Koch sorgt in Offenbach spät für sechsten TuS-Sieg

Regionalliga Koblenzer feiern beim favorisierten OFC ein 3:2 Daniel von der Bracke und Michael Schüler fehlen gesperrt gegen Mainz

 Von unserem Mitarbeiter Bodo Heinemann

Offenbach. Die Erfolgsserie der TuS Koblenz in der  Fußball-Regionalliga Südwest hat auch beim Tabellenzweiten gehalten: Mit dem überraschenden 3:2 (1:1) bei den Kickers Offenbach entpuppten sich  die abstiegsbedrohten Schängel im Kampf an der Spitze nach dem Sieg beim Branchenprimus Saarbrücken erneut als Spielverderber. Damit blieb die  Elf von Trainer Anel Dzaka auch im fünften Spiel hintereinander  unbesiegt, mit dieser Leistungssteigerung seit dessen Amtsübernahme darf die Mannschaft bei sieben noch ausstehenden Begegnungen weiter auf den  Klassenverbleib hoffen.

 Der obere Tabellennachbar aus Worms ist jetzt nur noch drei Punkte  entfernt, und auch die mit vier Zählern, aber auch zwei Spielen mehr  behafteten Stuttgarter Kickers sind nach dem sechsten Koblenzer  Saisonsieg wieder in Reichweite. Dzaka nahm im Vergleich zur  vorangegangenen Nullnummer gegen den VfB Stuttgart II eine einzige  Änderung an der Aufstellung vor, er vertraute wieder der zuvor in  Saarbrücken erfolgreichen Formation: Der zuletzt gesperrte Andreas  Glockner kehrte zurück ins zentrale Mittelfeld, Marco Müller rückte  dafür auf die Linksverteidigerposition. Was wiederum Nicolai Lorenzoni  den ungeliebten Platz auf der Reservebank bescherte.

 Mit der kleinen Erfolgsserie im Rücken begannen die Schängel recht  forsch gegen den favorisierten OFC und hielten die Gefahr lange vom  eigenen Tor fern. Ein Unterschied zwischen den in der Tabelle 14 Plätze  voneinander entfernten Teams war vorerst nicht zu sehen. Koblenz nutzte  auch gleich die erste echte Gelegenheit zur Führung. Fast  selbstverständlich, dass einmal mehr der formstarke Marco Müller daran  beteiligt war. Wie schon in Saarbrücken bereitete er das Tor vor,  diesmal jedoch über die linke Angriffsseite. Er bediente Dino Bajric,  der an der Strafraumgrenze genau Maß nahm und per Schuss in den linken  Winkel dem Offenbacher Keeper Daniel Endres keine Chance ließ (19.).

 Die Platzherren antworteten mit wütenden Attacken, benötigten aber eine  Standardsituation, um zum Gleichstand zu kommen. Serkan Firat zirkelte  einen Freistoß unerreichbar für Dieter Paucken ins rechte obere Dreieck  des TuS-Gehäuses (35.). Es war der erste Gegentreffer für den Koblenzer  Schlussmann nach 206 Minuten. Kaum 60 Sekunden später lag der Ball schon wieder im Netz der Schängel, doch Ko Sawada soll beim Abschluss nach  Meinung des Unparteiischen im Abseits gestanden haben. Das war dann auch im Prinzip der letzte Höhepunkt im ersten Abschnitt einer Partie, die  nach schleppendem Beginn erst mit den beiden Treffern unterhaltsamen  Charakter annahm.

 Erfreulich aus Sicht der Gäste war sicherlich der Halbzeitstand, richtig blüd hingegen die beiden Gelben Karten gegen Koblenz bis dahin: Die  beiden Innenverteidiger Daniel von der Bracke und Michael Schüler  kassierten ihre jeweils fünfte Verwarnung und müssen im wichtigen  Kellerduell gegen den TSV Schott Mainz am kommenden Sonntag (14 Uhr)  zwangspausieren.

 Zurück nach Offenbach: Knapp zwei Minuten waren nach Wiederanpfiff  gespielt, da trat Firat nach einem Foul von Schüler an Maik Vetter  erneut zum Freistoß am Strafraum der Schängel an. Diesmal nahm er den  anderen Winkel ins Visier, Paucken konnte dem präzisen Schuss nur  hinterhersehen zur Erleichterung der Gäste prallte das Spielgerät aber an die Unterkante der Latte und von dort zurück ins Feld.

 Und Koblenz? Blieb weiter relativ unbeeindruckt und beantwortete den  steigenden Druck aufs eigene Tor mit der erneuten Führung. Dejan Bozic  schickte Kevin Lahn im Konter über rechts auf die Reise, der überlupfte  den herausstürzenden Endres, umkurvte auch noch Dennis Schulte und schob dann locker ein 1:2 (66.). Die Freude darüber wäre nur eine Minute  später fast wieder verflogen, doch der eingewechselte Ihab Darwiche  hämmerte das Spielgerät freistehend übers Ziel. Besser machte es Varol  Akgöz, der nach einer Ecke von Dren Hodja und der sich anschließenden  Kopfballverlängerung goldrichtig stand und mit dem Kopf das 2:2 erzielte (75.).

