01.03.2010     TuS-Offensive kommt erneut nicht ins Rollen

Aktuell-2009_161Hinten gut stehen reicht gegen Augsburg nicht, weil vorn zu wenig passiert

0:1 verloren - und außer viel Bemühen wenig gezeigt. Für TuS Koblenz wird es nach der zweiten Niederlage in Folge allmählich eng im Tabellenkeller. Und jetzt kommen die zwei wegweisenden Spiele in Oberhausen und Ahlen.

TuS Koblenz - FC Augsburg 0:1 (0:0)

KOBLENZ. Dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Christian Bandurski folgte eine fast schon hörbare Stille. Kein Pfeifkonzert, keine Buhrufe, keine Unmuts- noch sonstigen Bekundungen. Schicksalsergeben nahmen die 6585 Zuschauer auf dem Oberwerth die 0:1-Niederlage von TuS Koblenz gegen die aufstiegsambitionierten Augsburger hin. Ist der Anfangselan nach der Neuverpflichtung von Trainer Petrik Sander etwa schon wieder verpufft, lebt der Glaube an die Rettung überhaupt noch? Die Reaktion des einigermaßen desillusionierten Publikums lässt zumindest Zweifel aufkommen. Auf jeden Fall wird es nach zwei Niederlagen in Folge langsam eng für die TuS. Die Konkurrenz punktet - und Koblenz schwächelt.

Was gegen die nicht einmal Angst einflößenden Bayern-Schwaben mal wieder offensichtlich wurde. Und zwar immer dann, wenn es eigentlich zügig und präzise nach vorn gehen sollte. Eineinhalb Chancen in 90 Minuten sind nicht eben die Bilanz, aus der Erfolge gestrickt sind. Bei ihren Offensivbemühungen kommen Trainer und Mannschaft einfach nicht vorwärts. Ein Makel, aus dem Sander gar kein Hehl machte: "Hinten haben wir kaum etwas zugelassen. Doch dann haben wir es versäumt, uns so zu befreien, dass wir Druck aufbauen konnten."

Vielleicht mangelte es auch an Mut, der durchaus anfälligen Augsburger Defensive energischer zuzusetzen. Fraglos ist das Offensivproblem aber auch das Problem einer akuten Formschwäche bei denjenigen Akteuren, die auserkoren sind, für den Gegner gefährliche Momente heraufzubeschwören. Emmanuel Krontiris stand gegen den FCA einmal mehr neben sich. Was wohl auch Sander nicht verborgen geblieben war, denn er nahm das "schlampige Genie" zur Halbzeit aus der Mannschaft.

Zudem sind Rückkehrer Anel Dzaka sowie seine Mitstreiter Daniel Gunkel oder Ervin Skela derzeit nicht in der Lage, Akzente zu setzen. Dzaka wirkt nach wie vor wie ein Fremdkörper in der Mannschaft - auch wenn sich der Bosnier nachher damit rausreden wollte, er habe viel nach hinten arbeiten müssen. Deswegen wird ihm aber niemand gleich das Fußballspielen verboten haben.

Sander versuchte alles, um dem Offensivspiel seiner Elf neben Bemühen so etwas wie Linie und Präzision zur Seite zur stellen. Doch auch der eingewechselte Skela stand da nicht für Besserung.

So war Koblenz allenfalls auf einem guten Weg, Augsburg ein Remis abzutrotzen. Dummerweise waren die Gäste so abgezockt, dass sie den einzigen Patzer der TuS-Defensive eiskalt nutzten, um das Siegtor zu erzielen. "Das war ein absolut amateurhaftes Abwehrverhalten", tadelte Sander den unnötigen Ballverlust an der Außenlinie, der das Verhängnis einleitete.

Wieder einmal, so war Sander zu vernehmen, habe sich die Mannschaft "für ihren Aufwand nicht belohnt". So zitiert sich der Coach immer wieder gern aufs Neue. Doch wie definiert Sander Aufwand? Wenn er allein Bemühen damit verbindet, eine der Grundtugenden für Erfolg überhaupt also, dann hat er zweifellos recht. Doch fußballerisch war der Aufwand überschaubar, den die TuS-Akteure betrieben. Manchmal vermisste man gar ein wenig Leidenschaft.

So holte weder die Mannschaft das Publikum ab, noch waren die Fans bereit, ihrem Team einen Vorschuss zu zahlen, indem sie es unablässig pushten. Nicht nur die Ruhe nach dem Spiel war eine unheimliche.
Klaus Reimann


Die TuS macht einen Fehler zu viel

Aktuell-2009_162Nach der Heimniederlage gegen Augsburg haben die Koblenzer schon vier Punkte Rückstand auf Platz 16

Zehn Spieltage vor dem Saisonende hat sich für TuS Koblenz die Lage im Abstiegskampf der Zweiten Liga wieder verschärft. Schuld daran ist die Heimpleite gegen den FC Augsburg.

TuS Koblenz - FC Augsburg 0:1 (0:0)

KOBLENZ. Es war eine seltsame Stimmung, die sich da am Samstagnachmittag über das Stadion Oberwerth gelegt hatte. Die Sonne strahlte im weiten Rund, aber so richtig warm ums Herz wurde es niemandem. Nicht den Spielern von TuS Koblenz - und schon gar nicht des Fans des Fußball-Zweitligisten. Nach dem 2:3 bei Union Berlin vor Wochenfrist setzte es mit dem 0:1 gegen den FC Augsburg die zweite Niederlage in Folge und untermauerte die These, dass die Koblenzer Aufholjagd im Abstiegskampf nicht recht auf Touren kommt. Mehr noch: Bei nunmehr vier Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz 16 wächst bei den Anhängern die Sorge, dass es am Ende nicht reichen könnte für die TuS.

Da half es auch wenig, dass die Koblenzer für 80 Minuten einen Punkt in der Hand hatten. In einer Partie auf überschaubarem Niveau gelang es der TuS zwar, die derzeitigen Überflieger der Liga fern vom Tor zu halten. Viel mehr ging aber nicht. Und so kam es, wie es kommen musste: Ein Fehler genügte, und die sechste Heimniederlage der laufenden Saison war perfekt. Auf der linken Seite waren sich Benjamin Lense und Manuel Hartmann nicht einig, ehe das Malheur seinen Lauf nahm. Über FCA-Angreifer Nando Rafael kam der Ball in die Mitte, wo Michael Thurk das Leder geschickt passieren ließ und Ibrahima Traore nur noch einschieben musste. Ein Tor mit Ansage.

"Das ist schon frustrierend", fasste Daniel Gunkel wohl stellvertretend für die Akteure die Gemütslage zusammen und fügte an: "Der eine Punkt hätte uns weitergeholfen." Wohl wahr. Und offenbar war das gesamte Handeln und Tun der TuS auch darauf ausgerichtet gewesen. Ein verständliches Vorhaben gegen eine Mannschaft, die im Moment nur schwer zu stoppen ist. Allein, am Samstag wären die Augsburger zu knacken gewesen. Vom Schwung und vor allem der technischen Überlegenheit der Gäste war lange Zeit wenig zu sehen.

Was ein Stück weit an der TuS lag, die gerade in der ersten Halbzeit geschickt die Räume zustellte. In der umformierten Mannschaft inklusive der Systemänderung hin zu einem 4-2-3-1 half der neu ins Team gerückte Anel Dzaka eifrig beim Verteidigen mit, darüber hinaus schafften es die Blau-Schwarzen aber nicht, den FCA in Verlegenheit zu bringen. "Das war nach vorn zu wenig", räumte Gunkel selbstkritisch ein.

Die passenden Fakten dazu: Neben einem 18-Meter-Schuss von Emmanuel Krontiris (31.) konnte man wohlwollend betrachtet eigentlich nur den Versuch von Andreas Glockner (73.) als Torchance ansehen. Augenfällig auch, dass es Einzelaktionen waren, Koblenzer Kombinationen blieben im Ansatz stecken.

Leidtragender des Ganzen war nicht zuletzt Edmond Kapllani. Der Angreifer hätte gegen seinen eigentlichen Arbeitgeber wohl allzu gern seinen dritten Saisontreffer erzielt, bekam aber zumeist völlig unbrauchbare Zuspiele. Zum einen standen dem Albaner die Augsburger Innenverteidiger auf den Füßen, zum anderen rückten die Mittelfeldakteure auch nicht energisch genug nach, um unterstützend zur Seite zu stehen.

"Ein 0:0 wäre sicher o.k. gewesen", fand Kapllani später und suchte zudem nach Gründen, warum bei der TuS nicht der Elan und die Leidenschaft der vergangenen Wochen zu erkennen war. "Vielleicht haben wir auch zu viel Respekt gezeigt." Einig war er sich mit Gunkel darin, "dass wir nicht so viel in das Spiel investiert haben".

Die Gründe dafür wird Trainer Petrik Sander mit seinem Team zu Beginn dieser Woche aufzuarbeiten haben. Schließlich soll (und muss) es in den anstehenden Schlüssel-Partien in Oberhausen und Ahlen besser werden. Und vor allem gilt es schleunigst wieder zu punkten, um nicht den Anschluss an die Konkurrenz zu verlieren. "Wir haben jetzt zwei wichtige Spiele", weiß auch Edmond Kapllani und fügt an: "Da müssen wir was holen."
Sven Sabock


  Jos Luhukay findet die passenden Worte

FC Augsburg steigert sich nach Donnerwetter

KOBLENZ. In der Halbzeit wackelten die Wände im altehrwürdigen Kabinentrakt des Stadion Oberwerth. Jos Luhukay, eigentlich ein ruhiger Zeitgenosse, ließ seinem Frust freien Lauf und faltete die Kicker des FC Augsburg zusammen. "Wie schlimm das Donnerwetter war, müssen sie die Spieler fragen", hatte Luhukay nach der FCA-Leistungssteigerung im zweiten Durchgang gut lachen - und alles richtig gemacht.

"Es war schon ziemlich laut in der Halbzeit", sagte Kapitän Uwe Möhrle. Flügelflitzer Ibrahima Traore fand die Ansprache passend: "Wir sind in der zweiten Hälfte doch besser ins Spiel gekommen." Vor allem die Offensive, die Luhukay besonders ins Gebet nahm, erhörte ihren Coach. Traore war es dann auch, der das Tor des Tages markierte. Aufgelegt bekam der kleine Franzose den Treffer vom Sturmduo Nando Rafael und Michael Thurk. "Das war genial von beiden gemacht", bedankte sich Traore artig.

Trotzdem wäre eine Nullnummer das gerechtere Ergebnis gewesen. Luhukay war es fast schon peinlich, dass sein FCA zum sechsten Mal im siebten Rückrundenspiel siegte: "Dass wir mit so wenig Aufwand drei Punkte mitnehmen, ist fantastisch."

Das größte Lob heimste dann auch seine Defensive ein. "Wir haben zum fünften Mal in der Rückrunde zu Null gespielt, auf unsere Defensive können wir uns verlassen", sagte Luhukay. Kapitän Möhrle - zugleich der Abwehrchef - nahm das Lob gern auf: "Wir lassen hinten nicht viel zu, dann genügt eben meist ein Tor, um zu gewinnen." Doch auf Dauer wird das nicht reichen. Das weiß auch Möhrle: "Wir müssen sicherlich besser spielen, wenn wir aufsteigen wollen."

Michael Bongard


  Ahrweiler bringt TuS Koblenz II zu Fall

Mannschaft von Trainer Colin Bell vergibt etliche Chancen und wird ausgekontert

SG Bad Neuenahr/Ahrweiler - TuS Koblenz II 1:0 /(1:0)

BAD NEUENAHR. Die SG Ahrweiler/Bad Neuenahr hat in der Fußball-Bezirksliga für eine handfeste Überraschung gesorgt und dem Tabellenführer TuS Koblenz II mit dem 1:0 (1:0)-Heimsieg die zweite Saisonniederlage beigebracht.

Dabei hatten die Gastgeber fast 50 Minuten in Unterzahl agieren müssen. Im Apollinarisstadion erzielte Daniel Wistorf vor rund 90 Zuschauern das Tor des Tages (29.). Einziger Wermutstropfen für die Gastgeber: Kazim Karaca sah in der 44. Minute wegen eines Foulspiels die Rote Karte. Angefressen und konsterniert schlich TuS-Trainer Colin Bell nach der Niederlage vom Aschenplatz: "Ich bin fassungslos. Wir hätten hier sieben oder auch acht Tore schießen müssen, und gehen dennoch leer aus."

Koblenz bestimmte von der ersten Minute an das Spiel und schnürte die SG Ahrweiler in der eigenen Hälfte förmlich ein. Das einzige Manko der Gäste: die Chancenverwertung. Reihenweise ließen Oliver Laux (8., 14. 40.), Tobias Bauer (33.), Jan Havel (41.) und Timo Schlabach (43.) gute Einschussmöglichkeiten ungenutzt verstreichen oder scheiterten immer wieder am überragenden Ahrweiler Torhüter Marcus Westphal. Die beste Gelegenheit vergab Eike Mund: Nach besagtem Foul von Karaca scheiterte er beim fälligen Strafstoß am Pfosten (44.).

"Wir haben alles in die Waagschale geworfen und mit viel Kampfgeist agiert. Man hat meiner Mannschaft angemerkt, dass sie mit aller Macht Paroli bieten wollte. Es war natürlich auch Glück dabei", urteilte SG-Trainer Julian Hilberath. Der Ahrweiler Siegtreffer durch Wistorf war wie aus dem Nichts bei einem der wenigen Entlastungsangriffe gefallen (29.). Die Gäste schalteten danach noch einen Gang höher und drängten weiterhin auf den Ausgleich. Doch die Bemühungen mit hohen Bällen durch die Mitte waren zu durchsichtig angelegt. "Genau darauf haben wir uns eingestellt", erklärte Hilberath. Er selbst verpasste nach der Pause mit einem Schuss an den Innenpfosten das 2:0 (50.). So mussten die Gastgeber bis zum Schluss zittern, bis Westphal alle TuS-Chancen durch Michael Stahl (57., 60.), Sören Klappert (67.), Hawel (71.), Rüdiger Graden (88.) und Dogan Cevik (90.) vereitelt hatte.
Horst Bach

Koblenz: Kramer, Breitbach, Göderz, Hahn (75. Graden), Mund, Schmidt (58. Cevik), Schlabach, Laux, Havel, Stahl (65. Klappert), Bauer.

Quelle Rhein-Zeitung 01.03.2010  http://rhein-zeitung.de

 


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02.03.10    TuS will den Trend umkehren

Aktuell-2009_163Koblenzer Zweitligist sucht nach mehr Effizienz im Spiel - Trio im Länderspiel-Einsatz

Nach dem 0:1 gegen den FC Augsburg wird es für TuS Koblenz im Abstiegskampf der Zweiten Liga eng. In der anstehenden Partie bei Rot-Weiß Oberhausen bietet sich die Chance, den Abwärtstrend zu stoppen.

KOBLENZ. Der heutige Dienstplan verheißt für die Profis von TuS Koblenz nichts Gutes. Nach dem freien Tag gestern bittet Trainer Petrik Sander am Nachmittag zum kollektiven Fernsehgucken. Statt eines packenden Fußballspiels gibt"s aber einen tristen Zweitliga-Kick zu sehen. Es gilt, noch einmal das 0:1 gegen den FC Augsburg aufzuarbeiten, um daraus die richtigen Lehren zu ziehen.

Für Gesprächsbedarf wird vor allem die Entstehung des entscheidenden Tores sorgen, als es Manuel Hartmann und Benjamin Lense nicht gelungen war, den Ball zu entsorgen. "Darüber wird zu reden sein", deutete Sander bereits am Wochenende an, dass derlei Nachlässigkeiten im Abstiegskampf fatale Folgen haben können.

Zwar hält sich der Coach mit weiterer öffentlicher Kritik zurück und weist zu Recht darauf hin, "dass die Mannschaft lebt", die Diskrepanz zur tabellarischen Entwicklung ist ihm aber durchaus bewusst. "Wir streuen uns ja keinen Sand in die Augen", sagt Sander und betont, "dass wir uns den Ergebnissen stellen müssen".

Und die haben zuletzt nicht gestimmt. Nach nur einem Sieg aus den sieben Rückrundenspielen kommt das Unternehmen Klassenverbleib nicht voran. Der Kontakt zum unmittelbaren Konkurrenten aus Frankfurt droht abzureißen, auch der Rückstand zu Platz 15 verharrt bei sieben Zählern. Mehr noch: Nach dem 3:2 gegen Union Berlin ist auch der Tabellenletzte Rot Weiss Ahlen der TuS auf die Pelle gerückt. Die Westfalen haben in der Rückrunde schon zehn Punkte gehamstert, der FSV ist nach den beiden 0:5-Klatschen zu Beginn des Jahres seit nunmehr fünf Runden unbesiegt.

Insofern wird der kommende Spieltag ein interessanter werden, nicht nur für die Koblenzer. Am Freitag geht"s für die Sander-Elf zu Rot-Weiß Oberhausen, Ahlen reist nach Rostock und der FSV muss tags darauf bei Liga-Primus 1. FC Kaiserslautern ran. Für die TuS wäre im Falle einer Niederlage das Erreichen von Platz 15 fast schon illusorisch, bei einem Sieg würden die Karten im Abstiegskampf neu gemischt.

Da trifft es sich eigentlich gar nicht gut, dass Sander im Verlauf der Trainingswoche auf drei erfahrene Akteure verzichten muss. Vor dem Schlüsselspiel im Niederrhein-Stadion wurden Matej Mavric, Edmond Kapllani und Ervin Skela zu Länderspieleinsätzen abkommandiert. Mavric trifft am Mittwoch mit Slowenien auf Katar und will dabei seine Chancen auf eine WM-Nominierung wahren, für das Albaner-Duo steht das Testspiel gegen Nordirland auf dem Programm.

Alle drei werden damit wohl erst kurzfristig zum Team hinzustoßen, eine ideale Vorbereitung auf das Kellerduell sieht anders aus. Immerhin: Dem Trio bleibt es damit erspart, sich noch einmal per DVD die aktuellen Mängel vor Augen führen zu lassen.
Sven Sabock


  TuS nur hinten gut

Jugendfußball: Remis für Koblenzer Nachwuchs

JFG Saarschleife - TuS Koblenz 0:0

KOBLENZ. Nur sehr schleppend sind die A-Junioren der TuS Koblenz ins Fußballjahr 2010 gestartet. Nachdem die letzten beiden Partien witterungsbedingt abgesagt worden waren, startete das Team von Trainer Dirk Laux im Auswärtsspiel bei der JFG Saarschleife mit Verspätung in die Rückserie der Regionalliga Südwest und kam nicht über ein 0:0 hinaus. Der fehlende Spielrhythmus war dem Team anzumerken. In einer kampfbetonten und höhepunktarmen Partie verstanden es die Gastgeber, die Räume auf dem kleinen Kunstrasenplatz sehr eng zu machen und den TuS-Angriff nicht zur Entfaltung kommen zu lassen.

So konnten auf Koblenzer Seite im gesamten Spiel nur zwei echte Torchancen gezählt werden. Nach einer guten halben Stunde setzte sich Jan Rittgen auf der rechten Seite durch und brachte den Ball schön in die Mitte, wo ihn Pascal Tillmanns per Direktabnahme jedoch am Tor vorbei schoss. In der zweiten Halbzeit scheiterte Albert Buhler mit einem Distanzschuss am Pfosten. "Wie schon in der gesamten Saison fehlt uns ein richtiger Torjäger", klagte Trainer Dirk Laux. Zwar kann er sich weiter auf die Defensive verlassen - sein Team spielte bereits zum elften Mal in dieser Saison zu null -, doch: "Das 0:0 hilft uns einfach nicht weiter."
 (tok)

Koblenz: Birk, Fink, Schmidt, A. Moskopp, Meinert, Tillmanns (52. Hadzic), Wild, Göcer, Rittgen (80. Böhm), Companioni Diaz (72. Matuwilla), Buhler.


Trainer Sek kritisiert fehlenden Ehrgeiz

Jugendfußball: Koblenzer B-Junioren verlieren

TuS Koblenz - Ludwigshafener SC 1:3 (1:2)

LAHNSTEIN. Mit einer Niederlage sind die B-Juniorenfußballer der TuS Koblenz ins Jahr gestartet: Das Team von Trainer Martin Sek zeigte gegen den Ludwigshafener SC eine schwache Leistung und verlor mit 1:3 (1:2).

Dabei waren die Koblenzer nach einer halben Stunde durch einen Kopfballtreffer von Yannick Schweigert sogar noch in Führung gegangen, ehe das Unheil seinen Lauf nahm. Nur wenige Minuten nach dem 1:0 erzielten die Ludwigshafener den Ausgleich, kurz vor der Pause sogar noch den Führungstreffer. Mitte der zweiten Halbzeit entschieden die Gäste das Spiel mit dem Tor zum 1:3-Endstand und zogen damit in der Tabelle an Koblenz vorbei auf Platz vier. TuS-Trainer Sek war frustriert: "Das war taktisch und individuell einfach vom ersten bis zum letzten Mann schlecht, die Abstimmung hat überhaupt nicht gepasst. Man muss erwarten können, dass alle Spieler den nötigen Ehrgeiz und die nötige Motivation an den Tag legen."
(tok)

Koblenz: Beck, Masala (60. Wißfeld), Edelmann, Löhr, Kraemer (70. Talamasi), Sauerborn (50. Kaya), Schwörer (70. Altin), Hachenthal, Schweigert, Acquah, Ramovic

Quelle Rhein-Zeitung 02.03.2010  http://rhein-zeitung.de


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05.03.2010    Petrik Sander will heute Taten sehen

Koblenzer Trainer erhöht vor dem Schlüsselspiel bei Rot-Weiß Oberhausen den Druck - "Die Punkte wiegen doppelt"

So langsam wird es für TuS Koblenz im Abstiegskampf ernst. Heute tritt die Mannschaft von Trainer Petrik Sander bei Rot-Weiß Oberhausen an, eine Woche später bei Schlusslicht Rot Weiss Ahlen. Zwei Partien mit besonderer Bedeutung.

