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03.05.2010 TuS: 2:2 gegen FCK ist ein Prestigegewinn
Koblenzer erkämpfen sich gegen den Aufsteiger aus der Pfalz ein verdientes Unentschieden und werden mit viel Applaus vom Publikum verabschiedet
TuS Koblenz hat sich mit einer ordentlichen Vorstellung von seinen Fans verabschiedet. Nach dem 2:2 gegen den 1. FC Kaiserslautern ist zwar auch jede rechnerische Chance auf den Klassenverbleib dahin. Doch das Remis gegen den Aufsteiger war zumindest ein Prestigegewinn. Die Zuschauer dankten es mit viel Applaus.
TuS Koblenz - 1. FC Kaiserslautern 2:2 (2:1)
Von Sportredakteur Klaus Reimann
KOBLENZ. Zumindest was den Oberwerth angeht, ist der Zweitliga-Vorhang für TuS Koblenz gefallen. Und entgegen allen Befürchtungen geriet die Abschiedsvorstellung vor eigenem Publikum gegen Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern keineswegs zur Demütigung.
Wobei die Vorzeichen im vorerst letzten Rheinland-Pfalz-Derby unter Wettkampfbedingungen eigentlich auf eine klare Angelegenheit hingedeutet hatten. Doch die TuS-Spieler wollten sich bei diesem Prestigeduell nicht kampflos dem Favoriten unterwerfen. Charakterstärke war gefragt, und die zeigte die TuS beim 2:2 (2:1) gegen den spielerisch zwar überlegenen, im Angriff aber reichlich unentschlossenen Gegner. "Der Trainer hat vor dem Spiel an unsere Ehre appelliert. Und ich denke, wir haben uns mit einer guten Vorstellung verabschiedet", sagte TuS-Mittelfeldakteur Manuel Hartmann. TuS-Keeper Dieter Paucken hatte nach der Partie sogar ein Versprechen parat: "In der nächsten Saison greifen wir wieder an."
Sogar das Wetter entsprach den Befindlichkeiten beider Mannschaften vor dieser Partie ohne sportlichen Wert. Kurz vor dem Anpfiff regnete es - und gleichzeitig schien die Sonne. Besser hätte man das Auf und Ab der Kontrahenten nicht zum Ausdruck bringen können. Während die gut 5000 Lauterer Fans lautstark ihre Mannschaft und sich selbst feierten, schienen sich die TuS-Anhänger einen Tag freigenommen zu haben. Zumindest war von den Treuesten der Treuen in Block 1 wenig zu sehen und schon gar nichts zu hören.
Nur Schiedsrichter Peter Gagelmann schien das Bild eines zwar engagiert geführten, aber weitestgehend friedlichen Derbys zu stören. Wenig nachvollziehbar, warum der Referee nach 14 Minuten auf Elfmeter für den FCK entschied. Everson hatte Markus Steinhöfer regelgerecht mit Ball abgegrätscht. Srdjan Lakic verwandelte zum 1:0 für Kaiserslautern (15.).
Lautern war die spielerisch klar überlegene Mannschaft, beschränkte sich aber zumeist auf Spielkontrolle. Bei der TuS war viel Bemühen zu spüren, aber auch so manches Unvermögen zu beobachten. Ein Standard brachte dann den gar nicht einmal unverdienten Ausgleich. Nach einer Ecke von Andreas Glockner war Everson per Kopf zur Stelle - 1:1 (33.).
Die Partie war nun ausgeglichen. Und weil Gagelmann wohl etwas gutzumachen hatte, entschied er kurz vor der Pause auf Strafstoß für die TuS, als Anel Dzaka von Rodnei im Strafraum zu Boden gezogen wurde. Matej Mavric verwandelte cool, indem er den Ball in die Mitte des FCK-Kastens schlenzte.
2:1 für Koblenz nach Halbzeit eins - das war so gar nicht nach dem Geschmack von FCK-Trainer Marco Kurz. Der beorderte seine Mannen nach kurzer Pause schnell wieder auf den Rasen und hatte ihnen auch die passenden Worte mit auf den Weg gegeben.
Lautern agierte nun druckvoller. Der Erfolg stellte sich schnell ein. Nach einer Flanke von Florian Dick war Lakic per Kopf zum 2:2 zur Stelle (57.). Damit war es um den Tatendrang des FCK dann aber auch wieder weitestgehend geschehen. Lautern bestimmte zwar das Geschehen, verzichtete aber auf die letzte Konsequenz im Abschluss.
So blieb es bei dem Ergebnis, mit dem beide Mannschaften das Gesicht wahren konnten. Nach 90 unterhaltsamen Minuten schien auch wieder die Sonne - und für die TuS-Akteure gab es auf ihrer Ehrenrunde trotz des Abstiegs eine Menge Applaus. "Danke an ein tolles Publikum, die Koblenzer haben zweifellos Zweitligafußball verdient", konstatierte Hartmann. Darauf werden sie jetzt einige Zeit warten müssen.
TuS II macht den Aufstieg perfekt
Bezirksliga Mitte: Nach einem harten Stück Arbeit feiert die Mannschaft von Trainer Colin Bell die Meisterschaft
Dass die TuS Koblenz II Meister werden würde war klar. Nur der Zeitpunkt stad nicht fest: Sie wurde es am Freitagabend in Oppertshausen. Allerdings erst nach einem harten Stück Arbeit gegen eine gute SG Unzenberg.
SG Unzenberg/S. - TuS Koblenz II 0:1 (0:0)
OPPERTSHAUSEN. Soviel vorweg: Die TuS Koblenz II ist Meister in der Fußball-Bezirksliga Mitte. Ein 1:0-Sieg bei der SG Unzenberg reichte der Mannschaft von Colin Bell, um frühzeitig den Aufstieg in die Rheinlandliga zu feiern.
Doch damit ist die Partie noch lange nicht erzählt - immerhin sah es 80 Minuten lang auf dem Oppertshausener Sportplatz so aus, als müsste die Meisterfeier um eine Woche verschoben werden, als würde Unzenberg dem Favoriten die Meistersuppe gehörig versalzen. "Das war ein ganz hartes Stück Arbeit", musste Bell zugeben. Das lag an genau zwei Faktoren: Zum einen hatte die SGU sicherlich eins der engagiertesten Saisonspiele gezeigt, zum anderen hatte die TuS zumindest am Freitagabend nicht gerade wie ein würdiger Aufsteiger gespielt.
Natürlich hatten die Gäste mehr Ballbesitz und taten mehr für die Partie. Immerhin brauchten sie einen Sieg, um im Anschluss tatsächlich feiern zu können. Doch nachdem Unzenberg nach gut 15 Minuten die Ehrfurcht abgelegt und eine echte Torchance durch Jan Hawel (10.) über sich ergehen lassen hatte, entwickelte sich ein munteres Spielchen, bei dem sich die Gastgeber immer mehr zutrauten - und eigentlich in Führung gehen mussten. Doch Steven Tittel scheiterte im Dreierpack: Zunächst konnte TuS-Keeper Jan Kramer seinen Schuss noch um den Pfosten lenken (29.), beim anschließenden Eckball war Tittel dann so überrascht, dass er den Ball übers Tor setzte, und zwei Minuten später fiel ihm ein abgelenkter Ball von Kramer vor die Füße - doch Tittel traf das Leder nicht richtig. Koblenz konnte bis zur Pause dann nur noch durch zwei Schüsse aus der Distanz von sich reden machen - allerdings nicht von der Qualität der Unzenberger Möglichkeiten. Die Gastgeber hatten offensiv Nadelstiche gesetzt. Den tiefsten Stich setzte Daniel Georg, als er den Ball aus 16 Metern an den Innenpfosten setzte.
Am Ende war es ausgerechnet ein Missverständnis zwischen dem starken SGU-Keeper Kasper und Verteidiger Marcel Klein, das die Gastgeber um den sicherlich verdienten Überraschungscoup brachte: Klein hatte sich bei einem langen Ball auf seinen Torwart verlassen, statt den Ball zu klären, der eingewechselte Sören Klappert war dazwischen gesprintet und hatte den Ball ins Tor geschoben (75.).
