Michael Stahl löst André Marx als Kapitän ab

Fußball-Regionalliga TuS Koblenz gastiert bei Wormatia Worms Dzaka: Werden mutig spielen

 Von unserem Mitarbeiter Bodo Heinemann

Koblenz. Zum ersten Mal seit dem 1. Januar 2015 steht offiziell  ein anderer als Petrik Sander als sportlich Verantwortlicher der TuS  Koblenz an der Seitenlinie. Nach viertägiger Vorbereitung und fünf  Übungseinheiten leitet Anel Dzaka am Samstag die Geschicke der Schängel  in der Fußball-Regionalliga Südwest, erste Nagelprobe für den  37-jährigen Interimstrainer ist das Spiel um 14 Uhr beim VfR Wormatia 08 Worms.

 Eine der ersten Amtshandlungen des neuen Chefs: Für den gelbgesperrten  Kapitän André Marx wird Michael Stahl zwar wie gewohnt stellvertretend  die Binde tragen, das soll ab sofort aber auch die Dauerlösung sein.  Dzaka will das jedoch keinesfalls als Misstrauensvotum gegen den  bisherigen Amtsinhaber verstanden wissen – der Wechsel auf der  Spielführerposition folgt einem anderen Zweck: André war zuletzt nicht  100-prozentig fit, er spielte immer unter Schmerzen. Er soll sich jetzt  mal voll und ganz auf seinen Körper konzentrieren, wir brauchen ihn noch dringend.

 Nebenbei bemerkt, sind Marx und Stahl noch die einzigen Überbleibsel des Koblenzer Teams, die mit ihrem neuen Trainer in der Abstiegssaison  2014/15 noch gemeinsam auf dem Platz standen. Alle anderen Mitstreiter  haben den Verein zwischenzeitlich verlassen. Diese Abwanderungswelle der vergangenen Jahre will Dazka auch ein Stück weit eindämmen, sofern das  in der nahen und auch ferneren Zukunft in seiner Macht stehen sollte. Er propagiert das oft geforderte Vertrauen in den eigenen Nachwuchs: „Wir  haben in der U19 ein paar richtig gute Jungs. Ob die aktuell wenig bis  gar nicht eingesetzten Youngster im Kader der ersten Mannschaft Jan  Engels, Felix Käfferbitz und Ioannis Nalbantis künftig von dieser  Ausrichtung profitieren, bleibt allerdings abzuwarten.

 Nalbantis könnte beispielsweise als Defensivspieler am Samstag die Lücke in der Innenverteidigung schließen, die durch das Fehlen von Marx  entsteht. Er hat aber bislang noch keine einzige Regionalligaminute in  seiner persönlichen Bilanz vorzuweisen, daher wird Dzaka eher einem  Arrivierten vertrauen. Und das dürfte wohl Daniel von der Bracke sein,  der beim jüngsten 0:4 gegen den FSV Frankfurt 90 Minuten lang auf der  Reservebank schmorte.

 Ob sonst noch Änderungen in der Aufstellung oder gar ein komplett neues  System zu erwarten sind? Der neue Mann relativiert: Ich als Trainer  bevorzuge ein 4-2-3-1 oder ein 4-4-2, wie es hier ja auch oft üblich  war. Ein paar Sachen möchte ich schon gerne anders machen, aber es  bleiben mir nicht viele personelle Optionen. Angreifer Dejan Bozic muss weiterhin passen, dafür steht Kevin Lahn nach seinem 26-minütigen Debüt im Jahr 2018 nun wieder auf dem Sprung in die Startformation.

 Der kommende Gegner aus Worms musste sich in der Vorwoche mit 2:4 beim  FC-Astoria Walldorf geschlagen geben und verpasste somit den Sprung ins  gesicherte Mittelfeld der Tabelle. Die Tore der Wormatia erzielten  Topscorer Thomas Gösweiner (nun schon neun Erfolgserlebnisse) und  Benjamin Maas, der aber wie Marx die fünfte Gelbe Karte sah und jetzt  pausieren muss. In der Hinrunde trug die TuS gegen die Rheinhessen  letztmals auf fremdem Terrain in Montabaur ein Heimspiel aus. Unterm  Strich gab's ein 1:1 gegen die Elf von Trainer Steven Jones (40), die  Koblenzer Führung durch Michael Schüler egalisierte Gösweiner kurz vorm  Pausenpfiff. Wie läuft es diesmal? Dzaka hat nach den zwei glatten  Niederlagen gegen ähnliche Kaliber wie Worms zumindest eine Idee: Wir  werden mutig spielen, das ist meine Philosophie.

Quelle Rhein-Zeitung vom 16.02.18