sich seinerseits mit dem ehemaligen Burgbrohler Kapitän Sebastian Mintgen verstärken, aber der bleibt nun doch beim Bezirksliga-Aufsteiger SG Mendig, zu dem er im Winter gewechselt war. Mayens Kapitän Patrick Thiesen zog es übrigens zum Doch-Noch-Oberligisten Spvgg EGC Wirges, bei dem sein Mayener Coach Stefan Ruthenbeck neuer Trainer ist.

Ein weiterer Kicker aus dem Lahnsteiner Kader der Vorsaison wird demnächst für die TuS Koblenz II auflaufen: Paul Lauer ging ebenso wie Burgbrohls John Rausch zur Drittliga-Reserve, die als Neuling am ersten Spieltag beim FC Karbach antritt, zu dem bekanntlich mit Dogan Cevik und Andreas Oberreiter zwei Ex-Koblenzer wechselten. Der SV Morbach hat sich unter anderem mit Hunsrückern verstärkt – darunter mit Roman Theise aus Kappel einem, der auch bei der SG Zell schon öfter im Gespräch war.

Mit Jörg Jenke (Spvgg Burgbrohl), Sascha Fuhr (SV Mehring) und Johannes Krebs (SV Dörbach) holten sie aber auch drei Neue von Liga-Rivalen – und dürften keine kleine Rolle in der kommenden Saison spielen. Auch wenn sich unter anderem Michael Fleck (SV Mehring), Stefan Fleck (Ziel unbekannt), Patrick Dres (SG Osburg) und Urgestein Timo Rosner (Karriereende aus Verletzungsgründen) verabschiedeten, dürften die Morbacher einen starken Kader besitzen.

Hoor darf Mehring trainieren

Von Morbach nach Mehring: Die Mehringer werden künftig von Wolfgang Hoor trainiert, der hatte in der Winterpause zwar schon mal beim SV Morbach zugesagt, antreten durfte er sein Amt dort aber nicht. In Mehring beerbt Hoor nun Rudi Thömmes (als Co-Trainer zu Eintracht Trier). Auch Rudis Bruder Frank hat Mehring verlassen, der Angreifer wechselte zum A-Ligisten SG Ehrang, wo kurioserweise kommende Runde auch seine Brüder Rudi und Harry noch die Schuhe schnüren wollen. Für Mehring, das den Routinier Markus Kuhnen vom Bezirksligisten SV Lüxem zurückholte, aber noch Nikki Wagner verlor, wird es übrigens in der kommenden Runde ein heißes Derby gegen Aufsteiger Schweich geben. Generell hat sich der Neuling nicht sonderlich verstärkt: Nur Giovanni Camandella (SV Niederwörresbach) und Nico Toppmöller (SV Hetzerath) kamen aus tieferen Klassen.

Daher kommt auch Hanifi Agirdogan zur SpVgg Burgbrohl, allerdings hat der Top-Torjäger des Bezirksliga-Aufsteigers SG Ehrbachtal schon höherklassige Erfahrung (Boppard, Emmelshausen, Argenthal).

Es gibt nur zwei Teams aus der Vorsaison, die auf einen neuen Coach setzen. In Mülheim-Kärlich hat künftig Marco Wagner das Sagen, Vorgänger Thomas Theisen nimmt eine Fußball-Auszeit, bleibt dem Verein aber erhalten. Wagner stieg zuvor in Wirges vom Reserve-Coach zum Oberliga-Trainer auf – und brachte von seinem Ex-Verein David Buschbaum und Albert Wall mit. Und in Lahnstein übernahm Akin Kilic das Traineramt von Stephan Krautkremer, der die SGL trotz finanzieller Probleme auf Platz vier führte, nach der Runde aber aufhörte.
Mirko Bernd

Quelle Rhein-Zeitung 23.07.2010  http://rhein-zeitung.de


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24.07.2010     Petrik Sander vertraut seiner Rasselbande

aktuell_2011_17Junge TuS-Elf startet in Dritte Liga

Koblenz. Neudeutsch würde man von einer „Boygroup“ sprechen, die TuS Koblenz am heutigen Samstag zum ersten Pflichtspiel auf den Rasen schickt. Gerade mal 23,7 Jahre ist die Mannschaft von Pet-rik Sander im Schnitt alt und stellt damit eine der jüngsten aller 20 der Dritten Liga. Und dem Trainer bleibt gar nichts anderes übrig, als aus der Not eine Tugend zu machen. Positiv ausgedrückt: Die jugendliche Sorglosigkeit soll dafür sorgen, dass dem Verein das Schicksal etlicher Klubs erspart bleibt, die nach unten durchgereicht worden sind.