Der TuS-Jubel über den Treffer kannte keine Grenzen, machte aber eben auch deutlich, wie groß die Erleichterung war. Das unterstreicht auch Bells Aussage: "Wir hatten uns schon fast mit dem Unentschieden abgefunden." Gerecht wäre das allemal gewesen - traurig war Unzenbergs Spielertrainer Andre Piroth dennoch nicht: "Ich bin stolz auf die Jungs. Jeder ist an seine Leistungsgrenze gegangen." Gefragt, ob Koblenz wie ein würdiger Aufsteiger aufgetreten war, antwortete er ausweichend: "Sie sind ein würdiger Aufsteiger. Dazu gratuliere ich auch." Und weiter: "Sie haben sicher schon besser gespielt, aber vielleicht waren wir auch einfach ein guter Gegner." Das war ohne Zweifel der Fall - wie auch Bell zugeben musste: "Sie haben uns alles abverlangt und hatten ja auch ihre Chancen." Doch das war bei Sekt- und Bierdusche schnell vergessen. "Ich bin mächtig stolz auf die Jungs." Da rückte auch der Abstieg der Profimannschaft erst einmal in den Hintergrund. "In einem solchen Moment denkt man nicht daran. Aber klar, wir sind ein Verein und fühlen natürlich auch mit", so Bell. Sina Ternis
Spiel abgebrochen
Jugendfußball-Regionalliga: Wertung nicht klar
KOBLENZ. Beim Stand von 3:0 für die A-Junioren der TuS Koblenz ist die Partie in der Regionalliga Südwest bei DJK SV Phönix Schifferstadt nach 70 Minuten abgebrochen worden. Ein Spieler der Gastgeber war unglücklich mit dem TuS-Schlussmann zusammengeprallt und brach sich dabei das Schienbein.
Nach einer langen Unterbrechung und dem Abtransport im Rettungshubschrauber sah sich die DJK nicht mehr im Stande, die Partie fortzusetzen. Schließlich einigten sich beide Mannschaften und der Schiedsrichter auf einen Spielabbruch. Bis dahin hatte die TuS die Partie dominiert. Durch einen Doppelschlag von Dominik Schmidt (3.) und Stefan Krist (9.) ging Koblenz früh mit 2:0 in Führung. Nach 24 Minuten erhöhte Krist auf 3:0.
Wie der Spielabbruch gewertet wird, steht nicht fest. Nachdem der Schiedsrichter die Partie fortsetzen wollte, erklärten sich die Gastgeber einverstanden, das Spiel mit 3:0 für die TuS zu werten. Ob dies wirklich eintrifft, entscheidet der Verband.
TuS Koblenz - JFG Obere Saar 0:0
TuS Koblenz gelingt bei Remis gegen Tabellenvorletzten Obere Saar nicht mal ein Treffer
Auf eigenem Geläuf kam TuS Koblenz gegen den Tabellenvorletzten JFG Obere Saar nicht über ein trostloses 0:0 hinaus. "Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Sie hat gut gespielt", bilanzierte TuS-Trainer Martin Sek. Von Beginn an erspielten sich die Koblenzer gegen die sehr defensiv eingestellten Gäste gute Torchancen, allein sie verwerteten sie nicht. Auch im zweiten Abschnitt bestimmte die TuS das Spielgeschehen, konnte den gegnerischen Torhüter allerdings bis zum Schlusspfiff nicht überwinden. Dennoch war Sek mit dem Punktgewinn einigermaßen zufrieden. "In Anbetracht der Tatsache, dass wir unter der Woche teilweise nur acht Spieler im Training hatten und gegen Obere Saar viele sehr junge Spieler einbauen mussten, bin ich mit der Leistung zufrieden." Nach einem Nachholspiel unter der Woche fährt die TuS am kommenden Wochenende zum unangefochtenen Tabellenführer nach Mainz, wo sie zumindest auf ihre stabile Defensive aufbauen kann.
Koblenz: Beck, Masala, Löhr, Schweigert, Wißfeld, Edelmann, Sauerborn, Schwörer (65. Kitamura), Collu (58. Kaya), Ramovic (68. Feit), Moog (62. Rath).
Quelle Rhein-Zeitung 03.05.2010 http://rhein-zeitung.de
04.05.2010 TuS nimmt Abschied und hofft leise
Absteiger intensiviert Drittliga-Planungen - Koblenzer können aber womöglich von Lizenzentzügen profitieren
Der Abstieg ist auch rechnerisch besiegelt, TuS Koblenz bereitet sich auf eine Zukunft in der Dritten Liga vor. Lediglich bei einem Lizenzentzug könnte sich möglicherweise noch eine Hintertür öffnen.
Von Sportredakteur Sven Sabock
KOBLENZ. Man kann ja vom Publikum auf dem Oberwerth halten, was man will. So ist es den Sympathisanten von TuS Koblenz in vier Spielzeiten Zweiter Liga nur selten gelungen, den alten Kasten so richtig zum Beben zu bringen. Auch am Sonntag im abschließenden Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern hatten die TuS-Fans ihre liebe Mühe, sich in Sachen Lautstärke gegen die Pfälzer Anhänger zu behaupten. Aber: Mit den Jahren haben die Zuschauer ein feines Gespür für den Moment entwickelt. Als mit dem 2:2 nach 90 Minuten der Abstieg endgültig besiegelt war, gab"s warmen Applaus für Trainer Petrik Sander und die Mannschaft, trösteten sich alle Beteiligten am Zaun quasi gegenseitig.
"Das war eine schöne Geste", freute sich Sander über die Anteilnahme von den Rängen. Ein Stück weit, so scheint es, empfindet der 49-Jährige das Ganze wohl auch als Verpflichtung, nach der letztlich gescheiterten Mission Klassenverbleib in Koblenz nicht das sinkende Schiff zu verlassen und die Dinge wieder halbwegs zu reparieren. Sander, dem im Verein gute Arbeit bescheinigt wird, betonte einmal mehr, dass er bereit ist, den Neuaufbau der TuS in Liga drei einzuleiten - wenn es denn eine realistische Zielvorgabe gibt, die mit den finanziellen Rahmenbedingen vereinbar ist.
Wolfgang Loos ist derzeit mit Hochdruck dabei, diese Voraussetzungen zu schaffen. Der TuS-Geschäftsführer hat zwischenzeitlich die Lizenz-Unterlagen des DFB durchgearbeitet und legt sie heute um 16 Uhr dem Aufsichtsrat in dessen turnusmäßiger Sitzung vor. "Wir werden dort die nächsten Schritte beraten", gibt sich Loos eher unverbindlich. Primäres Ziel bleibt, einen soliden Etat auf die Beine zu stellen, mit dem ein konkurrenzfähiger Kader formiert werden kann. "Es wird in jedem Fall einen radikalen Umbruch geben", sagt Loos, "die Mannschaft wird verjüngt werden." Namen von möglichen Neuzugängen, so lässt sich heraushören, hat er wie auch Sander wohl schon auf dem Zettel. Der Coach hat sich offenbar auch schon die ein oder andere Drittliga- und Regionalliga-Partie angesehen, um Akteure zu sichten.
In diesen Gefilden wird die TuS vermutlich demnächst ihr Personal aussuchen, schließlich dürfte das Budget gerade mal halb so hoch wie das aktuelle sein. Genaue Zahlen dazu gibt"s von Loos nicht, der Manager betont allerdings, dass der Zuschauereinbruch in der laufenden Saison sowie die Zusatzkosten für Abfindungen und Winter-Zugänge dem Klub zu schaffen machen. Zudem fällt das Fernsehgeld durch die stete Platzierung im Tabellenkeller geringer aus als geplant. Knackpunkt für die kommende Spielzeit ist, wie die Differenz der TV-Einnahmen ausgeglichen werden kann. Statt knapp vier Millionen Euro gibt"s dann nur noch 800 000. Loos: "Ich denke, dass wir Ende der Woche schlauer sind."
Während die TuS dabei ist, ihre Hausaufgaben zu machen, schielt der Geschäftsführer auch auf diverse Konkurrenten. Offenbar ist längst nicht sicher, dass alle Zweitligisten die Lizenz für die kommende Saison erhalten werden. Vor allem in Bielefeld ist die Not groß. Die Arminia, der wegen einer verfehlten Finanzplanung in der laufenden Saison bereits vier Punkte abgezogen wurden, muss bis zum 3. Juni ein Loch stopfen, das nicht weniger als zwölf Millionen Euro tief ist. Die Hälfte davon wollen Klub und Sponsoren übernehmen, der Rest soll an der Stadt hängen bleiben - Ergebnis offen.
Sollte die DFL den Ostwestfalen tatsächlich die Rote Karte zeigen und die Lizenz verweigern, könnten die Koblenzer die Nutznießer der Bielefelder Pleite sein. Und zwar dann, wenn Hansa Rostock als derzeitiger Tabellen-16. die Relegation gegen den Dritten der Dritten Liga (derzeit Ingolstadt) gewinnt.
Sollte indes der Drittligist sich in der Relegation durchsetzen, rückt der unterlegene Zweitligist nach. So will es zumindest die "Sport Bild" vom DFB erfahren haben, der sich auf Paragraf 54 der Spielordnung beruft. Explizit geregelt ist die aktuelle Konstellation dort allerdings nicht.
