Trainer Dzaka hat im Sturm die Qual der Wahl

Fussball-Regionalliga TuS Koblenz spielt bei  Tabellenführer 1. FC Saarbrücken in Völklingen

 Von unserem Mitarbeiter Bodo Heinemann

Koblenz. Eine unfreiwillige Pause musste die TuS Koblenz am  vergangenen Wochenende einlegen, weil das geplante Spiel der  Fussball-Regionalliga Sü¼dwest gegen den SV Waldhof Mannheim den widrigen  Bedingungen zum Opfer gefallen war. Ob diese Unterbrechung gut, schlecht oder vollkommen irrelevant war, wird sich am Samstag weisen, wenn die  Kicker vom Deutschen Eck ab 14 Uhr ihre ansteigende Form beim souveränen Spitzenreiter 1. FC Saarbrücken unterstreichen wollen.

 Die Begegnung wird wie auch schon in der Vorsaison auf dem Ausweichplatz des FCS im Völklinger Hermann-Neuberger-Stadion über die  Bühne gehen. Hoffentlich spielt das Wetter mit, blickt TuS-Trainer  Anel Dzaka argwöhnisch auf die allerdings recht verheißungsvolle  Prognose, die am Spieltag trockene und auch sonnige Bedingungen  verspricht.

 Wann das offene Heimspiel mit Waldhof über die Bühne geht, ist noch  unklar (Nacchholspiel ist am 24.04.18 um 19:00 Uhr). Die nächste Woche ist ohnehin englisch, da steht am Mittwoch  auf dem Oberwerth die Partie gegen den VfB Stuttgart II auf dem  Programm. Und den Nachholtermin zwischen die Spiele bei den Kickers  Offenbach
(2. April) und gegen Schott Mainz (8. April) zu pressen, ist  nicht im Sinne der TuS. Es folgen das Rheinlandpokal-Halbfinale beim  Bezirksligisten VfB Wissen (11. April) sowie die Aufgaben im  Punktspielbetrieb bei der TSG 1899 Hoffenheim II (15. April) und gegen  den TSV Steinbach (20. April). Mannheim würde gerne schon Anfang April  spielen, wir erst viel späer, sagt Dzaka, der schulterzuckend anfügt:  Wahrscheinlich wird der Verband es dann ansetzen, darauf haben wir  keinen Einfluss. Zurück zur delikaten Herausforderung beim Tabellenführer, der so  ziemlich alle statistischen Superlative vereint. Zum Beispiel beste  Abwehr und bester Angriff allein die beiden Topscorer Patrick Schmidt  (schon 19 Erfolgserlebnisse) und Kevin Behrens (16) haben im Verbund  schon sechs Treffer mehr erzielt als alle Koblenzer zusammen. Ja, die  haben viel Qualität, sagt Dzaka anerkennend, schwenkt in diesem  Zusammenhang jedoch schnell aufs eigene Team über: Aber die haben wir  auch.

 André Marx wird wegen seiner Kniegeschichte noch eine Weile brauchen,  bis er wieder einsatzfähig ist, der Abwehrchef wird auch in Saarbrücken  fehlen. Kapitän Michael Stahl unternimmt nach dem Ablauf seiner  Gelbsperre und dem Spielausfall vor Wochenfrist einen neuen Versuch, in  die Startformation zurückzukehren. Gegen Mannheim wäre es wohl der  erkrankte Nicolai Lorenzoni gewesen, der für ihn einen Platz geräumt  hätte. Mittlerweile ist der Linksverteidiger mit der Nummer 14 aber  wieder im Training, sodass der Coach noch eine Weile darüber grübeln  will oder muss, wie er seine Schützlinge auf- und einstellt. Gut  möglich, dass Dejan Bozic  eingewechselter Siegtorschütze in  Stadtallendorf diesmal als Sturmspitze den Vorzug vor Lukas Hombach  erhält.

 Die Frage, ob Dzaka nach dem letzten Wackler von Schlussmann Dieter  Paucken beim 2:1 in Stadtallendorf einen Tausch auf der Torhüterposition in Betracht zieht, stellt sich dem Koblenzer Trainer nicht: Nein,  Dieter hat mein volles Vertrauen. Aber ich weiß, dass ich mit Chris  Keilmann einen zweiten starken Mann in der Hinterhand habe. Stark war  die komplette TuS übrigens im Hinspiel gegen den 1. FC Saarbrücken, dort trotzten die damaligen Sander-Schützlinge dem Branchenprimus (nur eine  Niederlage beim 1:3 am 23. August beim SC Freiburg II) ein respektables  1:1 ab. Tobias Jänicke brachte die FCS-Farben nach einer knappen halbe  Stunde in Führung, Lorenzoni schaffte neun Minuten vor dem Ende den  Ausgleich.

 Die jüngste Zwangspause war für Saarbrücken nicht ganz so lange wie für  die Koblenzer, am 14. März stand noch das Verbandspokal-Viertelfinale  beim FC 08 Homburg auf dem Programm. Der zu diesem Zeitpunkt mit 24  Siegen in Serie (!) behaftete Oberligist führte zur Pause nicht  unverdient mit 1:0, musste sich aber nach Gegentreffern von Manuel Zeitz (58.) und Behrens (63.) am Ende noch knapp mit 1:2 geschlagen geben.

 Sollte die TuS trotz aller Hoffnung ebenfalls gegen Saarbrücken  verlieren, droht der Fall auf den 18. Tabellenplatz. Denn der zuletzt  aufgekommene KSV Hessen Kassel trifft im ultimativen Kellerduell als  Vorletzter auf Schlusslicht Röchling Völklingen. Ein Sieg der vor dem  Saisonstart mit neun Minuspunkten gestraften Kasseler würde die ohnehin  angespannte Situation noch verschärfen. Dem wollen die Koblenzer  natürlich mit dem dritten Spiel in Serie ohne Niederlage entgegenwirken.

Quelle Rhein-Zeitung 23.03.18