 Offenbach wollte mit der Brechstange im Kampf um den zweiten  Relegationsplatz an der Spitze unbedingt den Sieg, doch die TuS ließ in  der Schlussphase hinten nichts mehr zu. Und hatte auch noch Kraft für  einen allerletzten, aber entscheidenden Gegenstoß. Der für Kevin Lahn  ins Spiel gekommene Marco Koch markierte in der zweiten Minute der  Nachspielzeit nach Flanke des eingewechselten Lorenzoni per Kopf das  umjubelte 3:2 ein Sieg, der für die Koblenzer im Existenzkampf noch  Gold wert sein kann.

Quelle Rhein-Zeitung vom 03.04.18

Anel Dzaka: Hut ab, was die Mannschaft leistet

Fußball-Regionalliga 0:0 gegen VfB Stuttgart II bringt Koblenzer näher an Worms heran Spiel am Montag bei Kickers Offenbach live im TV

 Von unserem Mitarbeiter Bodo Heinemann

Koblenz. Die Ladehemmung auf dem Oberwerth ist noch nicht  behoben: Auch im vierten Heimspiel nach der Winterpause kam die TuS  Koblenz in der Fußball-Regionalliga Südwest nicht zu einem Torerfolg,  wie zuvor schon gegen den FC-Astoria Walldorf musste sich die Elf von  Trainer Anel Dzaka gegen den VfB Stuttgart II mit einem unbefriedigenden 0:0 begnügen. Spätestens am 8. April gilt es diesen Mangel abzustellen, dann kommt der untere Tabellennachbar TSV Schott Mainz nach Koblenz.

 Der bleibt der TuS punktgleich im Nacken. Allerdings hatte der jüngste  3:2-Sieg des Aufsteigers in Worms auch etwas Gutes, denn so bleibt die  Wormatia als 15. des Zahlenwerks mit fünf Zählern Vorsprung einigermaßen in Schlagdistanz. Vor diesem Kellerduell können die Schängel auswärts  noch ein paar Punkte im Kampf gegen den Abstieg einfahren, am  Ostermontag geht um 20.15 Uhr die Begegnung bei den Kickers Offenbach  live vor einem breiten TV-Publikum in Szene. Dass diese Aufgabe beim  Tabellenzweiten alles andere als ein Selbstläufer wird, versteht sich  von selbst.

 Symptomatisch für das Abschlusspech auf eigenem Rasen war im Heimspiel  gegen Stuttgart eine einzige Szene: Einen Eckball von Kevin Lahn  beförderten zwei Teamkollegen binnen Sekunden an die Latte des  schwäbischen Gehäuses. Erst traf Michael Stahl per Kopf nur das  Aluminium, dann Marco Müller. Es war wie verhext. VfB-Trainer Andreas  Hinkel sagte: Wir hatten Glück bei einigen Standardsituationen.

 Viele Anhänger der TuS fühlten sich schlagartig an die Begegnung mit  Walldorf erinnert, als die Koblenzer eine ähnlich gute Chance nicht zum  dringend benötigten Sieg nutzen konnten. Immerhin, auch wenn das nur ein schwacher Trost ist: Mit dem zehnten Punkt im eigenen Stadion konnte  die TuS in der Heimtabelle den letzten Platz verlassen und die Rote  Laterne an Röchling Völklingen weitergeben.

 Trainer Anel Dzaka jammerte nicht angesichts der verpassten Chance,  Boden gutzumachen, sondern nahm das Ergebnis ohne Umschweife an: Das  Unentschieden geht in Ordnung. Wir hätten in der ersten Halbzeit ja auch in Rückstand geraten können. Damit meinte er die haarsträubende Szene, als Nicolai Lorenzoni einen schludrigen Rückpass spielte. Der  Stuttgarter Dijon Ramaj angelte sich den Ball, lief allein auf Dieter  Paucken zu, scheiterte aber im 1:1-Duell am aufmerksamen Schlussmann der Schängel. Dzaka ergänzte: Insgesamt hat mir die Ruhe am Ball gefehlt.  Dennoch ein Riesenkompliment an meine Mannschaft. Hut ab, was die im  Moment leistet.

 Am Schluss warfen die Koblenzer nach doppeltem Offensivwechsel und in  fünfminütiger Überzahl VfB-Verteidiger Philipp Walter hatte die  Gelb-Rote Karte gesehen alles nach vorne, zum zweiten Heimsieg der  Saison sollte es allerdings nicht mehr reichen. Im vierten Spiel  hintereinander ohne Niederlage blieb der Koblenzer Trainer übrigens  personell seiner Linie treu. Den gelbgesperrten Andreas Glockner  ersetzte er durch Lorenzoni, was zwei marginale Verschiebungen innerhalb der Startformation verursachte: Marco Müller spielte mit Stahl auf der  Doppelsechs, Dino Bajric zentral davor. Da die zwangspausierende Nummer  zehn der TuS nun wieder auf einen Einsatz drängt, stellt sich die Frage, wer für Glockner in Offenbach wohl weichen wird.

 Im Hinspiel unterlag Koblenz den Kickers nach einem Treffer von Dren  Hodja mit 0:1. Am Mittwoch kam der Tabellenzweite in Walldorf nach den  beiden Erfolgserlebnissen von Varol Akgöz und Hodja im Aufstiegskampf zu einem wichtigen 2:1. Rechtsverteidiger Jan-Hendrik Marx handelte sich  die fünfte Gelbe Karte ein und wird am Montag fehlen. Verzichten muss  der OFC auch auf Marco Rapp, der beim Heimspiel gegen Worms (2:2) die  Rote Karte sah.

Quelle Rhein-Zeitung vom 31.03.18