Angesichts der eigenen Baustellen betont Loos, "dass wir ab sofort eingleisig für die Dritte Liga planen". Aber, so macht der TuS-Manager auch klar: "Wenn uns mitgeteilt werden würde, dass wir als Nachrücker doch in der Liga bleiben sollten, hätten wir keine Probleme, den Hebel umzulegen."
Quelle Rhein-Zeitung 04.05.2010 http://rhein-zeitung.de
06.05.2010 TuS Koblenz will oben mitspielen
Manager Loos hält Dritte Liga für machbar - Bleibt Sander?
KOBLENZ. Das Projekt "Dritte Liga" nimmt nach dem Abstieg von TuS Koblenz aus der Zweiten Fußball-Bundesliga allmählich Formen an. Bei der jüngsten Aufsichtsratssitzung wurden die Lizenzierungsunterlagen des DFB akribisch durchgearbeitet. Vorläufiges Ergebnis: "Wir wissen jetzt, welche Hausaufgaben wir zu erledigen haben, um die wirtschaftlichen Voraussetzungen für die Dritte Liga zu erfüllen", sagte TuS-Geschäftsführer Wolfgang Loos. Diese Aufgaben will der Verein "in den nächsten fünf, sechs Tagen" erledigt haben, wie Loos darlegt. Es laufen Gespräche mit potenziellen Geldgebern. Über Namen und Summen schweigt sich der Geschäftsführer noch aus.
Läuft alles nach Plan, geht die TuS mit einem, so Loos, "für die Liga absolut durchschnittlichen Etat" in die Drittklassigkeit. Ein Etat indes, der es dem Zweitliga-Absteiger erlauben soll, "oben mitzuspielen". Was ein ehrgeiziges Ziel sein dürfte, steht doch auf die Mannschaft bezogen ein Totalumbruch ins Haus.
Zumindest beim Trainer sieht es bei der TuS nach kontinuierlicher Arbeit aus. Die Zeichen stehen gut, dass Petrik Sander die Koblenzer weiterhin coachen wird. "Auch wenn da noch ein paar Gespräche geführt werden müssen", wie der Geschäftsführer ergänzt.
Wie aus gewöhnlich gut informierten Kreisen durchsickerte, sollen Sander und Loos am vergangenen Wochenende schon das eine oder andere Dritt- bzw. Regionalligaspiel gemeinsam beobachtet haben.
Vieles deutet auf eine junge, hungrige Mannschaft der TuS in der neuen Drittligasaison hin - vorausgesetzt, der finanzielle Kraftakt gelingt. Wovon Loos derzeit fest ausgeht. (rei)
Quelle Rhein-Zeitung 06.05.2010 http://rhein-zeitung.de
07.05.2010 Gerüchte um Yelldell,
Mavric nach Südafrika
TuS-Torwart wird in Duisburg gehandelt
KOBLENZ. Nach dem feststehenden Abstieg aus der Zweiten Fußball-Bundesliga sind bei TuS Koblenz die ersten Personalentscheidungen gefallen. Demnach werden die Leihspieler Anel Dzaka (FCK), Andreas Glockner (Freiburg), Edmond Kapllani (Augsburg) und Philipp Langen (Fürth) dem Verein den Rücken kehren.
Zudem haben die Koblenzer bei den ebenfalls ausgeliehenen Melinho und Martin Hudec nicht die Option gezogen, das Duo kehrt somit zu seinem Stammverein Sigma Olmütz zurück.
Parallel dazu rücken die ersten TuS-Profis bei anderen Klubs in den Fokus. Unter anderem wird Torwart David Yelldell beim MSV Duisburg gehandelt, wo ein Nachfolger für Tom Starke gesucht wird. Neben dem Koblenzer Schlussmann gelten dort Luis Robles (FCK) und Thomas Kessler (1. FC Köln) als mögliche Kandidaten. Laut MSV-Manager Bruno Hübner soll es „lose Kontakte“ geben. Auch bei Rot-Weiß Oberhausen soll Yelldell ein Thema sein. „Ich werde auf jeden Fall noch ein Gespräch mit ihm führen“, würde TuS-Geschäftsführer Wolfgang Loos den Schlussmann gern halten, „was daraus wird, muss man sehen.“
Während der Kader auch nach dem Saisonfinale am Sonntag beim FSV Frankfurt noch bis zum 3. Juni im Training bleibt, wird sich vermutlich schon in der nächsten Woche Abwehrspieler Matej Mavric verabschieden. Der Slowene ist in das vorläufige WM-Aufgebot seines Landes berufen worden – eher unwahrscheinlich, dass er nach dem Turnier in Südafrika der TuS anschließend in die Dritte Liga folgt. (sab)
TuS II trifft als Meister auf Emmelshausen
KOBLENZ. Geschlossen geht am Sonntag um 14.30 Uhr die Fußball-Bezirksliga Mitte in den vorletzten Spieltag. Die TuS Koblenz II steht seit einer Woche als Meister fest. Der erste Absteiger kommt aus Boppard und Bad Salzig, der zweite aller Voraussicht nach aus Mörschbach und Liebshausen. Ob noch ein dritter, vierter oder gar fünfter Absteiger hinzukommt, hängt davon ab, wie sich die SpVgg Burgbrohl, der FC Karbach und die SG Mülheim-Kärlich – allesamt im Bezirk Mitte beheimatet – im Abstiegskampf der darüber liegenden Rheinlandliga schlagen.
TuS Koblenz II - TSV Emmelshausen: „Dass wir zwei Spieltage vor dem Saisonende als Meister feststehen, ist eine große Erleichterung“, sagt der Koblenzer Trainer Colin Bell. Er betont aber gleichzeitig: „Die Mannschaft hat den Sprung in die Rheinlandliga gefeiert, aber jetzt konzentrieren wir uns wieder auf das Spiel gegen Emmelshausen. Wir wollen nichts verschenken und uns ordentlich präsentieren.“ Ob es der Mannschaft gelingt, nach der äußerst anstrengenden Spielzeit nochmals so engagiert wie bisher zu Werke zu gehen, wird der Sonntag zeigen.
Quelle Rhein-Zeitung 07.05.2010 http://rhein-zeitung.de
08.05.2010 Zweitliga-Kehraus für Koblenz
TuS will sich beim FSV Frankfurt anständig verabschieden
KOBLENZ. Es sollte das ultimative Finale der Saison werden. Ein Spiel, in dem es um alles oder nichts geht. Doch da-raus wird für TuS Koblenz bekanntlich nichts mehr. Und dennoch soll der Zweitliga-Kehraus beim FSV Frankfurt (So., 15 Uhr) alles andere als ein lockerer Saisonausklang werden. Obwohl die TuS als Absteiger feststeht, ist sie nach wie vor in den tobenden Kampf um den Relegationsplatz zwischen den Hessen und Hansa Rostock verwickelt. Wir stehen anderen Vereinen gegenüber in der Pflicht, uns professionell zu präsentieren, sagt TuS-Trainer Petrik Sander, außerdem wird es für den ein oder anderen Akteur die letzte Möglichkeit sein, sich noch einmal einem breiten Publikum zu präsentieren. Und für die Koblenzer Profis auch die Chance, noch ein paar Euros an Prämien einzustreichen.
Die Aussagen des Coaches klingen unverbindlich, aber die TuS hat in der Vorwoche beim 2:2 gegen den FCK bewiesen, dass sie sich trotz des traurigen Schicksals nicht hängen lässt. Dem ordentlichen Abschied vor heimischem Publikum soll ein ebensolcher in der Fremde folgen “ zumal etliche Fans mit an den Bornheimer Hang reisen werden. Damit erst gar nicht der Eindruck entsteht, dass der Schlendrian bereits steter Begleiter des Teams ist, bleibt der Ablauf wie vor jedem der bisherigen 33 Spiele: Auch nach Frankfurt reist der Kader einen Tag vor der Partie an.
Möglicherweise, so hofft Sander, spielt es seinem Team sogar in die Karten, dass der FSV alles daran setzen muss, die Partie für sich zu entscheiden. Mit einem Sieg gegen die TuS wäre die Elf von Trainer Hans-Jürgen Boysen definitiv gerettet, bei einem Unentschieden oder einer Niederlage droht das Abrutschen auf den Relegationsplatz “ falls Hansa Rostock zeitgleich bei Fortuna Düsseldorf punktet.