„Die Ungewissheit ist groß“, räumt Sander ein. Aber die positive Stimmung, die trotz der schwierigen Vorzeichen rund um das Stadion Oberwerth zu spüren ist, wertet der Coach als ein erstes erfreuliches Signal zu Beginn einer langen Saison. „Wir müssen die Situation für uns ausnutzen“, fordert der Coach vor dem Duell gegen Mitabsteiger Rot Weiss Ahlen. Ein Klub im Übrigen, bei dem ebenfalls kein Stein auf dem anderen geblieben ist.

Den Funken zu entfachen und neue Begeisterung zu wecken – all das wollen die Koblenzer erreichen, um den Fans wieder Lust auf die TuS zu machen. Wobei Sander weiß, dass seine Rasselbande im Übermut durchaus auch mal in ihr Verderben rennen kann. „Die Spieler dürfen Fehler machen“, so der Coach, „aber wenn es gelingt, die Aussetzer zu minimieren, haben wir eine gute Chance.“

Dass der Trainer obendrein anmerkt, „dass unsere Stärken in der Offensive liegen“, nährt die Hoffnung, dass die Koblenzer Elf anno 2010 stürmisch daherkommt. Gut möglich, dass neben Massimo Cannizzaro auch Marcus Steegmann als zweite Spitze aufläuft – beiden ist am ehesten zuzutrauen, den Ball über die Linie zu bringen.

Das Duo zählt mit jeweils 29 Jahren zu den wenigen alten Hasen im Team, allen voran ist Dennis Brinkmann (31) die Rolle des Leitwolfs zugedacht. Der neue Kapitän ist im dünnen Kader quasi unersetzlich, wie ohnehin das Gefüge der TuS kaum Ausfälle verkraftet. Mit derlei Schreckensszenarien belastet sich der Regisseur verständlicherweise nicht, stattdessen gibt er vor dem ersten von 38 Spielen das passende Motto aus: „Wir haben nichts zu verlieren.“
(sab)

    Quelle Rhein-Zeitung 24.07.2010  http://rhein-zeitung.de


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26.07.2010    TuS Koblenz: Neuanfang mit Nullnummer

aktuell_2011_18Drittligist präsentiert sich gegen Ahlen voller Tatendrang, muss aber torgefährlicher werden

Koblenz. Der Anfang ist gemacht, aber der Weg bleibt noch lang: TuS Koblenz hat zum Saisonauftakt der Dritten Liga beim 0:0 gegen Rot Weiss Ahlen angedeutet, dass die Mannschaft konkurrenzfähig ist. Und die Vereins-Oberen können zufrieden zur Kenntnis nehmen, dass die umformierte Mannschaft von den Fans angenommen wird: 5804 Zuschauer sind weit mehr als erwartet, trotz der Nullnummer dürften die meisten auch in den nächsten Wochen wiederkommen.

Da hätte ein Sieg als Abrundung eigentlich prima gepasst, aber der Elf von Trainer Petrik Sander ging gegen den Mitabsteiger noch die Torgefahr ab. Obwohl der Coach derzeit ein offensives 4-3-3-System bevorzugt, blieb das Spiel in die Spitze überschaubar. Deutlich sichtbar: Dem neu formierten Team fehlen noch die Mittel, um einen tief stehenden Gegner wie die Westfalen aus den Angeln zu heben. Trotz allen Eifers sprangen in den 90 Minuten lediglich zwei Torchancen in der Schlussphase heraus, die noch dazu Innenverteidiger Ole Kittner hatte.

