TuS sorgt mit Sieg beim Spitzenreiter für Sensation

Regionalliga Kampfstarke Koblenzer halten auch nach dem

 Feldverweis gegen Andreas Glockner das 1:0 gegen Saarbrücken fest

 Von unserem Mitarbeiter Bodo Heinemann

Völklingen. Extrem wenige Vereine haben in dieser Saison der  Fussball-Regionalliga Südwest nicht gegen den 1. FC Saarbrücken verloren. Und vor dem 30. Spieltag gab es keine Mannschaft, die das gar zweimal  hinbekommen und dabei vier Punkte gesammelt hat. Diese rühmliche  Statistik darf sich nun die TuS Koblenz auf die Fahne schreiben, die  abstiegsbedrohten Schängel siegten beim souveränen Spitzenreiter  sensationell mit 1:0 (0:0). Es war die erste Heimniederlage der  Saarbrücker im Völklinger Ausweichstadion, zuvor hatte der FCS stolze 40 Treffer vor eigenem Publikum erzielt.

 Matchwinner der Gäste war Dejan Bozic wie schon beim 2:1 in  Stadtallendorf, er erzielte das Tor des Tages nach 56 Minuten.  TuS-Trainer Anel Dzaka sagte nach der Begegnung voller Stolz: Wenn man  das Ganze sieht, dann haben wir verdient gewonnen. Sobald wir im  Ballbesitz waren, haben wir immer gute Lösungen gefunden. Kollege Dirk  Lottner wollte gar nicht groß widersprechen: žJetzt muss ich nach Wochen und Monaten mal wieder eine Niederlage analysieren. Der Koblenzer Sieg  geht aber in Ordnung. Wir konnten ja schon in der ersten Halbzeit von  Glück reden, dass der Schiedsrichter keinen Elfmeter gegen uns gibt.  Sascha Wenninger hatte Kevin Lahn im Strafraum rüde von den Beinen  geholt.

 Dzaka hatte im Vergleich zum jüngsten Punktspiel zweifach an seiner  Startformation gewerkelt: Zum einen spielte der zuletzt gelbgesperrte  Kapitän Michael Stahl auf seiner angestammten Position im defensiven  Mittelfeld. Marco Müller rutschte auf die linke Verteidigerposition, für den gesundheitlich noch leicht angeschlagenen Nicolai Lorenzoni blieb  bei diesem Wechselspiel nur ein Platz auf der harten Reservebank. Und im Angriff setzte der Koblenzer Coach von Beginn an auf die Dienste von  Dejan Bozic, Lukas Hombach blieb vorerst draußen. Ein guter Schachzug,  wie sich später herausstellen sollte.

 Die Begegnung nahm von Beginn an den erwarteten Verlauf: Der  Tabellenführer drängte auf einen schnellen Führungstreffer, doch die  ganz in Rot angetretene TuS ließ dem Gastgeber kaum Raum zur Entfaltung. Über die Außenpositionen suchte der FCS durch Tobias Jänicke und Markus Mendler immer wieder Lücken, kluge Zuspiele in die Schnittstellen der  Abwehr auf die beiden brandgefährlichen Angreifer Patrick Schmidt und  Kevin Behrens brachten die Koblenzer ab und an in Verlegenheit aber  nicht entscheidend. Nach dem Wechsel fand der Branchenprimus auch  weiterhin kein probates Mittel, den gut gestaffelten Gegner in  Bedrängnis zu bringen. Ganz im Gegenteil: Die TuS zog einige  vielversprechende Angriffe auf und ging etwas überraschend in Führung.  Der mit nach vorne geeilte Marco Müller setzte sich am rechten  Strafraumeck des FCS durch und bediente Bozic in der Mitte und der  musste im Prinzip aus kurzer Distanz nur noch den Fuß hinhalten, das 0:1 war perfekt (56.).

 Danach versuchte es Saarbrücken mit der Brechstange, aber die TuS hatte  kaum Mühe mit den wütenden Attacken der Platzherren. Ab der 73. Minute  mussten die Gäste mit einem Mann weniger auskommen, weil Andreas  Glockner vom Schiedsrichter per Gelb-Roter Karte des Feldes verwiesen  wurde. Eine harte Entscheidung: Die Verwarnung wegen Foulspiels nach  einer halben Stunde war in Ordnung, die wegen absichtlichen  Ballwegschlagens eher nicht. Der Schiedsrichter pfiff Abseits, nur  Sekundenbruchteile später flankte Glockner das Spielgerät in den  Saarbrücker Strafraum.

 Dzaka reagierte und wechselte zweimal defensiv: Er nahm die beiden  Außenbahnspieler Dimitrios Popovits und Kevin Lahn vom Feld, die frisch  ins Spiel gekommenen Lorenzoni und Jeremy Lundy der ehemalige  Völklinger absolvierte seinen ersten Einsatz im TuS-Trikot ausgerechnet  an alter Wirkungsstätte sollten hinten zusätzlich für Stabilität  sorgen. Und Lukas Hombach, vier Minuten vor dem regulären Ende für den  Torschützen gekommen, sollte vorn noch ein paar Bälle abklemmen. Was in  der Summe trotz fünfminütiger Nachspielzeit und diverser Turbulenzen  vorzüglich gelang. Der fünfte Saisonsieg war perfekt.

 TuS-Verteidiger Ricardo Antonaci sagte: Wir haben fest daran geglaubt,  dass wir das hier schaffen können. Trotz der brutalen Saarbrücker  Qualität haben wir hinten die Null gehalten. Da ging ein Ruck durch die  ganze Mannschaft. So darf das jetzt gerne weitergehen. Und zwar schon  am Mittwoch um 18.30 Uhr, dann steht im Rahmen einer englischen Woche  das Heimspiel gegen den VfB Stuttgart II auf dem Programm.

Quelle Rhein-Zeitung 26.03.18

TuS sorgt mit Sieg beim Spitzenreiter für Sensation