Angesichts der Bedeutung der Partie verbieten sich dann Experimente. Echte Alternativen im Kader sind ohnehin rar, obwohl sich die Situation im Vergleich zum FCK-Spiel wieder leicht gebessert hat. Benjamin Lense ist nach seinem eingeklemmten Nerv wieder auf der Höhe und kehrt ins Abwehrzentrum zurück, auch Emmanuel Krontiris ist wieder gesund. Dafür ist Kapitän Manuel Hartmann angeschlagen und droht auszufallen. Wobei in Frankfurt wohl einmal mehr die alte Fußball-Binse zählt, dass die Einstellung wichtiger als die Aufstellung ist. Sven Sabock
18 Anhänger gründen TuS-Koblenz-Stiftung
Jugend- und der Amateurbereich des Vereins sollen unterstützt werden 25 000 Euro Grundkapital
KOBLENZ. Sportlich erlebt die TuS Koblenz mit dem Abstieg in die dritte Liga zurzeit eine traurige Zeit. Auf seine Fans kann sich der Verein, der im kommenden Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert, unterdessen verlassen. So gründeten nun 18 Anhänger die TuS-Koblenz-Stiftung.
Dies ist die erste Stiftung für einen Profi-Fußballverein, die in Deutschland aus der Fan-Szene hervorgegangenen ist. Und dies macht uns natürlich auch ein wenig stolz, betonte Stephan Mayer, der zusammen mit Rolf Berger und Norbert Grass die Idee zu der Stiftung hatte.
Ziel der TuS-Koblenz-Stiftung, die zurzeit ein Grundkapital von 25 000 Euro besitzt, ist es, den Jugend- sowie Amateurbereich des Vereins zu unterstützen. Ausdrücklich will die Stiftung dabei besonders die Trainerarbeit fördern, sich für die Integration von Spielern mit einem Migrationshintergrund einsetzen und auch die Kooperation mit anderen Sportvereinen aus der Region voranbringen. Und zudem wollen wir auch einen Beitrag zur Gewaltprävention, gegen Drogenmissbrauch und für den Aufbau eines Fußballinternats leisten, sagte Rolf Berger.
Zum Vorsitzenden der TuS-Koblenz-Stiftung wurde Christof Stotz gewählt, sein Stellvertreter ist Rolf Berger. TuS-Präsident Professor Dr. Werner Hecker würdigte die Initiative der Fans als ein Zeichen, das beweise, dass das Umfeld rund um den Verein stimme. Und dies ist keineswegs selbstverständlich, denn gerade nach einem Abstieg gibt es im Umfeld eines Vereins oftmals Streit. Bei uns ist dies allerdings nicht der Fall, sondern wir arbeiten äußerst harmonisch mit unseren 30 Fanclubs zusammen, und ich spüre trotz aller Trauer auch sehr viel Hoffnung für die Zukunft des Vereins, sagte der TuS-Präsident bei der Stiftungsgründung. Finanziellen Zuwachs erhoffen sich die Gründungsmitglieder nun sowohl durch weitere Stifter als auch durch Bußgelder, die beispielsweise vom Gericht oder von der Deutschen-Fußballliga verhängt werden. (pka)
Quelle Rhein-Zeitung 08.05.2010 http://rhein-zeitung.de
10.05.2010 TuS: Abschied als Neuanfang
Trainer Petrik Sander bleibt Koblenz erhalten – Unentschieden beim FSV
FSV Frankfurt - TuS Koblenz 1:1 (0:1)
FRANKFURT. Das war’s dann also in Liga zwei. Die Tränen sind längst vergossen, der Frust ist bereits der Professionalität gewichen: Nachdem TuS Koblenz in dieser Saison viele Wünsche offen gelassen hat und nach vier Jahren den Gang in die Drittklassigkeit antreten muss, können sich nach dem abschließenden 1:1 beim FSV Frankfurt alle Beteiligten zumindest damit trösten, sich mit Anstand verabschiedet zu haben.
Weil ein Abschied aber auch meist die Hoffnung auf ein Wiedersehen mit sich bringt, wurden im Vorfeld der Partie die Weichen für die Zukunft gestellt. Im Mannschaftshotel einigten sich TuS-Geschäftsführer Wolfgang Loos und Trainer Petrik Sander am Vormittag, die gemeinsame Arbeit fortzusetzen; der Trainer soll in den kommenden Tagen einen Einjahresvertrag unterschreiben. „Es ging dabei nicht um finanzielle Dinge“, so Sander, „wir stehen jetzt natürlich vor einer Mammutaufgabe.“ Loos lobt den 49-Jährigen, „dass er hier bislang sehr gute Arbeit geleistet“ und stellt klar: „Dass wir abgestiegen sind, liegt vor allem an unserer schwachen Hinrunde.“
Die Vertragsverlängerung ist wohl in erster Linie als Zeichen zu werten, dass die TuS die Planungen für die Dritte Liga vorantreibt. „Es gibt Kontakt zu Spielern, die wissen wollen, wer bei uns Trainer ist“, sagt Loos. Allein: Nach wie vor müssen die Koblenzer noch einige Hausaufgaben machen, um die Auflagen des DFB zu erfüllen. „Wir werden versuchen, dem Trainer die Perspektiven zu eröffnen, die er sich für die kommende Saison erhofft“, ergänzte TuS-Präsident Werner Hecker.
Parallel dazu wird Sander in den kommenden Tagen beginnen, sein Personaltableau zu erstellen und die ersten Gespräche mit den aktuellen Akteuren sowie potenziellen Neuzugängen führen. „Wir werden gemeinschaftlich gravierende Änderungen vornehmen und müssen künftig wieder dahin kommen, dass eine Einheit auf dem Platz steht, die charakterlich zusammenpasst“, umreißt TuS-Geschäftsführer Loos das wesentliche Anforderungsprofil für die Kaderzusammenstellung. Was durchaus den Schluss zulässt, dass es damit in weiten Teilen dieser Saison nicht weit her war.
Zumindest gestern konnte man den TuS-Profis wahrlich keine Charakterschwäche vorwerfen. Die Koblenzer offenbarten zwar einmal mehr reichlich Defizite in der Rückwärtsbewegung. Aber die Mannschaft war sichtlich bemüht, sich und den zahlreichen mitgereisten Fans einen ordentlichen Abgang zu verschaffen. Matej Mavric, Benjamin Lense und vor allem Schlussmann Dieter Paucken räumten vor dem Koblenzer Tor so ziemlich alles weg und hatten damit entscheidenden Anteil am verdienten Unentschieden.
Und nicht zuletzt stand der TuS beim Kehraus in Frankfurt auch jenes Quäntchen Glück zur Seite, das sie in dieser Saison oftmals vergeblich herbeigeredet hatte: Die Führung erzielte Edmond Kapllani durch einen abgefälschten Schuss aus dem Nichts (24.). Zudem stand gleich zweimal der Pfosten den Frankfurtern im Weg. Geschenkt, dass FSV-Kapitän Sead Mehic in der Schlussminute doch noch den 1:1-Ausgleich erzielte.
Das sahen wohl auch die vielen Koblenzer Anhänger so, die die Elf wie schon in der Vorwoche mit wohltuendem Beifall verabschiedeten. Im Koblenzer Block ward sogar ein Banner gesehen mit der Aufschrift: „Wir kommen wieder.“ Sven Sabock
Koblenz II fertigt TSV Emmelshausen ab
Johannes Göderz trifft zweifach – Im zweiten Gang durch Durchgang zwei
TuS Koblenz II - TSV Emmelshausen 5:1 (3:0)
KOBLENZ. Rheinlandliga-Aufstieg geschafft, nun wollte TuS Koblenz II im letzten Heimspiel der Fußball-Bezirksliga-Saison gegen den TSV Emmelshausen einen Sieg. Mit 5:1 schloss die TuS dieses Ziel ordentlich ab.
Offensichtlich tat Koblenz gut, dass das Team um Trainer Colin Bell befreit aufspielen konnte. Und das taten Bells Spieler auch überaus überzeugend. Vor allem vor der Pause ließen die Koblenzer Ball und Gegner laufen. Die Mannschaft von TSV-Trainer Peter Ritter fand kein Mittel gegen die engagierte Spielweise der TuS-Reserve. Oliver Laux (10.), Johannes Göderz (25.) und Dogan Cevik (42.) drückten die Überlegenheit noch vor der Pause in Toren aus.
Nach dem Seitenwechsel verwalteten die Platzherren das Spiel nur noch – und behielten trotzdem die Oberhand. In der 77. Minute erhöhte Jan Hawel auf 4:0 (81.) und erneut Göderz (87.) traf zum 5:0. In der Nachspielzeit gelang Emmelshausen durch Daniel Sonnet der einzige Treffer. „Es war eine gute und engagierte Leistung meiner Mannschaft und ein ordentlicher Abschluss vor heimischem Publikum“, sagte Trainer Bell. (wzi)
Der TuS gelingt ein fulminanter Endspurt
Koblenzer A-Junioren treffen spät
BFV Hassia Bingen - TuS Koblenz 1:2 (0:0)
BINGEN. Dank fulminanter Schlussminuten kamen die A-Juniorenfußballer der TuS Koblenz in der Regionalliga Südwest zu einem 2:1 (0:0)-Erfolg bei BFV Hassia Bingen und bleiben im sechsten Spiel hintereinander unbesiegt.