KOBLENZ. Nach nahezu vier Jahren in der Zweiten Liga darf man im Lager von TuS Koblenz mit Fug und Recht behaupten, im Abstiegskampf gestählt zu sein. Da war die Premieren-Saison, als Uwe Rapolder kurz vor Toresschluss mit drei Siegen in Folge die Wende schaffte, da waren die nicht minder aufreibenden beiden Folgejahre, in denen es dem Team trotz Punktabzügen jedes Mal gelang, am Ende irgendwie über dem Strich zu stehen. Im Vorjahr zum Beispiel schaffte es die TuS als Tabellenletzter, mit vier Siegen in Folge den Grundstein für den Klassenverbleib zu schaffen.

Nun, da noch zehn Spieltage zu absolvieren sind, wäre es höchste Zeit, sich noch einmal an die Erfolge des Frühjahrs 2009 zu erinnern - zumindest für die wenigen Spieler, die aus dem Kader noch übrig geblieben sind. Seinerzeit begann die Serie mit einem 3:1 beim SV Wehen Wiesbaden, einem unmittelbaren Konkurrenten. Und auch das heutige Duell bei Rot-Weiß Oberhausen ist ein Spiel mit richtungsweisendem Charakter. Als Tabellen-17. (18 Punkte) hat die TuS inzwischen schon vier Zähler Rückstand auf den Relegations-Platz, gegen den ebenfalls bedrohten Kontrahenten vom Niederrhein (Platz 15, 25 Punkte) ist Verlieren fast schon verboten.

Kein Schönredner

Von derlei Formulierungen ist Trainer Petrik Sander noch weit entfernt. Ohnehin wundert sich der 49-Jährige über die "Endzeitstimmung", die er rund um den Klub ausgemacht hat. "Wir haben gegen Augsburg verloren, nicht mehr und nicht weniger", versucht er die Verhältnisse geradezurücken.

Aber, und das wird im Vorfeld der Partie in Oberhausen mehr als deutlich: Sander übt sich nicht als Schönredner, sondern nimmt sein Team in die Pflicht. Und: Der stets besonnene Fußballlehrer, der sein Inneres nur selten nach außen kehrt, kann auch anders. "Ich bin es leid, mich immer nur vor die Spieler zu stellen", hob er in der Pressekonferenz merklich die Stimme, "jetzt ist es an der Zeit, dass jeder Verantwortung übernimmt." Wobei er vor allem die etablierten Akteure meint, "denn die Neuen allein können es nicht schaffen."

Um auch im Training die Sinne zu schärfen, wurden in dieser Woche vor allem Zweikämpfe geübt. Das kleine Einmaleins soll Sicherheit geben, aber auch das Gefühl vermitteln, dass es an der Zeit ist, die Ärmel hochzukrempeln. Als pädagogischen Nebeneffekt des Ganzen will der Coach zudem "hinter die Gesichter" seiner Akteure schauen, um festzustellen, wer der speziellen Situation gewachsen ist - und wer eben nicht. "Die Jungs müssen lernen, mit dem Druck umzugehen", stellt Sander klar, "wer das nicht kann, ist fehl am Platz." Und natürlich kann auch er die Tabelle lesen, die wenig Raum für Interpretationen lässt: "Die Punkte in diesem Spiel wiegen einfach doppelt."

Das Tor verteidigen

Konkret heißt das: Sander will in Oberhausen eine Elf stellen, "die sich zur Wehr setzt und die ihr Tor verteidigt". Wenn das gelingt, so lässt sich folgern, ist der Weg hin zu einem eigenen Treffer nicht weit. Wobei in der Offensive mehr Konsequenz als zuletzt zwingend erforderlich ist. Sander ist es nicht entgangen, dass Edmond Kapllani gegen Augsburg fast völlig in der Luft hing, weil die Unterstützung aus dem Mittelfeld gefehlt hatte. "Die Spieler wissen, dass sie einiges besser machen müssen", hält der Coach fest.

Großartige Sprüche sind vom Koblenzer Trainer nicht zu vernehmen. Aus gutem Grund. "Natürlich haben alle den Ernst der Lage begriffen", sagt Sander, "aber die Reaktion muss nun mal vor allem auf dem Platz kommen." Nicht reden, sondern Tore schießen, könnte man hinzufügen. Dass die TuS dazu in der Lage ist, dessen ist sich der ebenfalls Abstiegskampf-erprobte Coach sicher: "In der Mannschaft herrscht keine Endzeitstimmung - weil sie nämlich gerade dabei ist, eine Mannschaft zu werden." Heute Abend wäre ein günstiger Zeitpunkt, das auch unter Beweis zu stellen.
Sven Sabock


Startelf ist noch offen

TuS mit Personalnöten

KOBLENZ. Die Vorbereitung auf das Spiel bei Rot-Weiß Oberhausen ist bei der TuS alles andere als optimal verlaufen. Grund: Daniel Gunkel und Tom Geißler konnten aufgrund von muskulären Problemen bis zum Mittwoch nicht trainieren, auch Kapitän Manuel ist angeschlagen. "Zumindest bei zwei der drei Akteure steht ein dickes Fragezeichen hinter ihrem Einsatz", sagt Sander, "aber dann müssen eben andere in die Bresche springen." Im Falle von Geißler müsste das Shqipran Skeraj sein, im Mittelfeld wäre der Brasilianer Everson wohl die erste Option.

Ebenfalls offen scheint vor der Partie, ob sich der Coach für die zuletzt wenig erfolgreiche Variante mit Emmanuel Krontiris als zweite Spitze entscheidet.
(sab)


Mit Bruns kehrt bei RWO der Glaube zurück

Koblenzer Gegner hat sich nach Trainerwechsel stabilisiert - Kollektiv ist Trumpf am Niederrhein

OBERHAUSEN. Kennen Sie einen Spieler von Rot-Weiß Oberhausen? Nein? Nicht schlimm. RWO ist das Team der Namenlosen in der Zweiten Liga, hat jedoch im Moment eindeutig die besseren Karten im Abstiegskampf als der heutige Gast TuS Koblenz. Gewinnt Oberhausen das Kellerduell gegen Koblenz und verliert Schlusslicht RW Ahlen zeitgleich in Rostock, hätte RWO satte zehn Punkte Vorsprung auf die direkten Abstiegsplätze 17 und 18.

Eine Aussicht, die auch RWO-Verteidiger Marinko Miletic gefällt: "Das ist ein richtungweisendes Spiel. Die TuS muss kommen, sonst ist sie zu weit weg von uns. Und wenn wir so auftreten wie in den letzten Wochen, dann habe ich keine Bedenken." Der Glaube ist zurück am Niederrhein. Maßgeblichen Anteil daran hat Hans-Günter Bruns, der bekannteste "Kleeblättler". Der ehemalige Gladbacher spielte in den 1980er-Jahren 424-mal in der Bundesliga und absolvierte vier Länderspiele.

Bruns führte RWO 2008 als Trainer in die Zweite Liga. Dort angekommen, übergab er das Kommando an Jürgen Luginger. Bruns wurde Sportlicher Leiter. Mit Luginger klappte es auch ganz gut: In der Vorsaison belegte RWO einen soliden Tabellenplatz neun, auch der Start in die bisherige Runde war mit 20 Punkten aus 11 Partien top. Doch dann gewann Oberhausen neun Spiele in Serie nicht. Acht Pleiten setzte es, nur zwei Treffer gelangen - Luginger stellte vor einem Monat sein Amt zur Verfügung, Bruns musste wieder ran.

Seitdem läuft es besser bei RWO: Sieg gegen Rostock (2:1), Remis in Duisburg (2:2), dazwischen unglückliche Niederlagen in Aachen (1:2) und gegen Fürth (0:1). Oberhausen ist wieder konkurrenzfähig. Und das mit dem geringsten Etat der Liga, ohne aktuellen Nationalspieler, ohne ehemalige Bundesliga-Stars. Das Kollektiv ist am Niederrhein Trumpf.

Während es zehn Koblenzer in der Ersten Liga auf 386 Einsätze gebracht haben, hält bei RWO ein gewisser Daniel Embers mit neun Bundesligaspielen für Gladbach den Rekord. Ältere unter den TuS-Fans dürften Embers noch kennen. Am 1. Juli 2004 wechselte der Linksverteidiger von Gladbach mit großen Vorschusslorbeeren zum damaligen Regionalliga-Aufsteiger Koblenz, um keine zwei Wochen später vom damaligen Trainer Milan Sasic den Laufpass zu bekommen. "Er passt nicht zu uns", sagte Sasic und suspendierte Embers, der das TuS-Trikot nur in der D-Klasse (!) für die Reserve trug.

Im Januar 2005 wechselte Embers nach Wuppertal, im Juli 2006 holte ihn Hans-Günter Bruns nach Oberhausen. Seitdem darf Embers wieder regelmäßig spielen und war ein Garant für die Rückkehr von RWO in den Profi-Fußball. Auch heute Abend steht er im Team der Namenlosen - gegen seinen Ex-Klub Koblenz.

Michael Bongard


TuS II wirft Roßbach aus dem Pokalrennen

Rheinland-Achtelfinale: Koblenzern gelingt der Sieg nach Verlängerung

Der Endspielteilnehmer des Vorjahres ist im Achtelfinale auf der Strecke geblieben: Die zwei Klassen tiefer angesiedelte TuS Koblenz II warf den Oberligisten SV Roßbach/Verscheid nach packenden 120 Minuten aus dem Wettbewerb um den Rheinlandpokal.

TuS Koblenz II - SV Roßbach n.V. 4:3 (2:2, 0:1)

KOBLENZ. Um 22:29 Uhr kannte der Jubel bei der TuS Koblenz II am Mittwochabend keine Grenzen mehr. Fünf Minuten zuvor hatte Tobias Bauer, Stürmer des Bezirksligisten, das letzte und entscheidende Tor im Rheinlandpokal-Achtelfinale erzielt - es war das 4:3 in der Verlängerung und damit das Pokal-Aus für den Oberligisten SV Roßbach/Verscheid, der zur Pause 1:0 geführt hatte und nach dem 2:2 der regulären Spielzeit noch guten Mutes gewesen war. Mit dem 1:0 für Roßbach wurde der Spielverlauf der ersten Hälfte völlig auf den Kopf gestellt (45.). Koblenz war feldüberlegen, ging vorne sehr aggressiv zur Sache und ließ den klassenhöheren Kontrahenten nicht zur Entfaltung kommen - von einem Klassenunterschied war nichts zu spüren. Die größte Torchance hatten die Koblenzer in der 23. Minute: Sören Klappert schoss aus spitzem Winkel aufs gegnerische Tor. Gästekeeper Sven Eckhardt musste zum ersten Mal ernsthaft eingreifen.

In der Folge blieb die TuS besonders mit hohen Bällen in den Strafraum stets gefährlich. Der erste Treffer der Koblenzer lag förmlich in der Luft, bis Roßbach eiskalt zuschlug. Der erste durchdachte Angriff der Gäste saß: Norman Olck setzte sich links durch und passte quer in den Strafraum auf Robert Zimnol, der den Ball aus sechs Meter Entfernung zum 1:0 ins Tor drosch.

Die Koblenzer ließen sich durch den Rückstand allerdings nicht entmutigen und machten auch in der zweiten Hälfte viel Druck - und wurden dafür belohnt: Ein Doppelschlag von Jan Hawel brachte dem Gastgeber das 2:1 (56., 63.). Nun sah es lange Zeit nach einer Pokalüberraschung aus, denn die Roßbacher erhöhten zwar den Druck, aber die TuS stand hinten felsenfest und blieb mit Kontern gefährlich. Aufregung in der 77. Minute, als Thomas Kahler den Ball im TuS-Gehäuse unterbrachte. Der Schiedsrichter gab das Tor, annullierte es aber kurz darauf, nachdem er mit seinem Assistenten gesprochen hatte. Kahler soll vor dem Abschluss den Ball mit der Hand mitgenommen haben. Noch einmal verstärkte der Oberligist den Druck und schaffte durch Kahler (90.) tatsächlich noch das 2:2. Mittlerweile war es ein echter Pokalkampf geworden. Die hektische Verlängerung, in der es hin- und herging, schlug das Länderspiel Deutschland gegen Argentinien an Spannung um Längen. Der eingewechselte Masaki Miura brachte Roßbach in Führung (93.), Sascha Breitbach glich per Fallrückzieher zum 3:3 (103.) aus, ehe Tobias Bauer in der 115. Minute den Sack endgültig zumachte.
Ludwig Velten

Quelle Rhein-Zeitung 05.03.2010  http://rhein-zeitung.de


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06.03.2010     TuS: Hinten sorglos und vorn harmlos

Aktuell-2009_166Koblenz verliert nach Niederlage in Oberhausen allmählich den Anschluss

Eine Reaktion gezeigt, mutig gespielt - und trotzdem verloren. Nach dem 0:2 von TuS Koblenz bei Rot-Weiß Oberhausen wird der Weg zum Klassenverbleib immer beschwerlicher.

Rot-Weiß Oberhausen - TuS Koblenz 2:0 (1:0)

OBERHAUSEN. TuS Koblenz verliert allmählich den Anschluss ans rettende Ufer. Trotz deutlicher Leistungssteigerung kassierte die TuS beim 0:2 in Oberhausen die nächste empfindliche Niederlage und rutschte gar auf den letzten Tabellenplatz ab.

TuS-Trainer Petrik Sander hatte klare Worte gefunden vor dieser richtungsweisenden Partie. Richtige Männer wollte Sander auf dem Platz sehen, "ansonsten können wir uns gleich Röcke anziehen und Standardtänzer werden", scheute der Coach keinen auch noch so abwegigen Vergleich der Sportarten.

Die Koblenzer begannen in der Tat wie echte Männer, die Oberhausener indes schienen Standardtänzer erwartet zu haben. Ganze TuS-Kerle gingen engagiert zur Sache, pressten gut und verhinderten schon früh einen geordneten Spielaufbau beim leicht ratlosen Gastgeber.

Das Spiel des Gegners zu stören ist die eine Sache. Selbst gefährlich vor dem Tor des Kontrahenten aufzutauchen eine andere. Erneut kreierte die Koblenzer Offensive aus ihrer Feldüberlegenheit zu wenig Torchancen. Die beste hatte noch Benjamin Lense, der aber nach einer Ecke an der vielbeinigen RWO-Abwehr scheiterte. Ansonsten landeten viele gut gemeinte Flankenbälle meist beim Gegner. Es fehlte der Abschluss.

Doch das Überraschungsmoment der agil beginnenden TuS-Elf verpuffte nach 20 Minuten. Da nutzte es nichts, dass Sander nach dem Ausfall der verletzten Daniel Gunkel und Manuel Hartmann risikoreich aufgestellt hatte. Ervin Skela sollte Linie ins Spiel bringen, Johannes Rahn rückte bei Ballbesitz vor in den Angriff, um dort Edmond Kapllani zu unterstützen. Zudem verteidigte der offensiv stärkere Shqipran Skeraj anstelle von Martin Forkel. David Yelldell hütete wieder das Tor.

RWO wurde stärker, vor allem wenn Marcel Landers mal wieder auf rechts entwischte. Das 1:0 für die Platzherren aber resultierte aus einer Schlafmützigkeit der Koblenzer Innenverteidigung. Nach schnell ausgeführtem Freistoß segelte der Ball in den Strafraum. Dort durfte erst Mike Terranova freistehend köpfen, dann Moritz Stoppelkamp einschieben. "Bis zum 0:1 waren wir klar tonangebend. Doch die Tore, die wir kassieren, sind zu einfach. Wir glauben nicht richtig an uns", haderte Kapllani mit dem fehlenden Selbstbewusstsein.

Mit der TuS-Herrlichkeit war es bis zur Pause damit vorbei. Oberhausen hatte sich befreit, und kurz vor der Pause vergab Stoppelkamp die große Chance zum 2:0. Sander war stinksauer: "Einige Spieler sind wohl immer noch zu sorglos. Wie wir das 0:1 kassiert haben, das war schon grob fahrlässig. Da frage ich mich: Welche Sportart machen wir hier eigentlich?"

Halbzeit zwei begann mit einer Doppelchance für die TuS. Erst scheiterte Marvin Pourie (50.) an Christoph Semmler im RWO-Tor, anschließend vergab Kapllani. Pourie war zur Pause für den mannhaften, aber völlig überforderten Rahn gekommen.

Die TuS-Spieler wollten ihrer Männer-Attitüde endlich Zählbares zur Seite stellen, nur mit dem Toreschießen klappte es weiter nicht. Erneut Pourie (71.) und Glockner (72.) verpassten. Dann die Entscheidung: Stoppelkamp luchste Dzaka den Ball ab und schoss zum 2:0 ein (85.). Fazit: Auch richtige Männer können verlieren - wenn sie hinten vermeidbare Fehler machen und vorn nicht treffen.
Klaus Reimann

Quelle Rhein-Zeitung 06.03.2010  http://rhein-zeitung.de


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08.03.2010     TuS: Mutloser Parallellauf

Aktuell-2009_168Koblenzer Trainer geht nach der Pleite in Oberhausen hart mit seiner Mannschaft ins Gericht

Gegentore fallen durch Fehler, so ist das im Fußball. TuS Koblenz macht einfach zu viele Fehler, so ist das zurzeit in der 2. Liga. Das zeigte auch das 0:2 in Oberhausen. Neben der eigenen Abschlussschwäche der Hauptgrund dafür, dass die TuS Probleme haben wird, die Klasse zu halten.

OBERHAUSEN. Petrik Sanders Wangen glühten. Das mag der Tatsache geschuldet gewesen sein, dass sich der Trainer der TuS Koblenz nach 90 lausig kalten Minuten am Spielfeldrand im Presseraum so allmählich wieder seiner Betriebstemperatur näherte. Eine andere Erklärung wäre die, dass es im Innern des Übungsleiters mächtig gelodert haben muss - zumindest legte Sanders geradezu eruptiver Wortschwall diese Variante nahe.

"Ich glaube, so mancher hat den letzten Schuss immer noch nicht gehört. Das ist alles viel zu sorglos. In der Situation musst du kratzen, spucken und beißen. Was machen wir? Wir kratzen da ein wenig, beißen dort ein wenig - das hat mit Abstiegskampf nichts zu tun", ereiferte sich der Trainer, der nach dem 0:2 der TuS bei Rot-Weiß Oberhausen mehr Feuer an den Tag legte als so mancher Akteur während der Begegnung. Denen fehlte es schlichtweg an Mut, der verzweifelten Lage couragiert zu begegnen.

Sanders Unmut war nur allzu verständlich. Wieder einmal waren die Koblenzer passabel in ein Spiel gegangen, wieder einmal hatten sie am Ende selbiges verloren, weil die Unzulänglichkeiten wieder einmal Überhand genommen hatten. Jetzt droht selbst der ehedem angestrebte Relegationsplatz außer Sichtweite zu geraten.

Die Offensive: Nahezu eine halbe Stunde lang hatte die TuS den Gegner im Sack - aber keiner machte ihn zu. Eine Chance durch Benjamin Lense, die auch noch aus einem Abwehrpatzer resultierte, war die jämmerliche Ausbeute optischer Überlegenheit. Wenn Johannes Rahn meinte, "uns fehlten schlichtweg die Mittel", dann kann das der Außenstehende auch als wohltuende Selbstkritik begreifen. Es ist jedenfalls kein gewonnener Zweikampf, geschweige denn ein von Rahn ausgehendes Gefahrenmoment aus den 45 Minuten seines Sysiphos-ähnlichen Schaffens erinnerlich. Nachfolger Marvin Pourie hatte da schon nach fünf Minuten mehr zu bieten als Rahn in der gesamten ersten Hälfte.

Emmanuel Krontiris mangelte es erneut an Durchschlagskraft, Andreas Glockner war auf der linken Außenbahn noch auffälligster TuS-Akteur. Aber auch seine Flanken segelten meist an den Mitspielern vorbei.

Die Defensive: Über die Entstehung des 0:1 bekam sich Sander gar nicht mehr ein. Ein langer Ball in die Spitze - schon war"s um die Ordnung geschehen: "Wie kann es sein, dass ein klein gewachsener Spieler wie Mike Terranova frei zum Kopfball kommt? Das war nicht nur fahrlässig, das war grob fahrlässig, wie wir diesen Treffer kassiert haben", tobte der Trainer. In dieser wie in weiteren Situationen bemängelte Sander die fehlende Konsequenz im Handeln. "Statt richtig hinzugehen, üben wir uns nur im Parallellaufen." Die RWO-Angreifer hatten zu viel Platz, konnten sich nahezu ungestört entfalten.

Was ist jetzt zu tun vor dem Spiel in Ahlen, das wohl die letzte Chance bietet, noch einmal berechtigt Hoffnung im Abstiegskampf schöpfen zu können? Sander greift zum nächsten, vielleicht schon letzten Mittel. "Ich sperre die Spieler in einen Raum, da sollen sie sich die Köpfe heiß reden. Manchmal ist es besser, wenn bei einer solchen Aussprache der Trainer nicht dabei ist." Die Akteure dürften sich allerhand zu sagen haben. Und wenn"s um die Erfindung des Feuers geht, können sie sich ja vertrauensvoll an ihren Trainer wenden.

Klaus Reimann

 


TuS-Spieler ratlos nach der Pleite

Aktuell-2009_169Grobe Abwehrfehler, mangelnde Durchschlagskraft - auch in Oberhausen ist für die Koblenzer nichts zu holen

Der Trainer tobte, ging hart mit seiner Mannschaft ins Gericht, die Spieler verharrten in Ratlosigkeit. Fakt ist: Die Akteure des Fußball-Zweitligisten TuS Koblenz benötigen in den kommenden Wochen weit mehr Courage als beim Auftritt in Oberhausen, wollen sie den Klassenverbleib noch packen.