Am Ende musste Sander sogar Torwart Dieter Paucken lobend hervorheben, der mit zwei Glanztaten nach der Pause eine Auftakt-Pleite verhinderte: „Eine Niederlage wäre fatal gewesen.“

An taktischer Arbeit wird es dem Coach in den kommenden Tagen indes nicht mangeln. „Wir müssen mehr Tempo in unsere Aktionen bringen und zielstrebiger werden“, so Sander, der auch einräumt, dass er wohl erst in paar Wochen das wahre Leistungsvermögen seiner Elf einschätzen kann: „Ich weiß noch nicht, wo wir stehen.“
(sab)


TuS mit Mut zur Offensive – aber ohne Tor

aktuell_2011_19Koblenzer müssen sich zum Drittliga-Auftakt mit einem 0:0 gegen Rot Weiss Ahlen begnügen –
Trainer Petrik Sander setzt auf drei Stürmer

Aus dem erhofften Dreier zum Saisonauftakt der Dritten Liga ist für TuS Koblenz nichts geworden. Beim 0:0 gegen Rot Weiss Ahlen präsentierte sich die junge Mannschaft von Trainer Petrik Sander durchaus engagiert, ließ aber die Entschlossenheit vor dem Tor vermissen.

Koblenz. So ist das nun mal bei einem 0:0, noch dazu im ersten von 38 Saisonspielen. Das Ganze lässt sich schwer einordnen, da machten die 90 Minuten zwischen TuS Koblenz und Rot Weiss Ahlen keine Ausnahme. „Ich weiß noch nicht, wo wir stehen“, fasste TuS-Trainer Petrik Sander die Premiere in der Dritten Liga zusammen.

Das stimmt – und doch gab die Partie erste Aufschlüsse darüber, wie es um die Koblenzer in dieser Saison bestellt ist. Es erhärtet sich der Eindruck, dass Sander ein Team zusammen hat, das sich auch als solches versteht und gemeinsam sein Schicksal meistern will. Die Körpersprache ist positiv, jeder versucht dem anderen zu helfen. Auch an der Laufbereitschaft gab's wenig auszusetzen.

Neben diesen Grundlagen einer jeden Mannschaft stimmte auch die Ordnung auf dem Platz. Nachdem Sander in der Vorbereitung einiges ausprobiert hatte, entschied er sich für ein mutiges 4-3-3-System mit drei echten Angreifern. Das klingt waghalsig, ist aber aus zweierlei Gründen nachvollziehbar. Zum einen ist es die feste Absicht der TuS, mit offensivem Fußball die Anhänger neu zu begeistern. Und die Neugier ist groß: Immerhin 5804 Zuschauer wollten im Stadion Oberwerth dabei sein, das Spiel wurde aufgrund des unerwarteten Andrangs sogar mit acht Minuten Verspätung angepfiffen. Und die Anhänger bewiesen ein Gespür für die Situation: Jede halbwegs gelungene Aktion wurde mit Applaus bedacht, die TuS-Elf kann auf einen Vertrauensvorschuss von den Rängen zählen.

Die bislang nicht gesehene Ausrichtung der Blau-Schwarzen, die derzeit noch in Gelb daherkommen, hat auch ganz pragmatische Gründe. In der aktuellen Kader-Zusammenstellung sind die vermeintlich besten Einzelspieler eher offensiv handelnd. „Warum sollte ich dieses Potenzial brachliegen lassen?“, fragt Sander.

Auf dem Platz sah das wie folgt aus: Vor einer Vierer-Abwehrkette mit Dennis Riemer, Ole Kittner, Stefan Haben und Thomas Gentner agierte Kapitän Dennis Brinkmann als „Sechser“, davor beackerten Lukas Nottbeck und Christian Pospischil die Halb-Positionen. Eine Variante, die viel Laufarbeit erfordert und auch die Außenstürmer in die Pflicht nimmt, auf dem Weg nach hinten mitzuhelfen, die Räume zu schließen. Eine Aufgabe, der Marcus Steegmann (rechts) und Johannes Rahn (links) auch nachkamen.