Nach einer technisch guten, aber an Torchancen armen ersten Halbzeit übernahm die TuS nach dem Seitenwechsel die Initiative und erspielte sich zwei sehr gute Chancen. Die beste vergab der nach seiner Einwechslung gut agierende Sven Houck mit einem Lattentreffer nach einer knappen Stunde. Nur wenige Minuten später ereilte die Elf von Trainer Dirk Laux dann der unerwartete Rückschlag. Nach einem unnötig verursachten Eckball gingen die Gastgeber nach 62 Minuten durch einen schönen Volleyschuss von der Strafraumgrenze in Führung. Die TuS brauchte nach dem Rückstand gut eine Viertelstunde, ehe sie sich fing und ihrerseits wieder zu Torchancen kam. In der 88. Minute scheiterte der eingewechselte Herbert Donkor nach einem langen Einwurf zunächst am Pfosten, ehe er den Ball aus kurzer Distanz doch noch zum 1:1 über die Linie drücken konnte.
Dem nicht genug spielten die Koblenzer weiter nach vorne und erzielten in der Nachspielzeit nach einem Eckball von Pascal Tillmanns in Person von Arne Moskopp sogar noch den Siegtreffer. „Vom Spielverlauf her war der Sieg ganz sicher verdient, aber aufgrund der späten Tore natürlich auch etwas glücklich“, sagte Laux, „es war für uns wichtig, auch mal so eine Partie zu gewinnen.“ (tok)
Koblenz: Birk, Fink, Böhm, Moskopp, Meinert (66. Donkor), Krist, Tillmanns, Hadzic (58. Sow), Rittgen (46. Houck), Göcer, Buhler.
TuS Koblenz wird vorgeführt
Koblenzer B-Junioren
1. FSV Mainz 05 - TuS Koblenz 6:1 (3:0)
KOBLENZ. Keinen Sieg gab es für die beiden Fußball-Vertreter in der B-Junioren-Regionalliga: Die TuS Koblenz strich eine 1:6-Packung beim überragenden Tabellenführer 1. FSV Mainz 05 (23 Siege aus 23 Spielen) ein. Der Tabellenzwölfte FC Metternich allerdings bewegte die drittplatzierte Eintracht aus Trier zu einem 1:1-Remis.
Ohne jegliche Chance waren die B-Junioren der TuS Koblenz im Auswärtsspiel beim 1. FSV Mainz 05. Mit 1:6 (0:3) unterlag das Team von Coach Martin Sek. Vom Anpfiff weg stürmte die technisch und taktisch stärkste Mannschaft der Liga nach vorn und führte bereits nach den ersten beiden Angriffen mit 2:0 (2.). Nach einer Viertelstunde erhöhte Mainz auf 3:0. „Da war das Spiel gelaufen,“ sagte Sek. „Das ist schon klasse, was die Mainzer spielen. Die spielen einfach in einer anderen Liga.“
Mainz nutzte seine Überlegenheit weiter aus und erhöhte in der zweiten Hälfte auf 6:0. Erst eine schöne Einzelaktion von Maximilian Acquah bescherte den Koblenzern nach 70 Minuten den einzigen Treffer. „Die Partie wird uns in Zukunft eher als Lehrvideo dienen. Ich denke, dass meine Spieler daraus sehr viel lernen können“, sagte Sek.
Koblenz: Beck, Masala, Wagner (78. Raich), Schweigert, Edelmann, Schwörer, Wißfeld (50. Kaya), Sauerborn (57. Hachenthal), Kitamura, Acquah, Ramovic (65. Talamisi).
Quelle Rhein-Zeitung 10.05.2009 http://rhein-zeitung.de
11.05.2010 In Koblenz fängt die Arbeit für Sander jetzt erst an
Der alte und neue TuS-Trainer beginnt mit den Personal-Planungen und hält sich mit kühnen Prognosen zurück
KOBLENZ. Die Saison ist zu Ende, aber an Urlaub ist bei TuS Koblenz noch nicht zu denken. Weder für die Spieler, die noch drei Wochen zu erscheinen haben – und schon gar nicht für Trainer Petrik Sander, für den die Arbeit nach dem Zweitliga-Abstieg erst richtig beginnt. Nach seiner Vertragsverlängerung macht sich der 49-Jährige daran, eine schlagkräftige Truppe für die Dritte Liga zusammenzustellen.
Und Sander wäre nicht Sander, wenn er nicht mit einer gesunden Portion Realitätssinn an die Sache herangehen würde. Während sowohl Geschäftsführer Wolfgang Loos als auch Präsident Werner Hecker eine Etage tiefer „oben mitspielen“ wollen, legt sich der Coach noch nicht auf eine Zielsetzung fest. Wie denn auch – „ich weiß ja noch gar nicht, wie die Mannschaft aussehen wird“, so Sander.
Natürlich hat der 49-Jährige aber konkrete Vorstellungen vom künftigen Koblenzer Kollektiv auf dem Rasen. Um zwei, eventuell drei gestandene Profis will Sander ein junges Team aufbauen, das in jedem Fall konkurrenzfähig ist. Wobei der Coach nicht nur aus seinem kurzen Intermezzo beim VfR Aalen weiß, „dass die Dritte Liga eine sehr gefährliche Liga ist“. Soll heißen: Aufstiegsambitionen und Abstiegsangst liegen dort erfahrungsgemäß ganz dicht beisammen, „wir werden von Beginn an sehr konzentriert an die Sache herangehen müssen“.
Mit Namen hält sich der Trainer noch zurück, was auch damit zusammenhängt, dass nach wie vor nicht klar ist, welches Budget ihm zur Verfügung steht. Beim aktuellen Personal sind indes schon deutliche Tendenzen zu erkennen. Von der Elf, die sich am Sonntag mit einem 1:1 in Frankfurt aus der Liga verabschiedete, werden laut Sander „mit Ausnahme von Dieter Paucken nicht allzu viele übrig bleiben“. Die Vertragsverlängerung mit dem Torwart scheint demnach nur noch eine Formsache zu sein. Auch Eigengewächse wie Lars Bender, Michael Stahl oder Patrick Schmitt spielen in seinen Überlegungen eine Rolle – zumal sie mit einem Vertrag bis 2011 ausgestattet sind. Deutlicher Beleg: Stahl stand erstmals in dieser Saison in der Startelf, Bender durfte in der zweiten Halbzeit Werbung in eigener Sache machen.
Auf der anderen Seite stehen etliche TuS-Profis vor einer ungewissen Zukunft. Dazu zählt zum Beispiel Tom Geißler, der mit der TuS bereits den dritten Abstieg seiner Karriere zu verkraften hat. „Das wünscht man niemandem“, sagt der 26-Jährige, der wohl schon aus privaten Gründen gern in Koblenz bleiben würde. „Ich lasse jetzt mal alles auf mich zukommen“, so Geißler.
Zu jenen, die sich keine Sorgen machen müssen, zählt Manuel Hartmann. Dem TuS-Kapitän liegen nach eigenen Angaben mehrere Angebote von Zweit- und Drittligisten vor, die er derzeit prüft. Hartmann: „Eine Entscheidung fällt in den nächsten zwei, drei Wochen.“ Es wird nicht die einzige rund um TuS Koblenz bleiben. Sven Sabock
Quelle Rhein-Zeitung 11.05.2010 http://rhein-zeitung.de
15.05.2010 Lense organisiert TuS-Abwehr
Spieler der zweiten Koblenzer Mannschaft integrieren sich gut
TuS Koblenz - Regionale Auswahl 11:0 (5:0)
NASSAU. Das Ergebnis des Fußball-Freundschaftsspieles zwischen der TuS Koblenz und einer regionalen Auswahl aus Mieden und Nassau plus Torwart Markus Hille vom FC Metternich gestern Abend auf dem Sportplatz in Nassau war eher Nebensache.