Rot-Weiß Oberhausen - TuS Koblenz 2:0 (1:0)

OBERHAUSEN. Als der letzte Pass gespielt, der letzte Zweikampf geführt und der Abpfiff dieses kampfbetonten Fußballspiels ertönt war, lohnte sich ein genauer Blick auf die Körpersprache der beteiligten Akteure. In ihren völlig durchnässten Trikots verweilten die Spieler des Zweitligisten TuS Koblenz noch einige Momente im heftigen Schneeregen und drückten nach dem gerade erfolgten Sturz auf den letzten Tabellenplatz einen kollektiven Gemütszustand aus: Ratlosigkeit. Alles versucht und trotzdem nichts erreicht hatten sie bei dieser letztlich verdienten 0:2-Niederlage in Oberhausen - und so stemmten die Koblenzer Kicker die Hände in die Hüften und blickten betreten zu Boden.

Aber fanden sie wirklich alle keine Antworten, warum es mal wieder nicht gereicht hatte? Gegen einen Gegner, mit dem man sich eben auch mal im Ergebnis auf Augenhöhe wähnen müsste, soll das schwierige Unterfangen Klassenerhalt am Ende doch noch irgendwie glücken? Nein, nicht alle tappten im Dunkeln darüber, warum bei der TuS zurzeit einfach nicht mehr herausspringt als all die guten Vorsätze, die man am Oberwerth Woche für Woche fasst.

Unmittelbar nach Spielschluss begann Petrik Sander an der Seitenlinie wort- und gestenreich mit seiner Spielanalyse. Der Koblenzer Trainer war nach der siebten sieglosen von acht Partien unter seiner Führung sichtlich angefressen und brachte seine Sicht der Dinge an diesem Abend gleich mehrfach in aufgewühlter Art und Weise unters Volk. Sorglosigkeit, ja sogar grob fahrlässiges Handeln bei den erneut vermeidbaren Gegentreffern warf der Coach seinen Spielern vor. Den Spielern selbst war das Bemühen nicht abzusprechen, das wussten sie genau. "Aber uns haben einfach die Mittel gefehlt, die richtige Einstellung jedenfalls war da", sagte Johannes Rahn. Tatsächlich hatten die Koblenzer ja das erste Viertel der Begegnung dominiert, waren wie eine Heimmannschaft aufgetreten und gaben keinen Ball verloren.

Und doch spricht die Tatsache Bände, dass der erste Treffer der Partie dennoch den gleichsam limitierten Oberhausenern vorbehalten war - "ein Scheißtor, das so einfach nicht passieren darf", wie Rahn den Umstand beschrieb, dass ein blind nach vorn geschlagener Ball der Hausherren erst zur großen Tormöglichkeit führte, weil in Tom Geißler ein TuS-Spieler perfekt zur Führung auflegte. Zufall? Mitnichten. Woche für Woche schaffen die Koblenzer es, sich durch kapitale Aussetzer jeglicher Chancen zu berauben.

Ihr Übriges tut die allzu brave Mentalität, wenn es darum geht, den Kontrahenten auf dem Platz auch mal vielleicht über die Grenzen des Erlaubten hinweg zuzusetzen. "Wir müssen uns mehr wehren", sagte Rahn. "Wir glauben nicht genug daran, dass wir es schaffen", sagte Edmond Kapllani. Der Widerspruch in den beiden Aussagen beschreibt das ganze psychische Dilemma, in dem sich das TuS-Team befindet: Der gute Wille reicht nicht, es fehlt am entscheidenden mentalen Schritt, den man vollziehen muss, um spielerische Nachteile auf körperlicher Ebene ausgleichen zu können.

Die Angst vor der eigenen Courage hat dazu geführt, dass das Erreichen des 15. Tabellenplatzes nunmehr utopisch erscheint - es kann nur noch darum gehen, den um bereits fünf Zähler enteilten FSV Frankfurt abzufangen. "Natürlich haben wir nächste Woche in Ahlen nun ein Endspiel", sagte Anel Dzaka, der mit einem Stockfehler vor dem 0:2 die Niederlage besiegelt hatte. Beim Duell der beiden Schlusslichter dürfte für die TuS schon ein Remis zu wenig sein - woher die geistige Kraft für einen Sieg derzeit kommen soll, bleibt die Frage. Kapllani fasste die Situation der TuS Koblenz im März 2010 präzise zusammen: "Schlimmer geht es nicht mehr."
Christoph Oster


   Yelldell wieder stark

Aktuell-2009_167Paucken auf die Bank - Hartmann in Ahlen dabei

OBERHAUSEN. Manuel Hartmann sah nicht unbedingt glücklicher aus als seine Kollegen, die bei Rot-Weiß Oberhausen vergeblich um Punkte gekämpft hatten. Der Koblenzer Kapitän und Stratege im defensiven Mittelfeld konnte die Partie nur von der Tribüne verfolgen - eine Adduktorenzerrung hatte seinen Einsatz unmöglich gemacht. Wenn es am Freitag in Ahlen für die TuS fast schon um alles geht, wird Hartmann wohl wieder mitwirken können. Bereits morgen soll der 25-Jährige wieder ins Mannschaftstraining einsteigen; Gleiches gilt für Daniel Gunkel, dessen Muskulatur der zuletzt hohen Belastung nicht standhielt. Eine weitere personelle Rochade bei der TuS war indes auf sportliche Gründe zurückzuführen. In Oberhausen hütete erstmals seit dem 16. Spieltag wieder der etatmäßige Stammkeeper David Yelldell das Tor, nachdem ihn Stellvertreter Dieter Paucken zwischenzeitlich gut vertreten hatte. Den neuerlichen Wechsel begründete Trainer Petrik Sander mit Yelldells großer Erfahrung im Abstiegskampf. Der auf die Bank rückversetzte Paucken nahm die Entscheidung des Trainers professionell zur Kenntnis und mühte sich nach Kräften, seinen Mitspielern Mut zuzusprechen.

Yelldell bewies, warum der Trainer sich für ihn entschieden hatte, und war mit vielen starken Paraden mit Abstand stärkster Koblenzer.
(ost)

Quelle Rhein-Zeitung 08.03.2010  http://rhein-zeitung.de


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09.03.2010     TuS: Auferstehen aus Ruinen?

Weil es tiefer nicht mehr geht, sieht Benjamin Lense gute Chancen auf einen Sieg in Ahlen

Leitet vielleicht gerade der tiefe Fall auf den letzten Tabellenplatz die Wende zum Besseren ein? Jetzt erst recht muss es jedenfalls am Freitag für den Zweitligisten TuS Koblenz heißen, wenn es zum Endspiel nach Ahlen geht - fordert Leistungsträger Benjamin Lense.

KOBLENZ. Fußball, so ein allseits anerkanntes Psychogramm dieser Sportart, spielt sich zum großen Teil im Kopf ab. Die Steigerung der Kopfsache Fußball nennt sich Abstiegskampf. Wer Zweifel an dieser These hegt, sollte sich mal die jüngsten Partien von TuS Koblenz zu Gemüte führen. Da grüßt dann allwöchentlich das Murmeltier.

"Oberhausen war da nur Spiegelbild so vieler Spiele in jüngster Vergangenheit. Wir sind spielbestimmend, entwickeln aber keine Durchschlagskraft. Ja, und dann kassieren wir auch noch vermeidbare Tore", fasst Abwehrspieler Benjamin Lense das aktuelle TuS-Dilemma prägnant zusammen.

Lense, 31, gehört zu den Stabileren in einem ansonsten recht fragilen TuS-Ensemble. Ein erfahrener Mann, der Innenverteidiger, der nicht nur das Spiel, sondern auch in den Augen seiner Mitspieler liest. Und da hat auch das 0:2 in Oberhausen mal wieder gezeigt: "Eine gefährliche Situation des Gegners reicht aus, um alles, was wir uns vorgenommen haben, zunichte zu machen." Psychische Stabilität sieht fraglos anders aus.

Für Lense ist dieser Mangel an Robustheit im Kopf nachvollziehbar. "Wir stehen doch seit Wochen unter diesem negativen Druck. Und dann kommt im Spiel irgendwann diese Situation, in der die Gegner uns gedanklich stets einen Schritt voraus sind."

So weit die nicht eben erfolgreiche jüngere Vergangenheit. Jetzt gilt es auch für Lense, den Fokus ganz auf das Ahlen-Spiel zu legen und das Momentum mal für sich zu nutzen. "Ist doch klar, viel tiefer geht es nicht mehr. Wer glaubt denn noch an uns? Eben diese Ausgangsposition müssen wir jetzt für uns nutzen und zuschlagen. Ahlen und Frankfurt waren doch auch schon abgeschrieben und haben gezeigt, wie es geht", ist Lense davon überzeugt, dass die Mannschaft den Willen aufbringt, diese "Jetzt erst recht"-Mentalität in eine überzeugende Vorstellung ummünzen zu können.

Ahlen, da besteht kein Zweifel, hat Endspielcharakter. "Dieser Begriff hat wohl selten so auf eine Partie gepasst wie auf diese", weiß natürlich auch der Abwehrmann um den Stellenwert der Begegnung. Lense ist bereit für den ultimativen Kick - und apelliert ans Ehrgefühl seiner Teamkollegen. "Jeder Spieler hat die Chance, seinen Teil dazu beizutragen, dass seine Zukunft in Koblenz ist." Leidenschaft ist gefragt in Ahlen. Und die fängt bekanntlich nicht nur beim Fußball stets im Kopf an.
Klaus Reimann


Bezirksligaspiele sind abgesagt

KOBLENZ. Die beiden für Mittwoch geplanten Partien in der Fußball-Bezirksliga Mitte sind wegen der nicht bespielbaren Plätze abgesagt. Die Paarung TSV Emmelshausen gegen TuS Koblenz II ist auf den 14. April verschoben, wann die Partie zwischen der SG Unzenberg und dem TuS Immendorf stattfindet, steht indes noch nicht fest. Eine Entscheidung hat Staffelleiter Rudolf Klingmann aber schon getroffen: Der Spieltag, der am vergangenen Wochenende bis auf die Paarung Oberwinter gegen Ahrweiler ausgefallen war, wird aller Voraussicht an Ostermontag nachgeholt.

Quelle Rhein-Zeitung 09.03.2010  http://rhein-zeitung.de


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12.03.2010     TuS will handeln statt hoffen

Für die Koblenzer ist im Kellerduell in Ahlen Verlieren verboten

KOBLENZ. Wenn es denn das Abstiegsgespenst gibt, dürfte es heute Abend an der Partie zwischen Rot Weiss Ahlen und TuS Koblenz seine helle Freude haben. Die schwächste Heimelf trifft auf die schlechteste Auswärtsmannschaft der Liga - mehr Kellerduell geht nicht. Und für die Gäste aus Koblenz steht fest: Bei einer Niederlage rückt selbst das Erreichen von Relegationsplatz 16 in weite Ferne.

Kein Wunder also, dass auch TuS-Trainer Petrik Sander von einem "Endspiel" spricht. "Wir dürfen nicht auf das Prinzip Hoffnung setzen, sondern müssen klar denken und handeln", nimmt der Coach sein Team in die Pflicht. Die Mannschaft selbst hat offenbar den Ernst der Lage erkannt und gelobt nach einer internen Aussprache Besserung. Sander nimmt es wohlwollend zur Kenntnis, sagt aber auch: "Geredet ist genug, jetzt müssen Taten folgen."
(sab)

 



 Petrik Sander: Das ist ein Endspiel

Dem Tabellenletzten TuS Koblenz hilft in der Partie bei Rot Weiss Ahlen nur ein Sieg - Interne Aussprache der Spieler

Für TuS Koblenz geht es heute Abend fast schon um alles. Im Kellerduell bei Rot Weiss Ahlen hilft der Mannschaft von Trainer Petrik Sander nur ein Sieg, um neuen Mut im Abstiegskampf zu schöpfen.

KOBLENZ. Am Ende bemüht Petrik Sander noch ein Bild, das eindrucksvoll erklärt, was er ab 18 Uhr im Ahlener Wersestadion von seinen Schützlingen erwartet. "Im Mittelalter", so berichtet der Trainer von TuS Koblenz, "haben dann alle die Visiere runtergeklappt und sind mit Schwertern aufeinander losgegangen". So oder so ähnlich muss man sich also den ultimativen Abstiegskampf in der Zweiten Bundesliga vorstellen, wenn der Tabellen-17. gegen den 18. antritt. Oder: die schwächste Heimelf gegen die schwächste Auswärtself der Liga. Oder: Not gegen Elend. Es gibt viele Beschreibungen, die auf das Duell zwischen Rot Weiss Ahlen und TuS Koblenz passen, vor allem die Gäste sind bei drei Punkten Rückstand auf den Tabellennachbarn fast schon zum Gewinnen verdammt.

Trainer findet klare Worte

Das weiß auch der TuS-Trainer, der sich in dieser prekären Situation auch gar nicht in Wortwindungen flüchtet. "Natürlich ist das eine Art Endspiel", bleibt Sander seinem Prinzip treu, ein Mann der klaren Worte zu sein. "Man kann ja nicht alles laufen lassen und auf das Prinzip Hoffnung setzen", fährt er fort und hebt den besonderen Charakter des Duells heraus: "Zu sagen, wir haben danach immer noch acht Spiele, davon halte ich nichts."

Da hilft es im Vorfeld auch nichts, die Akteure von dem Druck zu entlasten, der auf ihnen lastet. "Wir Trainer können die Spieler nur möglichst gut vorbereiten und ihnen den Weg ebnen", so der Coach, ehe er dann unmissverständlich betont: "Es ist an der Zeit, die Mannschaft in die Verantwortung zu nehmen."

So ähnlich hat sich das allerdings schon in der Vorwoche angehört, als es für die TuS unter ähnlichen Vorzeichen in Richtung Oberhausen gegangen war. Das Resultat auf dem Platz: nicht messbar.

Das traurige 0:2 hat wohl auch in der Mannschaft seine Wirkung nicht verfehlt. Ohne Zutun und ohne Anwesenheit des Trainers hat sich das Team zu einer Aussprache zusammengesetzt, um einen Weg aus der Misere zu finden. "Das Ganze bleibt intern", ließ Sander wissen und berichtete einzig, dass er "positive Signale" empfangen habe. Er wird es erfreut zur Kenntnis genommen haben, wobei er aber auch festhält: "Es ist genug geredet, jetzt sind klares Denken und Handeln gefragt."

Spezielle Reize gesetzt

Wobei auch der Coach in dieser Woche nichts unversucht gelassen hat, um einen weiteren, besonderen Reiz zu setzen. Das fing schon bei einer Kleinigkeit wie der Platzpräparierung an. "Wir haben den Rasen auf dem Südplatz eigens nicht walzen lassen", so Sander, wohl wissend, dass das Geläuf in Ahlen in diesen Tagen jeder Turfveranstaltung zur Ehre gereicht. Und auch in den Übungseinheiten ging es eher schlicht zu. Den Ball nach vorn hauen, dann hinterher und über Zweikämpfe ähnlich wie im Rugby oder American Football zu Raumgewinn kommen - das ist der Fußball, der heute gefragt sein wird.

Ein (naiver) Sturmlauf der TuS ist dabei nicht zu erwarten. Vielmehr sollen endlich einmal die individuellen Fehler vermieden werden, die bislang in unschöner Regelmäßigkeit zu Gegentoren geführt haben. Es gilt, das eigene Tor mit aller Macht zu verteidigen um dann im entscheidenden Moment zuzuschlagen. "Warum hat Ahlen zum Beispiel in München gewonnen?", fragt der Coach und liefert die Antwort gleich mit: "weil sie kaum etwas zugelassen und eine Abwehrschlacht geliefert haben".

Also: Visier runter und auf ins Gefecht. "Dummerweise", so sagt Petrik Sander dann noch, "haben wir leider keine Rüstungen an. Es kann also wehtun." Drei Punkte würden manchen Schmerz lindern.

Sven Sabock


  Bangen um Hartmann

TuS-Kapitän nicht fit - Schmidt auf der Bank

KOBLENZ. Der TuS-Trainer hat einen schwierigen Spagat zu meistern. Es gilt, jene elf Spieler zu finden, die der besonderen Situation in Ahlen gewachsen sind - und dennoch nicht das gesamte Gefüge über den Haufen zu werfen. "Ich könnte jetzt hingehen und fünf neue Leute bringen", sagt Sander im Vorfeld, "ich weiß aber nicht, ob das der richtige Weg ist."

Obwohl sich der Coach wie sonst auch mit konkreten Namen zurückhält, sind einzelne Veränderungen im Vergleich zur Partie in Oberhausen durchaus möglich. Eine Schlüsselrolle in den Überlegungen nimmt dabei Kapitän Manuel Hartmann ein. Der 25-Jährige konnte aufgrund seiner Adduktorenverletzung auch in dieser Woche nur eingeschränkt trainieren, sein Einsatz steht auf der Kippe. "Diese Baustelle passt mir gar nicht", räumt Sander ein. Als Alternative im defensiven Mittelfeld könnte der Brasilianer Everson ein Thema werden. Im Angriff könnte Marvin Pourie den Vorzug vor dem zuletzt unglücklich agierenden Johannes Rahn erhalten.

Erstmals in dieser Saison wird Patrick Schmidt zum 18er-Kader zählen. Sander honoriert damit die Trainingsleistungen des Koblenzer Eigengewächses.
(sab)

 


Ahlen glaubt wieder an den Klassenverbleib

Westfalen haben als fast schon sicherer Absteiger in der Rückrunde den Anschluss geschafft

AHLEN. So kurios es klingen mag: Ausgerechnet der heutige Gegner macht TuS Koblenz in diesen Tagen vor, was in dieser Zweiten Liga alles möglich ist. Nach einer desolaten Hinrunde mit lediglich einem Sieg aus 17 Spielen galten die Westfalen schon als sicherer Absteiger, ehe sie sich mit einem furiosen Zwischensprint zurückgemeldet haben. Mehr noch: Mit 13 Zählern aus den ersten acht Rückrunden-Partien ist für das Team von Christian Hock nun wieder Land in Sicht. Mit einem Sieg gegen die TuS könnten die Ahlener zumindest über Nacht auf Platz 16 springen - vor zwei Monaten schien das noch undenkbar.

Der Ex-Profi von Mainz 05 und ehemalige Coach des SV Wehen Wiesbaden hat daran einen erheblichen Anteil, dass in Ahlen der Glaube an den Klassenverbleib wieder lebt. Unter Hock ist das Team sichtbar stabiler geworden, zudem ist es ihm gelungen, mit den Winter-Zugängen die Qualität des Kaders zu erhöhen. Allen voran sorgt der Niederländer Julian Jenner dafür, dass der Angriff wieder als solcher bezeichnet werden kann, auch die Ausleihe des Freiburgers Alain Ollé Ollé hat für Schwung in der Offensive gesorgt. Und als Taktgeber im zentralen Mittelfeld ist der Ex-Augsburger zum unverzichtbaren Bestandteil der Mannschaft geworden. Angesichts der Umbaumaßnahmen ist Angreifer Lars Toborg durchs Raster gefallen - im Vorjahr mit 14 Toren noch einer der besten Schützen der Liga. Ärgerlich aus Sicht der Rot Weissen: Der flinke Momar N"Diaye fällt nach einem Wadenbeinbruch vorerst aus. Ebenfalls nicht im Einsatz: Linksverteidiger Sebastian Pelzer sitzt seine fünfte Gelbe Karte ab, Innenverteidiger Baldo di Gregorio ist krank.

Dank der jüngsten Erfolge geht Hock etwas entspannter in das Duell mit der TuS, weist aber darauf hin, "dass wir noch nichts erreicht haben". Ahlens Coach erwartet gegen die Koblenzer ein sehr hartes Spiel, "in dem das Team gewinnen wird, das den größeren Willen an den Tag legt". Das klingt nach einem wilden Hauen und Stechen, Hock richtet sich auf eine Koblenzer Elf ein, "die um ihr Leben rennen wird".
 (sab)

Quelle Rhein-Zeitung 12.03.2010  http://rhein-zeitung.de


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13.03.2010     TuS haucht sich neues Leben ein

Koblenzer gewinnen das Kellerduell bei Rot Weiss Ahlen und verlassen den letzten Tabellenplatz

TuS Koblenz hat im Abstiegskampf der Zweiten Bundesliga ein deutliches Lebenszeichen gesendet. Nach dem Auswärtssieg beim unmittelbaren Konkurrenten Rot Weiss Ahlen rückt der Relegationsplatz 16 wieder in Reichweite.

Rot Weiss Ahlen - TuS Koblenz 0:2 (0:1)

AHLEN. Das war Balsam auf die geschundenen Fußballer-Seelen von TuS Koblenz. Nach nur einem Sieg aus den vergangenen elf Runden hat es die Mannschaft von Trainer Petrik Sander tatsächlich geschafft, die im Vorfeld als "Endspiel" eingestufte Partie beim Vorletzten Rot Weiss Ahlen zu gewinnen.

Dank der Tore von Emmanuel Krontiris und Andreas Glockner sowie einer leidenschaftlichen Leistung lebt in Koblenz wieder die Hoffnung auf den Klassenverbleib.

"Die Mannschaft hat es endlich einmal geschafft, sich für ihren Aufwand zu belohnen", freute sich Coach Sander, "diesen Weg müssen wir nun weiter gehen."

Abstiegskampf, das wurde im ultimativen Kellerduell der Liga einmal mehr deutlich, hat nichts mit herkömmlichem Fußball zu tun. Abstiegskampf, das heißt kratzen, beißen, sich in die Zweikämpfe stürzen und den Gegner mit allen Mitteln bearbeiten. Tugenden, die die TuS in dieser Saison lange vermissen ließ, aber dennoch abzurufen weiß.

