TuS muss weiter auf den zweiten Heimsieg warten

Fußball-Regionalliga Koblenzer kommen gegen den VfB Stuttgart II trotz guter Möglichkeiten nur zu einem 0:0  Am Montag in Offenbach

 Von unserem Mitarbeiter Bodo Heinemann

Koblenz. Die gute Nachricht: Die TuS Koblenz bleibt auch zum  vierten Mal hintereinander in der Fußball-Regionalliga Südwest  ungeschlagen. Der weniger erfreuliche Aspekt: Nach dem dürftigen 0:0  gegen den VfB Stuttgart II warten die abstiegsbedrohten Schängel nunmehr seit dem 16. September des Vorjahres (1:0 gegen Eintracht  Stadtallendorf) weiter auf den zweiten Heimsieg der Saison.

 TuS-Trainer Anel Dzaka nahm zwangsweise eine Änderung an der vier Tage  zuvor in Saarbrücken erfolgreichen Anfangsformation vor: Andreas  Glockner fehlte gesperrt, für ihn rückte Nicolai Lorenzoni wieder ins  Team und nahm die linke Außenverteidigerposition ein. Marco Müller  bildete mit Michael Stahl die Doppelsechs, Dino Bajric ging etwas nach  vorne und nahm die verwaiste Glockner-Arbeitsstelle im zentralen  Mittelfeld ein.

 Es entwickelte sich vom Anpfiff weg ein munteres Spiel im Dauerregen,  ein torloses Remis zur Pause entsprach sicher nicht den eigentlichen  Gegebenheiten. Die TuS stürmte munter, mutig und wohl noch beseelt vom  Saarbrücken-Sieg nach vorne, vier Minuten dauerte es bis zur ersten  nennenswerten Chance. Kevin Lahn setzte den Ball aus halblinker Distanz  nur knapp am Pfosten des schwäbischen Gehäuses vorbei. In der 13. Minute war es erneut der flinke Flügelmann mit der Nummer elf, der für Gefahr  sorgte, aber VfB-Kapitän Stefan Peric und Keeper Florian Kastenmeier  klärten gemeinsam. Es folgte eine Direktabnahme von Müller nach einer  Ecke (14.) und ein Versuch von Bajric (15.), die frühe Führung wollte  aber nicht gelingen. Und der VfB? Nach neun Minuten gab es eine erste  Schrecksekunde für die Platzherren, als Dieter Paucken den von Nicolas  Sessa getretenen Ball zentral abprallen ließ und Jan Ferdinand per Kopf  den Außenpfosten traf dabei aber nach Meinung des Linienrichters im  Abseits stand. Mehr Glück hatte die TuS in der Szene, als Lorenzoni  einen schludrigen Rückpass spielte. Dijon Ramaj angelte sich den Ball,  lief allein auf Paucken zu, scheiterte aber im 1:1-Duell am aufmerksamen Schlussmann der Schängel (17.).

 Danach verlor die Begegnung etwas an Fahrt, beide Teams hatten sich  fortan gut aufeinander eingestellt. Erst als Lahn im Strafraum unsanft  gebremst wurde und der Anhang der Koblenzer lautstark, aber vergeblich  Elfmeter forderte (38.), kam wieder Zug ins Spiel. Nach kurzer  Behandlung konnte der TuS-Mann weitermachen. Koblenz kam mit mehr Elan  aus der Pause, allerdings dauerte es eine kleine Weile bis zum ersten  Aufreger. In der 53. Minute war das 1:0 für den abstiegsbedrohten  Gastgeber fast beschlossene Sache: Michael Stahl köpfte eine Lahn-Ecke  an die Latte, den abprallenden Ball beförderte Müller ebenfalls ans  Quergestänge. Aller schlechten Dinge waren drei: Bozic schoss den Ball  nur Sekundenbruchteile später deutlich übers Ziel.

 240 Sekunden danach bot sich dem zuletzt zweimaligen Matchwinner Bozic  erneut die Möglichkeit zur Führung, aber Kastenmeier war auf dem Posten  und parierte den Kopfball der Nummer 19. Stuttgart kam nach dem Wechsel  erst in der 70. Minute mal wieder vielversprechend in die Nähe des  TuS-Tores, doch im Getümmel ließ sich die vielbeinige Abwehr der  Koblenzer nicht überwinden. Dzaka reagierte früh und wechselte doppelt,  um dem Angriff noch einmal Schwung zu verleihen. Für Dino Bajric kam  Lukas Hombach in die Partie (68.), für Dimitrios Popovits griff Patrik  Dzalto vier Minuten später ins Geschehen ein.

 Das hätte sich fast ausgezahlt, doch Hombach kam nach einer Ecke an den  Ball und köpfte völlig frei nur knapp drüber (77.). Am Spielstand sollte sich aber auch in der Nachspielzeit zum Leidwesen der Koblenzer trotz  fünfminütiger Überzahl VfB-Verteidiger Philipp Walter sah die  Gelb-Rote Karte nichts mehr ändern, unterm Strich sprang nur das  zweite Unentschieden des Jahres heraus.

 Es bleiben der TuS nur ein paar Tage zur Regeneration, am Ostermontag  steht um 20.15 Uhr schon das nächste Spiel bei den Kickers Offenbach  (live im Fernsehen) auf dem Programm.