Wichtiger beim 11:0 (5:0) der Koblenzer: Die Spieler der zweiten Mannschaft, die von Trainer Petrik Sander getestet wurden, integrierten sich sehr gut ins stark reduzierte Profiteam. Ob Oliver Laux, Timo Schlabach, Eike Mund oder Tobias Bauer – die Spieler, die mit der Reservemannschaft souverän in die Rheinlandliga aufgestiegen sind, machten das Gros der Tore auf dem Nassauer Rasenplatz. 200 Zuschauer sahen ein Spiel auf ein Tor – Kapitän Benjamin Lense organisierte die Abwehr, die während der 90 Minuten keinen Torschuss auf das eigene Gehäuse zuließ. Bester Spieler des Koblenzer Gegners war der Torwart: Markus Hille vom FC Metternich half der Auswahl aus und verhinderte eine noch höhere Niederlage. In der 46. Minute hatte Hille zwar Glück, weil Shqipran Skeraj den Ball bei einem Elfmeter knapp am Tor vorbeischoss, in der 78. Minute vereitelte der FC-Torhüter mit toller Parade den Elfmeter von Tom Geißler. Den Torreigen für die TuS hatte schon in der achten Minute Oliver Laux eröffnet. Timo Schlabach (16.) erhöhte auf 2:0. Die weiteren Tore für die TuS markierten Marvin Pourie (37.), Laux (41.), Michael Stahl (45.), zweimal Tobias Bauer (80, 84.) und Eike Mund. Zwei Tore schob sich die Auswahl selbst in den Kasten. In der kommenden Woche stehen zwei Testspiele auf dem Programm: am Dienstag auf dem Niederwerth, am Donnerstag in Emmelshausen. (sle)
TuS-Nachwuchs legt starken Endspurt hin
Koblenzer A-Junioren sind in Regionalliga schon sieben Spiele in Folge unbesiegt
TuS Koblenz - TSG Kaiserslautern 2:0 (2:0)
KOBLENZ. Trotz angespannter Personalsituation mit vielen Verletzten und dem kurzfristigen Ausfall von Kapitän Dominik Schmidt legen die A-Juniorenfußballer der TuS Koblenz im Saisonfinale der Regionalliga Südwest noch einmal einen echten Endspurt hin. Gegen die TSG Kaiserslautern blieb die Mannschaft von Trainer Dirk Laux beim 2:0 (2:0) bereits im siebten Spiel in Folge unbesiegt und darf sich für die verbleibenden Partien zumindest noch realistische Hoffnungen auf den dritten Platz machen.
Gegen die Gäste aus der Pfalz bestimmte die TuS von Beginn an das Geschehen und ging gleich mit der ersten Chance in Führung. Nach 18 Minuten steckte Albert Buhler den Ball schön auf Pascal Tillmanns durch, der sicher zum 1:0 verwandelte. Auch in der Folge blieben die Koblenzer am Drücker und erzielten nach der abermaligen Kombination Buhler auf Tillmanns nach einer guten halben Stunde das 2:0. „Die erste Halbzeit hat mir spielerisch von meiner Mannschaft sehr gut gefallen.“, sagte Laux.
Mit der Führung im Rücken ließ es seine Elf nach Wiederanpfiff dann aber etwas verhaltener angehen und ermöglichte den Gegnern aus Kaiserslautern die ein oder andere gute Möglichkeit zum Anschlusstreffer, die TuS-Keeper Kevin Birk allesamt zu vereiteln wusste. Nach der Schwächephase hatten die Koblenzer dann ihrerseits noch mehrmals die Gelegenheit, ihre Führung auszubauen. Doch Tillmanns und zweimal Arne Moskopp vergaben ihre guten Tormöglichkeiten. (tok)
Koblenz: Birk, Fink, Klappert, Moskopp, Meinert (86. Companioni Diaz), Krist, Hadzic (88. Göcer), Houck (64. Sow), Rittgen (73. Matuwilla), Tillmanns, Buhler.
Quelle Rhein-Zeitung 15.05.2010 http://rhein-zeitung.de
17.05.2010 Schlabachs Traumtor beendet Traumsaison
Bezirksliga Mitte: TuS Koblenz II gerät auch bei der SG Mörschbach nicht ins Stolpern
SG Mörschbach/Liebshausen - TuS Koblenz II 1:2 (0:1)
MÖRSCHBACH. Die SG Mörschbach/Liebshausen hat sich mit einem ordentlichen Auftritt aus der Fußball-Bezirksliga verabschiedet: Die Mannschaft von Spielertrainer Timo Klein verlor gegen den Rheinlandliga-Aufsteiger TuS Koblenz II mit 1:2 (0:1). Für Mörschbach soll es nur ein Abschied auf Zeit sein, für Abwehrspieler Christian Sixel war es ein Abschied für immer: Der 36-Jährige, der gestern Geburtstag hatte, beendet seine aktive Karriere – und wurde gebührend verabschiedet: „Es war sehr emotional“, so Klein, der seinen Oldie fünf Minuten vor dem Schlusspfiff ausgewechselt hatte und den sowohl Zuschauer als auch Spieler mit viel Applaus bedachten.
Doch zum Spiel: Das war mal wieder sinnbildlich für so viele Mörschbacher Spiele in dieser Saison. Einem Lattentreffer durch Timo Klein folgte quasi im Gegenzug das 0:1 durch Tobias Bauer (29.) – begünstigt übrigens durch einen Platzfehler. „Der Ball ist ganz unglücklich vor Torwart Michi Reuther aufgesprungen“, schildert Klein.
Mörschbach begann nach der Pause schwungvoll und erzielte verdient das 1:1 durch Andre Kaspar (53.). Ein Fehler Kleins brachte dann das 2:1 für die Gäste durch Timo Schlabach. „Das war ein Traumtor“, schwärmte Trainer Colin Bell. Bauer hatte diagonal auf Schlabach gepasst, der den Ball volley nahm und in den Winkel hämmerte. Zum 2:1-Sieg für die Koblenzer, die damit die tolle Saison erfolgreich beendeten. Bell: „Ich bin stolz auf die Mannschaft. Wir hatten nochmals eine harte Woche hinter uns, aber die Jungs haben die richtige Einstellung gezeigt. Am Dienstag gibt es noch ein Abschlussessen, dann ist Pause.“ (ter, sle)
TuS Koblenz II: Kramer - Gödert, Dahm (79 Pritchard), Tan, Mund, Hahn, Schlabach (74. Graden), Laux, Hawel, Bauer, Klappert (60. Cevik).
TuS-Junioren setzen ihren Lauf weiter fort
Regionalliga: Saar-Halberg ohne Chance
TuS Koblenz - JFG Saar-Halberg 4:0 (2:0)
NEUHÄUSEL. Auch der Tabellenvorletzte, der JFG Saar-Halberg Saarbrücken, konnte den Lauf der A-Juniorenfußballer der TuS Koblenz nicht stoppen. Vor eigener Kulisse gewann das Schängel-Team in der Regionalliga Südwest ungefährdet mit 4:0 (2:0) und feierte den dritten Erfolg in Serie.
Einzig die Chancenverwertung stellte wie so oft ein Manko im Spiel der Koblenzer dar. „Bei einer konsequenten Verwertung gewinnen wir zweistellig“, merkte TuS-Trainer Dirk Laux an. Vom Anpfiff weg dominierten die Gastgeber das Spielgeschehen und erarbeiteten sich mehrere gute Torchancen, die allesamt fahrlässig vergeben wurden. „Wir hatten es schon oft in der Saison, dass wir zu viele Möglichkeiten ausgelassen und 0:0 gespielt oder sogar noch verloren haben“, zeigte sich Laux über die fehlende Durchschlagskraft seiner Offensivreihe verärgert. Erst in der 33. Minute konnte Christian Meinert den Gästetorwart zum 1:0 überwinden und sorgte damit für Ruhe. Eine Minute vor dem Halbzeitpfiff erhöhte der starke Albert Buhler noch auf 2:0.
Nach der Pause spielte die TuS ihre Überlegenheit weiter aus und erhöhte schon in der 52. Minute in Person von Serkan Göcer mit einem schönen Lupfer zum vorentscheidenden 3:0. Den Schlusspunkt in einer einseitigen Partie setzte der eingewechselte Idrissa Sow mit dem 4:0 (68.). Danach verlor die TuS-Elf zur Verärgerung ihres Trainers die Ordnung, ohne jedoch durch einen sehr schwachen Gegner ernsthaft in Gefahr gebracht zu werden. „Jeder wollte mal nach vorne laufen, dass geht natürlich nicht“ so Laux. (tok)
TuS Koblenz: Birk, Fink (59. Sow), Moskopp, Klappert, Meinert (76. Matuwilla), Krist, Christ, Göcer (69. Donkor), Hadzic, Tillmanns (73. Companioni Diaz), Buhler.