Offenbar hatte die Aussprache unter der Woche Wirkung gezeigt, jedenfalls waren die Koblenzer von der ersten Minute an bei der Sache. Auf dem Morast im Wersestadion, der schon nach wenigen Minuten aussah wie ein Bolzplatz hinter der Schule, entwickelte sich ein Spiel auf Biegen und Brechen. Der Ball flog kreuz und quer durch die Gegend, Kombinationen ließ der ramponierte Rasen ohnehin nicht zu.

In diesem Szenario nahm die Sander-Elf die Rolle des Reagierenden an. Überraschend dabei: Matej Mavric wurde vom Innen- zum rechten Verteidiger umfunktioniert, um den flinken Alain Ollé Ollé im Zaum zu halten. Ein riskanter taktischer Kniff, der Slowene bekam den Kameruner nur selten zu fassen und war schon früh mit Gelb belastet. Für Mavric rückte Dominique Ndjeng ins Abwehrzentrum, der Brasilianer Everson ersetzte den nach wie vor verletzten Kapitän Manuel Hartmann im Mittelfeld.

Eine Aufstellung, die deutlich machte, dass die TuS zunächst auf Torsicherung bedacht war. Und wie sollte es anders sein, auch die Nerven spielten mit. Bereits in der vierten Minute entwickelte sich aus einem schlampigen Freistoß von Daniel Gunkel die erste Chance für die Ahlener. Winter-Zugang Julian Jenner war schneller als die gesamte Koblenzer Hintermannschaft, ließ aber das scheinbar sichere 1:0 liegen. Eine Schrecksekunde, die den 100 mitgereisten TuS-Fans den Atem stocken ließ.

Auf der anderen Seite war von der TuS wenig zu sehen. Jung-Stürmer Marvin Pourie, der erstmals von Beginn an mitspielen durfte, bekam kaum Bälle und gewann noch weniger Zweikämpfe. Einzig eine sehenswerte Einlage von Edmond Kapllani (17.) brachte einen Hauch von Gefahr vor das Ahlener Tor. Dann kam die 42. Minute und ein Moment, der möglicherweise zur entscheidenden Szene in dieser für die TuS bislang reichlich unglücklich verlaufenen Saison werden könnte. Irgendwie landete der Ball vor den Füßen von Emmanuel Krontiris, der aus 25 Metern einfach mal abzog - und wohl selbst erstaunt war, dass seine Bogenlampe unhaltbar im Ahlener Kasten einschlug.

Es war mehr als nur das Tor zum 0:1. Gleichsam wie eine Infusion weckte der Treffer Körper und Geist und schenkte der Elf vor allem den Glauben, dass die Spielzeit 2009/10 doch zu einem guten Ende geführt werden kann - wenn denn alle mithelfen.

In diesem Bewusstsein liefen plötzlich alle Blau-Schwarzen noch einen Schritt mehr und wollten mit aller Macht den zweiten Auswärtssieg der Saison sicherstellen. Ahlen drückte aufs Tempo, am Ende stürmte sogar Torwart Sascha Kirschstein mit. All das half aber nicht.

Im Gegenteil: Praktisch mit dem Schlusspfiff traf Andreas Glockner nach Christian Müllers Vorlage ins verwaiste Ahlener Gehäuse zum 0:2-Endstand. Dass die Koblenzer angesichts ihrer wackeren Defensivarbeit zuvor kaum noch dazu gekommen waren, für Entlastung zu sorgen, konnte ihnen herzlich egal sein. Es wurde im wahrsten Sinne des Wortes ein "dreckiger Sieg". Aber auch dafür gibt es bekanntlich drei Punkte - und die waren diesmal nötiger denn je.
Sven Sabock
Quelle Rhein-Zeitung 13.03.2010  http://rhein-zeitung.de


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15.03.2010      TuS kommt im Abstiegskampf an

Nach dem 2:0 in Ahlen lobt der Koblenzer Trainer Petrik Sander das neue Bewusstsein in seiner Mannschaft

Die gute Nachricht von Zweitligist TuS Koblenz: Mit dem 2:0 im Kellerduell bei Rot Weiss Ahlen hat die Elf von Petrik Sander eindrucksvoll demonstriert, dass sie sich dem Abstiegskampf stellt. Die schlechte Nachricht: Der Weg zum Klassenverbleib bleibt nach wie vor steinig.

KOBLENZ. Erst am Tag danach wurde die ganze Dimension dessen deutlich, was die Profis von TuS Koblenz in Ahlen geleistet hatten. Das 2:0 im Keller-Duell der Zweiten Bundesliga, es war mehr als nur ein schlichter Auswärtssieg. Nein, durch den "Dreier" beim unmittelbaren Konkurrenten bleibt die TuS im Rennen um den 16. Rang. Das 2:0 des FSV Frankfurt gegen Düsseldorf sowie der Punktgewinn von Hansa Rostock waren dabei alles andere als hilfreich, zeigten im Umkehrschluss aber auch: Im Falle einer Koblenzer Niederlage hätte es nun schon eines der eher seltenen "Fußball-Wunder" bedurft, um sich in die Relegation zu retten.

So trennen die Elf von Petrik Sander zwar nach wie vor fünf Punkte vom Minimalziel Platz 16, die in den ausstehenden acht Runden aber durchaus aufzuholen sind. Vor allem dann, wenn sich das Team so präsentiert wie am Freitagabend. "Nur so kann unser Weg aussehen", imponierte dem TuS-Trainer, dass seine Schützlinge nun endlich verinnerlicht haben, was in dieser prekären Situation zu tun ist: sich zu wehren und keinen Zentimeter zurückzuweichen. Das klingt martialisch, entspricht aber den Anforderungen des Abstiegskampfes. "Spielerisch war ja schon in den Vorwochen eine positive Entwicklung zu sehen", findet Sander, um gleich anzufügen: "Das allein reicht aber natürlich nicht, um in der Klasse zu bleiben."

Möglicherweise ist diese Erkenntnis bei den Akteuren ja auch in der internen Aussprache im Vorfeld der Partie gereift. Besser spät als gar nicht, könnte man hinzufügen.

Um sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen, braucht"s freilich auch etwas Glück. Und das hatten die Koblenzer in Ahlen. In einer Partie, die bei fast schon irregulären Platzverhältnissen ausgetragen wurde, konnte eigentlich nur jenes Team gewinnen, dem der erste Treffer gelingt. Den verpasste RWA-Stürmer Julian Jenner nach drei Minuten, während Emmanuel Krontiris kurz vor der Pause ein Tor erzielte, das ihm nicht ein zweites Mal glücken dürfte. Aus 30,8 Metern, wie findige Fernseh-Leute errechneten, segelte der Ball zum 0:1 ins Netz. Die Aufholjagd der Gastgeber blieb im Morast stecken, Glockners 0:2 wurde zum i-Tüpfelchen des Koblenzer Erfolgs.

Positiv machte sich zudem bemerkbar, dass der in der Hinrunde noch ziemlich phlegmatisch daherkommende Brasilianer Everson seine Rolle als Nachrücker im Mittelfeld mit viel Verve ausfüllte. Zudem zog der zum rechten Verteidiger umfunktionierte Matej Mavric mit zunehmender Spieldauer Ahlens Vorbereiter Alain Ollé Ollé den Zahn. "Die Vorgaben sind nahezu eins zu eins umgesetzt worden", freute sich Sander, "endlich hat es die Mannschaft geschafft, sich für ihren Aufwand zu belohnen."

Erstaunlich, dass der Koblenzer Trainer nach den nervenaufreibenden 90 Minuten so gelassen wirkte. Wohl deshalb, weil er in diesen entscheidenden Tagen des aufreibenden Abstiegskampfs ein unerschütterliches positives Denken an den Tag legen muss. Das wird auch vonnöten sein, denn die Aufgaben werden nicht leichter. Was Sander (noch) nicht sagte, aber wohl allen Beteiligten klar ist: Um statt Hoffnung wieder ernsthafte Ansprüche auf den Ligaverbleib anmelden zu können, ist ein Erfolg im anstehenden Heimspiel am Freitag gegen Fürth fast schon zwingend.
Sven Sabock



 Krontiris: Traumtor mit Ansage

Nach dem furiosen Treffer des Koblenzer Angreifers wächst bei den TuS-Profis der Glaube an den Klassenverbleib

Ein Tor aus dem Nichts gibt TuS Koblenz neuen Mut im Abstiegskampf der Zweiten Liga. Doch weitere Siege müssen folgen - ansonsten ist der Erfolg von Ahlen nur ein kurzes Aufbäumen gewesen.

AHLEN. Auf einmal war er drin. Urplötzlich. Aus heiterem Himmel. Oder war es doch Vorahnung? Wolfgang Loos, Geschäftsführer der TuS Koblenz, hatte Emmanuel Krontiris wenige Tage vor dem Endspiel in Ahlen in sein Büro zitiert und ihm klargemacht: "Junge, es wird Zeit für dein erstes Saisontor." Krontiris beruhigte Loos: "Manager, keine Angst, ich mach" mein Ding." Der 27-Jährige behielt recht und leitete mit einem Traumtor den 2:0-Sieg in Ahlen ein.

Für seinen Hammer hatte Krontiris eine flapsige Erklärung parat, die man ihm als Zuschauer des Gebolzes allerdings getrost abnehmen konnte: "Ich hatte Langeweile." Den Eindruck konnte man auch von Krontiris in den 42 Minuten vor seinem Treffer gewinnen. Doch dann strafte er all seine Kritiker Lügen. "Ich habe auf den zweiten Ball spekuliert, ihn dann optimal getroffen. Es war volles Risiko, der Ball kann irgendwo hingehen, dann geht es mit Sicherheit 0:0 aus." Aber das Spielgerät entschied sich für den linken Ahlener Torwinkel.

Das Tor schockte Rot Weiss und gab der TuS den Glauben an die Rettung wieder. "Es war doch klar: Wer auf dem Acker das erste Tor schießt, gewinnt das Spiel", sagte Daniel Gunkel, der mit einem katastrophalen Fehlpass nach drei Minuten fast die Ahlener Führung eingeleitet hätte - doch RW-Stürmer Julian Jenner traf das leere Tor nicht. Spätestens da wusste Gunkel: "Auf diesem Platz kann ich keinen Kurzpass mehr spielen, sondern nur Langholz."

So war der Ball dann auch gefühlte 90 Minuten in der Luft - und landete meist auf einem Koblenzer Kopf. Ahlen kam trotz zahlreicher Standards nur zu einer weiteren Möglichkeit, als Ole Kittner nach 80 Minuten knapp vorbeiköpfte. Ahlens Trainer Christian Hock schwoll der Kamm: "Wir trainieren die ganze Woche ruhende Bälle, und dann werden sie so schlampig reingespielt." Auch TuS-Manager Loos staunte ob der Lufthoheit: "Wir hatten 12:1-Ecken gegen uns. Trotzdem brannte nichts an."

Für Loos war dies auch ein Verdienst der überraschend in die Startelf beorderten Dominique Ndjeng und Everson: "Sie haben hervorragend gespielt und unheimlich viele Kopfbälle gewonnen." Vor allem Everson merkte man nicht an, dass er Anfang Dezember beim 0:3 in Kaiserslautern sein letztes Spiel von Beginn an gemacht hatte. Der "Sechser" strahlte über beide Wangen: "Ich hatte drei Monate keine Spielpraxis, und dann lege ich mit den Jungs so ein Kampfspiel hier hin. Ich bin sehr zufrieden."

Auch Eversons Nebenmann vor der Abwehr freute sich über den Einsatz des 34-Jährigen. "Ich habe mich mit Everson sehr gut ergänzt, wir haben das Zentrum dicht gemacht", lobte Gunkel, der wie jeder TuS-Profi von einer geschlossenen Mannschaftsleistung sprach: "Wir sind endlich wieder als Einheit aufgetreten. Jetzt hat jeder gesehen, dass wir noch am Leben sind."

Die interne Aussprache ohne Trainer Petrik Sander hat wohl ihre Wirkung nicht verfehlt. Der junge Stürmer Marvin Pourie brachte es auf den Punkt: "Wir wussten, dass nach all dem Reden jetzt Taten folgen müssen." Die gab es in Form von Kampf pur und zwei glücklichen Treffern von Krontiris und Andreas Glockner.

Pourie blickte bereits voller Selbstbewusstsein auf die kommenden Partien: "So muss es nun weitergehen. Wir brauchen Siege." Persönlich sieht sich der 19-Jährige ebenfalls auf einem guten Weg: "Ich bin sicher, dass mein Tor kommt. Dann werde ich einen Lauf haben." Aber vorher muss natürlich der Knoten erst mal platzen. Vielleicht sollte sich Pourie vor dem Fürth-Spiel am Freitag mal zu Wolfgang Loos ins Büro zitieren lassen. Bei Emmanuel Krontiris hat es ja auch etwas gebracht.
 Michael Bongard


  Acker hilft Ahlen nicht

Schlechte Platzverhältnisse begünstigen Zufall

AHLEN. Das hatten sich alle Beteiligten von Rot Weiss Ahlen doch etwas anders vorgestellt. Mit einem Sieg gegen Koblenz wäre die Mannschaft von Trainer Christian Hock zumindest über Nacht auf Platz 16 gesprungen - doch stattdessen stehen die Westfalen nun wieder am Rande des Abgrunds. Bei zwei Auswärtsspielen in Folge in Augsburg und Fürth droht RWA, den Anschluss zu verlieren.

Wobei: Angesichts des Ackers im Wersestadion kann in Ahlen ohnehin nicht die Rede von einem Heimvorteil sein. "Nach dem 0:1 war es auf diesem Boden ganz schwer, das Spiel noch einmal zu drehen", wusste Hock, dass der holprige Untergrund seiner Elf nicht eben entgegenkommt. Deutlich sichtbar: Die Hausherren haben versierte Fußballer in ihren Reihen, die aber gar nicht dazu kamen, ihre Fertigkeiten zu zeigen. Stattdessen war einzig Laufen und Kämpfen angesagt, etliche Aktionen wurden vom Zufall geprägt.

"Wir sind sehr enttäuscht", wollte Hock die widrigen Umstände aber nicht als Alibi gelten lassen. Vielmehr richtete er den Blick nach vorn und verkündete, "dass wir uns nun die Punkte wiederholen müssen, die wir gegen Koblenz liegen gelassen haben". Das klingt nach Durchhalteparole, ist es aber nicht: Als einziges Team der Liga hat Ahlen auswärts mehr Punkte geholt als zu Hause.
 (sab)

  Quelle Rhein-Zeitung 15.03.2010  http://rhein-zeitung.de


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16.03.2010     Wolfgang Loos: Wir planen ganz solide

Zweitligist TuS Koblenz reicht Lizenzierungs-Unterlagen ein - Abstieg in die Dritte Liga wäre mit drastischen Kürzungen verbunden

Zweitligist TuS Koblenz kämpft derzeit an mehreren Fronten. Während Trainer Petrik Sander die Mannschaft auf die Partie gegen Greuther Fürth einstellt, hat Geschäftsführer Wolfgang Loos die Lizenzierung auf den Weg gebracht.

KOBLENZ. Auf dem Platz steht dem Team von Trainer Petrik Sander noch jede Menge Arbeit bevor, um zum vierten Mal seit dem Aufstieg im Jahr 2006 den Klassenverbleib zu schaffen. Zumindest in wirtschaftlicher Hinsicht sieht sich Fußball-Zweitligist TuS Koblenz für die nächste Saison gerüstet, bereits drei Tage vor Abgabeschluss am 15. März wurden die Lizenzierungsunterlagen "form- und fristgerecht" bei der Deutschen Fußball Liga in Frankfurt eingereicht. Wesentliches Problem der TuS bleibt das Stadion, wie Geschäftsführer Wolfgang Loos im Interview durchblicken lässt.

Herr Loos, hat die TuS abseits des Rasens ihre Hausaufgaben für die kommende Saison gemacht?
Wir haben erst einmal die Lizenz für die Zweite Liga eingereicht. Wenn wir es sportlich schaffen, die Klasse zu halten - wovon ich nach wie vor ausgehe -, werden wir unsere schwierige finanzielle Situation der vergangenen beiden Jahre hinter uns gelassen haben.

Was waren die wesentlichen Hürden?
Ich habe fast genau vor zwei Jahren hier angefangen, und es ist ja bekannt, dass die Lizenz damals am seidenen Faden hing. Wir haben diese Schwierigkeiten zuletzt sukzessive bearbeitet.

Mit welchem Etat planen Sie?
Wir werden im Lizenzspieler-Bereich ein Budget haben, das zweitligatauglich ist. Die größten Positionen sind nach wie vor die Gehälter, die Fernsehgelder und die Sponsoren-Einnahmen. Neben den Zuschauer-Einnahmen, die hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind, schmerzt auch, dass wir im TV-Ranking nach hinten gerutscht sind. Das hängt vor allem mit unserer Tabellensituation zusammen. Dieses Geld haben wir in der Hinserie in den Sand gesetzt. Das können wir in den ausstehenden Spielen nicht mehr aufholen, das macht allein eine gute sechsstellige Summe aus. Nichtsdestotrotz werden wir ganz solide planen.

Befürchten Sie Sanktionen seitens der DFL aufgrund der ungeklärten Stadionfrage?
Das kann ich noch nicht sagen. Die DFL hatte im Vorjahr gravierende Dinge angekündigt, falls sich in diesem Punkt nichts ändert. Möglicherweise haben wir Mitte April mit gravierenden Maßnahmen zu rechnen. Welche das sind, weiß ich nicht, die DFL hat sich dazu bislang nicht geäußert. Die letzte Information, die ich der DFL mitgeteilt habe, war Mitte Dezember, dass die Stadt nicht über ein neues Stadion, sondern über einen Umbau nachdenkt. Über diesen Rückschritt war die DFL sehr überrascht. Wer nun glaubt, dass das für die Dritte Liga anders aussieht, der hat sich getäuscht. Auch dort ist das Stadion-Thema ein sehr wichtiges. Ich war seinerzeit selbst in der DFB-Kommission, die die infrastrukturellen Vorgaben für die Dritte Liga mit erarbeitet hat, und kann sagen, dass es da nur unwesentlich anders aussieht.

Sehen Sie zeitnah eine Lösung des Problems?
Ich bin seit Wochen und Monaten von der Stadt nicht in dem Maße informiert, wie ich mir das wünschen würde. Ich weiß zwar, was angedacht ist, denn bei den Gesprächen war ja auch unser Aufsichtsrats-Vorsitzender Walterpeter Twer beteiligt. Ich habe allerdings von der Stadt bis zum heutigen Tag noch nicht die im Dezember besprochenen Umbaupläne bekommen, die ich der DFL hätte vorlegen können. Ich war sehr überrascht, dass ich das in diversen Internet-Foren nachlesen konnte.

Stichwort Dritte Liga. Bekommt die TuS auch im Falle des Abstiegs die Lizenz?
Glücklicherweise haben wir ja hier noch bis zum 1. April Zeit. Aber auch hier steht im Großen und Ganzen der Plan, der bereits im Aufsichtsrat besprochen wurde. Wir wissen, dass wir in der Dritten Liga erheblich größere Probleme als in der Zweiten Liga hätten. Das heißt, wir müssten an jede Kostenposition ran. Nur ein Beispiel: Statt derzeit rund vier Millionen Euro bekommen wir dann nur noch 800 000 Euro Fernsehgeld.

Ist die Dritte Liga vor diesem Hintergrund für die TuS überhaupt zu finanzieren?
Zum jetzigen Zeitpunkt gehe ich davon aus.

Die Fragen stellte Sven Sabock

Quelle Rhein-Zeitung 16.03.2010  http://rhein-zeitung.de


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18.03.2010     TuS verliert erstmals

Torwartfehler leitet Niederlage ein

1. FC Saarbrücken - TuS Koblenz 2:0 (0:0)

KOBLENZ. Nun hat es auch die A-Junioren der TuS Koblenz erwischt: In der FußballRegionalliga Südwest hat die Elf von Coach Dirk Laux beim 0:2 (0:0) in Saarbrücken im 15. Saisonspiel erstmals verloren. Aktuell hat die TuS als Vierter 17 Punkte Rückstand auf Tabellenführer 1. FC Saarbrücken.

Mit dem "besten Team der Liga" (Laux) hielt Koblenz lange Zeit aufgrund großer taktischer Disziplin gut mit. In dem ansehnlichen Spiel dauerte es eine gute Stunde, ehe die TuS durch einen Torwartfehler das 0:1 kassierte. "Aus dem Spiel heraus hatten sie keine einzige Chance. Da schmerzt solch ein Gegentor besonders", ärgerte sich Laux. Sein Team warf am Ende alles nach vorn und fing sich in der Nachspielzeit durch einen Konter das 0:2. "Die Jungs haben alles gegeben. Wenn man dann verliert, muss man das akzeptieren", sagte Laux, der als neues Saisonziel Platz zwei ausgab.

Den ersten Schritt dazu kann die TuS am Samstag gegen den Tabellenelften JFG Obere Saar gehen. Laux: "Bislang haben uns gerade gegen solche Teams schwergetan, weil wir offensiv doch oft Probleme haben." Aber er sagt auch: "Wenn wir die Leistung vom vergangenen Wochenende abrufen, gewinnen wir."
(tok)

Koblenz: Birk, Krist, Böhm, Schmidt, Klappert, Moskopp, Tillmanns (74. Christ), Rittgen, Companioni Diaz (78. Fink), Göcer (74. Menrath), Buhler.


Ein Punkt gegen den Tabellenzweiten 1. FC Saarbrücken

Aktuell-2009_170Die B-Juniorenfußballer der TuS Koblenz haben dank einer starken Leistung einen Punkt gegen den Tabellenzweiten Saarbrücken erkämpft.

