Dzakas Debüt geht in Worms mit 0:1 daneben

Fußball-Regionalliga Flaute der TuS Koblenz im Angriff hält an - Antonaci fehlt gegen Walldorf

 Von unserem Mitarbeiter Bodo Heinemann

Worms. Es bleibt dabei, die TuS Koblenz wartet auch nach ihrer dritten Vorstellung im Jahr 2018 weiterhin auf das erste Tor und den ersten Punkt. Am 25. Spieltag der Fußball-Regionalliga Südwest schrammten die Schängel nur knapp an einem Unentschieden vorbei, unterm Strich stand aber ein einmal mehr enttäuschendes 0:1 (0:1) beim VfR Wormatia 08 Worms. Während die TuS weiter tief im Keller hängt, schafften die Rheinhessen den Anschluss ans tabellarische Mittelfeld.

Der Koblenzer Neu-Trainer Anel Dzaka nahm die Niederlage in der EWR-Arena nach nur fünftägiger Amtszeit relativ gefasst zur Kenntnis: Wir haben alles versucht und alles gegeben, es hat aber nicht funktioniert. Es war eigentlich ein ausgeglichenes Spiel, uns hat aber die letzte Konsequenz gefehlt. Zwei Änderungen in der Startformation hatte er im Vergleich zum 0:4-Desaster gegen Frankfurt vorgenommen. Dass Daniel von der Bracke die Position des gesperrten Kapitäns André Marx im Zentrum der Abwehr einnahm, war nicht sonderlich überraschend. Wohl aber schon, dass der ansonsten gesetzte Marco Müller auf die Bank musste und dafür Kevin Lahn ins Team rutschte.

Marco ist ein guter Junge, sagte Dzaka: Aber ich wollte durch diesen Wechsel mehr Torgefahr kreieren. Was jedoch nur ansatzweise gelang. Lahn spielte im Mittelfeld wie sonst auch üblich auf der Außenbahn, dafür rückte Ricardo Antonaci zurück auf die rechte Seite der Vierer-Abwehrkette, wo zuletzt in schöner Regelmäßigkeit noch Müller zu Werke gegangen war. Dort handelte sich die Nummer 22 in der vierten Minute der Nachspielzeit die fünfte Gelbe Karte ein, Antonaci muss nun einmal pausieren.

Für Lahn war schon nach knapp einer Stunde Schluss, was aber nach seiner Aussage nicht an fehlender Fitness lag: Nein, ich bin zu 100 Prozent fit, sonst würde ich auch nicht spielen. Nach zwei unterirdischen Leistungen war das heute ein besseres Spiel. Wir haben ein dummes Tor kassiert, sonst hätten wir hier ein 0:0 geholt.

Die Geschichte des Spiels ist relativ schnell erzählt: In einem Vergleich zweier weitgehend ebenbürtiger Mannschaften führte gleich die erste nennenswerte Gelegenheit der Begegnung zum Tor des Nachmittags. Nach einem Freistoß von der linken Koblenzer Abwehrseite (Dzaka: Das Foul vorher darf nicht passieren) durch Sebastian Schmitt schraubte sich Thomas Gösweiner in der Mitte zentral vor dem TuS-Tor am höchsten und ließ Schlussmann Dieter Paucken per präzisem Kopfball keine Abwehrchance (8.).

Damit war der Matchplan der Koblenzer schon früh über den Haufen geworfen. Mit Aggressivität und enormer Laufbereitschaft wollten die Schängel den Gegner erst gar nicht zur Entfaltung kommen lassen. Mutig sein lautete die Dzaka-Devise, doch ein riesengroßer Unterschied im Vergleich zu den beiden vorangegangenen Partien war nur mit Mühe zu erkennen.

Nach dem 1:0 entwickelte sich eine Partie auf überschaubarem Niveau mit wenigen Chancen auf beiden Seiten. Wenn man in den Krümeln sucht, finden sich folgende Szenen: Dem Ausgleich am nächsten kam Flügelflitzer Dimitrios Popovits, bester Mann im Koblenzer Dress, der zunächst nach schönem Solo am Wormser Keeper Steve Kroll scheiterte (59.) und später mit dem Kopf nur knapp das anvisierte Ziel verfehlte (74.).

Ansonsten hatte die TuS nur ein paar halbgare Chancen zu bieten. Ein Freistoß von Andreas Glockner nach 14 Minuten war die erste halbwegs gefährliche Torannäherung überhaupt, doch diese Standardsituation mutierte letztlich zu einer banalen Ballfangübung für Kroll.

Der neue Coach der TuS wechselte bis zur 77. Minute drei Mal, ohne den gewünschten Erfolg zu erzielen. Am Ende standen Lukas Hombach und der für Michael Stahl eingewechselte Dejan Bozic in der Spitze, Popovits und Patrik Dzalto (kam für Lahn) auf den Außenbahnen recht hoch  gegriffen hat diese offensive Ausrichtung freilich (noch) nicht.

Drei Spiele ohne Erfolgserlebnis lassen allmählich die Hoffnung der Koblenzer schwinden, die Kurve im Tabellenkeller noch zu bekommen, zumal die Konkurrenz im Abstiegskampf nicht schläft. Dzaka fordert: Wir müssen einfach mal ein Tor schießen und hinten auch zu null spielen. Leicht gesagt, schwer getan. Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich am Samstag, 24. Februar (14 Uhr), dann kommt der FC-Astoria Walldorf zum Rückspiel ins Stadion Oberwerth.

Quelle Rhein-Zeitung vom 19.02.18