Quelle Rhein-Zeitung 17.05.2010 http://rhein-zeitung.de
18.05.2010 Acquah besiegt FSV
Jugendfußball: Salmrohr geht in Koblenz unter
TuS Koblenz - FSV Salmrohr 9:1 (3:1)
KOBLENZ. Dass der Sieg der B-Junioren von TuS Koblenz in der Fußball-Regionalliga-Südwest nicht zweistellig ausgefallen ist, war am Ende alles. Mit 9:1 (3:1) hat der TuS-Nachwuchs den abgeschlagenen Tabellenletzten FSV Salmrohr abgefertigt. Bereits die erste Chance nach zwei Minuten verwertete Edis Ramovic zum 1:0. Ein Doppelschlag von Maximilian Acquah (27., 29.) zum 3:0 war die Vorentscheidung. Zwar war Salmrohr vor allem in der ersten Hälfte zumindest engagiert, doch mehr als das 3:1 (31.) war nicht drin. Nach der Pause erhöhten Kevin Edelmann (42., 55.) und erneut Acquah (46.) auf 6:1. Emre Kaya traf nach einer guten Stunde zum 7:1, ehe der überragende Acquah mit seinen Treffern vier und fünf (65., 69.) den 9:1-Endstand und höchsten Saisonsieg sicher stellte. „Wichtig war, dass wir früh die Tore gemacht haben und der Gegner beim 4:1 kurz nach der Pause aufgesteckt hat“, sagte TuS-Trainer Martin Sek. (tok)
Koblenz: Beck, Masala (50. Buckler), Schweigert, Wißfeld, Hachenthal, Schwörer, Edelmann, Acquah (75. Weingarten), Sauerborn (41. Altin), Kaya, Ramovic (53. Kurz).
Quelle Rhein-Zeitung 18.05.2010 http://rhein-zeitung.de
20.05.2010 TuS-Testspieler Odak überzeugt beim 12:0-Erfolg
NIEDERWERTH. Die Fußballmannschaft von TuS Koblenz hat vor knapp 250 Zuschauern in Niederwerth einen 12:0-Erfolg gegen den A-Ligisten SV Niederwerth erzielen können. TuS-Torjäger Marvin Pourie traf dabei alleine in der ersten Halbzeit viermal. Zum Einsatz kam in diesem Spiel auch ein Testspieler: Mittelfeldspieler Luka Marino Odak (MSV Duisburg) spielte 90 Minuten durch, erzielte einen Treffer und bereitete drei Tore vor. Die Torfolge: 1:0 Marvin Pourie (27.), 2:0 Pourie (37.), 3:0 Eigentor (38.), 4:0, 5:0 Pourie (40., 45.), 6:0 Lucas Musculus (61.), 7:0 Tobias Bauer (70., Foulelfmeter), 8:0 Lars Bender (72.), 9:0 Luka Marino Odak (76.), 10:0 Eike Mund (79.), 11:0 Bender (86.), 12:0 Musculus (88.). Das nächste Testspiel der TuS findet heute Abend um 18.30 Uhr beim TSV Emmelshausen statt.
Koblenz (1. Halbzeit): Birk, Forkel (17. Skeraj), Wiblishauser, Stahl, Mund, Langen, Melinho, Hartmann, Stieber, Odak, Pourie.
Koblenz (2. Halbzeit): Kramer, Skeraj, Wiblishauser, Mund, Maletic, Bauer, Melinho, Bender, Geißler, Odak, Musculus.
Leserbriefe
„Koblenz denkt provinziell“
Ein Leser sah vor kurzem den Abstieg der TuS Koblenz nicht nur negativ und freute sich darüber, dass es in der 3. Liga wieder familiärer zugeht. Zudem hofft er, dass das TuS-Dorf wieder auflebt. Dieser Leser kann dem aber nichts Positives abgewinnen.
Nach Lektüre des Leserbriefes dachte ich zunächst an einen Aprilscherz, mit dem in sentimentaler Nostalgie die gute alte Zeit heraufbeschworen werden sollte.
Dem ist nicht so. Er skizziert jedoch das provinzielle Denken in Koblenz, das sich in sechs Jahren Dritt- und Zweitklassigkeit nach wie vor gut erhalten hat. Egal, ob man im bezahlten Spitzensport angekommen ist: Hauptsache die Wurst schmeckt. Und dieses Denken ist nicht nur bei Fans, sondern auch bei den Verantwortlichen festzustellen (gewesen). Dabei geht es im bezahlten Fußball durchaus um die Wurst, aber eben nicht um die Bratwurst.
Man feiert sich gerne selbstzufrieden in provinzieller Mittelmäßigkeit. Dabei geht es nicht um die (Brat-) Wurst, sondern darum, sein Konterfei in irgendeine Kamera halten zu können dabei vergessend, dass die Kamera ohne Zugehörigkeit zur 2. Liga gar nicht installiert wäre. Es geht darum, sich selbstzufrieden auf der Jahreshauptversammlung auf die Schulter hauen zu können.
Die Bilanz des provinziellen Denkens kann sich sehen lassen. Der Neubau eines Stadions wurde mit vereinten Kräften abgewehrt. Professionelle Trainingsbedingungen wie mindestens zwei Trainingsplätze mit Kunstrasen mussten ebenfalls nicht geschaffen werden. Es konnte verhindert werden, dass die Umkleidekabinen im Stadion nebst den sanitären Einrichtungen auf ein Mindestniveau dieses Jahrhunderts angehoben werden. Dies wäre eine Beleidigung aller provinziell denkender Fans gewesen, haben doch schon Karl Adam und Jupp Gauchel unter diesen Duschen ihren Schweiß abgespült. Denn den Fan der TuS interessiert mehr die Bratwurst als guter moderner Fußball. Und die schmeckt im Derby gegen Metternich besser als gegen Kaiserslautern. Schließlich sieht man am Beispiel des damaligen Mitaufsteigers FC Augsburg, wohin modernes professionelles Management führt.
Der Leserbriefschreiber meint, das TuS-Dorf sei notwendig, um die TuS in der 3. Liga beflügelt oben mitmischen zu sehen. Ein frommer Wunsch. Nur – dabei besteht die Gefahr, dass die TuS wieder aufsteigt und das TuS-Dorf abgerissen wird. Aber er kann beruhigt sein: solange die Totengräber des Koblenzer Fußballs nach wie vor am Werk sind, wird dies wohl kaum geschehen.
Rainer Herrmann, Koblenz
Quelle Rhein-Zeitung 20.05.2010 http://rhein-zeitung.de
21.05.2010 TuS: Sander muss ohne Hartmann planen
Kapitän verlässt Koblenz in Richtung FC Ingolstadt – Trainer testet Nachwuchskräfte und muss sich bei der Kaderplanung in Geduld üben
Die Personalplanungen beim künftigen Drittligisten TuS Koblenz laufen schleppend an. Während Kapitän Manuel Hartmann den Verein in Richtung Ingolstadt verlässt, lassen die ersten Neuzugänge auf sich warten. Ein Umstand, der Trainer Petrik Sander aber noch nicht beunruhigt.
KOBLENZ. Seit gestern, 10.15 Uhr, ist die Tinte trocken – und TuS Koblenz kommt der Kapitän abhanden: Nach drei Jahren kehrt Manuel Hartmann dem künftigen Drittligisten den Rücken, um beim FC Ingolstadt sein Glück zu versuchen. Der 26-Jährige hat beim Zweitliga-Aufsteiger einen Zweijahres-Vertrag mit einer Option auf eine weitere Spielzeit unterschrieben. Da Hartmanns Vertrag in Koblenz nicht für die Dritte Liga gilt, darf er ablösefrei wechseln.
„Ich glaube, dass das ein guter Weg für mich ist“, so Hartmann nach der Unterschrift, „Ingolstadt ist ähnlich wie die TuS ein Verein, der gut zu mir passt.“ Die Gespräche mit Trainer Michael Wiesinger und Manager Harald Gärtner hätten ihn letztlich überzeugt, so der Mittelfeldspieler. Zudem haben ihm die Rahmenbedingungen mächtig imponiert: Neben den neuen Trainingsplätzen entsteht in Ingolstadt gerade auch ein neues Stadion für 15 000 Zuschauer. „Ein Schmuckkästchen“, so Hartmann. Zwischenzeitlich stand er auch in Verhandlungen mit dem MSV Duisburg („Ich hatte ein sehr gutes Gespräch mit Milan Sasic“), entschied sich dann aber doch für die Bayern.