TuS Koblenz - 1. FC Saarbrücken 2:2 (0:1)

Die Koblenzer Elf von Trainer Martin Sek gab vom Anpfiff weg den Ton an und bestimmte die Partie. Einzig die Chancenverwertung ließ zu wünschen übrig. So wurden zwei 100-prozentige Torchancen vergeben, was sich nach 38 Minuten mit dem Treffer zum 0:1 rächte. In der zweiten Halbzeit dasselbe Spiel. Die Koblenzer agierten stark, wurden jedoch nach einem Pfostentreffer im Angriff mit einem verwerteten Konter der Gäste mit dem 0:2 bestraft (47.). Doch die TuS gab nicht auf und kam durch einen Kopfballtreffer von Kevin Edelmann nach 62 Minuten zum 1:2-Anschlusstreffer, ehe Edis Ramovic zehn Minuten später mit einem platzierten Schuss aus elf Metern den 2:2-Endstand herstellte. "Die Jungs sind viel anders ins Spiel gegangen als vor zwei Wochen und haben so gespielt, wie man sich das wünscht", zeigte sich Sek mit dem Ergebnis und der Leistung gegen den Tabellenzweiten zufrieden.

Koblenz: Beck, Masala, Löhr, Schweigert, Kitamura, Schwörer, Edelmann, Türk (65. Sauerborn), Wißfeld (60. Hackenthal), Acquah, Ramovic.

Quelle Rhein-Zeitung 18.03.2010  http://rhein-zeitung.de


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19.03.2010     TuS Koblenz baut auf den "12. Mann"

Vor dem Heimspiel gegen Greuther Fürth rührt auch Trainer Petrik Sander die Werbetrommel: "Wir brauchen die Fans!"

Trotz des jüngsten Auswärtssiegs bei Rot Weiss Ahlen steht TuS Koblenz nach wie vor unter Zugzwang. Damit heute Abend gegen Greuther Fürth der nächste "Dreier" folgt, versucht der Zweitligist die Massen zu mobilisieren.

KOBLENZ. Petrik Sander mag den Begriff nicht sonderlich, aber auch der Trainer von TuS Koblenz kommt derzeit nicht umhin, die Vokabel von den "Endspielwochen" in seinen Wortschatz aufzunehmen. Acht Runden stehen in der Zweitligasaison noch aus, die Koblenzer haben bekanntlich fünf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz. Eine Konstellation, in der jede Niederlage schon fatale Folgen haben kann.

In der vergangenen Woche zum Beispiel hat die Sander-Elf mit dem 2:0 bei Rot Weiss Ahlen dem Schicksal ein Schnippchen geschlagen und sich im Abstiegskampf zurückgemeldet. Allein um den Druck auf die Konkurrenz beizubehalten und die eigenen Chancen auf den Ligaverbleib zu wahren, zählt heute (18 Uhr) gegen die SpVgg Greuther Fürth nur eins - und das sind drei Punkte!

Damit die Mission Nichtabstieg auch im vierten Jahr der Zweitligazugehörigkeit von Erfolg gekrönt wird, hat der Verein eine Art konzertierte Aktion ausgerufen. Im Radio machen lokale Größen der TuS Mut, zudem sollen die Zuschauer mit speziellen Karten-Aktionen in der Schlussphase der Saison dem Team als sogenannter "12. Mann" den Rücken stärken. "Ich kann nur jeden ermuntern, ins Stadion zu kommen. Wir brauchen die Unterstützung der Fans", rührt auch Sander die Werbetrommel.

Obwohl der Coach noch weit davon entfernt ist, von einem finalen Charakter der heutigen Partie zu sprechen, so hebt er dennoch hervor, "dass der Sieg in Ahlen nur dann etwas zählt, wenn wir nachlegen". Die richtige Einstellung und der Glaube an die eigenen Stärken sollen die zuletzt so kampfstarke Mannschaft zu einer weiteren Großtat beflügeln.

"Wir müssen einfach wissen, dass man in dieser Liga jedes Spiel gewinnen kann", mahnt Sander an, den Fokus nur auf das eigene Tun und Handeln zu richten. Da soll es dann auch keine Rolle spielen, wer auf der anderen Seite des Platzes steht. Dass die Franken als drittbeste Rückrundenmannschaft anreisen und zuletzt viermal in Folge ohne Gegentor geblieben sind, ist Sander natürlich nicht entgangen. Aber Bangemachen gilt nicht für die TuS - erst recht nicht in den "Endspielwochen".

In dieser Phase, in der die Fußballer noch mehr als sonst "von Spiel zu Spiel" schauen, verbieten sich für die Beteiligten denn auch alle Rechenspiele. Insgeheim spekuliert man im Koblenzer Lager darauf, drei der vier ausstehenden Heimspiele zu gewinnen und nach Möglichkeit zumindest eine Partie in der Fremde für sich zu entscheiden. Das wären zwölf Zähler und summa summarum 33. Das könnte reichen, um in die Relegation zu kommen - wenn die Konkurrenten im Tabellenkeller mitspielen.

Öffentlich ist das kein Thema, schon gar nicht für Sander. "Entscheidend ist, dass wir am Ende genug Punkte haben", hält er nichts von derlei Rechenspielen: "Allwöchentliche Wasserstandsmeldungen und Hochrechnungen bringen uns nicht weiter."

Fest steht: Um heute Abend den fast schon zwingenden "Dreier" in die Tat umzusetzen, wird die TuS den Weg nach vorn suchen müssen. "Die Fürther werden auf Fehler warten, wir müssen sehen, dass wir keine machen", umschreibt der Coach die schwierige Gratwanderung zwischen Dominanz und Torgefahr auf der einen und taktischer Disziplin auf der anderen Seite. Eine Mischung, die in dieser Saison noch nicht allzu häufig gelungen ist.

Zuletzt in Ahlen war vor allem die kämpferische Leistung vorbildlich, heute soll sich eine Steigerung im fußballerischen Bereich anschließen. "Wir müssen den Schwung mitnehmen", fordert Sander, dem es gar nicht in den Kram passt, dass die Saison für die zwischen Gut und Böse angesiedelten Fürther praktisch schon gelaufen ist: "Solche Teams spielen befreit auf und sind deshalb meistens noch gefährlicher."

Aber all das wird in der abschließenden Mannschaftsbesprechung nicht auf der Tagesordnung stehen. Vielmehr dürfte Petrik Sander sein Team ermuntern, das Herz in die Hand zu nehmen und den Glauben an den Klassenverbleib mit Leben zu füllen. Und dann, so zeigt die Vergangenheit, wird den TuS-Profis die Unterstützung der abstiegskampferprobten Fans gewiss sein.
Sven Sabock


  Bangen um Lense

Einsatz des TuS-Verteidigers steht auf der Kippe

KOBLENZ. Zieht Petrik Sander heute wieder ein Ass aus dem Ärmel? In der Vorwoche erwies sich die Versetzung von Matej Mavric auf die rechte Abwehrseite als Glücksgriff, auch die Hereinnahme von Everson sorgte im Mittelfeld für Stabilität. "Am liebsten", so der Koblenzer Trainer, "würde ich die Mannschaft von Ahlen wieder spielen lassen, aber daraus wird wohl nichts".

Sorgen bereitet ihm in erster Linie der drohende Ausfall von Benjamin Lense. Der Innenverteidiger konnte unter der Woche erst mit Verspätung ins Training einsteigen und erhielt zu allem Überfluss einen Schlag aufs Knie. "Hinter seinem Einsatz steht ein dickes Fragezeichen", sagt Sander, der dann wohl dazu gezwungen wäre, Mavric wieder ins Zentrum zurückzubeordern.

Sicher ausfallen wird erneut Manuel Hartmann. Die Adduktorenprobleme des Kapitäns haben sich als hartnäckig erwiesen und lassen noch kein Mannschaftstraining zu. Ebenfalls kein Thema ist ein Einsatz von Zoltan Stieber, der nach einer erneuten Schambeinentzündung operiert wurde und sich erst langsam wieder an das Team heranarbeiten muss.

Daneben ist Philipp Langen derzeit eingeschränkt. Der Linksfuß hat sich einen Mittelhandbruch zugezogen, kann aber mit einer speziellen Schiene inzwischen wieder mit der Mannschaft trainieren. Auch Martin Hudec hat nach seinen Problemen am Sprunggelenk laut Sander eine gute Trainingswoche abgeliefert und wäre bei einem Ausfall von Lense zumindest eine Option für den 18er-Kader.
 (sab)


  Büskens richtet sich auf heißen Tanz ein

Greuther Fürth unter neuem Trainer im Aufwind

KOBLENZ. Wie schön, dass es in einer Welt, die sich immer schneller dreht, noch einige Fixpunkte gibt. Zum Beispiel die SpVgg Greuther Fürth, die zumindest gefühlt wie der Inbegriff der Zweiten Liga gelten. Seit nunmehr 13 Jahren sind die Franken im Unterhaus beheimatet und haben sich vor allem in den vergangenen Jahren immer wieder vergeblich am Aufstieg versucht. Und acht Spieltage vor dem Ende der Saison 2009/2010 steht fest: Auch in diesem Jahr wird es damit nichts werden.

Was vor allem an einer ganz schwachen Hinrunde liegt. Nach nur 19 Punkten aus den ersten 17 Spielen musste Trainer-Routinier Benno Möhlmann gehen, für ihn kam der einstige Schalke-Profi Mike Büskens. Und mit ihm ging es bergauf, zumindest mit dem Abstieg haben die Fürther nichts mehr zu tun. Entsprechend selbstbewusst reist Büskens mit seinem Team an, in dem derzeit allerdings ein Mangel an Offensivkräften herrscht. Torjäger Sami Allagui fällt wegen Knieproblemen ebenso wie Bernd Nehrig (Virus-Infekt) aus. "Die Koblenzer werden kratzen und beißen, weil sie unbedingt die Punkte brauchen", richtet er sich auf einen heißen Tanz auf dem Oberwerth ein.

Kuriosum am Rande: In der ewigen Zweitliga-Tabelle stehen für Fürth 999 Gegentore zu Buche. "Wir wollen gegen sie das das 1000. erzielen", sagt TuS-Geschäftsführer Wolfgang Loos.
(sab)


Am Sonntag kommt es auf dem Kunstrasen zum
Derby zwischen TuS Koblenz II und Rot-Weiß Koblenz

TuS Koblenz II - TuS Rot-Weiß Koblenz (So., 16 Uhr):
Mit gemischten Gefühlen geht TuS-Trainer Colin Bell in die Partie. "Durch die extreme Witterung in diesem Winter ist der Wettbewerb verzerrt, Chancengleichheit besteht nicht. Mir wäre es lieber gewesen, man hätte einheitlich die Spieltage abgesagt." Bell hält sich mit der Problematik aber nicht lange auf und richtet seinen Blick auf den Sonntag: "Wir müssen mit kühlen Kopf in die Partie gehen und unser Potenzial abrufen."

Nicht mit seinem kompletten Personal rechnen kann Trainer Michael Maur, der seinen Vertrag, wie der Sportliche Leiter Christian Noll bestätigte, bei Rot-Weiß verlängert hat. "Dann müssen eben andere in die Bresche springen", ist für den Übungsleiter nicht entscheidend, wer spielt, sondern wie die Spieler auftreten. "Ich habe die TuS-Reserve im Pokalspiel gegen Roßbach gesehen und war von der Leistung beeindruckt. Wir müssen vor allem kompakt stehen und aus einer stabilen Abwehr heraus unsere Chance suchen."

Quelle Rhein-Zeitung 19.03.2010  http://rhein-zeitung.de


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20.02.2010     2:0 gegen Fürth: TuS setzt Aufholjagd fort

Aktuell-2009_171Koblenzer legen mit einer starken ersten Halbzeit den Grundstein für den zweiten Sieg in Folge - Kunstschütze Krontiris trifft auch gegen die Franken

TuS Koblenz macht im Kampf um den Klassenverbleib weiter Boden gut. Mit dem 2:0 (1:0) gegen Greuther Fürth sind die Chancen auf ein versöhnliches Saisonende weiter gestiegen.

TuS Koblenz - SpVgg Greuther Fürth 2:0 (1:0)

KOBLENZ. So macht sogar Abstiegskampf Spaß. Mit dem 2:0 (1:0) gegen die SpVgg Greuther Fürth fuhr TuS Koblenz binnen einer Woche den zweiten Dreier ein und nährte damit die Hoffnung, dass es in diesem Existenzkampf nicht nur zum Lebens-, sondern zum Überlebenszeichen reichen könnte.

Dazu trugen diesmal auch die Anhänger ihren Teil bei. Der in diesen Wahrheitswochen so oft beschworene "12. Mann" leistete von der ersten Minute an lautstarke Rückendeckung. Vor allem aber waren die elf Koblenzer Überlebenskämpfer auf dem Rasen von der ersten Minute an da. Die TuS bot ihren Fans die vielleicht beste erste Halbzeit der Rückrunde und legte mit ihrer couragierten Spielweise den Grundstein für den "zweiten Endspielerfolg".

"Wir haben all das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten", freute sich der stark verbesserte Daniel Gunkel und meinte weiter: "Vor allem die Art und Weise, wie wir aufgetreten sind, stimmt mich zuversichtlich." Mit Mut raus aus dem Keller, die Devise scheint sich in den Köpfen der Spieler endlich festgesetzt zu haben

Dabei hatte Petrik Sander ja vor den Fürthern gewarnt. Als Mannschaft zwischen Gut und Böse in der Tabelle könnten die Franken befreit aufspielen, mutmaßte der Koblenzer Trainer. Das ist aber nur die eine Seite der Medaille. Weil die Gäste diese Partie nicht unbedingt gewinnen mussten, mangelte es ihnen in den Zweikämpfen oftmals an der letzten Entschlossenheit. Fürth spielte nett mit, ohne allerdings dabei Durchschlagskraft zu entwickeln.

Ganz anders die TuS. Die Platzherren verstanden es prächtig, den Druck des Gewinnenmüssens in druckvolles Offensivspiel umzuwandeln. Dazu aggressiv in den Zweikämpfen, erarbeiteten sich die Koblenzer in Durchgang eins zahlreiche gute Einschussmöglichkeiten. Einzig und allein die Ausbeute bei dieser Vielzahl guter Chancen wäre zu bemängeln.

Doch einer traf, der auch schon in Ahlen das wichtige 1:0 erzielt hatte. Wobei sich Emmanuel Krontiris ein weiteres Mal um den Titel des Kunstschützen vom Dienst bewarb. Gelang ihm in Ahlen mit einer herrlichen Bogenlampe aus der zweiten Reihe der Führungstreffer, so war es diesmal ein Heber von der rechten Flanke, der sich unhaltbar für den starken Fürther Torwart Max Grün ins Netz senkte (15.). Vor diesem so eher ungewollten Treffer war Krontiris zweimal aus aussichtsreicher Position gescheitert. Und auch nach dem 1:0 war es nur die TuS, die in den ersten 45 Minuten Gefahr verströmte. Ein Freistoß von Daniel Gunkel landete am Innenpfosten (25.), einen satten Distanzschuss des Ex-Mainzers kratzte Grün so gerade noch von der Linie (39.). Fürth war mit dem 0:1 noch gut bedient, Koblenz hätte mit einem zweiten Treffer für etwas mehr Ruhe im Spiel sorgen können.

Was die Gastgeber an diesem Abend zudem auszeichnete: Sie ließen in ihrer Konzentration und engagierten Spielweise nach vorne nicht nach. Der unbedingte Wille zum Sieg war"s, der den Koblenzern den entscheidenden Vorteil brachte. Ein Wille, der auch nach der Pause belohnt wurde. Eine scharfe Glockner-Flanke lenkte Stephan Fürstner ins eigene Tor. 2:0 für die TuS (57.). Aufholjagd - dem Credo dieser Tage konnte getrost der Zusatz verliehen werden: ... wird fortgesetzt!

Erst das 0:2 weckte die Fürther - zu spät. Die Gäste erhöhten nun ihrerseits den Druck, kamen zu Chancen - aber in Koblenz schon fast traditionell nicht zu Toren. Wie schon bei den drei Niederlagen in Koblenz zuvor gelang den Franken auch diesmal kein Treffer. Wobei sich die nach einer Stunde kräftemäßig nachlassende TuS bei David Yelldell im Kasten bedanken konnte, dass diese Serie hielt und die Hoffnung auf den Klassenverbleib weiter lebt.
Klaus Reimann

Quelle Rhein-Zeitung 20.03.2010  http://rhein-zeitung.de


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21.03.2010     Im rechten Moment die Kräfte gebündelt

TuS Koblenz findet die ideale Mischung im Abstiegskampf und siegt weiter

Bravourös gekämpft, ansehnlich gespielt - die Mischung stimmt derzeit bei TuS Koblenz. Der Auftritt beim 2:0 gegen Greuther Fürth macht Hoffnung auf ein weiteres Jahr Zweitligafußball in Koblenz.

KOBLENZ. Petrik Sanders Miene verriet ein Maß an Entspanntheit, wie es im Abstiegskampf eher selten anzutreffen ist. Möglicherweise ist der Umgang des Trainers mit Ausnahmesituationen für TuS Koblenz der Schlüssel zum Erfolg. Im entscheidenden Moment die Kräfte bündeln, ohne dabei zu verkrampfen - was Sander aus Cottbuser Zeiten noch in bester Erinnerung hat und was er nun auch in Koblenz vorlebt, belebt zunehmend die Mannschaft. Die Art und Weise, wie die TuS ihren Lieblingsgegner Greuther Fürth mit 2:0 erneut punkt- und torlos zurück nach Franken schickte, war jedenfalls beredtes Zeugnis für das Mischungsideal, das die Koblenzer in ihrem Existenzkampf ganz offensichtlich gefunden zu haben scheinen.

Wer hätte der Mannschaft so viel Steigerungspotenzial zugetraut nach der desillusionierenden Vorstellung vor zwei Wochen in Oberhausen? Doch Trainer und Team nutzten das psychologische Moment (schlimmer geht es nimmer!) und zogen sich sozusagen an den eigenen Haaren aus dem Sumpf. Natürlich steckt die TuS - um im Bild zu bleiben - auch nach zwei Siegen in Folge immer noch bis zur Hüfte im Dreck. Aber immerhin sind jetzt die Arme frei. Und vor allem der Kopf.

War der Sieg in Ahlen noch Resultat einer guten Mischung aus Kampfgeist, Trotz und glücklicher Fügung, so verblüffte die TuS ihre Anhänger gegen Fürth, indem sie insbesondere in Halbzeit eins Kampf und Willenskraft mit einigen guten Ansätzen spielerischer Raffinesse zu mischen verstand. Eine effiziente Mischung - es war vielleicht die beste erste Halbzeit der TuS in diesem Jahr. "Wir haben die Balance gefunden zwischen den Tugenden des Abstiegskampfes und den spielerischen Elementen", freute sich Sander über diese gelungene Kombination.

Festzumachen ist diese Balance an einem Spieler, der für gewöhnlich den kämpferischen Momenten nicht so viel abgewinnen kann. Wie Emmanuel Krontiris neben seinen unbestrittenen Offensivfähigkeiten seit geraumer Zeit rackert und grätscht, ist exemplarisch. "Das ist schon klasse, wie er nach hinten mitarbeitet", fand auch der Coach lobende Worte.

Vor allem hat der Erfolg in Ahlen das Selbstwertgefühl der TuS-Akteure immens gesteigert. Couragiert ging es in Halbzeit eins in Richtung Fürther Tor. Wobei es den Koblenzern sicher in den Kram passte, dass die Fürther bemüht waren, jedem Zweikampf aus dem Weg zu gehen.

Aus zahlreichen Chancen wusste die TuS kein Kapital zu schlagen, bei den Toren indes stand nicht zuletzt auch das Glück Pate. Sander war"s egal. "Das nehme ich gern mit. Wir haben den Erfolg schließlich auch erzwungen."

Mit weiteren Erfolgen will die TuS jetzt gleich zweierlei erreichen. Zum einen sind Siege ein probates Mittel, sich noch leichtfüßiger durchs Saisonfinale zu manövrieren. "Wir können uns nur selbst den Druck nehmen", hielt Sander fest. Auf der anderen Seite soll es mit der Fortsetzung der Siegesserie gelingen, "die anderen Mannschaften unten unter Druck zu setzen und zu Fehlern zu zwingen", so der Trainer. Denn auf Patzer der Konkurrenz sind die Koblenzer nach wie vor angewiesen. "Noch sind wir 17., und jeder weiß, was das heißt", hielt Sander fest. Und schnell war die Entspanntheit der Konzentration auf die nächsten Aufgaben gewichen.
 Klaus Reimann


  Krontiris will noch nicht rechnen

Koblenzer Profis zeigen mit dem Erfolg gegen Fürth auf, wie der Klassenverbleib doch noch zu schaffen ist

Schafft TuS Koblenz auch im vierten Zweitliga-Jahr doch noch den Klassenverbleib? Nach zwei Siegen in Folge wächst bei den Spielern die Zuversicht, die Saison zu einem guten Ende führen zu können.

KOBLENZ. Emmanuel Krontiris bemühte sich erst gar nicht, die Tatsachen zu verdrehen. "Natürlich", so berichte der Mann des Abends mit einem Lächeln, "war der Ball als Flanke gedacht." Aber wo Krontiris in diesen Tagen auch hinschießt - der Ball geht ins Tor. Wie schon in der Vorwoche in Ahlen gelang dem Offensiv-Akteur von TuS Koblenz auch gegen die SpVgg Greuther Fürth ein Treffer, wie man ihn wahrlich nicht alle Tage sieht. Aus schier unmöglichem Winkel segelte der Ball ins Netz, Krontiris schien es fast ein bisschen peinlich zu sein. Geschenkt, sein Tor zum 1:0 war die Grundlage zum gleichermaßen verdienten wie ungefährdeten Sieg gegen die Franken.

Dass die Gäste obendrein mit dem Eigentor von Stephan Fürstner tatkräftig mithalfen, zeigt auch: Rechtzeitig vor den entscheidenden Spielen ist das Glück zur TuS zurückgekehrt. Daniel Gunkel empfahl dem Kollegen Krontiris sogar, noch schnell einen Lottoschein auszufüllen.