Quelle Rhein-Zeitung vom 29.03.18

   __________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

TuS: Dzaka will retten, was noch zu retten ist

Fußball-Regionalliga Koblenzer erwarten heute den VfB Stuttgart II Glockner ist gesperrt

 Von unserem Mitarbeiter Bodo Heinemann

Koblenz. Zwei Siege hintereinander, obendrein auch noch auswärts  in Stadtallendorf (2:1) und Saarbrücken (1:0) so etwas hat die TuS  Koblenz in der Fußball-Regionalliga Südwest vor knapp einem Jahr  letztmals hinbekommen. Damals im Frühjahr war die sportliche (und auch  finanzielle) Situation eine rosige, diesmal ist sie deutlich dunkler  gefärbt. Vor dem nun anstehenden Heimspiel am heutigen Mittwoch um 18.30 Uhr gegen den VfB Stuttgart II müssen die Schängel somit weiter  zulegen, um am Ende vielleicht noch den Klassenverbleib feiern zu  können.

 Durch die beim Branchenprimus ergatterten Punkte 22 bis 24 verbesserte  sich die TuS im Tableau wenigstens auf die 16. Position das ist der  erste Platz, der im Endklassement nicht den sofortigen Abstieg bedeutet. Allerdings müssten die beiden Spitzenteams der Südweststaffel in der  sich anschließenden Relegation schon in die Dritte Liga aufsteigen, nur  dann wären die Koblenzer auch wirklich gerettet. Es sei denn, ein  sportlich qualifizierter Verein würde noch auf sein Startrecht  verzichten...

 Der jüngste Erfolg in Saarbrücken war enorm wichtig, im Falle einer  Niederlage hätte Hessen Kassel (3:2 gegen Röchling Völklingen im  Kellerduell) die Koblenzer in der Wertung überflügelt. Prima auch für Koblenz, dass Schott Mainz (0:4 gegen FSV Frankfurt) auf keinen grünen  Zweig kam. Dumm nur, dass sich Wormatia Worms einen Punkt beim 2:2 in  Offenbach angelte, so ist der obere Tabellennachbar bei neun  ausstehenden Spielen noch ein Stück enternt.

 Direkt nach dem Sieg in Saarbrücken und auch noch ein paar Tage später  war es Trainer Anel Dzaka ein besonderes Bedürfnis, zum einen seinen  Dank auszusprechen und zum anderen an die Fangemeinde der Schängel zu  appellieren: Der Verein hat viele Fehler in der Vergangenheit gemacht.  Jetzt müssen wir aber nach vorne schauen und versuchen, alles zu retten, was noch zu retten ist. Ich bin froh und dankbar, hier Trainer sein zu  dürfen und freue mich über jede Unterstützung unserer Fans. Es geht aber nicht nur um die erste Mannschaft oder mich, sondern auch um die  Jugendlichen, die bei der TuS hier Fußball spielen. Die Leute, die sich  darum bemühen, den Verein zu retten, haben meinen größten Respekt  verdient.

 Dzaka hat auch den kommenden Gegner fest im Blick: Bis vor wenigen  Wochen war der VfB Stuttgart II sinnbildlich noch so etwas wie ein  kleiner Rettungsanker für die Koblenzer. Denn hätten die Schwaben ihr  ursprüngliches Vorhaben in die Tat umgesetzt, die zweite Mannschaft aus  der Regionalliga zurückzuziehen, wäre ein Verein aus dem Tabellenkeller  weniger abgestiegen. Doch diese Pläne sind vom Tisch, in der neuen  Saison will der VfB mit einem U21-Team an den Start gehen.

 Rein sportlich gesehen zeigen die Stuttgarter ähnlich wie die Schängel  seit Dezember zwei Gesichter. Vier Spielen ohne Gegentor folgte vor  eigenem Publikum ein desaströses 1:6 gegen Frankfurt und zuletzt ein 2:4 gegen den FC-Astoria Walldorf, zwischenzeitlich gewann der VfB II mit  1:0 in Worms. Im Hinspiel behielten die Schwaben gegen die TuS mit 2:1  die Oberhand, den vorübergehenden Ausgleich erzielte Marco Müller. Der  Koblenzer Spieler mit der Nummer 15 präsentiert sich auch derzeit von  seiner Schokoladenseite: In Stadtallendorf beendete er die lange  Torflaute seiner Mannschaft, in Saarbrücken bereitete er den  entscheidenden Treffer durch Dejan Bozic vor.

 Gut möglich, dass Müller nun wieder ins Mittelfeld rückt, um dort die  Position zu bekleiden, die die Gelb-Rot-Sperre gegen Andreas Glockner  hinterlässt. Dann könnte Nicolai Lorenzoni wieder als Linksverteidiger  auflaufen. Zu seinem Platzverweis im Völklinger Stadion wegen angeblich  absichtlichen Ballwegschlagens sagte Glockner übrigens: Es bringt  nichts, den Schiedsrichter Öffentlich zu kritisieren. Sagen wir es mal  so: Er hat sicher nicht seinen glücklichsten Tag erwischt. Ohne die  Nummer zehn könnte es gegen Stuttgart aber vielleicht auch eine  offensivere Variante geben. Bliebe Lorenzoni wieder nur ein Platz auf  der Bank, könnte Lukas Hombach anstelle von Glockner auflaufen und neben Bozic eine zweite Sturmspitze bilden. Was sagt der Trainer zu diesen  Überlegungen? Nichts Konkretes, klar. Dzaka: Ich muss mir da noch  Gedanken machen. Wir werden aber wie zuletzt auch wieder mutig nach  vorne spielen, das ist meine Philosophie.

Quelle Rhein-Zeitung vom 28.03.18