Der Abschied des Kapitäns hatte sich in den vergangenen Wochen bereits abgezeichnet, schließlich ist der gebürtige Schwabe in den vergangenen drei Jahren bei der TuS zu einem etablierten Zweitliga-Profi mit entsprechendem Marktwert gereift. Hartmann zählt damit zu jener Kategorie Spieler, die sich die Koblenzer eine Etage tiefer nicht mehr leisten können. „Die Spieler, die wir gern behalten würden, sind für uns schlicht nicht mehr zu finanzieren“, hält Trainer Petrik Sander nüchtern fest. Wohl auch deshalb haben die TuS-Verantwortlichen dem Kopf der Mannschaft bislang kein ernsthaftes Angebot vorgelegt – zumal dessen Berater signalisiert hatte, dass ein Weggang bevorsteht. „Ich hätte mir zwar auch vorstellen können, in Koblenz zu bleiben, aber es ist natürlich reizvoll, in der Zweiten Liga zu spielen“, so Hartmann. Trotz des Abstiegs überwiegen für den „Sechser“ die positiven Erinnerungen. „Ich habe mich absolut mit dem Verein identifiziert“, sagt Hartmann, „wer weiß, vielleicht gibt es irgendwann ein Wiedersehen.“ Ganz nebenbei: Hartmann hat in Koblenz auch sein privates Glück gefunden.
Neben dem Kapitän ist zwischenzeitlich auch Ersatztorwart Marcus Rickert untergekommen. Der 26-Jährige wechselt zum Regionalligisten Sportfreunde Lotte, wo er als Nummer eins vorgesehen ist. So weit die Fakten, der Rest sind Spekulationen. Zum Beispiel wird Innenverteidiger Matej Mavric, der sich derzeit mit der slowenischen Nationalmannschaft auf die WM vorbereitet, ebenfalls in Ingolstadt gehandelt. Sein Nebenmann Benjamin Lense soll bei seinem Ex-Klub Dynamo Dresden ein Thema sein.
Auf der anderen Seite wird es wohl ein Weilchen dauern, bis die TuS vermelden kann, wer aus dem aktuellen Kader bleibt (oder bleiben darf) und wer als Neuzugang auf dem Oberwerth anheuert.
Die Kader-Planung, so zeichnet es sich derzeit ab, wird in diesem Sommer eine zähe Angelegenheit. Was angesichts der kniffligen Gemengelage aber nachvollziehbar ist. Nach wie vor laufen die Verhandlungen unter Vorbehalt, wird der Klub wohl erst im Juni unterschriftsreife Verträge vorlegen können – wenn die Drittliga-Lizenz in trockenen Tüchern ist.
Weil der Kader noch nicht in den Urlaub entlassen worden ist, nutzt Trainer Sander die Zeit, um den einen oder anderen Testspieler unter die Lupe zu nehmen. Unter anderem durften sich die weithin (noch) unbekannten Fnan Tewelde, Luka Odak oder Rasit Cobuloglu bei der TuS vorstellen. Allesamt junge und talentierte Akteure, die auf den Sprung ins Profilager hoffen. „Vielleicht ist ja da einer dabei“, sagt Sander, der aber betont: „Die Spieler, die ich im Kopf habe, kenne ich und brauche sie nicht zu testen.“
Angesichts der vielen offenen Baustellen richtet sich der Coach auch darauf ein, dass der Kader beim Trainingsauftakt am 14. Juni längst nicht komplett sein wird. Anders als in der Zweiten Liga fällt die Sommerpause nun aber vergleichsweise kurz aus. Der erste Spieltag in der Dritten Liga ist bereits für den 24. Juli terminiert. Sven Sabock
TuS kassiert fünf Tore
Hunsrücker Bezirksliga-Auswahl - TuS Koblenz5:5 (3:3)
EMMELSHAUSEN. Ein munteres Fußballspiel sahen gestern Abend 321 Zuschauer in Emmelshausen. Eine Hunsrücker Bezirksliga-Auswahl und Zweitliga-Absteiger TuS Koblenz hatten getestet. Einer von vier TuS-Testspielern war Steve Sam, der Bruder des ehemaligen Lauterers Sidney. Tore: 1:0 Georg (9.), 1:1 Melinho (18.), 2:1 Georg (19.), 2:2 Stieber (22.), 3:2 Pieroth (24.), 3:3 Stieber (37.), 4:3 Stahl (52./Eigentor), 4:4 Sam (77.), 5:4 Hieronimus (78.), 5:5 Sam (86.).
(abe/jl)
Quelle Rhein-Zeitung 21.05.2010 http://rhein-zeitung.de
31.05.2010 A-Jugend überzeugt
Fünfter Sieg in Serie
TuS Koblenz - SC Hauenstein 3:0 (1:0)
KOBLENZ. Auch die einwöchige Spielpause hat die A-Junioren der TuS Koblenz in der Regionalliga-Südwest nicht gestoppt. Die Mannschaft von Trainer Dirk Laux feierte beim 3:0 (1:0) gegen den SC Hauenstein den fünften Sieg in Folge; nachdem inzwischen auch das vor einigen Wochen abgebrochene Spiel gegen Schifferstadt mit 3:0 für die TuS gewertet wurde.
Allerdings tat sich Koblenz gegen den abstiegsbedrohten Gegner zunächst sehr schwer. Nach rund 30 Minuten erzielte Eldin Hadzic nach schöner Einzelaktion die 1:0-Führung, die Laux jedoch zunächst nicht besänftigen konnte: „In der Halbzeitansprache hat es gekracht.“ Schon drei Minuten nach Wiederanpfiff erhöhte Idrissa Sow auf 2:0, ehe Arne Moskopp der 3:0-Endstand gelang. „Hauenstein hätte ich aufgrund der prekären Tabellensituation stärker eingeschätzt“, sagte Laux. (tok)
Koblenz: Gerharz, Fink, Klappert, Böhm, Meinert, Krist, Hadzic (71. Rittgen), Göcer (75. Houck), Moskopp, Tillmanns (75. Buhler), Sow (71. Companioni Diaz).
Der FC Metternich steigt ab
B-Junioren-Regionalliga: TuS Koblenz will sich dritten Platz sichern
FC Metternich - TuS Koblenz 1:4 (0:1)
METTERNICH. Durch die 1:4 (0:1)-Heimniederlage im Derby gegen die TuS Koblenz steht der sportliche Abstieg des FC Metternich aus der Fußball-Regionalliga Südwest der B-Junioren fest. „Ich bin sehr enttäuscht und innerlich leer. Vor allem tun mir aber die Jungs leid, die nach dem Spiel mit Tränen auf dem Rasen saßen“, drückte FC-Trainer Frank Rath seine Gefühlswelt unmittelbar nach Abpfiff aus.
Die Partie gestaltete sich von Beginn zu einem offenen Schlagabtausch. Die TuS-Elf um Trainer Martin Sek geriet dabei nach dem frühen verletzungsbedingten Ausscheiden von Abwehrmann Marcel Löhr zunächst etwas ins Schwimmen, erspielte sich dann jedoch leichte Feldvorteile. Kurz vor dem Halbzeitpfiff erzielte Gerrit Wißfeld nach schönem Doppelpass mit Marvin Sauerborn das 1:0 für die Gäste.
Für die Metternicher bedeutete der Rückstand vor rund 200 Zuschauern, dass sie im zweiten Abschnitt alles riskieren mussten. Den entstehenden Freiraum in der Defensive nutzte erneut Wißfeld nach rund einer Stunde zum 2:0. Im Kampf um den Klassenerhalt steckten die Germanen jedoch nicht auf und kamen durch Pascal Romes noch einmal auf 1:2 heran. „Wir brauchten dann noch zwei Tore, daher mussten wir natürlich taktisch noch einmal auf mehr Offensive umstellen.“ Die TuS ließ sich jedoch vom Sturmlauf der Gastgeber nicht aus der Ruhe bringen und erzielte durch Maximilian Acquah nach rund 70 Minuten das 3:1. „Dieser Treffer hat dann natürlich die Entscheidung gebracht“, sagte Sek. Das Tor vom eingewechselten André Schoos zum 4:1 war der Endstand. „Natürlich ist es schade, dass ein Koblenzer Verein abgestiegen ist. Aber wir haben nicht gegen Metternich, sondern für uns gespielt“, sagte Sek, dessen Team in der kommenden Woche zunächst den Sieg im Rheinlandpokal gegen Ligakonkurrent Trier holen möchte, um sich dann im letzten Saisonspiel noch Tabellenplatz drei zu sichern. (tok)
Metternich: Hyski, Soysüren, Nieden, Volk, Kengji, Backhaus, Ollig (55. Klinge), Romes, Acar, Köppen, Heyer (68. Rahn).
Koblenz: Weingarten, Masala, Wißfeld, Löhr (20. Wagner), Hachenthal, Edelmann, Schwörer, Acquah, Sauerborn (65. Schoos), Schweigert, Ramovic (60. Talamisi).
Quelle Rhein-Zeitung 31.05.2010 http://rhein-zeitung.de
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