Nun wäre es allerdings unfair, den Koblenzer Sieg einzig auf den Faktor Glück zu reduzieren. "Die Art und Weise, wie wir aufgetreten sind, war schon beeindruckend", merkte Mittelfeldspieler Daniel Gunkel an. Gerade der Auftritt in der ersten Halbzeit hatte in der Tat wenig Anlass zur Kritik geboten, sieht man einmal davon ab, dass die TuS außer dem Kunstschuss von Krontiris mindestens noch zwei Treffer hätte erzielen können. Zum Beispiel durch Gunkel, der per Freistoß nur den Pfosten traf. "Wir haben alles, was wir uns vorgenommen hatten, umgesetzt", freute sich der Winter-Zugang.

Dass die Koblenzer nach der Pause das Niveau der ersten 45 Minuten nicht halten konnten, fiel nicht weiter ins Gewicht. Was vor allem daran lag, dass die Gäste so ziemlich alles dafür taten, ihre bislang desaströse Bilanz auf dem Oberwerth auszubauen. Die Fürther sind und bleiben ein gern gesehener Gast.

Gut möglich, dass das auch im kommenden Jahr der Fall sein wird. In Koblenz jedenfalls legen alle Beteiligten wieder eine Körpersprache an den Tag, die Entschlossenheit signalisiert. "So muss unser Weg aussehen", sagt Torschütze Krontiris, "egal wie es am Ende ausgeht - wir wollen uns nicht vorwerfen, dass wir nicht alles versucht hätten."

Maßgeblichen Anteil an dieser neuen Zuversicht hat offenkundig der Erfolg in der Vorwoche in Ahlen. "Wenn wir da verloren hätten ...", mochte sich Krontiris die Folgen gar nicht vorstellen. "Aber wir haben gezeigt, dass wir Moral haben", so der Angreifer, der selbst ein Stück weit für den Aufschwung steht. Nach einer durchwachsenen Hinrunde, in der er aufgrund von Verletzungen nicht seinen Rhythmus fand, zeigt Krontiris nun, dass er durchaus gehobenen Zweitliga-Ansprüchen genügt - wenn er denn will.

Allen Koblenzer Profis ist auch klar: In den kommenden Wochen müssen weitere Großtaten wie in Ahlen oder gegen Fürth folgen. Schon am Freitag geht es gegen den schwächelnden MSV Duisburg um den einstigen TuS-Coach Milan Sasic darum, die Leistung vom 2:0 gegen Fürth erneut abzurufen. Prognosen, wie viele Punkte noch vonnöten sind, um auf Platz 16 oder gar komplett über dem Strich die Saison zu beenden, will Krontiris nicht anstellen. Stattdessen bemüht er die Floskel, "dass wir von Spiel zu Spiel schauen müssen". Andersherum: Mit dieser Denke haben sich die Koblenzer wieder eine realistische Chance auf den Klassenverbleib erarbeitet.
 Sven Sabock


Hartmann als Fan

TuS-Kapitän in der Kurve - Lense fällt vorerst aus

KOBLENZ. Passend zur ausgerufenen Aktion "Wir sind der 12. Mann" suchte Manuel Hartmann den Schulterschluss mit den Fans. Weil der TuS-Kapitän aufgrund eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel auch gegen Greuther Fürth zum Zuschauen verurteilt war, verfolgte er die Partie im Block 1 des Stadions Oberwerth - dort, wo die treuesten Anhänger stehen. "Es hat einen Riesenspaß gemacht", sagte der 25-Jährige später, "man merkt dort auf ganz andere Art und Weise, wie sehr der Fußball von Emotionen lebt."

Vermutlich wird es nicht das letzte Mal gewesen sein, dass Hartmann das Geschehen von den Rängen verfolgen musste. In der Vorwoche schlug ein Versuch, ins Training einzusteigen, fehl, der Mittelfeldmann dürfte wohl auch im anstehenden Spiel in Duisburg passen müssen.

Gleiches gilt für den Brasilianer Everson, der gegen Fürth seine fünfte Gelbe Karte kassierte und damit am Freitag gesperrt ist.

Auch ein Einsatz von Benjamin Lense ist vorerst kein Thema. Der 31-Jährige laboriert an einer Bänderverletzung im Knie. Wie gravierend die Blessur ist, wird sich zu Beginn der Woche bei einer Arthroskopie zeigen. Sicher scheint aber, dass der Innenverteidiger zumindest zwei Wochen pausieren muss. Als sein Vertreter war Dominique Ndjeng im Einsatz, auch Martin Hudec ist nach Problemen am Sprunggelenk wieder eine Option.
(sab)



TuS gewinnt Stadtderby gegen Rot-Weiß

Bezirksliga Mitte: Koblenzer Zweitliga-Reserve spielt 82 Minuten in Unterzahl und verliert Trainer Bell - Ahmet Akbuluts drei Treffer bringen keinen Punkt

In der Nachspielzeit, als sich viele Betrachter, Akteure und Verantwortliche bereits mit einem Remis angefreundet hatten, schlug TuS-Spieler Eike Mund per Freistoß zu. Es war der Schlusspunkt in einem aufregenden Koblenzer Derby.

TuS Koblenz II - Rot-Weiß Koblenz 4:3 (1:1)

KOBLENZ. 82 Minuten in Unterzahl, früh in Rückstand geraten und dennoch: Die Reserve des Fußball-Zweitligisten TuS Koblenz gewann in der Fußball-Bezirksliga Mitte das Derby gegen Rot-Weiß Koblenz mit 4:3 (1:1).

Nicht nur die sieben Tore boten den Besuchern einen hohen Unterhaltungswert. Auch das Spiel an sich war sehr umkämpft und die Entscheidung fiel erst in der Nachspielzeit. "Ich bin heute tausend Tode gestorben", sagte TuS-Trainer Colin Bell. An der Außenlinie in seiner Coaching-Zone stand Bell allerdings nur eine halbe Stunde: Bis er von Schiedsrichter Alexander Müller des Platzes verwiesen wurde.

Bell hatte sich in diesen ersten 30 Minuten mehrmals lautstark beschwert. Als die Vorstädter durch Ahmet Akbulut, der von Almir Ademi herrlich freigespielt worden war, in der 6. Minute in Führung gingen und nur zwei Minuten später TuS-Spieler Sebastian Hahn Akbulut foulte, zeigte Schiedsrichter Müller dem Koblenzer Abwehrspieler die Rote Karte. Es war eine recht harte Entscheidung.

Die Platzherren brauchten anschließend einige Minuten, um ihre Ordnung wieder zu finden. Bell beorderte Oliver Laux in die Defensive und mit zunehmender Spieldauer übernahm die TuS das Geschehen. Es dauerte allerdings bis zur 37. Minute, ehe Timo Schlabach nach feiner Vorarbeit von Jan Hawel zum 1:1 traf.

Nach dem Wiederanpfiff setzte sich Hawel energisch vor dem Tor der Gäste durch und erzielte liegend in der 46. Minute die Führung für die TuS. Allerdings währte diese erstmalige TuS-Führung nur 13 Minuten: Nach einer Flanke von Michael Steiner war erneut Akbulut zur Stelle und erzielte den 2:2-Ausgleich. Bei diesem Treffer klebte TuS-Torhüter Jan Kramer auf der Linie und hätte den Treffer vermeiden können.

Die Freude im Lager der Rot-Weißen hielt aber nur vier Minuten, bis Tobias Bauer per Freistoß zum 3:2 einschoss (63.). Sein Schuss wurde von Andreas Gruber noch abgefälscht, und Jost Becker im Tor der Gäste hatte keine Chance. Aber nur zwei Minuten später war es erneut Akbulut, der mit seinem dritten Tor für den dritten Gleichstand in diesem Spiel sorgte. Für Rot-Weiß-Trainer Michael Maur war das nicht allzu überraschend: "Wir hatten uns vorgenommen, hinten kompakt zu stehen und durch Akbulut Nadelstiche zu setzen."

Drei dieser Nadelstiche jedenfalls hatten gesessen, und es sah schon danach aus, als ginge Maurs Taktik auf. Die Schlussphase nutzten die Bell-Schützlinge allerdings, um in der zweiten Minute der Nachspielzeit durch einen Freistoß von Eike Mund den umjubelten Siegtreffer zum 4:3 zu erzielen. In dieser Situation sah der ansonsten gute Rot-Weiß-Torhüter Becker nicht gut aus, als er am Ball vorbeisprang.

Die Enttäuschung bei Rot-Weiß-Trainer Maur über die Niederlage war ihm deutlich anzusehen: "Wir waren so nah dran, etwas Zählbares mitzunehmen. Das hätte sich meine Mannschaft auch verdient gehabt." Anders war die Gemütslage im TuS-Lager: Unter den Augen von Geschäftsführer Wolfgang Loos und Co-Trainer Uwe Koschinat machte die Zweitliga-Reserve einen wichtigen Schritt in Richtung Rheinlandliga, denn Konkurrent Metternich holte in Eich lediglich ein Unentschieden. "Auch deshalb war unser Sieg heute so wichtig. Wir werden aber nicht den Fehler machen und schauen, was Metternich macht, sondern müssen uns auf unsere Stärke besinnen. Es war toll, wie das Team heute fast während des gesamten Spiels in Unterzahl gefightet hat", sagte Bell.
Wilfried Zils


Harmlose Offensive

TuS-A-Jugend verliert

TuS Koblenz - JFG Obere Saar 0:1 (0:0)

KOBLENZ. Die A-Junioren der TuS Koblenz haben ihre zweite Saisonniederlage in Folge in der Fußball-Regionalliga-Südwest hinnehmen müssen. Gegen den Außenseiter JFG Obere Saar verlor die Mannschaft von Trainer Dirk Laux mit 0:1 (0:0).

Und Laux war entsprechend bedient: "Ich bin richtig stinkig und wollte eigentlich gar keinen Kommentar mehr zum Spiel abgeben." Vor allem die Art und Weise der Niederlage brachte Laux in Rage. Über die kompletten 90 Minuten war es ein Spiel auf das Tor der Gäste, doch die zahlreichen hundertprozentigen Torchancen konnte die TuS nicht verwerten. "Man kann da schon nicht mehr von Pech oder Unvermögen sprechen, da fehlt es einfach an der Qualität im Torabschluss", kritisierte Laux seine Offensiv-Abteilung.

Statt mit einem hohen Sieg den Anschluss an Tabellenplatz zwei herzustellen, musste das Team in der Schlussminute nach einem groben Abwehrschnitzer sogar noch das 0:1 hinnehmen. "Für einen Sieg braucht man nun mal Tore. Aber bei unserer offensichtlichen Abschlussschwäche hilft auch unser intensives Torschusstraining anscheinend nicht", sagte TuS-Trainer Laux.
(tok)

Koblenz: Birk, Krist (71. Fink), Schmidt, Moskopp, Matuwilla, Wild (68. Menrath), Rittgen, Göcer (80. Hadzic), Houck (46. Companioni Diaz), Tillmanns, Buhler.

Quelle Rhein-Zeitung 21.03.2010  http://rhein-zeitung.de


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23.03.2010     TuS Koblenz plant in Duisburg den nächsten Schritt

Zweitligist will im Abstiegskampf weiter Boden gutmachen - Trainer Petrik Sander muss im Mittelfeld umbauen

KOBLENZ. Sechs Punkte in sieben Tagen haben Petrik Sander nicht den Sinn für die Realitäten verstellt. Und deshalb war gestern bei Fußball-Zweitligist TuS Koblenz wieder dienstplanmäßig Training angesetzt, zusätzliche freie Tage als Belohnung sind in diesen entscheidenden Wochen im Abstiegskampf nicht vorgesehen.

"Man darf nicht vergessen, dass wir immer noch Tabellen-17. sind", rückt der Trainer trotz des mehr als erfolgreichen Wochenende für die TuS die Verhältnisse gerade. Zwar ist der Vorsprung auf Ahlen auf drei Zähler angewachsen und vor allem auf den FSV Frankfurt auf zwei Punkte geschmolzen - "aber wir haben noch nichts erreicht", sieht sich der Coach in seiner These bestätigt, dass es vermutlich bis zum letzten Spieltag ein Hauen und Stechen im Tabellenkeller wird.

Wobei die TuS gerade noch rechtzeitig in Schwung zu kommen scheint. Vor allem das 2:0 gegen Fürth hat offenbart, welche Qualitäten in der im Winter renovierten Mannschaft schlummern. Und was mindestens genauso wichtig ist: Bei den Koblenzer Profis halten die Nerven. "Wir haben den Spielern immer wieder Selbstvertrauen gegeben", erklärt Sander die Psychologie des Abstiegskampfes, betont aber auch: "Letztlich kann sich die Mannschaft nur selbst von dem Druck befreien."

Was er damit meint, ist klar: Nur stetes Punktesammeln hilft in der nach wie vor prekären Situation weiter. Und konzentrierte Trainingsarbeit. "Es gibt viele Dinge, die wir noch verbessern müssen", hat Sander zum Beispiel gar nicht gefallen, dass seine Akteure im Gefühl des sicheren Sieges die Ordnung vermissen ließen: "Es geht nicht, dass dann einige irgendwelche Dinge machen, die ihnen gerade so einfallen."

Ärgerlich deshalb, dass der Brasilianer Everson als stabilisierender Faktor im Mittelfeld in der anstehenden Partie am Freitag in Duisburg aufgrund seiner fünften Gelben Karte gesperrt ist. Weil auch Kapitän Manuel Hartmann wegen seiner Adduktorenverletzung weiter passen muss, wird ein Nebenmann für Daniel Gunkel in der Schaltzentrale gesucht.

Immerhin: In der Abwehr ist es Sander bereits gelungen, den Ausfall von Leistungsträger Benjamin Lense zu kompensieren. Neben dem wiedererstarkten Matej Mavric hat sich Dominique Ndjeng als solider Arbeiter in der Abwehr zurückgemeldet. Nachdem der 29-Jährige in der Hinrunde von Verletzungen gebeutelt wurde oder zwischen Bank und Tribüne pendelte, zeigt er in diesen Tagen, dass auf ihn Verlass ist. "Der Trainer hat uns allen signalisiert, dass wir unsere Chance bekommen", sagt Ndjeng, "dann muss man bereit sein."

In Duisburg dürfte er die nächste Möglichkeit bekommen, am aktuellen Aufschwung der TuS mitzuhelfen. "Der Sieg in Ahlen war für uns ein Befreiungsschlag, jetzt müssen wir unseren Weg weitergehen", nimmt Ndjeng sich und seine Kollegen in die Pflicht. Ein Satz, der auch von Sander stammen könnte und zeigt: Die Spieler haben die Botschaft des Trainers verstanden.
Sven Sabock


TuS will ein schlankeres Präsidium und mehr Berater

Zweitligist steht in der Mitgliederversammlung vor einschneidenden Änderungen - Hecker setzt auf Transparenz

KOBLENZ. Wenn denn die Mitglieder zustimmen, so wird sich TuS Koblenz in der Mitgliederversammlung am heutigen Dienstag (19 Uhr, VIP-Zelt im Stadion) eine neue, zeitgemäße Satzung verordnen. Wer wollte, konnte sich in der vergangenen Woche bereits über die geplanten Änderungen informieren. Zum Informationsabend waren immerhin 54 TuS-Mitglieder gekommen, die in intensiver Diskussion mit den Vereinsverantwortlichen noch kleinere Änderungen des Entwurfs durchsetzten. "Wir sind durchaus aufeinander zugegangen", sagt TuS-Präsident Werner Hecker, der betont, dass es sich bei der neuen Satzung "nicht um eine Geheimaktion" handelt. "Wir sind uns bewusst, dass die neue Satzung ein einschneidendes Ereignis für unseren Verein ist", sagt Hecker, "deshalb haben wir uns um viel Transparenz bemüht."

Die wichtigsten Punkte im neuen Werk sind die Verkleinerung des Präsidiums von fünf auf drei Personen sowie die Installierung eines Verwaltungsrats. "Wie in anderen Bundesligavereinen auch, setzen wir damit die Philosophie um, einem schlanken Entscheidungsgremium ein breites Beratungsgremium an die Seite zu stellen", erläutert TuS-Präsident Hecker, der sich nach neunmonatiger Amtszeit zur Wiederwahl stellt.

Vier Mitglieder des neuen Verwaltungsrats sollen heute Abend von den Mitgliedern auf Vorschlag des Präsidiums bestimmt werden, drei weitere kann das Präsidium zusätzlich berufen. "Das gibt uns die Flexibilität, für spezielle Projekte die entsprechenden Fachleute hinzuzuziehen", erläutert Hecker. Zur Wahl für den Verwaltungsrat stehen Konrad Kreuzberg, Ulrich Schulte-Wissermann, Mario Blinn und Norbert Weise, dem Präsidium sollen künftig neben Werner Hecker Joachim Benner und Dirk Feldhausen angehören.

Die Verkleinerung des Präsidiums bedeutet aus Sicht des Präsidenten "eine Erleichterung unserer Arbeit", weil es im Fünfergremium nach der Auslagerung der Lizenzspielerabteilung doch einige Unzufriedenheit gab: "Wir haben nicht mehr so viele Ressorts zu bearbeiten und erhoffen uns von schlankeren Entscheidungsstrukturen auch schnellere Beschlüsse." Auf den Weg gebracht wurde die Reduzierung übrigens einstimmig vom bisherigen Vorstand, als der noch fünf Mitglieder hatte.

Ungeachtet der sportlich diffizilen Situation der TuS, die in der Zweiten Bundesliga noch gegen den Abstieg kämpft, übt das Präsidentenamt im Traditionsverein für Uni-Professor Hecker nach wie vor "eine gewisse Faszination" aus. "Mir wurde ja bisweilen unterstellt, ich würde die Flucht ergreifen, wenn es der TuS nicht so gut geht", sagt der Präsident. "Aber ich laufe vor unangenehmen Aufgaben nicht davon."

Die Aufgaben werden gewiss nicht weniger. In diesen Tagen prüft die DFL die Lizenzunterlagen der TuS, die für den Fall des Klassenverbleibs in Liga zwei wohl den Anforderungen genügen dürften. Im Abstiegsfall wird"s natürlich enger. Doch Hecker ist zuversichtlich: "Was die Lizenz für eine eventuelle Drittliga-Zugehörigkeit angeht, bin ich ganz optimistisch. Vorausgesetzt, Wirtschaft, Politik und Sponsoren stehen zusammen und unterstützen unseren Verein." Knackpunkt könnte die Stadionfrage werden. Und da verhehlt Hecker nicht, dass er von der Stadt Koblenz etwas enttäuscht ist. Die Gutachten, die zu einem eventuellen Um- und Ausbau des Oberwerth-Stadions erstellt wurden, sind dem Verein bislang offiziell noch nicht zugänglich gemacht worden. Erst Mitte April sollen in einer Sitzung beim OB die Karten aufgedeckt werden. "Das Stadion wird gewiss ein Thema sein bei der Lizenzierung", ahnt Hecker, "wir sind gespannt, was wir da für einen Brief von der DFL bekommen."
Stefan Kieffer

Quelle Rhein-Zeitung 23.03.2010  http://rhein-zeitung.de


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25.03.2010    Spätes Torfestival der TuS-Reserve

KOBLENZ. Während der FC Schalke 04 und Bayern München am späten gestrigen Abend um den Einzug ins DFB-Pokalfinale kämpften, gab es zur fast gleichen Zeit einen TuS-Sieg und eine TuS-Niederlage in der Fußball-Bezirksliga Mitte. Denn Immendorf verlor seine Nachholpartie bei der SG Unzenberg, und die Koblenzer Zweitligareserve setzte sich bei der Spvgg Biebertal durch.

Spvgg Biebertal - TuS Koblenz II 1:7 (0:1)

Wer sich auf jede Menge TuS-Tore gefreut hat, wurde im ersten Durchgang enttäuscht. Nur Timo Schlabach traf für die Koblenzer - zum 1:0 in der 32. Minute. Der Grund: Biebertal zeigte großen Respekt und war auf Schadenbegrenzung aus; ein Spiel nach vorn fand beim Gastgeber nicht statt. Hinzu kam, dass die TuS auch nicht so zwingend wie sonst spielte und Probleme mit dem Abwehrbollwerk hatte. Das änderte sich in der zweiten Hälfte. Oliver Laux gelang das 2:0 (46.), und nachdem Biebertal nun offensiver spielte und sogar das 1:2 (Alexander Singer, 53.) machte, nutzte das die TuS gnadenlos aus und sorgte doch noch für ein Torfestival: 3:1 Tobias Bauer (65.), 4:1 Schlabach (69.), 5:1, 6:1 Laux (73., 78.), 7:1 Jan Hawel (84.).


Hecker stellt mit der TuS die Weichen für die Zukunft

Mitglieder des Zweitligisten bestätigen den Präsidenten in seinem Amt und segnen eine neue Satzung ab -
Finanzlage des Vereins hat sich erheblich verbessert

Aktuell-2009_172TuS Koblenz hat sich für die kommenden drei Jahre neu aufgestellt. Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurde das Präsidium des Fußball-Zweitligisten verschlankt, zudem die Satzung in zahlreichen Punkten geändert und neu verabschiedet. Präsident bleibt Werner Hecker, der die Modernisierung des Vereins maßgeblich vorantreibt.

KOBLENZ. Es war sein Abend. 20 Tagesordnungspunkte inklusive einer umfangreichen Satzungsänderung in drei Stunden abzuarbeiten und gleichzeitig die nötigen Diskussionen souverän zu moderieren - das gab"s bei TuS Koblenz in der jüngeren Vergangenheit noch nie. Und selten ging es auf den meist erhitzten Mitgliederversammlungen des Vereins derart gesittet zu wie am späten Dienstagabend.