Darüber hinaus schafften es die Angreifer aber nur selten, ihre eigentliche Funktion zu erfüllen. Rahn gelang auf der für ihn ungewohnten Seite wenig, auch Steegmann kam selten einmal durch. Konsequenz: Massimo Cannizzaro, der bei der TuS in erster Linie fürs Toreschießen auserkoren worden ist, kam kaum ins Spiel und blieb ohne Abschluss. Eine Tatsache, die auch Sander nicht verborgen geblieben war, wobei der Trainer die Dinge als Ganzes betrachtet.

Trotz der positiven Ansätze sieht der Coach vor allem in punkto Tempo und Umschaltverhalten noch reichlich Luft nach oben. „Wir müssen mehr Zug in die Aktionen bringen“, so Sander, „wir haben uns häufig am Ballbesitz ergötzt und dabei zu sehr in die Breite gespielt.“

Und doch hatten die Koblenzer ihre Chancen, um drei Punkte einzufahren. Abwehrmann Ole Kittner hatte nach guter erster in einer überschaubaren zweiten Halbzeit gleich zweimal den Siegtreffer auf dem Fuß. Weil auf der anderen Seite TuS-Torwart Dieter Paucken mit zwei Glanztaten in der 49. und 68. Minute die Koblenzer vor einer Heimpleite bewahrte, blieb Sander nichts anderes übrig, als sich zähneknirschend mit dem einen Punkt anzufreunden. „Es war unter dem Strich ein leistungsgerechtes Unentschieden“, drückte er den allgemeinen Tenor des Nachmittags aus. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob der Zähler ein gewonnener ist.
Sven Sabock

 


Laux feiert sein Debüt

aktuell_2011_20Eigengewächs darf ran

Koblenz. Schnell noch das Trikot an und raus auf den Platz: In der 62. Minute schlug plötzlich die Stunde von Oliver Laux, der später zugab, „dass ein Traum in Erfüllung gegangen ist“. Verständlich, schließlich hat der 20-Jährige abgesehen von einem kurzen Abstecher zum FV Engers seit der D-Jugend für die TuS die Schuhe geschnürt und es über die U 23 wohl schneller als erwartet in die Profi-Elf geschafft. Ganz nebenbei hat er damit auch seinen Vater Dirk im TuS-Trikot beerbt.

Für Trainer Petrik Sander war der 28-Minuten-Einsatz für das Koblenzer Eigengewächs aber die logische Konsequenz einer starken Vorbereitung von Laux. „Er ist dicht dran an der Mannschaft“, hatte der Coach den Horchheimer bereits im Vorfeld gelobt und ihm wie Angreifer Jan Hawel große Fortschritte attestiert. Dass der Mittelfeldmann gegen Ahlen sein Debüt als Profi gab, war für Sander auch ein Zeichen, dass er auf die Nachwuchskräfte setzt: „Wir müssen an die Jungs glauben.“
 (sab)

Quelle Rhein-Zeitung 26.07.2010  http://rhein-zeitung.de


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27.07.2010    TuS findet die Lücke nicht

aktuell_2011_21Wie die Spieler das 0:0 gegen Ahlen einordnen – Blick geht aufs Auswärtsspiel in Aalen

Die Bilanz der ersten 90 Minuten fällt positiv aus, aber im Lager von TuS Koblenz ist allen Beteiligten bewusst, dass sich der Drittligist in den kommenden Partien noch steigern muss. Nach Möglichkeit bereits am kommenden Samstag beim VfR Aalen.

Koblenz. „Wir sind angekommen; nach dem Abstieg und mit 15 neuen Leuten weiß man ja nie, was los ist.“ Was Trainer Arie van Lent für Rot Weiss Ahlen festhielt, galt natürlich auch für TuS Koblenz. Zwar ist die Zahl der Neuen bei der TuS – je nach dem, wie man rechnet – deutlich höher, doch das Gefühl, die Dritte Liga angenommen zu haben, überwog auch bei den Koblenzer Akteuren.

