TuS verschenkt zwei Punkte gegen Walldorf

Fußball-Regionalliga Koblenzer holen trotz bester Gelegenheiten nur ein 0:0 gegen den FC-Astoria

 Von unserem Mitarbeiter Bodo Heinemann

Koblenz. Die TuS Koblenz wartet in der Fußball-Regionalliga  Sü¼dwest zwar weiterhin auf den ersten Treffer im Jahr 2018, ließ nach  drei Niederlagen in Serie nun aber beim 0:0 gegen den FC-Astoria  Walldorf einen deutlichen Aufwärtstrend erkennen.

Dieses Spiel hätten wir gewinnen müssen, ließ Michael Stahl, der neue  Kapitän der Schängel, unmittelbar nach dem Abpfiff durchblicken, dass  bei etwas besserer Chancenverwertung der vierte Saisonsieg ohne Weiteres möglich gewesen wäre. Immerhin, nach zuletzt 270 Minuten ohne echte  Gelegenheit bot sich den Koblenzern diesmal einige Male die Möglichkeit  zum Torerfolg gegen erstaunlich schwache Gäste, die zuletzt mit zwei  Siegen in Serie und acht erzielten Treffern einen Sprung ins  tabellarische Mittelfeld hingelegt hatten. Der Ex-Koblenzer Erik  Wekesser, in der Winterpause nach Walldorf gewechselt, blieb auf der  rechten Außenbahn weitgehend blass.

Schade, da war mehr drin. Unglaublich, dass wir nicht getroffen haben, schüttelte TuS-Trainer Anel Dzaka ungläubig den Kopf. Zwei Änderungen  an der Startformation hatte er im Vergleich zum vorangegangenen 0:1 in  Worms vorgenommen. Für Kapitän André Marx, der aufgrund seiner  anhaltenden Knieprobleme pausierte, rückte Daniel von der Bracke ins  Zentrum der Abwehr. Sturmspitze Lukas Hombach musste sich zunächst auf  der kalten Reservebank einen Platz suchen, für ihn stand nach längerer  Verletzungspause erstmals Dejan Bozic wieder von Beginn an auf dem  Platz. Ich bin fit und hatte auch keine Hemmungen, in die Zweikämpfe zu gehen. Heute haben wir uns in einem einzigen Spiel mehr Chancen  erarbeitet als in den drei vorhergehenden zusammen. So können wir uns  auch gegen bessere Mannschaften behaupten, sagte Bozic.

Viel hatte nicht gefehlt, dann wäre die Torflaute der TuS im  Kalenderjahr schon früh beendet gewesen. Nach Hackentrick von Dimitrios  Popovits stand Dino Bajric urplötzlich im Strafraum der Walldorfer  mutterseelenallein vor Schlussmann Jürgen Rennar, doch der parierte  reaktionsschnell den nicht allzu platziert getretenen Ball (3.). Der  anschließende Schuss von Popovits blieb an einem Abwehrbein hängen. Nach einem Kopfball von Stahl (11.) übers Tor dauerte es eine Weile bis zur  nächsten erwähnenswerten Szene: Nicolai Lorenzoni verfehlte mit einem  Schrägschuss aus linker Position nur knapp das Tor (36.).

Nach der Pause spielte Walldorf munter mit, ohne jedoch wirkliche  Torgefahr auszustrahlen. Auf der Gegenseite mussten sich die Anhänger  der Platzherren bis zur 82. Minute gedulden, ehe die TuS dem 1:0 wieder  sehr nahe kam: Der Flugkopfball von Andreas Glockner ging aber am Tor  der Gäste vorbei. Sechs Minuten später schob der für Bozic  eingewechselte Hombach den Ball nach Querpass von Stahl über die Linie  1:0 Zu früh gefreut, der Vorlagengeber soll nach Meinung des  Unparteiischen vorher Gegenspieler Nico Hillenbrand gefoult haben. Er  ist bloß weggerutscht, konstatierte der fassungslose Koblenzer  Spielführer. Dzaka ergänzte: Keine Ahnung, was der Schiedsrichter da  gesehen hat.

Noch turbulenter wurde es knapp 60 Sekunden später. Kapitän Stahl traf  aus kurzer Distanz nur die Unterkante der Latte, der abprallende Ball  ging im Gewühl vorm Tor in einer Spielertraube unter, letztlich klärte  Keeper Rennar die Situation. Da haben gefühlt 20 Spieler auf dem Ball  gelegen. Da hatten wir am Ende ganz schön Glück. Schon zur Halbzeitpause hätten wir uns über einen Rückstand nicht beschweren dürfen, räumte  Gästetrainer Matthias Born freimütig ein.

Die Walldorfer wackelten bedenklich, blieben aber auf den Beinen der  verdiente Siegtreffer der Platzherren wollte einfach nicht mehr fallen.  Dennoch war Dzaka mit dem Erreichten zumindest in Teilen einverstanden:  Hut ab vor dieser Leistung meiner Mannschaft. Am Ende wollten wir es  erzwingen, es hat aber leider nicht gereicht. Kopf hoch, es geht  weiter. Gut für die TuS: Im Fernduell kam der TSV Schott Mainz im  Kellerduell mit Röchling Völklingen trotz einer scheinbar komfortablen  3:0-Führung am Ende nicht über ein 3:3 hinaus. Am Samstag (14 Uhr) steht für die in der Liga spielfreie TuS eine Testpartie gegen den  Oberligisten SV Gonsenheim auf dem Programm, bevor es am 10. März bei  Eintracht Stadtallendorf wieder um Punkte geht.

Quelle Rhein-Zeitung 26.02.2018