Und doch war Werner Hecker weit davon entfernt, sich im Glanz der Scheinwerfer zu sonnen, als ihn die 268 anwesenden Mitglieder von TuS Koblenz mit einem überwältigenden Ergebnis und lang anhaltendem Beifall für weitere drei Jahre in seinem Amt bestätigten.

Vielmehr treibt der Professor der Fachhochschule Koblenz mit seiner bescheidenen und gleichzeitig zielgerichteten Art seit seinem Amtsantritt im Juni 2009 beim Fußball-Zweitligisten zahlreiche Neuerungen voran. Hecker ist es zu verdanken, dass die verstaubte Satzung grundlegend renoviert und den Erfordernissen eines Profivereins angepasst wurde. Und was nicht minder bedeutend ist: Dem 58-Jährigen ist es gelungen, den Verein im wahrsten Sinne des Wortes zu einen. Dass er in seinem Rechenschaftsbericht hervorhob, "dass bei allen Beteiligten nicht die Pflege von Eitelkeiten, sondern einzig das Wohl der TuS im Vordergrund steht", war alles andere als eine Worthülse - Grabenkämpfe gehören inzwischen der Vergangenheit an. Ungeachtet der kritischen sportlichen Situation der Zweitliga-Elf ist im Klub ein neues Zusammengehörigkeits-Gefühl entstanden; auch die Zusammenarbeit mit der ausgelagerten Profi-GmbH sowie den weiteren Gremien verläuft aus seiner Sicht nahezu ideal.Aktuell-2009_173

"Es lohnt sich, auf die Mitglieder zuzugehen und ihnen zuzuhören", umschreibt Hecker sein Erfolgsrezept. Bestens vorbereitet hatte er zuvor die Versammlung geleitet, von der die Mitglieder einiges mit nach Hause nehmen konnten. Die wesentlichen Punkte der Versammlung:

Satzungsänderungen: Die bisherige rechtliche Grundlage war in vielen Punkten schwammig und laut Hecker schlicht "nicht mehr zeitgemäß". Als gravierendste Änderung wurde beschlossen, das Präsidium von bislang fünf auf drei Mitglieder zu reduzieren. Das Führungsgremium wird künftig im Drei- statt bisher im Zweijahres-Rhythmus neu gewählt. Daneben wurde ein Verwaltungsrat ins Leben gerufen, der beratend zur Seite stehen soll. "Wir können dadurch die Entscheidungsbasis verbreitern", sagt Hecker, betont aber auch: "Das oberste Gremium des Vereins bleibt nach wie vor die Mitgliederversammlung." Neu auch: Ein drei- bis siebenköpfiger Ehrenrat wird vom Präsidium berufen und soll sich in erster Linie mit Fragen rund um Mitgliedschaften befassen.

Angesichts der Aufklärungsarbeit im Vorfeld sowie der verständlichen Erklärungen war letztlich auch die hohe Hürde der Dreiviertel-Mehrheit kein Problem. Die neue Satzung wurde bei lediglich drei Gegenstimmen und vier Enthaltungen verabschiedet. "Wir haben nun eine neue Rechtsgrundlage", freut sich Hecker und ergänzt mit Blick auf die Mitglieder: "Es ist ihre Satzung."

Wahlen: Neben Hecker, der einstimmig als Präsident wiedergewählt wurde, gehört auch Joachim Benner als Vorstand Sport und Jugend weiter dem Präsidium an. Benner wurde bei sieben Enthaltungen einstimmig gewählt. Neu in der Führungsriege als Vorstand Finanzen ist Dirk Feldhausen. Der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer folgt auf Rolf Schmitz, der aus privaten und beruflichen Gründen nicht mehr kandidiert hatte. In den vierköpfigen Verwaltungsrat wurden von den Mitgliedern Ulrich Schulte-Wissermann, Mario Blinn, Norbert Weise und Konrad Kreuzberg gewählt. Das Präsidium kann darüber hinaus bis zu drei weitere Mitglieder berufen.Aktuell-2009_174

Finanzen: Die Finanzlage der TuS bleibt angespannt, hat sich aber erheblich verbessert. Unter Hecker wurden im vergangenen Jahr bereits massiv Altlasten seiner Vorgänger abgebaut. Am meisten Sorge bereitete zuletzt eine Forderung der Sozialversicherungsträger in Höhe von rund 600 000 Euro. "Wir haben aber in Verhandlungen eine Regelung gefunden, die unser Überleben sichert", sagt Hecker. Aktuelle Verbindlichkeiten plagen den Verein derzeit nicht, der einzig bei der ausgegliederten Profiabteilung TuS Koblenz GmbH ordentlich in der Kreide steht. Hecker: "Uns geht es derzeit finanziell so gut wie selten. Aber ohne die hervorragende Zusammenarbeit mit der GmbH würde die TuS jetzt nicht da stehen, wo sie steht."

Auch die Finanzlage des Zweitliga-Teams wurde erörtert, wobei auch hier offenbar das Schlimmste überwunden ist. "In den vergangenen ein, zwei Jahren wurde der Hebel umgelegt", bescheinigt Wirtschaftsprüfer Klaus Schmidt der Geschäftsführung einen "positiven Ausblick" auf das Jahr 2010/2011 - wenn denn der Klassenverbleib in der Zweiten Bundesliga gelingt. Während der Rückgang an Zuschauern und TV-Geldern sowie die Kosten des Trainerwechsels den Etat belasten, haben sich das Erreichen des Achtelfinales im DFB-Pokal sowie die Einnahmen des neuen Trikotpartners positiv bemerkbar gemacht.

Einziges (kleines) Manko: Die per Beamer auf eine Leinwand projizierten Zahlenkolonnen waren schwer lesbar und konnten nur von den wenigsten Mitgliedern im Detail nachverfolgt werden - aber auch hier gelobt das neue Präsidium Besserung.

Ausblick: Auch wenn es Hecker am Ende der Versammlung nicht offen aussprach: Um den Aufschwung des Vereins nachhaltig fortzusetzen, ist der Klassenverbleib in der Zweiten Liga fundamental wichtig. "Ich bin aber nach wie vor fest davon überzeugt, dass wir das schaffen", stärkt der Präsident den Profis und Trainer Petrik Sander den Rücken. Obwohl das Team bekanntlich noch auf einem Abstiegsplatz rangiert, wurde der Coach nach einem kurzen Wortbeitrag mit lang anhaltendem Beifall bedacht. Eine Randnotiz, die zeigt: Bei der TuS rückt man wieder zusammen.
Sven Sabock

   Quelle Rhein-Zeitung 25.03.2010  http://rhein-zeitung.de


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26.03.2010    Sander gehen die Abwehrspieler aus

Vor der Partie beim MSV Duisburg ist der Trainer von TuS Koblenz auf der Suche nach Defensivkräften - Serie soll halten

Zwei Siege in Folge sollen für TuS Koblenz noch längst nicht das Ende der Fahnenstange sein. Daran sollen im Vorfeld der Partie auch die Verletzungsnöte nichts ändern.

KOBLENZ. Petrik Sander schmunzelt, aber wirklich lustig findet er das Ganze nicht. Da hat der Trainer von TuS Koblenz eigentlich einen ziemlich üppigen Kader zur Verfügung, der aber ausgerechnet in der entscheidenden Phase der Saison ausgedünnt ist. Vor der heutigen Partie beim MSV Duisburg klemmt es vor allem im zentralen Mittelfeld, in der Innenverteidigung darf die Situation als ziemlich kritisch angesehen werden.

"Vielleicht wäre ja Wolfgang Loos ein Thema", sagt der Coach mit Blick auf den Manager. Der wusste einst als Zweitliga-Profi des VfL Osnabrück ordentlich auszuteilen - zu einer Zeit, als der Innenverteidiger noch Vorstopper hieß. Loos ist allerdings schon 54; auch für Co-Trainer Uwe Koschinat (38), der zu Oberliga-Zeiten der TuS die Abwehr zusammenhielt, werden die Koblenzer wohl keine nachträgliche Spielberechtigung beantragt haben.

Spaß beiseite: Vermutlich wird sich erst kurzfristig entscheiden, wen Sander heute überhaupt im Abwehrzentrum aufbieten kann. Neben Benjamin Lense, der aufgrund von Bänderproblemen definitiv ausfällt, hat es unter der Woche nämlich auch dessen Vertreter Dominique Ndjeng erwischt. Der 29-Jährige musste nach Problemen an den Adduktoren das Training abbrechen, Einsatz unwahrscheinlich. Am Mittwoch meldete sich zu allem Überfluss auch noch Matej Mavric wegen eines Magen-Darm-Infekts ab. Bleiben als gelernte Innenverteidiger nur noch Martin Hudec und Rico Morack übrig. Ersterer hat diese Woche aufgrund eines Trauerfalls in der Familie ebenfalls nicht trainiert, Letzterer ist in der Rückrunde noch ohne eine Minute Einsatzzeit im Zweitliga-Team. Ach ja, auch Manuel Hartmann, der schon erfolgreich in der Abwehr ausgeholfen ist, fehlt nach wie vor wegen eines Muskelfaserrisses an den Adduktoren. "Es ist schon bitter, wenn gleich drei Leute für eine Position ausfallen", sagt Sander, "wir werden jedenfalls alles versuchen, um zumindest Mavric spielfähig zu bekommen."

Dass im Mittelfeld obendrein der Brasilianer Everson seine fünfte Gelbe Karte abbrummen muss, soll aber niemanden im Lager der TuS dazu verleiten, sich mit negativen Gedanken zu beschäftigen. Die Tatsache, dass Sander während der Mitgliederversammlung am Dienstag mit lang anhaltendem Applaus bedacht wurde, zeigt: Nicht nur im Team, sondern auch im gesamten Umfeld macht sich nach den beiden Siegen in Ahlen sowie gegen Fürth Aufbruchstimmung breit. "Die Mannschaft hat ein feines Gespür dafür, was um sie herum passiert", will Sander den Rückhalt nutzen, um die Mini-Serie auszubauen und ein Ausrufezeichen im Abstiegskampf zu setzen.

Für den Trainer ist damit gleichzeitig der Zeitpunkt gekommen, einmal mehr darauf hinzuweisen, "dass es sicher nicht funktionieren wird, wenn wir dahin fahren und denken, dass es einfach so weitergeht". Der Grat zwischen Selbstsicherheit und Selbstüberschätzung sei eben ein schmaler, fährt er fort. Als kleiner Zusatz dient auch der Hinweis, dass die Koblenzer nach wie vor auf Platz 17 rangieren. Nein, bei null anfangen und die positiven Elemente aus den vergangenen Wochen erneut auf den Platz bringen - so soll der Koblenzer Plan in der MSV-Arena aussehen.

Klar, dass auch die Unruhe beim MSV ein Faktor für die Koblenzer werden soll. Sander: "Jede Minute, in der wir die Null halten, hilft uns." Überflüssig zu erwähnen, dass dabei nicht nur die beiden noch unbekannten Abwehrspieler gefordert sein werden.
Sven Sabock


Dzaka oder Skela?

Vertreter für Everson gesucht - System bleibt

KOBLENZ. Etliche Personalfragen sind noch offen, aber das taktische Gerüst steht. Trotz der diversen Unwägbarkeiten in Abwehr und Mittelfeld denkt TuS-Trainer Petrik Sander nicht darüber nach, seine Elf mit einem anderen System auf den Platz zu schicken. "Ich glaube, es ist einfacher, wenn die Nachrücker wissen, was sie auf ihren einzelnen Positionen zu tun haben", hält der Coach am 4-4-2 mit zwei Sechsern fest.

Wobei im Mittelfeld noch ein Partner für Daniel Gunkel gesucht wird. Nachdem Everson Gelb-gesperrt ist, wird vermutlich Anel Dzaka aufgrund seiner kämpferischen Qualitäten den Vorzug vor dem eher filigranen Ervin Skela bekommen.

In der Abwehr deutet alles darauf hin, dass Martin Hudec den Zuschlag erhält. Der Tscheche weilte allerdings aufgrund eines Trauerfalls in dieser Woche in der Heimat und konnte erst im Abschlusstraining in Duisburg wieder mitmischen. "Wir müssen sehen, in welchem Zustand er ist", hält sich Sander alle Möglichkeiten offen und verspricht: "Wir werden uns etwas einfallen lassen."
 (sab)


  Sasic: Vielleicht wird meine Energie falsch verstanden

Der einstige Koblenzer Trainer ist beim MSV Duisburg in die Kritik geraten - "Die TuS liegt mir immer noch am Herzen"

DUISBURG. Es ist derzeit mächtig Dampf unter dem Kessel beim MSV Duisburg. Eigentlich sollte bei den Meiderichern unter dem neuen Trainer Milan Sasic vieles besser werden. Seit November 2009 ist der einstige Erfolgscoach der TuS Koblenz dort in Amt und Würden, die Hoffnungen auf eine ersehnte Rückkehr in die Bundesliga wird aber auch er nicht erfüllen können. Für den Klub geht es nun wohl nur noch darum, die Saison mit Anstand zu Ende zu bringen.

Was vor allem an einer schwachen Heimbilanz liegt: Unter Sasic gab es in der MSV-Arena nur einen Sieg, zudem kassierte das Team zuletzt zwei Pleiten in Folge. Doch damit nicht genug: Intern rumort es, aus der Mannschaft und dem Umfeld soll es Kritik an der Menschenführung des Trainers geben. Zu Beginn der Woche fand eine Aussprache statt, alle Beteiligten im Verein sind bemüht, die Wogen zu glätten - auch Sasic, der nach wie vor in Koblenz beheimatet ist.

Herr Sasic, wäre es nicht eigentlich praktischer, heute in Koblenz zu spielen?
(lacht) Ja, aus verschiedenen Gründen. Sie meinen, weil unsere Auswärtsbilanz besser ist und ich dann schneller zu Hause wäre.

Sie haben mich durchschaut. Aber das Spiel ist ja dummerweise in Duisburg, wo Ihre Mannschaft etwas gutzumachen hat.
Wir haben zu Hause zuletzt nicht das getan, was man von uns erwartet. Und außerdem haben wir unsere Chance auf den Relegationsplatz praktisch verspielt. Jetzt geht es darum, die bestmögliche Platzierung zu erreichen. Wir wollen unsere Fans nicht weiter ärgern und uns als Mannschaft präsentieren. Ein guter Tabellenplatz ist auch aus wirtschaftlichen Gründen enorm wichtig.

Insofern wird Ihnen daran gelegen sein, dass die Mannschaft die Saison nicht ausklingen lässt.
Natürlich, das wäre verantwortungslos.

Nach zwei Niederlagen in Folge stehen Sie zunehmend in der Kritik. Wie gehen Sie damit um?
Die Kritik ist ja nicht aufgrund der Niederlagen entstanden. Wir haben das zu Beginn der Woche deutlich ausdiskutiert. Es sind auch viele Dinge von außen hereingetragen worden. Vielleicht ist es auch so, dass der eine oder andere im Umfeld meine Energie und Erfolgs-Besessenheit falsch versteht. Vielleicht war die Art und Weise meines Verhaltens in dem einen oder anderen Fall nicht ganz richtig. Aber das ist geklärt. Und das Wichtigste ist, dass es keine Reibungen mit der Mannschaft gibt. Die Jungs schätzen meine Arbeit sehr. Fakt ist allerdings, dass wir einen kleinen negativen Lauf haben und auf eine TuS treffen, die eine positive Serie hat. Das wird interessant.

Sie waren ja mehrfach in dieser Saison in Koblenz auf der Tribüne. Wie beurteilen Sie die Lage bei der TuS?
Der Verein liegt mir zweifellos am Herzen. Es ist mein großer Wunsch, dass TuS Koblenz in der Liga bleibt. Ein Abstieg wäre auch für mich sehr traurig. Es ist doch klar, warum ich so denke: Ich bin ein Koblenzer, ich bin Mitglied bei der TuS - und ich hatte dort fünf wunderschöne Jahre. Aber genauso ist es meine Verpflichtung, alles zu versuchen, dass Duisburg dieses Spiel gewinnt.

Sie werden dann wohl Ihre innere Zerrissenheit ausblenden müssen.
Absolut. Es geht darum, professionell seine Arbeit zu machen. Aber ich wünsche der TuS nur in diesem Spiel eine Niederlage - und dass sie dann alle anderen gewinnt.

Das Gespräch führte Sven Sabock


TuS-Nachwuchs zeigt Trotzreaktion

Koblenz gewinnt gegen Betzdorf

TuS Koblenz - SG Betzdorf 3:0 (3:0)

KOBLENZ. Nach zwei Niederlagen in Folge haben sich die A-Junioren der TuS Koblenz wieder gefangen und ihr Nachholspiel in der Regionalliga Südwest gegen die SG Betzdorf am Mittwochabend deutlich mit 3:0 (3:0) gewonnen.

Vier Tage nach der enttäuschenden Darbietung gegen die JFG Obere Saar zeigte sich die Mannschaft von Trainer Dirk Laux gegen den unmittelbaren Tabellennachbarn aus Betzdorf wie ausgewechselt. Nach einer "sehr unkonventionellen Ansprache" (Laux) vor dem Spiel dominierte die TuS den Gegner von Beginn an und ging nach 20 Minuten durch den lange gesperrten Idrissa Sow mit 1:0 in Führung. Auch danach zeigten sich die Koblenzer zweikampfstärker als die Gäste und ließen den Ball gut laufen. Belohnt wurden sie mit dem 2:0 durch Serkan Göcer (32.) und dem zweiten Treffer von Sow zum 3:0 (38.). Im zweiten Abschnitt ließen die Gastgeber zwar etwas nach, konnten den Sieg aber sicher über die Zeit bringen. "Nach der Leistung im letzten Spiel war das die erwartete Trotzreaktion", sagte Laux. "Ich bin sehr zufrieden und hoffe, dass die Mannschaft jetzt wieder eine solche Serie wie in der Hinrunde startet."

Nach einer kurzfristigen Verlegung des für Sonntag angesetzten Spiels in Schifferstadt muss die Elf bis Ostermontag warten, ehe sie mit der Auswärtspartie beim SC Hauenstein die erste Gelegenheit dazu hat.
(tok)

Koblenz: Birk, Fink, Schmidt, Moskopp, Böhm, Tillmanns (82. Hadzic), Göcer (74. Wild), Rittgen, Buhler, Sow (74. Houck), Companioni Diaz (70. Menrath).

Quelle Rhein-Zeitung 26.03.2010  http://rhein-zeitung.de


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27.03.2010    TuS zeigt Lethargie statt Leidenschaft

Aktuell-2009_175Für Koblenzer verschärft sich nach der Pleite in Duisburg die Lage im Abstiegskampf - Schwache Abwehrleistung

Rückschlag im Abstiegskampf für TuS Koblenz: Weil der Zweitligist im Auswärtsspiel in Duisburg leer ausging und der direkte Konkurrent FSV Frankfurt gewann, beträgt der Abstand zum Relegationsplatz wieder fünf Punkte.

MSV Duisburg - TuS Koblenz 4:1 (1:0)

DUISBURG. Die TuS Koblenz und ihre Anhänger stehen vor einem nervenaufreibenden Endspurt der Zweitligasaison 2009/2010. Nachdem die Elf von Petrik Sander im Kampf um den Klassenverbleib zuletzt massiv Boden gutgemacht hatte, ist die Lage nach dem 1:4 beim MSV Duisburg und dem 2:1 des FSV Frankfurt gegen Union Berlin wieder äußerst prekär geworden. Ursache der TuS-Pleite war ein mangelhaftes Abwehrverhalten. "Es hat nichts zusammengepasst", ärgerte sich Coach Sander, "wenn wir nicht an unsere absolute Leistungsgrenze gehen, haben wir keine Chance."

Die Partie in der MSV-Arena war wieder einmal der lebendige Beweis dafür, dass der Fußball zu den unkalkulierbaren Dingen des Lebens gehört. Wer dachte, die TuS würde an die Leistungen der Vorwochen anknüpfen und sich den angeknacksten Duisburgern mit breiter Brust entgegenstellen, sah sich gründlich getäuscht. Lethargie statt Leidenschaft prägte die Aktionen der Koblenzer, die offenbar nicht die Gunst der Stunde erkannten, dem Tabellen-16. FSV Frankfurt weiter auf die Pelle zu rücken.

Nein, die Koblenzer bekamen auf dem geschundenen Grün einfach keinen Zugriff auf das Spiel und schon gar nicht auf den Gegner. Warum? Weil sie das kleine Einmaleins des Fußballs nicht beherzigten. Die TuS-Kicker gaben in den Zweikämpfen artig Geleitschutz und weigerten sich schlicht, der Sasic-Elf Einhalt zu gebieten. Resultat des Ganzen war eine ziemlich einseitige erste Halbzeit. Der MSV konnte mühelos den Ball zirkulieren lassen und tauchte nahezu im Fünf-Minuten-Rhythmus gefährlich vor dem TuS-Tor auf.

Wobei das Strickmuster eigentlich recht einfach zu durchschauen war. Nahezu jeder Diagonalball von MSV-Oldie Ivica Grlic (34) brachte die Koblenzer in Verlegenheit. Die Quittung für derlei sorgloses Defensivverhalten ließ allerdings bis zur 26. Minute warten, als Srdjan Baljak eine Flanke von Olcay Sahan nur noch einschieben musste. Gegenwehr: Fehlanzeige. Die TuS-Abwehr offenbarte das gelebte Chaos.

Doch damit nicht genug: Wenn die Koblenzer denn mal den Ball hatten, schenkten sie ihn mit schlampigen Pässen prompt wieder her. Kein Wunder, dass es Sander schon kurz vor dem Pausenpfiff zu bunt wurde - der TuS-Trainer wechselte gleich zwei Spieler aus. Für den indisponierten Tom Geißler kam Martin Hudec, Christian Müller ersetzte Emmanuel Krontiris. Zudem rückte der überraschend als Innenverteidiger aufgebotene Frank Wiblishauser auf die linke Defensivseite.