Mit einem Unterschied: Während sich der Ahlener Trainer mit dem 0:0 vollauf zufrieden zeigte, haderten sein Kollege Petrik Sander und seine Mannschaft mit dem Ergebnis. „Das Unentschieden ist leistungsgerecht, aber wir wollten gewinnen. Und bei einem 1:1 hätten wir wenigstens einen Torerfolg gehabt“, lautete Sanders Analyse.

„Ein Tor hat gefehlt“, befand auch Lukas Nottbeck, der sich – mit der echten 6 auf dem Rücken – redlich bemüht hatte, sein Sturmtrio in Position zu bringen. „Gegen einen Gegner, der so tief steht wie Ahlen, ist das nicht einfach“, gestand er ein, die entscheidende Lücke im Defensivblock der Gäste nicht gefunden zu haben. „Schade, wir wollten unbedingt drei Punkte holen und die vielen Fans für ihr Kommen belohnen“, zeigte sich der Mittelfeldmann erfreut darüber, dass knapp 6000 Zuschauer die neue TuS sehen wollten: „Wir haben alles versucht, aber am Ende müssen wir uns bei Dieter Paucken bedanken, der das 1:0 für Ahlen verhindert hat.“

Der Koblenzer Torhüter wollte seine Leistung nicht isoliert sehen. „Wenn Ahlens Torhüter nicht den einen oder anderen Ball rausholt, wird's auf der anderen Seite eng“, lautete Pauckens Fazit. Sorgen bereitete ihm allerdings, „dass wir nach der Pause nicht ganz wach waren und plötzlich die Ordnung weg war“. Nachlässigkeiten im Zweikampf gepaart mit Missverständnissen im Abwehrverbund eröffneten Ahlen zwei dicke Torchancen, die Dieter Paucken zwar mit tollem Reflex entschärfte, die jedoch genügend Anlass geben sollten, bereits im kommenden Spiel bei Aufsteiger VfR Aalen über die gesamte Distanz konzentriert zu agieren.

Die Aufarbeitung jener 25 Minuten in Halbzeit zwei dürfte zu einem Fehler- und Mängelpaket gehören, dessen Inhalt es für Petrik Sander bis zum kommenden Samstag abzuarbeiten gilt. Wenngleich er sich mit seiner Innenverteidigung um Ole Kittner und Stefan Haben zufrieden zeigte.

„Wir haben Ahlen zwei Chancen erlaubt, beide Male durch eigene Fehler“, gab sich Stefan Haben dennoch selbstkritisch, „das müssen wir abstellen, sonst nutzt es uns gar nichts, wenn wir insgesamt nicht viel zulassen.“ Spaß hatte ihm das Duell mit Ahlens baumlangem Mittelstürmer Knappmann gemacht. „Wir kennen uns ja aus der Regionalliga, als er auch für die TuS gespielt hat.“ Auf seiner aktuellen Position fühlte sich Haben wohl: „Da habe ich seit meiner Zeit beim SSV Reutlingen eigentlich immer gespielt.“

Wie das 0:0 letztlich einzuschätzen ist, bleibt die Frage. Nur ein Punkt im Heimspiel, kein Tor, zwei Glanztaten des eigenen Keepers – reduziert man den Spielverlauf auf diese Fakten, dann gibt es wahrlich keinen Anlass zu selbstzufriedener Gelassenheit.

Auch wenn ein wohlwollendes Publikum Beifall spendete, weil eine bis zum Abpfiff kämpfende Koblenzer Mannschaft auf dem Feld stand. „Er hat mich klar behindert und so den Konter verhindert“, legte sich Lukas Nottbeck sogar noch in der Schlussminute mit Ahlens Kevin Wölk an. Aber vielleicht ist es ja gerade das, was die zuletzt oft enttäuschten TuS-Fans sehen und spüren wollen. Über den Kampf zum Spiel – die TuS dürfte vermutlich nicht der einzige Drittligist sein, der diesen Weg in den folgenden 37 Partien gehen muss.
Edgar Benz

Quelle Rhein-Zeitung 27.07.2010  http://rhein-zeitung.de


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