Als sich dann auch noch Torwart David Yelldell unmittelbar nach Wiederanpfiff dem Niveau seiner Vorderleute anpasste und einen 22-Meter-Schuss von Sahan zum 2:0 passieren ließ (48.), nahm das Schicksal seinen Lauf.

Die TuS schöpfte zwar im direkten Gegenzug mit dem 2:1 durch Matej Mavric neue Hoffnung (49.), verteidigte aber insgesamt einfach zu schlecht, um Ansprüche auf einen Punktgewinn anzumelden. Frank Fahrenhorst beendete mit dem 3:1 in der 64. Minute die kurzzeitige Drangperiode der Koblenzer, in der Anel Dzaka sogar die Chance zum Ausgleich hatte. Stattdessen war Caiubys Tor zum 4:1 (87.) letztlich auch ein Beleg für die schwache Koblenzer Leistung.

Konsequenz des ziemlich verpatzten Auftritts von Duisburg: Im nächsten Heimspiel am Ostersonntag gegen Aufsteiger Paderborn muss für die TuS nun ein ähnlicher Kraftakt her wie zuletzt gegen Greuther Fürth. Und vor allem drei Punkte.
Sven Sabock

     Quelle Rhein-Zeitung 27.03.2010  http://rhein-zeitung.de


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29.03.2010    TuS wirft ihre Arbeit über den Haufen

Koblenzer bringen sich mit dem 1:4 in Duisburg wieder in Zugzwang

TuS Koblenz hat sich im Abstiegskampf erneut in eine enorm prekäre Lage manövriert. Wobei vor allem die Art und Weise, wie sich das Team beim deutlichen 1:4 in Duisburg präsentiert hat, Anlass zur Sorge gibt.

DUISBURG. Die vergangenen Wochen haben schon mal einen kleinen Vorgeschmack darauf gegeben, wie dramatisch das Finale im Tabellenkeller der Zweiten Bundesliga noch werden kann. Da schien TuS Koblenz nach dem 0:2 in Oberhausen quasi schon abgestiegen, um mit zwei Siegen in Folge zumindest den 16. Platz vor Augen zu haben. Und dann das: Mit dem 1:4 beim MSV Duisburg hat es die Mannschaft von Trainer Petrik Sander geschafft, die mühevolle Arbeit über den Haufen zu werfen. Dass der FSV Frankfurt zeitgleich den Abstand wieder auf fünf Punkte ausbauen konnte, ließ die Koblenzer Pleite zu einem schwarzen Freitag werden.

Nun kann die Sache am Osterwochenende wieder ganz anders aussehen. Die TuS gewinnt gegen Paderborn, die Hessen patzen gegen Bielefeld - und schon ist die alte Konstellation wieder hergestellt. Der Abstiegskampf als Achterbahnfahrt der Gefühle. Allein, das ist im Moment nicht mehr als graue Theorie, die Realität sieht anders aus. Den TuS-Profis sind nahezu über Nacht alle Tugenden abhandengekommen, die sie zuvor gezeigt und sich eingeredet hatten.

"So, wie wir uns in der ersten Halbzeit präsentiert haben, darf man natürlich nicht auftreten", bemühte sich Sander erst gar nicht, das blutleere Hinterherlaufen schönzureden oder gar zu entschuldigen. Nahezu jeder Zweikampf ging verloren, die Raumaufteilung stimmte nicht. Individuell und im Kollektiv blieben die Koblenzer so ziemlich alles schuldig.

Als Erklärungsansatz konnte Sander immerhin anführen, dass die nötig gewordenen Umstellungen im Team auf Kosten der Stabilität gegangen waren. Die Hereinnahme von Anel Dzaka und Frank Wiblishauser auf ihnen fremden Positionen war, so gab Sander zu, "mehr dem Prinzip Hoffnung geschuldet, dass es irgendwie funktioniert". Es funktionierte nicht, wobei der Coach zu Recht keine Einzelkritik vornehmen wollte. Warum auch? Außer Matej Mavric, der neben seinem Treffer zum 2:1 noch als Einziger versuchte, die Reihen zu schließen, stand beinahe jeder TuS-Akteur neben sich. Schon vor der Pause setzte der Trainer mit den Auswechslungen von Tom Geißler und Emmanuel Krontiris ein deutliches Zeichen - "aber ich hätte auch einige andere nehmen können."

Wobei einmal mehr deutlich wurde, dass dem Kader auf diversen Positionen ungeachtet der Nachbesserungen im Winter schlicht die Qualität fehlt. Tom Geißler ist eben alles andere als ein Linksverteidiger, Dzaka kein "Sechser", und neben Edmond Kapllani ist kein zweiter Angreifer mit Zweitliga-Format vorhanden. All das thematisierte Sander verständlicherweise nicht, sondern deutete an, "dass diese Notlösungen ja eher ein Armutszeugnis für den Rest des Kaders sind". Soll heißen: Die zahlreichen Reservisten liefern ihm derzeit kaum Argumente, seine Personalentscheidungen zu überdenken. All das ändert für den Trainer aber nichts daran, dass "man sich dann trotzdem wehren kann". Zu sehen war das allenfalls in den ersten 15 Minuten nach der Pause, ehe es am Ende nur noch um Schadensbegrenzung ging.

Sander wird in dieser Woche wohl nicht umhinkommen, die gleiche Kassette wie vor wenigen Wochen noch mal abzuspielen. Einerseits hat er bereits angekündigt, "nicht den Mantel des Schweigens über die Leistung zu hüllen", andererseits wird er dem Team neues Selbstvertrauen einflößen müssen. Ohnehin bleibt der TuS nichts anderes übrig, als den Blick nach vorn zu richten - und zu hoffen, dass sich im Verlauf der Woche die personelle Situation leicht entspannt. Der Brasilianer Everson wird nach seiner Gelb-Sperre wieder ins Team rücken. "Man hat gesehen, wie wichtig er für unsere defensive Stabilität ist", sagt Sander.

Und natürlich darf in diesen Tagen ein Satz nicht fehlen. "Es liegen 18 Punkte im Topf, und wir müssen davon so viele wie möglich holen", gibt es für den Coach (noch) keinen Grund, am Klassenziel zu zweifeln. Aber nur dann, wenn die TuS schleunigst die Kurve kriegt.
Sven Sabock


TuS: Kampfansage nach der Pleite

Koblenzer Profis wollen das 1:4 in Duisburg schnell reparieren - Pourie: Jetzt müssen wir den Schalter umlegen

Kampflos, ideenlos, leidenschaftslos. Das Arbeitszeugnis der Koblenzer Fußballer für die Auswärtsreise nach Duisburg liest sich alles andere als positiv. Nicht bloß das Endergebnis, sondern viel mehr die enttäuschende Leistung sorgt für einen skeptischen Blick voraus auf die Endspielwochen.

DUISBURG. Minuten nach dem Schlusspfiff wollte keiner der TuS-Spieler die gezeigte Leistung schönreden. "So kann man hier einfach nicht bestehen", sagte Torhüter David Yelldell. Und Stürmer Marvin Pourie ergänzte nach dem Koblenzer 1:4 in Duisburg etwas drastischer: "Das war eine miserable Mannschaftsleistung. Wir haben alle versagt." Und in der Tat mutete die Darbietung der TuS-Elf in der MSV-Arena schon äußerst überraschend an. Überraschend im negativen Sinne.

Gegen eine Duisburger Mannschaft, die zuletzt vor über zwei Monaten im eigenen Stadion gewinnen konnte und bei der der Trainingsbetrieb unter der Woche eher ein Nebenschauplatz zur ausgiebigen Diskussion um Trainer Milan Sasic gewesen war, hatten wohl alle Koblenzer ihre Chance gewittert. Das Selbstvertrauen aus den beiden Siegen gegen Ahlen und Fürth sollte mit an die Wedau genommen werden, um den nächsten Schritt Richtung Klassenverbleib zu gehen.

Nur 15 Minuten Gegenwehr

Dass es dazu besonders der essenziellen Tugenden des Abstiegskampfes - Einsatz, Leidenschaft, Zweikampfstärke - bedarf, wussten die Spieler. Und in den letzten Wochen haben sie durchaus bewiesen, dass sie diesen Anforderungen nachzukommen imstande sind. Doch auf unerklärliche Weise schienen die Akteure eben diese Tugenden am Freitagabend am Deutschen Eck vergessen zu haben.

Lediglich 15 Minuten lang nahm die Elf von Petrik Sander den Kampf an und gestaltete die Partie ausgeglichen. Unter dem Strich war das viel zu wenig, um auch das dritte Spiel in Folge erfolgreich zu beenden.

Schon nach vier Minuten konnte Duisburgs Linksverteidiger Olivier Veigneau seelenruhig einen Querpass auf Olcay Sahan in die Spitze spielen. Einzig Yelldells Fußabwehr bewahrte die TuS vor einem frühen Rückstand. Was als Weckruf hätte dienen können, entpuppte sich zum Entsetzen der Schängel-Fans leider als kein Einzelfall. Die Gastgeber dominierten das Spiel, ohne selbst wirklich glänzen zu müssen. Mit einfachen Diagonalpässen stellten sie die neu formierte Abwehr der Koblenzer allzu oft vor schier unlösbare Probleme. "Wir haben den Duisburgern immer wieder zu viel Raum gelassen. Da konnten sie sich einfach zu leicht entfalten", kritisierte der zunächst als Innenverteidiger aufgebotene Frank Wiblishauser die fehlende Kompaktheit und führte ein weiteres Manko an: "In den letzten beiden Partien waren wir von Beginn an aggressiv. Das gelang uns heute überhaupt nicht." Die erste Gelbe Karte nach 80 (!) Minuten ist der beste Beleg für das über weite Strecken zu zaghafte Defensivverhalten.

Das 1:0 der Duisburger durch Srdjan Baljak(26.), dessen enorme Schnelligkeit die Schängel zu keinem Zeitpunkt des Spiels zu zügeln wussten, war da nur die logische Konsequenz. Und auch im Spiel nach vorn lief bei der TuS im ersten Abschnitt überhaupt nichts zusammen. Die unzähligen Fehlpässe im Spielaufbau verhinderten kontrollierte Offensivaktionen, und die wenigen Standardsituationen wussten ebenfalls keinen Ertrag zu bringen. So konnte das erste "Torschüsschen" von Edmond Kapllani in der Nachspielzeit des ersten Abschnitts nur das Zeichen für eine bessere zweite Halbzeit sein, die dann nach dem frühen 0:2 (Yelldell: "An guten Tagen halte ich so einen Ball") tatsächlich zumindest für besagte 15 Minuten eine bessere und engagiertere Koblenzer Mannschaft zeigte.

Yelldell sucht Erklärungen

Der Anschlusstreffer von Matej Mavric Sekunden nach dem Rückschlag mobilisierte die Kräfte. Plötzlich zeigte die Mannschaft die lange vermisste Robustheit in den Zweikämpfen sowie den notwendigen Einsatz. Doch zu mehr als der Ausgleichschance von Anel Dzaka (56.) waren sie am Freitag nicht mehr imstande. Der Treffer von Frank Fahrenhorst zum 3:1 bedeutete nach einer guten Stunde den K.o. für die TuS. "Klar haben wir versucht, die positiven Dinge aus den letzten Wochen auch gegen Duisburg umzusetzen. Aber es steht auch immer noch ein Gegner auf dem Platz. Da ist das nicht immer so einfach", sagte Yelldell enttäuscht. "Wir können es uns selbst nicht erklären, warum wir nicht von der ersten Minute den nötigen Kampfgeist gezeigt haben. Das Spiel muss einfach abgehakt werden", ergänzte Pourie.

Was anderes wird der TuS nicht übrig bleiben. Durch den Sieg des FSV Frankfurt beträgt der Rückstand auf den Relegationsplatz abermals fünf Zähler. Bei sechs ausstehenden Partien und angesichts der enttäuschenden Darbietung in Duisburg zumindest besorgniserregend.

Doch aufgeben wird in Koblenz niemand. "Wir wissen ja, dass wir es besser können und haben es auch in den letzten Wochen gezeigt. Jetzt müssen wir den Schalter eben wieder umlegen", fordert Pourie und formulierte Minuten nach der ernüchternden Niederlage schon eine Kampfansage an den nächsten Gegner: "Gegen Paderborn werden wir uns im eigenen Stadion nicht die Butter vom Brot nehmen lassen."
Tobias Küpper


  Sasic gelobt Besserung

MSV-Trainer sieht Neuanfang mit Mannschaft

DUISBURG. Das 4:1 gegen TuS Koblenz interessierte in Duisburg eigentlich niemanden so recht. Nein, stattdessen musste Milan Sasic nach dem Spiel zahlreiche Fragen beantworten, die eigentlich nichts mit den 90 Minuten zu tun hatten. Schließlich hatte es im Vorfeld der Partie bei den Meiderichern kräftig gescheppert, wurde die ruppige Personalführung des Trainers angeprangert.

"Es gab keinen Streit zwischen Mannschaft und Trainer", stellte Sasic klar, räumte aber ein, dass er sich wohl vereinzelt bei den Betreuern im Ton vergriffen hatte. "Auch mit 51 Jahren kann man sich noch ändern", zeigte sich der Kroate geläutert und fügte an: "Ich habe kein Problem damit gehabt, mich vor der Mannschaft bei den Physios zu entschuldigen."

Eine Aktion, die von Offensivakteur Christian Tiffert als "große Geste" gewertet wurde. Und auch Mannschaftskapitän Tom Starke fand, dass der Coach nach dessen öffentlicher Reue gestärkt in die kommenden Wochen geht: "Wir haben die richtige Reaktion gezeigt und wollen den Weg mit dem Trainer weitergehen." Sasic ergänzte: "Das Spiel war ein Neuanfang, ich bin sehr zufrieden."

Vermutlich hätte er sich sogar richtig gefreut, wenn die drei Punkte gegen einen anderen Gegner eingefahren worden wären: "Ich habe totales Mitgefühl mit TuS Koblenz."
(sab)


  Müde TuS-Reserve fährt Dreier ein

Koblenz II gewinnt in Gönnersdorf

SG Gönnersdorf - TuS Koblenz II 1:2 (0:1)

GÖNNERSDORF. Wenn es so etwas gibt, wie eine Niederlage für das Selbstvertrauen, dann war das 1:2 gegen TuS Koblenz II vor 170 Zuschauern in Gönnersdorf eine ganze Portion Balsam für die Fußball-Seelen der Spieler des Bezirksligisten SG Gönnersdorf/Waldorf.

Sie lieferten dem Meisterschaftskandidaten über 75 Minuten hinweg einen offenen Schlagabtausch, um ihn dann in der Schlussphase in der eigenen Hälfte festzusetzen. Einziges Manko: Von den durchaus vorhandenen Chancen nutzte lediglich Timo Schmidgen einen Foulelfmeter zum 1:2-Anschlusstreffer (70.), nachdem zuvor Sebastian Friedsam allzu unsanft in aussichtsreicher Position von den Beinen geholt worden war.

Dieses Gönnersdorfer Manko war gleichzeitig das Koblenzer Plus. Drei klare Chancen hatten die Tabellenführer vom Rhein-Mosel-Eck. Zwei nutzten Tobias Bauer (35.), der nach der einzigen Unaufmerksamkeit in der SG-Abwehr den Ball über Torwart Ralf Heuser hob, und Timo Schlabach (57.), der Christian Heuser stehen ließ und unhaltbar zum 2:0 traf. Danach folgten zehn Gönnersdorfer Minuten der Besinnung, die in einem einzigen, allerdings erfolglosen Sturmlauf endeten.

"Meine Spieler waren da im dritten Spiel in einer Woche einfach müde", erklärte TuS-Trainer Colin Bell die Abwehrschlacht in der Schlussphase, in der SG-Torwart Heuser absolut beschäftigungslos blieb. Eine Aussage, die zutreffen mag, trotzdem etwas verwundert: Denn auch für die Gastgeber war es die dritte Partie in der Woche, und die stürmten nach dem Anschlusstreffer unermüdlich. Sie wurden zwar nicht mit dem Ausgleich belohnt, dafür aber mit dem Gefühl: Wir sind besser, als es der Tabellenstand aussagt.
(par)

  Quelle Rhein-Zeitung 29.03.2010  http://rhein-zeitung.de


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30.03.2010     TuS Koblenz kämpft gegen Abstieg und Schlendrian

Zweitligist muss sich vor der Partie gegen Paderborn neu sortieren - Trainer Sander bemängelt Körpersprache

KOBLENZ. Es gibt viel zu tun bei TuS Koblenz. Und da kommen die beiden zusätzlichen Trainingstage in dieser Woche gerade recht. Weil die Elf von Trainer Petrik Sander erst am Sonntag (13.30 Uhr) gegen den SC Paderborn den Abstiegskampf fortsetzt, bietet sich dem Coach die Chance, sein Team wieder auf Kurs zu bringen. Auf dem Platz und in den Köpfen. Denn in einem sind sich alle Beteiligten einig: Wenn es den Koblenzern nach dem phasenweise desolaten Auftritt von Duisburg nicht schleunigst gelingt, sich neu zu besinnen, wird der Klassenverbleib nicht mehr als bloße Hoffnung bleiben.

Sanders Äußerungen lassen erahnen, dass er sich in den kommenden Tagen auch den ein oder anderen seiner "Pappenheimer" mal zur Seite nehmen wird. "Es gibt Spieler in der Mannschaft, die den Hang haben, vom Selbstvertrauen schnell in Selbstüberschätzung abzudriften", hat der 49-Jährige festgestellt - obwohl die Tabelle auch nach der Mini-Serie von zwei Siegen keinen Anlass für Freudensprünge geboten hatte. Allein, durch die Pleite an der Wedau haben sich die Ereignisse wieder zugespitzt.

Ähnlich wie vor der Partie bei Rot Weiss Ahlen wird dem Fußball-Lehrer nichts anderes übrig bleiben, als alle Systeme im Team noch einmal neu zu starten. Die "verheerende Körpersprache", wie sie der Coach zu Recht anprangert, muss wieder der Überzeugung weichen, dem Schicksal auf die Sprünge helfen zu können. Und deshalb wird der Coach auch nicht müde zu betonen, dass in den finalen Wochen der Saison vor allem die einfachen Dinge entscheidend sind. "Wenn wir versuchen, nur Fußball zu spielen, haben wir keine Chance", stellt der Trainer zum x-ten Mal fest. Eine Botschaft, die sich aber nur langsam Bahn bricht.

Weil das Laufen zu den unabdingbaren Grundlagen gehört, dürfte der Einheit am gestrigen Nachmittag auch einen besondere pädagogische Bedeutung zugekommen sein. Im Stadion Oberwerth stand ein Leistungsdiagnostik-, sprich Laktat-Test auf dem Programm. Für Trainer Sander bietet er die Möglichkeit, die Werte mit jenen im Dezember zu vergleichen, als er seinen Job angetreten hatte. Und auch eine Video-Analyse wird der Coach seinen Akteuren wohl nicht ersparen. In einer ersten Ansicht der DVD des Duisburg-Spiel hatte Sander bereits festgestellt, "dass es im Fernsehen noch viel schlimmer ausgesehen hat".

Parallel dazu werden im Lager der TuS alle Hebel in Bewegung gesetzt, um bis zum Sonntag den Krankenstand in der Defensivabteilung abzubauen. Möglicherweise kann Kapitän Manuel Hartmann wieder in den Trainingsbetrieb zurückkehren, ähnliche Signale gibt es bei Benjamin Lense und Dominique Ndjeng. Klar ist: Der Brasilianer Everson steht nach Gelb-Sperre wieder zur Verfügung. Sicher ist auch, dass die Gäste auf dem Oberwerth auf ihren Top-Torjäger Mahir Saglik (12 Treffer) verzichten müssen. Der Angreifer hatte sich in der Partie gegen Rot-Weiß Oberhausen die Rote Karte eingehandelt und wurde vom DFB-Sportgericht für drei Spiele gesperrt.

Eines steht in jedem Fall fest: Egal, welches Personal Sander am Sonntag auf den Rasen schickt - gegen den Aufsteiger hilft nur ein Sieg, um nicht komplett den Anschluss zu Platz 16 zu verlieren. Sander weiß: "Wir müssen jetzt einfach zusehen, dass wir unsere Heimspiele gewinnen."
Sven Sabock


 TuS Koblenz II will ins Pokalhalbfinale

Zweitligareserve gegen Schweich

KOBLENZ. Bezirksligaspitzenreiter gegen Bezirksligaspitzenreiter - so lautet am Mittwoch die Partie im Viertelfinale um den Pokal des Fußballverbandes Rheinland, wenn die TuS Koblenz II den TuS Schweich empfängt (Anpfiff 20 Uhr, Kunstrasen Oberwerth).

Während die Koblenzer Zweitligareserve die Mitte-Staffel der Bezirksliga mit einem Punkt Vorsprung anführt, stehen die Schweicher in der Weststaffel mit zwei Punkten Vorsprung vorne. Müde Spieler, wie TuS-Trainer Colin Bell nach dem knappen 2:1 in Gönnersdorf seine Akteure nach drei Spielen in einer Woche bezeichnete, dürfen die Koblenzer am Mittwoch also nicht aufbieten. Denn immerhin warf Schweich im Achtelfinale den Rheinlandligisten Spvgg Wirges II mit 2:1 aus dem Pokal, genau wie zuvor schon den Bezirksliga-West-Zweiten SG Auw. Doch die Koblenzer sind gewappnet, setzten sich selbst im Achtelfinale gegen den Oberligisten SV Roßbach/Verscheid nach Verlängerung durch und gehen am Mittwochabend als Favorit ins Spiel.
Genau wie der TuS Mayen, der am Mittwoch (19.30 Uhr) bei der SpVgg Burgbrohl antritt.

Quelle Rhein-Zeitung 30.01.2010  http://rhein-zeitung.de


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